Pain
Entwickler:
Sony
Publisher:
Sony
Genre:
Action
USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis:
29,55 €
Systeme:
Playstation 3
Inhalt:
Zugegeben, Pain ist schon was länger draußen. Dennoch möchte ich die ruhige Zeit, in der gewohnt weniger Spiele rauskommen, dazu nutzen, das Spiel all denjenigen vorzustellen, die es noch nicht kennen. Schließlich gilt es bis heute als eines der skurrilsten Spiele der Next-Gen-Zeit.
Meinung:
Pain war zunächst ein reines PSN-Download-Spiel. Allerdings war es dermaßen erfolgreich, dass Sony sich schon bald entschloss, es auch auf Blu-Ray herauszubringen und alle bis dato veröffentlichten Download-Zusatzinhalte gleich mit auf die Disk zu pressen. Einfaches Konzept…
Das Konzept ist natürlich sowohl in der PSN- wie auch in der Blu-Ray-Fassung ein und dasselbe: Man schleudert einen Charakter per Katapult durch die Gegend und lässt ihn dabei so viel Schaden wie nur möglich anrichten. Was sich im ersten Moment recht einfach anhört, hat es bei näherer Betrachtung aber doch gehörig in sich. Denn um möglichst hohe Punkte zu erreichen, genügt es nicht einfach mal so eben seinen Charakter irgendwo hin zu feuern. Dazu ist schon mehr von Nöten. … das mehr bietet, als man vermutet
Zum Glück gibt es am Anfang des Spiels aber ein ausführliches Tutorial, welches einem alle Feinheiten des Spiels näher bringt. So erfährt man hier zum Beispiel, dass man die Spielfigur auch im Flug manövrieren, und ihn so zielgenau gegen die angepeilten Gegenstände fliegen lassen kann. Desweiteren besteht auch die Möglichkeit, sich an bestimmten Gegenständen festzuhalten. So kann man z.B. eine explosive Kiste im Flug aufnehmen und sie anschließend wieder wegwerfen. Genauso gut kann man sich aber auch an Schildern festhalten und sie beim Absturz mit nach unten ziehen, woraufhin sie noch mehr Schaden anrichten. Wenn nichts zum Greifen in der Nähe ist, bietet es sich an, seinen Charakter in der Luft ein wenig posen zu lassen. Das sieht nicht nur cool aus, sondern bringt ebenfalls begehrte Punkte ein. Oouch!
Das wichtigste Feature ist aber sicherlich das „Ooch“. Durch Kollisionen mit Objekten aller Art füllt sich die besagte „Ooch“-Energie auf. Wenn man nun auf dem Boden liegend in eine Richtung drückt, bewegt sich der Charakter ein kleines Stückchen in genau diese Richtung. Auf diese Weise lässt sich die Zeit, in der die Punkte gezählt werden, mitunter erheblich verlängern. Vor allem dann, wenn man so z.B. auf die Straße gelangt und dort nochmal von Autos überfahren wird. Eine noch effektivere Art des „Ooch“ ist „Super-Ooch“. Dies kann aber nur zu bestimmten Zeitpunkten gestartet werden. Doch wenn man zu dieser Zeit den Controller schüttelt, springt der Charakter weiter als mit einem normalen „Ooch“ über die Straße. Unendliche Möglichkeiten
Um so viele Punkte wie nur möglich zu erzielen (um nichts anderes geht es in Pain), gilt es alle erlernten Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen und möglichst lange Combos hinzulegen. Letzteres ist dank der vielen explosiven und zerstörbaren Objekte eigentlich kein Problem. Man muss halt nur wissen, dass man z.B. von einem Karussell wieder im hohen Bogen weg geschleudert wird, oder explosive Kisten Baugerüste oder ähnlich instabile Objekte zum Einsturz bringen können. Die Möglichkeiten, die einem Pain in dieser Hinsicht bietet, sind wirklich unerschöpflich, man muss eben nur wissen, wo sie sind.
Nach jedem “Flug“ kann man sich nochmal in aller Ruhe die Replays anschauen. Dank der frei beweglichen Kamera sehen diese meist noch spektakulärer aus, als der eigentliche Stunt. Besonders gelungene Flüge kann man auch auf der PS3-Festplatte abspeichern und später beispielsweise seinen Freunden vorführen. Alle Zusatzinhalte?
Wie bereits erwähnt, beinhaltet die Blu-Ray-Version alle bis zur Veröffentlichung herausgekommenen Downloadinhalte. Zumindest trifft dies auf die Locations zu. Neben der bekannten Innenstadt finden sich so auch die Sporthalle, der Vergnügungspark, die Morning-Wood-Filmstudios sowie das Labor auf der Disk wieder. Ebenfalls komplett vorhanden sind die Spielmodi. So kann man seinen Charakter nicht nur im herkömmlichen Modus durch die Gegend katapultieren; auch im „Sprengstoff-Spaß“, bei dem das Ziel ist so viele explosive Kisten wie nur möglich in die Luft zu jagen, dem „Wettkampf-Modus“ bei dem gleich mehrere Disziplinen auf einen warten, oder im „Darts“, welches aber nur zu zweit spielbar ist, gilt es seinen Charakter zielgenau durch die Lüfte fliegen zu lassen.
Bei den auswählbaren Charakteren sieht das Bild leider etwas anders aus. Zwar gibt es auch hier 18 verschiedene, doch Pain-Kenner werden so manchen „Darsteller“ vermissen. So sind zwar Buzz (bekannt aus dem gleichnamigen Sony-Quizspiel) oder Daxter (aus Jak & Daxter) vorhanden, ein „The Hoff“ möchte aber hingegen auch weiterhin erst im PSN-Store gekauft werden. Warum das so ist, bleibt wohl das Geheimnis von Sony. Ich finde es auf jeden Fall sehr schade, denn gerade einen David Hasselhoff durch die Gegend fliegen zu lassen, macht doch erst richtig Spaß. Die Havok-Engine leistet gute Arbeit
Natürlich darf bei einem Spiel wie Pain nicht vergessen werden, auch die Physikengine zu erwähnen. Schließlich ist es sie, die einem die ganze Zerstörung überhaupt erst ermöglicht. In diesem Fall erledigt die Havok-Engine die ganze Arbeit - und das ausgesprochen gut! Denn die Kollisionen sehen nicht nur realistisch aus, sie haben auch eben solche Auswirkungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Gerüst in der Innenstadt. Wenn man dort einen Träger trifft, kann man beobachten wie das ganze Gerüst physikalisch korrekt in sich zusammenfällt und die Einzelteile genauso korrekt über die Straße rollen.
Grafisch kann Pain hingegen nicht ganz so überzeugen. Zwar passt der Comic-Look gut zum Geschehen und nimmt dem Ganzen auch gekonnt den Realismus, dennoch ist es nichts Besonderes. Das gleiche gilt auch für den Sound. Einen echten Soundtrack gibt es beispielsweise nicht. Stattdessen bekommt man die ganze Zeit schmerzverzerrte Schreie und jede Menge Soundeffekte zu hören. Falls man das nicht allzu lang erträgt, kann man zum Glück aber auch seine auf der Festplatte gespeicherte MP3s als Custom Soundtrack verwenden.
Fazit:
Auch wenn Pain schon einige Zeit draußen ist, hat es an Skurrilität nichts verloren. Für mich ist es noch immer eines der abgedrehtesten Spiele der Next-Gen-Zeit. Abgesehen davon ist es ein Spiel, das sich im ersten Moment zwar total einfach anhört, beim zweiten Blick aber doch mehr beinhaltet als man denkt. Denn für die wirklich hohen Punktzahlen ist viel Geschick und Timing gefragt. Und auch wenn man beides nicht direkt erlernt, kann man jede Menge Spaß mit Pain haben. Somit kann ich jedem, der den Titel noch nicht sein Eigen nennt, nur empfehlen sich Pain unbedingt zu zulegen. Am besten natürlich die Blu-Ray-Version. Die kostet zwar 29,55€, beinhaltet dafür aber (fast) alles, was Pain so einzigartig macht.
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Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

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