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Two Worlds 2

Entwickler: TopWare Interactive
Publisher: TopWare Interactive

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 37,49 €

Systeme: PC, PlayStation 3, Xbox 360

Testsystem: CoreDuo E2180, 4GB Ram, Ati Radeon HD 3870

Anforderungen: Single Core CPU 2GHz, 1GB Ram, Grafik Shader 3.0 512MB Ram

Inhalt:
Eine große Welt und eine packende Story? Zwei Elemente, die für sich gesehen wunderbar funktionieren, in einem einzigen Rollenspiel sich allerdings nicht so wirklich gut verzahnen lassen wollen. Die mitreißenden Storys werden eigentlich immer von mehr oder weniger linearen Rollenspielen erzählt. Entdecker und Abenteurer können sich zwar in teilweise riesigen und abwechslungsreichen Welten austoben, müssen aber auch leider häufig mit nicht so spektakulären Storys auskommen. Den Versuch beides zu kombinieren haben viele Spiele in den letzten Jahren versucht, letzten Endes sind aber alle mehr oder weniger gescheitert. Ein Mass Effect bietet einfach keine Freiheiten wie ein Morrowind, welches im Gegenzug aber auch keine dramatische Geschichte bietet, die vom Spieler maßgeblich beinflußt wird. Der polnische Entwickler Reality Bump schickt mit Two Worlds 2 nun einen Vertreter ins Rennen, der sich anschicken könnte, beide Element zu einem zu verbinden. 

Meinung:
Nach einem durchwachsenen Erstling vor gut drei Jahren erscheint jetzt der zweite Teil. Dieser setzt erzähltechnisch einige Jahre nach den Ereignissen aus Two Worlds an. Leider wird es versäumt, auf die Geschichte genauer einzugehen. Nach einem schickem Renderintro geht es auch direkt los. Die erste Spielstunde dient hierbei gleichzeitig als Tutorial, um in die Steuerung einzuführen. Man wird von einer Truppe Orks aus der Gewalt eines bösen Zauberers befreit. Auf der Flucht lernt man nicht nur die grundlegende Steuerung, sondern erlebt dank zahlreicher geskripteter Sequenzen auch ein sehr mitreißenden Einsteig. Die Flucht gelingt letzten Endes, aber die Schwester des Helden konnte leider nicht gerettet werden.
Die Seherin des Orkclans erteilt einem daraufhin natürlich mehr oder weniger direkt die Aufgabe die Welt vorm Bösen zu retten – als netten Nebeneffekt und persönlichen Antrieb des Helden schließt dies die Befreiung seiner Schwester mit ein. Nichts Neues, aber insgesamt wird die Story gut inszeniert. Größter Kritikpunkt sind hierbei noch die eher flachen Dialoge und dass man als Spieler wenig Einfluß auf den Verlauf nehmen kann.

Liebe Orks
Anders als bei vielen Fantasywelten sind die Orks bei Two Worlds 2 nicht tumbe, grausame Geschöpfe, sondern eine Spezies, die kurz vor ihrem Untergang steht. Die Überlebenden haben sich in eine Festung zurück gezogen und kämpfen von dort aus um ihren Fortbestand. Das schlägt sich auch in ihrem Aussehen nieder. So sehen die Orks relativ menschenähnlich aus, wobei sie trotzdem gewohnt etwas grobschlächtiger und robuster wirken. 
Nachdem man ein paar einfache Aufgaben für die grünhäutigen Retter erledigt hat, in deren Verlauf man dann auch die groben Spielmechaniken kennengelernt hat, entlässt einen die Orkseherinn mit wichtigen Aufgaben ins weite Antaloor. Eine Rückkehr ist jederzeit dank eines magischen Portals möglich, immerhin hat man auch ein Zimmer in der Orkfeste zugewiesen bekommen, welches unter anderem mit einer Truhe für überzählige Gegenstände aufwartet. Doch auch ein Abstecher zum ansässigen blinden Schmied lohnt sich immer.

Es gibt viel zu tun
In Sachen Questdesign zeigt sich Two Worlds 2 sehr kreativ und abwechslungsreich. Natürlich gibt es die klassischen Sammelquests, aber besonders die Hauptstory ist mit interessanten Aufgaben gespickt. Schon recht zu Beginn muss man beispielsweise mit seinem Pferd eine Strecke unter einen bestimmten Zeit abreiten, um sich Zutritt zu einem Küstendorf zu verschaffen. 
Generell hat man immer etwas zu tun und das Questlog füllt sich bereits nach kurzer Zeit mit zahlreichen Aufgaben. Manchmal kann man eine Quest auch auf mehrere Wege zu Ende bringen. Um durch ein schwer bewachtes Tor zu kommen, kann man sich entweder über einen alten Schmugglerpfad führen lassen oder man beauftragt einen Schreiber damit, einen Ausweis zu fälschen. Natürlich sind beide Herangehensweisen nicht umsonst. Leider sind die Auswirkungen im Großen und Ganzen aber nicht weiter von Belang. 

Soweit das Auge reicht
Aber auch auf eigene Faust lohnt sich das Erkunden der weitläufigen Welt. Immer wieder entdeckt man interessante Orte, wie Schreine, geheimnisvolle Dungeons oder verlassene Dörfer. Nur ist dabei auch Vorsicht angesagt, denn unbedachtes Herumschleichen in feuchten Höhlen kann auch schnell mit dem Tod enden, wenn man von plötzlich von höherstufigen Feinden umzingelt ist. Dann segnet man meistens das Zeitliche. Glücklich, wer die Autosavefunktion nutzt oder regelmässig Spielstände anlegt. Freies Speichern ist übrigens jederzeit erlaubt.
Die verschiedenen Inseln der Spielwelt sind abwechslungsreich gestaltet und bieten einen Querschnitt durch alle Schauplätze, die man von einem klassischen RPG erwartet. Dichte Wälder, weitläufige Küsten, schlammige Sümpfe, triste Wüsten oder endlose Savannen, kleine verschlafene Dörfchen und große Städte laden zu Entdeckungstouren ein. Durch die enorme Weitsicht - wobei leider aber trotz maximaler Grafikeinstellung kleinere Objekte immer wieder mal in den Bildschirm ploppen - bekommt man ein gutes Gefühl für die Größe der Welt. Zum Glück gibt es eine Menge praktischer Teleportsteine, die man immer wieder findet und man erhält ziemlich zu Anfang bereits ein Pferd, mit dem man zügiger von A nach B kommt. 

Auf dem Rücken der Pferde
Ein eigenes Pferd erhält man mit einer der ersten Quests nach der Einleitung. Um sich in der weitläufigen Savanne nicht die Füße wund zu laufen, muss man einer Dorfvorsteherin bei der Heilung eines ihrer Pferde helfen. Doch das Reiten will gelernt sein. Einfach Sporen geben, bringt einen nicht wirlich vorran, denn das führt zu schmerzhaften Begegnungen mit dem harten Boden. Mit Gefühl und Takt bleibt man im Sattel und überwindet weite Strecken mit hoher Geschwindigkeit. Doch das hört sich leicher an, als es tatsächlich ist. Bis man ein Gefühl für die sensible Reitsteuerung gefunden hat, ist man das ein oder andere Mal aus dem Sattel geflogen. Hat man aber einmal den Dreh raus, ist man zügig unterwegs. 

Arbeit, Arbeit
Ein typischer Rollenspielcharakter übt auch immer verschiedene Berufe aus. So natürlich auch bei Two Worlds 2. Als sehr gut hat sich dabei schon im ersten Teil der Schmiedekunst-Berufszweig herausgestellt. Man kann jederzeit gefunde Ausrüstung in seine Einzelteile zerlegen, um bestimmte Rohstoffe zu gewinnen. Mit diesen lassen sich andere Rüstungen und Waffen ihrerseits verbessern. Doch auch die anderen Berufe, wie Alchemie oder Kräuterkunde, gestalten sich interessant. Aus den überall auffindbaren Kräutern kann man nach Herzenslust Tränke brauen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Damit man nicht ganz verloren ob der Möglichkeiten ist, findet man immer wieder Schriftstücke oder Lehrer, die einem neue Tricks und Kniffe bei der Ausübung der verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten geben.

Schwerter und Magie
Die Kämpfe bei Two Worlds 2 fallen leider etwas hektisch aus. Theoretisch bietet das Spiel im Nahkampf eine Menge, so lernt man relativ schnell nicht nur einfache Angriffe, sondern auch Konter und das Blocken mit dem Schild. In der Praxis artet es aber schnell zu einem Dauerklicken aus. Auch gegen mehrere Gegner besteht man auf diese Weise, zur Not wirft man den ein oder anderen Heiltrank ein. 
Der Fernkampf mit Pfeil und Bogen wirkt auf Grund einer etwas unglaubwürdigen Physik auch nicht gerade souverän umgesetzt. Schleicht man sich an ahnungslose Gegner heran, kann man auch Stealthkills landen. Da sehr häfufig die Gegner mit dem Rücken zum Spieler stehen, bietet sich ein solches Attentat als komfortable Herangehensweise an. 
Als mächtiger Magier kann man sich seine Zaubersprüche selber kombinieren und verursacht natürlich ordentlich Schaden. Dafür sollte man auch tunlichst darauf achten immer möglichst Abstand zu den Gegnern zu halten oder einen gefährlichen Flächenzauber in der Hinterhand zu haben. 
Auch wenn man etwas mehr aus dem Kampfsystem hätte herausholen können, dank zahlreicher ausbaubarer Fähigkeiten macht das Kämpfen Spaß und gestaltet sich abwechslungsreich. Schwächen und Stärken von Gegnern wollen entdeckt und ausgenutzt werden, bescheren aber auch den ein oder andern Bildschirmtod.

Persönliche Entwicklung
Auch wenn man bei der Charaktererstellung im Vergleich mit andern Open World-RPGs sehr eingeschränkt ist – man kann sich nur einen männlichen Menschen zu Spielbeginn asuwählen – , kann man sich im Verlauf des Spiels zumindest von den Fähigkeiten her sehr individuell gestalten Natürlich werden hierbei die klassischen Steoreotypen der Fantasy bedient: Schwertschwingender Nahämpfer, geschickter Bogenschütze oder gefährlicher Magier. Aber das ist auch nicht weiter schlimm. Wer mal etwas anderes ausprobieren möchte, kann jeder Zeit seine Fähgikeitspunkte neu verteilen. Das ist zwar nicht gerade realistisch, aber unter spieltechnischer Sicht eigentlich erfreulich, da man nicht noch einmal komplett von Vorne beginnen muß, nur um sich auf eine andere Richtung zu spezialisieren. 

Hinter den Kulissen
In Sachen Hardwareanforderungen zeigt sich das Spiel recht genügsam. Schon auf einer Single Core-CPU und einer verhältnismässig alten Grafikkarte der Geforce 6xxx oder ATI X-Serie ist das Spiel flüssig spielbar – natürlich mit Abstrichen bei der Optik. Die Engine skaliert recht gut und auf aktuellen Systemen macht Two Worlds 2 auch einen hübschen Eindruck. 
Die abwechslungsreiche Landschaft mit enormer Weitsicht macht einiges her, auch wenn teilweise immer wieder Objekte beim Näherkommen aufploppen. Auch hat man in Sachen Post Processing-Effekte - besonders beim Unschärfeeffekt - übertrieben. So gut die statische Welt aussieht, so schlecht wirken teilweise aber leider die Animationen. In Gesprächen beherrschen der Held und seine Gesprächspartner nur sehr wenige Animationen, die sich recht schnell wiederholen. Von Lippensynchronität kann auch nicht die Rede sein. Die Kampfanimationen wirken etwas steif und sind weit von der Eleganz eines Geralt von Riga entfernt. Insgesamt kann man aber trotzdem von von einer recht gelungenen Optik reden. Zudem man auch noch positiv erwähnen muss, dass die Ladezeiten des Spiels erfreulich kurz sind. Fast schon zu kurz, um die Hinweise auf den Ladebildschirmen zu lesen.
Demnächst soll auch noch eine Mac-Fassung von Two Worlds 2 erscheinen. Besitzer der Royal Edition können sich über einen kostenlosen Gutschein als Beigabe zu den übrigen Extras der Fassung freuen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass alle anderen, die das Spiel auch auf ihrer Apple-Hardware spielen wollen, es separat erwerben werden müssen.


Fazit:
sebastianFreunde klassischer Rollenspiele, die gerne eine große Welt erforschen und sich mit einem komplexen Alchemie-, Zauber- und Craftingsystem kreativ austoben wollen, werden ihren Spaß an Two World 2 haben. Die große Welt bietet viel Raum für Entdecker. Unverständlich nur, warum man ein unübersichtliches Inventar und Menusystem verwendet. Viele Teile des Spiels weisen auch tolle Ansätze aus, die aber leider nicht richtig fertig gedacht scheinen.
Freunde toll inszenierter Rollenspiele, wie Mass Effect oder The Witcher, bei denen viel Wert auf ein ausgeklügeltes Dialogsystem mit schwerwiegenden Entscheidungen gelegt wird, werden Two Worlds 2 wahrscheinlich nicht so viel abgewinnen können. Denn auch wenn das Spiel recht rasant beginnt, wird man schnell in die offene Welt gelassen, durch die sich zwar ein roter Faden der soliden Story zieht, aber es wird nur ein recht blasser Helden und ein eher zweckmässiges, wenngleich auch hervorragend synchronisertes Dialogsystem geboten. Der Spagat, beide Zielgruppen zu bedienen, gelingt somit trotz guter Ansätze nicht.


Two Worlds 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Sebastian Köller

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 8.00
Sound: 8.25
Steuerung: 7.50
Gameplay: 8.25
Wertung: 8
  • Tolle Technik mit kurzen Ladezeiten ...
  • Gelungene Synchronisation ...
  • Große Spielwelt
  • Abwechslungsreiche Quests
  • ... die aber optische Schwächen bei den Animationen offenbart
  • ... aber leider häufig langweilige Dialoge
  • Unübersichtliches User Interface

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Rezension vom: 06.12.2010
Kategorie: Adventure
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