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F1 2017

Entwickler: Codemasters
Publisher: Codemasters

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 49,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
f1_2017_logo

Ich gebe zu, die reale Formel 1 hat mich in den letzten Jahren gar nicht interessiert. Deren Spiele dafür aber umso mehr. Schließlich wurden diese immer besser. Der (vorläufige?) Höhepunkt wurde letztes Jahr erreicht, als selbst die größten Formel 1-Nörgler zugeben mussten, dass das dazugehörige Spiel zu den besten Rennsimulationen überhaupt gehörte. Und wie verhält es sich dieses Jahr? Kann Codemasters noch mal einen drauf setzen? Unser Test wird es zeigen.

Meinung:

Regeländerungen
Wie zu jeder neuen Formel 1-Saison, gab es auch dieses Jahr wieder einige Regeländerungen. Warum ich das erwähne? Natürlich, weil es sich bei F1 2017 um das offizielle Spiel zur Königsklasse des Motorsports handelt und es als dieses nicht nur sämtliche aktuellen Strecken, Fahrerpaarungen und Wagenlackierungen, sondern eben auch alle neuen technischen Details der Autos beinhaltet. Und wie es sich für eine Simulation gehört, wurden natürlich auch deren physikalischen und fahrerischen Auswirkungen möglichst realitätsgetreu ins Spiel übertragen. Aus diesem Grund dürfen wir uns dieses Jahr nicht nur über breitere und bulligere Boliden freuen, sondern eben auch darüber, dass durch die breiteren Reifen und Heckflügel die Bodenhaftung und der Anpressdruck wesentlich größer als im letzten Jahr sind. All dies ist dermaßen ausgeprägt, dass selbst Spieler die mit diesem nicht ganz einfachen Thema betraut sind, den Unterschied sofort bemerken werden.

Feingefühl gefragt

Das meiner Meinung nach imposantesten an der ganzen Sache ist aber, dass man die Auswirkungen nicht nur spürt. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Geschwindigkeitsgefühl auch nochmals verbessert und man sieht richtig, wie man mit mehr Tempo als im letzten Jahr durch die Kurven jagt. Gerade wenn man aus der Cockpit-Perspektive oder Nasenkamera (ganz knapp über dem Asphalt) fährt, rast die Strecke nur so unter einem daher. Dabei scheint es so, als ob das Auto wie auf Schienen fährt. Wie so oft ist der Schein aber trügerisch. Besonders beim herausbeschleunigen oder wenn das Wetter plötzlich umschlägt und es anfängt zu regnen, muss man aufpassen, denn gerade in diesen Momenten agieren die Autos sehr unruhig, wodurch es schnell zu Drehern oder Abflügen ins Grün kommt. Natürlich können sich Fahranfänger das Leben etwas einfacher machen, indem sie die zahlreichen Fahrassistenten wie etwa den Bremsassistenten, ABS oder Traktionskontrolle, nutzen. Wenn es besonders heikel wird, kann man zudem zur Not auch die Rückspulfunktion einsetzen und einen Fehler oder Unfall auf diese Weise ungeschehen machen. Diese Möglichkeit werden aber sicher nicht nur Anfänger nutzen. Denn aufgrund der KI und deren unbedingten Willen sich nicht kampflos zu ergeben, gehören Kollisionen zur Tagesordnung. Dies kann man der KI auch nicht abgewöhnen. Was man machen kann: Sie an die eigenen Fähigkeiten anpassen – und das geht besser als je zuvor. Anstatt einer handvoll Abstufungen gibt es nun nämlich die Möglichkeit die KI in einer Skala zwischen 0 und 110 zu justieren. Bis man die richtige Einstellung gefunden hat, wird es zwar etwas dauern, doch wenn man sie dann einmal perfekt eingestellt hat, wird man genau im richtigen Maß gefordert.

Sehr gute Controller-Steuerung

Das war aber noch lang nicht alles, was Codemasters dieses Jahr verbessert hat. Ebenfalls leicht überarbeitet wurde auch das Force Feedback, welches Ausflüge auf den Randstein oder Bodenwellen nun noch spürbarer erscheinen lässt. Dies gilt aber nicht nur wenn man mit einem entsprechenden Lenkrad fährt, auch beim Controller werden solche Situationen gut durch den Vibrationsmechanismus rübergebracht. Ohnehin muss man sagen, dass die Steuerung mit dem Controller der des Lenkrads in nichts nachsteht. Auch mit dem Controller kann man seinen Wagen präzise über die Strecken manövrieren.
Eine weitere Stelle, die dieses Jahr eine Überarbeitung erfahren hat, sind die Boxenstopps. Zwar kann man diese von der Einfahrt in die Box bis zur Ausfahrt wieder so gut wie automatisch ablaufen lassen, wer möchte, kann nun aber eben auch selber den Pit Limiter betätigen und bei der Ausfahrt durch die ideale Drehzahl und den richtigen Zeitpunkt die Kupplung loszulassen einige Zehntelsekunden gutmachen. Letzteres geht übrigens auch beim Start, wenn man denn möchte. Ansonsten lässt man auch diesen einfach wie gewohnt automatisch laufen, so dass man nur Gas geben muss.

Die Karriere

Was für das Fahrgefühl gilt, gilt ebenso für die Spielmodi. Auch hier wurden seit dem letzten Jahr einige Änderungen und Neuerungen vorgenommen. Die größten findet man dabei beim Herzstück des Spiels, dem Karrieremodus. Das Grundlegende ist aber gleich geblieben: Man muss mit einem eigens erstellten oder aus F1 2016 importierten Fahrer, im Team seiner Wahl auf Punktejagd gehen und sich möglichst den WM-Titel erfahren. Der größte Konkurrent ist dabei zunächst der eigene Teamkollege, der stets als erster Fahrer startet und so einige Vorteile genießt. Wenn man in den Qualifyings und den Rennen vor ihm landet, gewinnt man nach und nach aber immer mehr Ruf und kann ihn so irgendwann den Platz streitig machen. Ist dies geschafft, warten aber schon neue Rivalen, die dann nicht mehr aus dem eigenen Team kommen, aber genauso in ihre Schranken gewiesen werden wollen.

Ausgebaute Forschung und Entwicklung

All das ist aber wie gesagt schon aus den letzten Jahren bekannt. Das wirklich spannende ist die Neuerung, die man im Forschungs- und Entwicklungssystem vorfindet. Natürlich war dies auch schon im letzten Jahr Teil der Karriere, doch während man damals nur etwas mehr als eine handvoll Verbesserungen für sein Auto herstellen lassen konnte, sind es diesmal bedeutend mehr. Sage und schreibe 115 Verbesserungen, aufgeteilt in vier Hauptkategorien kann man diesmal erforschen und entwickeln lassen. Von einem aerodynamisch verbesserten Frontflügel über einen stärkeren Antrieb, bis hin zu einer besseren Haltbarkeit der Teile ist so ziemlich alles dabei, was man sich bei einem Formel 1-Boliden nur vorstellen kann. Der Aufbau erinnert dabei sehr an einen Tech-Baum aus einem Rollenspiel und ist auch genauso motivierend. Man möchte seinen Wagen einfach immer weiter verbessern und die Konkurrenz so hinter sich lassen. Und das war noch nicht einmal alles. Obendrein kann man nun nämlich auch noch das Können der Renningenieure verbessern und so beispielsweise die Forschungszeit eines neuen Teils verkürzen. Um all dies zu erreichen, benötigt man allerdings eine Menge sogenannter Ressourcenpunkte, die man sich wieder vornehmlich in besonderen Aufgaben während des Trainings erfährt. Hier gilt es zum Beispiel eine bestimmte Rundenzeit zu unterbieten oder möglichst Reifen schonend zu fahren.

Elf legendäre Boliden
Als kleine Abwechslung zwischendurch wird man im Laufe der Karriere zudem immer mal wieder zu speziellen Events eingeladen, die von normalen Rennen bis hin zu speziellen Überhol-Herausforderungen reichen und teilweise sogar auf ganz neuen Streckenlayouts gefahren werden. Das Besondere sind allerdings die Wagen, in denen man diese angeht. Hier darf man sich nämlich hinter das Lenkrad elf legendärer Formel 1-Boliden aus den 1990ern bis 2010ern setzen. Unter anderen warten der Williams FW 14B, mit dem Nigel Mansell 1992 Weltmeister geworden ist, Ayrton Senna’s 1991er McLaren MP4/6, der McLaren MP4-13 aus dem Jahr 1998, Michael Schumachers 2002er Weltmeister-Wagen Ferrari F2002 und Sebastian Vettel‘s Red Bull Racing RB6 aus dem Jahr 2010 darauf über die Pisten gesteuert zu werden. Wer die Special Edition kauft, erhält zudem den 1988er McLaren MP4/4 von Ayrton Senna als zwölften Wagen obendrauf.
Wer es gar nicht erwarten kann, die legendären Boliden zu fahren, kann dies von Anfang an im Spielmodi Grand Prix, in dem man ein oder mehrere Rennen fährt, oder im Zeitfahren machen.Darüber hinaus gibt einem das Spiel die Möglichkeit sein Können auch in anderen Modi unter Beweis zu stellen. Darunter gehören herunterladbare Events, ein Mehrspielermodus, wobei hier vom einzelnen Rennen bis zu einer ganzen WM-Saison alles möglich ist, oder Meisterschaften. Bei letzterer erwartet einen zunächst die aktuelle 2017er Saison. Hat man diese abgeschlossen, folgen weitere Meisterschaften, wie etwa die historische Meisterschaft.
Was hingegen fehlt, ist ein Splitscreen-Modus. Dabei wäre es sicherlich sehr unterhaltsam gewesen, wenn man direkt sehen könnte wie der andere reagiert, wenn man ihn mal wieder geschlagen hat.

Anpassbar
Was alle Rennen in den unterschiedlichen Spielmodi gemeinsam haben ist ihre Anpassbarkeit. Sowohl die Länge des Rennens, als auch die der Trainings und des Qualifyings lassen sich nämlich in mehreren Stufen einstellen. Wer möchte, kann ein komplettes Rennwochenende in Originallänge fahren, wer es schneller haben will, kann aber genauso Blitz-Qualifying und ein verkürztes Rennen einstellen. Außerdem kann man vor dem Start des jeweiligen Grand Prix' auch die Wetterbedingungen wählen. Ebenfalls in Stufen einstellbar ist das Strafensystem, wobei dieses insgesamt aber nach wie vor zu unbeständig wirkt. Genau wie im letzten Jahr ist es auch dieses Jahr wieder der Fall, dass das Abkürzen einer Kurve das eine Mal bestraft wird und ein anderes Mal ungeahndet bleibt. Zudem werden einem auch Unfälle die die KI verursacht hat, noch immer zu oft angekreidet.

(Fast) Stillstand

Der Punkt, an dem sich in F1 2017 im Vergleich zum Vorjahr am wenigsten getan hat, ist die Optik. Allerdings kann man den Entwicklern dies nicht ankreiden, schließlich sah auch schon die letztjährige Ausgabe sehr gut aus. Ein klein wenig Feintuning haben sie dann aber doch betrieben, wodurch gerade Partikel- und Wettereffekte dieses Jahr noch ein bisschen besser aussehen. Ansonsten darf man sich wieder vor allem an den toll modellierten Fahrzeugen und detailliert nachgebauten Strecken erfreuen. Schön ist auch, dass alles wunderbar flüssig läuft, wobei ein gewisses Tearing allerdings nicht wegzureden ist.
Beim Sound gibt es wie schon in den letzten Jahren nichts zu beanstanden – zumindest was die Motorengeräusche angeht. Das sich die heutigen Motoren nicht mehr so kernig anhören wie vor ein paar Jahren, dürfte mittlerweile bekannt sein, weshalb man dies auch nicht als Negativpunkt bewerten darf. Zumal Codemasters bei den klassischen Boliden beweist, das sie es auch anders können. Die V12-Sounds von früher dröhnen nur so aus den Boxen heraus – herrlich.
Was den deutschen Kommentar angeht, bin ich zwiegespalten. Im Grunde machen Heiko Wasser und Stefan Römer ihren Job ganz gut. Es ist aber leider so, dass viele Kommentare aus dem letzten Jahr übernommen wurden. Außerdem wiederholen sie sich häufig und passen manches Mal gar nicht zum aktuellen Geschehen. Das ist alles sehr schade, denn so verliert das Spiel doch ein gutes Stück an seiner ansonsten guten Atmosphäre.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Obwohl der Vorgänger schon sehr gut war und es weit und breit keine Konkurrenz gibt, ruht sich Codemasters nicht etwa auf seinen Lorbeeren aus, sondern erklimmt mit F1 2017 nochmals eine höhere Stufe. Gerade der Karrieremodus macht durch den deutlich ausgebauten Tech-Baum und die Einbindung klassischer Formel 1-Boliden noch mehr Spaß und fesselt einen nun wahrlich. Zudem wurde die Fahrphysik der heutigen Wagen nicht nur an den aktuellen Stand angepasst, sondern tatsächlich nochmals verbessert, weshalb man nun mehr als je zuvor das Gefühl hat, tatsächlich in einem Formel 1-Wagen zu sitzen. Hinzu kommen Zahlreiche weitere kleineren Änderungen, Verbesserungen und Neuerungen, die insgesamt dafür sorgen, dass F1 2017 seinen Vorgänger deutlich hinter sich lässt und nicht nur Fans der Rennserie viel Spaß mit dem Spiel haben werden.

F1 2017 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.875 Grafik: 9.00
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.875
  • Aktuelle Teams, Wagen und Rennkalender
  • Zahlreiche kleinere Verbesserungen
  • Deutlich erweiterter Tech-Baum
  • 11 klassische Formel 1-Boliden
  • Tolles Fahrgefühl
  • Tearing
  • Kommentare wiederholen sich und passen oft nicht
  • Kein Splitscreen-Modus
  • Strafensystem noch immer zu unbeständig

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Rezension vom: 06.09.2017
Kategorie: Sport
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