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The Inner World - Der letzte Windmönch

Entwickler: Headup Games
Publisher: Studio Fizbin

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 29,00 €

Systeme: Mac, PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
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Der zweite Teil von The Inner World mit dem Untertitel Der letzte Windmönch verspricht Old School-Adventurefeeling. Der Spieler übernimmt die Rolle von Robert, Kronprinz der Flötennasen, der Asposien vor Emil und den Conroyalisten retten muss. Der letzte Windmönch ist das erste Adventure, das ich auf der PS4  gespielt habe – hätte ich vielleicht lieber auf den PC umsteigen sollen?

Meinung:


Wir finden uns wieder in der Welt von Asposien. Hier herrschte einst die Dynastie der Flötennasen, die mit ihren Gesichtserkern nicht nur Lieder spielen, sondern auch den Wind heraufbeschwören können und so das Leben in Asposien erhalten. Im ersten Teil waren sie in Verruf geraten, die furchterregenden Basilen beschworen zu haben. Der König der Flötennasen wurde gestürzt und von Conroy ersetzt. Jahre später konnte Robert Conroy dann versteinern und dadurch außer Gefecht setzen. In der Gegenwart von Der letzte Windmönch werden die Flötennasen nach wie vor verfolgt, denn ein neuer Führer namens Emil hat die Macht ergriffen. Er beschuldigt die Flötennasen sich gegen Conroy verschworen zu haben und will ihn mithilfe der Conroyalisten aus seinem steinernen Gefängnis befreien. Roberts Aufgabe ist es nun, das zu verhindern, wobei ihm alte und neue Freunde helfen.

Ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium
Mittelpunkt eines guten Adventures sind die Rätsel. Die Balance zu finden zwischen unterhaltsam und fordernd, ist dabei nicht immer einfach, denn zu leichte Rätsel führen schnell zu Langeweile, während zu schwere Rätsel schnell frustrieren. In Der letzte Windmönch gibt es sowohl rasch intuitiv lösbare Rätsel, die trotzdem kreatives Denken erfordern, als auch einige knallharte Kopfnüsse, die durchaus die Frustschwelle des Spielers herausfordern können. Zum Problem wird der Schwierigkeitsgrad dann, wenn die Lösung völlig unintuitiv ist und das Spiel keinerlei Hinweise gibt, was überhaupt das Problem ist. Die Steuerung, auf die ich weiter unten eingehe, verschlimmert das Problem nur. So sieht man das anscheinend auch beim Entwickler, zumindest impliziert das die ins Spiel eingebaute Möglichkeit, die Lösungen im Spiel selbst nachzuschlagen. Allerdings ist die Lösungshilfe mehr schlecht als recht geordnet und weiß nicht, welche Schritte man bereits absolviert hat. Vom heftigen Schwierigkeitsgrad abgesehen, sind die Lösungswege klug durchdacht und kreativ.

Die Lösung vor lauter Hotspots
Als Kind der 90er ist der Begriff Adventure für mich synonym mit Point and Click. Das heißt, mit der Maus zeige ich auf einen Hotspot, also einen Bereich des Bildschirms, mit dem ich interagieren kann, und klicke dann darauf, um eine Aktion zu wählen – intuitiv und simpel. Entsprechend war ich skeptisch, ob ein PS4-Controller denselben Zweck erfüllen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: meine Skepsis war gerechtfertigt.
Die Auswahl eines Hotspots geschieht in The Inner World: Der letzte Windmönch über die Schultertasten. Bei Druck auf L1 oder R1 wird der dem Spielercharakter nächstgelegende Hotspot aktiviert. Quadrat öffnet ein Kontextmenü, das mögliche Interaktionen anbietet, z.B. nehmen oder ansehen. Um einen anderen Hotspot zu aktivieren, werden so lange die Schultertasten gedrückt, bis man beim gewünschten Gegenstand ankommt. Wenn auf dem Bildschirm nur zwei oder drei Hotspots sind, dann ist das zu verkraften. Bei komplexeren Szenerien wird das Spiel aber ganz schnell zum frustrierenden Geduldsspiel.
Ein typischer Vorgang im Adventure sieht so aus: Der Spieler inspiziert einen Gegenstand, versucht, ihn zu nehmen und probiert dann alle möglichen und unmöglichen Kombinationen mit Inventargegenständen aus. Für jeden einzelnen dieser Schritte müssen in der PS4-Version erst die Hotspots abgeklappert werden, bis man beim richtigen angekommen ist. Mit Maus oder zumindest einem Cursor, der per Analog-Stick zu bedienen ist, wäre das Spiel deutlich angenehmer. Selbst wenn das Spiel sich merken würde, mit welchem Hotspot man zuletzt interagiert hat, wäre schon immens viel gewonnen. Es sollte nicht allzu schwer sein, die bereits vorhandene Point and Click-Steuerung der PC-Version auf einen Controller zu mappen und diese Möglichkeit in den Optionen anzubieten. Viele Rätsel wären deutlich weniger frustrierend, wenn man den Bildschirm auf diese Art frei und deutlich schneller erkunden könnte, denn dann kann man auch mal der eigenen Intuition freien Lauf lassen und auf einfache Weise scheinbar abwegige Kombinationen versuchen, die dann zur Lösung führen.

Adolf Emil, ein begnadeter Redner
Die Dialoge sind komplett vertont mit engagiert klingenden Sprechern, die ihre Sache sehr ordentlich machen. Bei genauerem Hinhören fallen die ein oder anderen seltsamen Betonungen auf, die bezeugen, dass vielleicht nicht jeder Sprecher immer den Kontext seiner Zeilen ganz genau kannte.
Von einer deutschen Produktionsfirma würde man erwarten, dass die Texte auf Deutsch geschrieben und bei Bedarf übersetzt werden. Irritierenderweise scheint dies bei Der letzte Windmönch nicht der Fall zu sein. Typische Übersetzungsungenauigkeiten zeigen, dass anscheinend auf Englisch getextet und ins Deutsche lokalisiert wurde. Wenn ein Charakter erklärt: „Grün ist keine kreative Farbe“ und damit auf ein englischsprachiges Meme anspielt, dann kann man das noch akzeptieren. Gewisse Dialogschemata, die in englischsprachiger Comedy Standard sind, aber im Deutschen so nicht existieren, sorgen jedoch durch sture 1 zu 1-Übersetzung für Irritation.
Abgesehen von diesen sprachlichen Ungenauigkeiten ist Der letzte Windmönch sehr gut geschrieben. Die Dialoge sind witzig und jeder Charakter hat seine eigene Sprach- und Ausdrucksweise. Emil und die Conroyalisten sind eine kaum verhüllte Allegorie auf faschistische Systeme und speziell Nazis. Dies wird regelmäßig durch Anspielungen und persiflierende Elemente deutlich gemacht. Und natürlich sind Emils Unterlinge allesamt große, dumme Schläger, die sich entsprechend ausdrücken.

Greif' sie an der Nase!
Die Charakterdesigns und das Design der Welt sind originell und legen keinen Wert darauf, besonders hübsch zu sein. Stattdessen zeigen sie eine Welt, in der nicht alles in Ordnung ist, für die es aber Hoffnung gibt. Teilweise sind die Zeichnungen etwas niedrig aufgelöst, was aber nicht sonderlich negativ auffällt.



Fazit:
helena_bildHelena Lichtmeß: In The Inner World: Der letzte Windmönch versteckt sich ein sehr solides Point and Click-Adventure. Die Story ist unterhaltsam, die Charaktere sympathisch und die Rätsel fordernd. Leider werden auf den Konsolen die guten Aspekte von der unnötig komplizierten Steuerung überschattet, die den Spieler davor zurückschrecken lassen, intuitiv und kreativ an Rätsel heranzugehen. Der Frustwert steigt dann schnell so weit, dass man sich genötigt fühlt, die Lösungshilfe zurate zu ziehen, anstatt zwanzig Mal die selben Hotspots abzuklappern, um die vorhandenen Inventargegenstände der Reihe nach auszuprobieren. Sad.



stefan_1Stefan Heppert:
Ich kann meine Kollegin Helena durchaus verstehen. Gerade wenn man vorher noch nie ein Point & Klick-Adventure auf der Konsole gespielt hat, kann man mit der Steuerung schon mal seine Probleme haben, da sie einfach nicht so innovativ ist, wie auf dem PC (was aber eben auch der Tatsache geschuldet ist, das man hier eben alles mit einem Controller und nicht mit der Maus steuern muss). Wenn man wie ich aber schon mehrere solcher Spiele oder eben sogar bereits das erste The Inner World auf PS4 oder Xbox One gespielt hat, hat man mit der Steuerung eigentlich gar keine Probleme mehr und wechselt gekonnt von Spot zu Spot. Es ist also alles eine Frage der Übung und Angewohnheit. Wenn man die Steuerung einmal verinnerlicht hat, kann man The Inner World: Der letzte Windmönch, das wie Helena ja schon herausgestellt hat wirklich gut ist, auch in vollen Zügen genießen.

The Inner World - Der letzte Windmönch - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Helena Lichtmeß

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.375 Grafik: 7.50
Sound: 7.50
Steuerung: 7.00
Gameplay: 7.50
Wertung: 7.375
  • Anspruchsvolle, kreative Rätsel
  • Viel Witz und Humor
  • Sympathische Charaktere
  • Fürchterlich umständliche Steuerung
  • Gerade bei den schwereren Rätseln zu wenig Hinweise vom Spiel
  • Hab' ich die Steuerung erwähnt?

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Rezension vom: 20.10.2017
Kategorie: Adventure
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