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Need for Speed Payback

Entwickler: Ghost Games
Publisher: Electronic Arts

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 39,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
Need_for_Speed_Payback_logo

Dieser Herbst war für Rennspiel-Fans schlicht und ergreifend traumhaft. Angefangen bei F1 2018, über Forza Motorsport 7 und Gran Turismo Sport bis hin zu WRC 7, beinahe jede Woche kam ein neues Rennspiel heraus. Doch wie heißt es: irgendwann Enden auch die besten Dinge. Und so findet der wohl größte Rennspiel-Herbst aller Zeiten mit EAs Need for Speed Payback seinen Abschluss. Ob dieser auch ein Krönender ist, wird sich in diesem Test herausstellen.

Meinung:

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt meinen, das Need vor Speed Payback das Videospiel zur Fast & Furious-Reihe ist. In Sachen Story bieten beide nämlich ähnlich langweilige, abstruse, völlig sinnbefreite und unglaubwürdige Geschichten samt den üblichen Klischee-Charakteren an. Das Pendant zu Dom, Letty und Co. aus Fast & Furious sind hier Tyler „Racer“ Morgen, sowie seine beiden besten und ebenfalls spielbaren Kumpels Mac aka „Showman“ und Jess „Wheelman“. Zusammen versuchen die Drei das House-Kartell, dass die Fiktive aber stark an Las Vegas erinnernde Stadt Fortune Valley beherrscht, zu stürzen. Und wie macht man das am besten? Selbstverständlich in Bester Fast & Furious-Manier durch illegale Straßenrennen. Ich sagte ja, dass die Story alles andere als sinnvoll ist und leider ist das nicht das Einzige, worauf dieses Prädikat zutrifft. Denn auch die Charaktere und die Dialoge zwischen ihnen sind nicht von besserer Qualität. Die Charaktere besitzen null Tiefgang und die Sprüche, die sie von sich lassen, sind zum Fremdschämen.

Es hätte der krönende Abschluss sein können
Zum Glück ist die Story hier aber genau wie bei Fast & Furious nur ein unvermeidliches Übel für das, worum es eigentlich geht - möglichst schnell Auto zu fahren. Genau das macht in Need vor Speed Payback auch unheimlich viel Spaß. Die arcadige Fahrphysik ist unglaublich gut gelungen und erlaubt es einen seinen Boliden millimetergenau zu manövrieren. Besonders eindrucksvoll kommt das bei den Drift-Rennen zur Geltung, wo wir selbst in größter Schräglage noch dem entgegenkommenden Verkehr ausweichen können.
Need for Speed Payback könnte also tatsächlich der Arcade-Hit des Jahres und der krönende Abschluss des tollsten Rennspiel-Herbstes aller Zeiten sein, wenn es da nicht die ein oder andere seltsame Gameplay-Entscheidung seitens der Entwickler gäbe. Beispiel Story-Missionen bzw. Blockbuster-Missionen, wie sie hier genannt werden: Diese sind im Grunde wirklich toll, denn hier kommen meist alle drei Fahrer zum Einsatz, die alle ihre eigenen Aufgaben erledigen müssen. Zudem sind sie spektakulär inszeniert und erinnern mit ihren waghalsigen Stunts sehr an Fast & Furious. Das Problem hierbei ist allerdings, dass man gerade diese spektakulären Stunts nicht selber ausführen kann. Stattdessen wird einen das Heft des Handelns stets aus den Händen genommen, so dass man nur zuschauen darf, wie der Bolide in einer Zwischensequenz beispielsweise durch die Luft fliegt. Das ist wirklich bedauerlich, denn es wäre sicherlich cool gewesen, selber die teils irren Manöver ausführen zu dürfen.

Gezwungen, Siegen zu müssen
Leider ist dies aber eben nicht die Einzige seltsame Entscheidung, für die sich die Entwickler in Sachen Gameplaymechanik entschieden haben. Aus irgendeinem Grund fanden sie es eine ebenso tolle Idee vom Spieler zu verlangen, unbedingt gewinnen zu müssen. Im Grunde ist dies ja auch tatsächlich das Ziel eines jeden Spielers. Allerdings ist nun Mal nicht jeder in allen Disziplinen gleich gut. Und da Need for Speed Payback neben normalen Rennen eben auch die besagten Drift-Rennen, sowie Checkpoint-, Drag- und Off-Road-Rennen hat, ist es für so manchen eine echte Qual, sich durch die 15 bis 20 stündige Kampagne zu arbeiten. Hier hätte ich mir ein System wie etwa bei Forza Horizon 3 gewünscht, das zwar auch verschiedene Renndisziplinen anbietet, einem aber nicht aufgibt, sie unbedingt fahren zu müssen – und wenn, dann reicht auch Mal in zweiter oder gar Dritter Platz. So wie es Need for Speed Payback handhabt, wirkt es hingegen eher abschreckend. Und mich würde es nicht wundern, wenn so mancher nach dem x-ten Versuch endlich Rennen XY zu gewinnen, frustriert aufgibt.

Leblose Welt
Eine weitere fragwürdige Entscheidung betrifft die Spielwelt. Die ist zwar schön groß und bietet mit ihrer Stadt-, Canyon-, Wald- und Wüsten-Region auch eine Menge Abwechslung, allerdings wirkt die Welt dabei immer sehr leblos. Ein gutes Beispiel dafür ist die Stadt, in der offensichtlich eine Hochbahn herumfährt – zumindest lassen das die Schienen, unter denen man immer wieder drunter herfährt, erahnen. Die Bahn selber bekommt man allerdings nie zu sehen. Diese fehlende Bahn ist für mich wirklich symptomatisch für das, was die Spielwelt hätte bieten können.
Woran es der Welt nicht mangelt, sind hingegen Nebenaufgaben. Nahezu alles, was man in bisherigen Open-World-Rennspielen an Nebentätigkeiten gesehen hat, ist hier vertreten und wartet zwischen den Blockbuster-Missionen darauf. erledigt zu werden. Sogar eine Abwandlung der aus Forza Horizon bekannten Scheunenfunde ist dabei. Im Grunde machen die auch hier wirklich Spaß, allerdings gibt es auch hier eine Entscheidung, über die sich wohl nicht jeder freuen dürfte. Damit ist nicht gemeint, dass man hier nicht einfach das komplette Auto auf einmal, sondern stets mehrere Einzelteile ausfindig machen muss - die Idee ist sogar wirklich cool. Vielmehr stört es, das die Teile manchmal an total absurden Stellen versteckt sind, bei denen man sich fragt, wie sie jemals dahin gekommen sind. Wenn man sich schon für so eine Idee entscheidet, dann sollte man die einzelnen Teile auch bitte an logischen Punkten verteilen, und nicht etwa auf einem einsam stehenden Felsbrocken, der nur durch einen meterweiten Sprung erreichbar ist.

In die Länge gezogenes Tuning

All das bisher Genannte ist zwar ärgerlich, aber die für Spieler mit Abstand merkwürdigste Entscheidung, die in Sachen Gameplaymechanik entschieden wurde, betrifft wohl das Tuning. Auch hier muss man zunächst sagen, dass es eigentlich ganz cool ist, auf welche vielfältige Weise man seine Boliden mit den Speedcards, mit denen man hier sechs unterschiedliche leistungsbezogene Tunings durchführt, aufmotzen kann. Allerdings wird dies durch die Tatsache zu nicht gemacht, dass man die Speedcards nicht unter seinen Autos hin und her tauschen kann. Man muss also für jedes einzelne Auto neue Speedcards haben. Selbstverständlich kann man aber nicht nur mit einem Auto auskommen. Denn zumindest benötigt man für jeden Wettbewerb einen eigenen Wagen, sprich man muss einen eigenen Wagen für Drift-Rennen auftunen, einen für Straßenrennen und so weiter. Im Klartext bedeutet das, das man verschiedene Rennen öfters fahren muss, um so genügend Speedcards zu gewinnen, um seine Autos in konkurrenzfähige Leistungsklassen zu bekommen. Wirklich verkürzen kann man dieses Prozedere nicht. Es gibt zwar auch in Need for Speed Payback ein Lootboxen-System, hier Lieferungen genannt, dass mit Echtgeld bezahlt wird, allerdings stecken in diesen Lieferungen nur sehr selten leistungssteigernde Sachen. In der Regel sind hier nur Spielgeld und optische Verschönerungen enthalten, die allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Leistungsklasse haben.

Schön anzusehen ist es ja

Auch wenn ich oben geschrieben habe, dass die Spielwelt leblos wirkt, ist sie dennoch hübsch anzusehen. Gerade durch die Abwechslung, die sie mit ihren unterschiedlichen Arealen bietet, ihrer teils enormen Sichtweite sowie den stimmigen Lichteffekten, lädt sie einen nahezu auf eine Erkundungsfahrt ein. Höhepunkt sind aber einmal mehr die Wagenmodelle. Die sehen nämlich wirklich klasse aus, wenngleich sie auch nicht mit dem Detailreichtum eines Forza Motorsport 7 oder Gran Turismo Sport mithalten können. Leider gibt es im Gegenzug aber auch immer wieder unschöne Pop-ups oder Texturen, die quasi vor einem nachgeladen werden. Das ist wirklich schade und raubt dem Spiel ein wenig von seiner an für sich tollen grafischen Stimmung.
Beim Sound ist ebenfalls nicht alles perfekt, denn auch hier gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Während sich manche Wagen wie Rasenmäher anhören, klingen andere wiederum genauso, wie man sich das wünscht.

Freiwilliger Onlinemodus
Besonders gut kann man den Unterschied online hören. Im Onlinemodus, der nun nicht mehr aufgezwungen wird, sondern optional ist, kann man nämlich gegen andere Spieler in Rennen antreten. Allerdings wirken diese Rennen ein wenig so, als ob sie nachträglich implementiert wurden. Wer online spielen möchte, sollte deswegen auch lieber die sogenannten Auto-Log Challenges spielen, in denen man die Zeiten anderer Spieler unterbieten muss. Das macht erstaunlicherweise wirklich Spaß und weiß einen durchaus lange zu motivieren.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Für mich ist Need for Speed Payback das Spiel der vergebenen Chance. An für sich hätte es den krönenden Abschluss eines grandiosen Rennspiel-Herbstes sein können, denn gerade das arcadige Fahrgefühl ist toll. Doch leider führen mehrere kleinere und auch größere Gameplay-Entscheidungen (Speedkarten nicht auf andere Wagen übertragbar, wichtige Momente der Blockbuster-Missionen erlebt man nur passiv mit, etc.) dazu, das Need for Speed Payback schlussendlich zwar immer noch ein gutes, aber eben kein grandioses Arcade-Rennspiel geworden ist.

Need for Speed Payback - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.125 Grafik: 7.25
Sound: 7.25
Steuerung: 8.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 7.125
  • Abwechslungsreiche Spielareale
  • Viele Nebenaufgaben
  • Spektakulär inszenierte Blockbuster-Missionen
  • Tolle Lichtstimmung und Weitsicht
  • Gelungenes Acracde-Fahrgefühl
  • Die wichtigsten Szenen in den Blockbuster-Missionen darf man nur beobachten
  • Speedkarten nicht in andere Autos übertragbar
  • Pop-ups, Textur-Nachlader
  • Grinden um in der Leistungsklasse aufzusteigen
  • Sinnbefreite Story

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Rezension vom: 24.11.2017
Kategorie: Sport
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