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Outcast - Second Contact

Entwickler: Appeal
Publisher: bigben Interactive

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 40 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One, Xbox One X

Anforderungen: OS: Windows 7 64bits or higher Processor: 4th Gen Intel® Core™ i5 Processors / AMD FX® 8300 Memory: 6 GB RAM Graphics: GeForce GTX670 / AMD Radeon® 7950 DirectX: Version 11 Storage: 15 GB available space Sound Card: Yes

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
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Als im Jahr 1999 das Action-Adventure Outcast veröffentlicht wurde, sorgte es für reichlich Gesprächsstoff, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen, die mit Polygongrafik Vorlieb nahmen, auf die Voxeltechnik setzte, die zwar in der damaligen Zeit herausragend aussah, aber auch eine Rechenpower voraussetzte, die kaum ein heimisches Gerät aufbieten konnte. Dennoch avancierte das Spiel schnell zu einem Kulthit, was an seiner lebendigen, fremden Welt und einer filmreifen Story lag. Nach einem fehlgeschlagenen Kickstarter und einer leicht aufgehübschten 1.1-Version haben die Entwickler es nun geschafft, ein komplettes Remake auf namens Second Contact auf die Beine zu stellen.

Meinung:


Wissenschaftler haben es geschafft, durch ein Wurmloch in eine Parallelwelt zu gelangen, doch als die Sonde, die sie hindurchschicken, von einem Energiestoss aus der Waffe einer einheimischen Lebensform getroffen wird, gibt es eine Art Rückkopplung. Dadurch weitet sich das Wurmloch nun immer weiter aus und droht, sowohl die Erde als auch die Parallelwelt zu vernichten. Ex-Seal Cutter Slade bekommt den Auftrag, zusammen mit drei Wissenschaftlern durch das Wurmloch zu reisen, die Sonde zu reparieren und das Chaos aufzuhalten. Selbstverständlich kommt es dabei zu Komplikationen, Slade findet sich allein auf der Parallelwelt Adelpha wieder, wird dort als der prophezeihte Retter Ulukai angesprochen und muss nun nicht nur die drei Wissenschaftler wiederfinden und seine eigene Welt retten, sondern auch noch die unterdrückte Welt Adelpha aus ihrer Knechschaft befreien.

Déja vu
Wer Outcast bereits in seiner Ur- oder der 1.1-Version gespielt hat, findet sich sofort zurecht, handelt es sich bei Second Contact doch grundsätzlich um exakt das gleiche Spiel in besserer Grafik. Alle Gameplayelemente blieben unangetastet und es gibt lediglich kleine Tweaks im Bereich der Steuerung, um die besser an aktuelle Controller anzupassen. Außerdem gibt es zu Beginn des Spiels die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad anzupassen, indem man sich mehr Widerstand gibt, die Feine schwächer macht oder einstellt, dass sich die Lebensenergie von selbst wieder auflädt. Der letzte Punkt schadet allerdings ein wenig dem alten Gameplay, da es auf Adelpha immer wichtig war, seine Heilitems zu konservieren und sich von NPCs heilen zu lassen. Das fällt dann natürlich weg.

Der Rächer der Enterbten
Der Ulukai ist eine Art Sagengestalt der Talaner, den Bewohnern von Adelpha, der kommen wird, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Slades Aufgabe besteht daher darin, die Krieger des Diktators Fae Rhán zu schwächen und dadurch eine Revolution zu ermöglichen. Je mehr er den Talanern hilft, indem er Sidequests für sie erledigt, desto eher sind sie bereit, sich aufzulehnen und ihre Zwangsabgaben wie Steuern und Nahrung einzustellen, was die Krieger schwächt. Nach und nach ist es Slade somit möglich, immer größere Lager des Feindes platt zu machen. Stellt man den Schwierigkeitsgrad herunter, entfällt diese Hürde leider und Slade kann problemlos bereits direkt zu Anfang die schwersten Lager im Alleingang tanken. Ich bin zwar normalerweise kein Schwierigkeitspurist, der sich über einen Easy Mode in Cuphead aufregt, aber das schadet schon der Atmosphäre und der Story. Deswegen empfehle ich auch, keine Untertitel einzuschalten, da ein Großteil der Atmosphäre dadurch erzeugt wird, dass Slade sich in eine fremde Kultur einfinden muss, die etliche Fremdwörter parat hält, von denen er erst einmal lernen muss, was sie bedeuten. Die Untertitel schreiben hinter jeden Begriff direkt (und immer wieder), was er bedeutet. Auch das Speichern, das dank des Gaamsaav, das erst einmal in der Hand sich aufladen muss und ein helles Licht abgibt, das Gegner anlockt, nur in ruhigen Momenten durchgeführt werden konnte, wurde vereinfacht. Nun speichert das Gaamsaav blitzschnell und man kann sogar während eines Kampfes quasi Schnellspeichern.

Den kenn' ich doch
Um Entwicklungskosten zu sparen haben die Entwickler keine neue Sprachausgabe in Auftrag gegeben, sondern einfach die alte Version übernommen. Da es sich, wie bereits erwähnt, um exakt das gleiche Spiel handelt, funktioniert das auch sehr gut. Die englische Sprachausgabe war zwar schon damals nicht so berauschend, aber für die deutsche Version konnte Manfred Lehmann, der Sprecher von Bruce Willis, gewonnen werden, der einfach perfekt in diese Rolle passt und seine Sache sehr gut macht. Die restlichen Sprecher liefern ebenfalls recht solide Arbeit ab. Die Talaner wirken wunderbar befremdlich und lediglich Fae Rhán klingt ein wenig over the top und gewöhnungsbedürftig.

Die wahre Open World
Outcast hat 1999 versucht, was sich eigentlich niemand anderes so wirklich getraut hat. Adelpha ist eine große Welt mit unterschiedlichen Gebieten, die durch sogenannte Daokas - quasi Stargates - miteinander verbunden sind und jeweils grundverschiedene Umgebungen darstellen. Okasankaar ist ein überflutetes Gebiet, in dem vornehmlich Fischfang betrieben wird, während im steinigen Motazaar der Bergbau ganz groß ist. Das Waldgebiet Okaar hingegen ist ein wahrer Dschungel, in dem lediglich ein paar Wilde neben der Flora und Fauna hausen. Alle Gebiete können nach Belieben angesteuert werden und überall gibt es verschiedene Dinge abseits der Hauptquest zu erledigen.

Ein Großteil des Spiels wird durch Kämpfe bestritten, die immer schon ein wenig hakeliger waren, als man es von anderen Genrevertretern gewohnt war. Hier wird ein wenig mehr auf Taktik gesetzt, indem den sehr langsamen Geschossen der Gegner ausgewichen werden muss und man seine verschiedenen Gegenstände wie Sprengstoffe und Teleportationspads einsetzen muss, um größere Gruppen zu besiegen. Die eigenen Waffen muss man erst einmal wieder von gierigen Händlern zurückkaufen und auch Upgrades sind nicht gerade billig. In der Theorie kann man die Preise senken, indem man die anderen Talaner durch Angriffe in Angst und Schrecken versetzt, aber da die Hauptquest beinhaltet, dass man der Held der Talaner wird, schien das immer sehr kontraproduktiv. In Second Contact sind die Kämpfe durch ein paar wendigere Manöver von Slade aufgemotzt, aber dennoch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, Taktik aus dem Fenster zu werfen.

Nun also die Grafik
Der Teil, in den am meisten Arbeit bei diesem Remake geflossen ist, zweifelsfrei die Grafik. Für jemanden, der bereits etliche Runden im alten Adelpha gedreht hat, ist sie eine wahre Augenweide. Die ersten Schritte im eingeschneiten Ranzaar lassen bereits die Grafikpracht erahnen, aber sobald man durch das Daoka in die erste richtige Region Shamazaar kommt, wird man von denen grünen Wiesen, dem detaillierten Rizi(Reis)-Anbau und den zwei Monden am Himmel begrüßt. Die Strauß-ähnlichen Twon-ha grasen direkt am Ankunftsort und man findet sich in einer atemberaubenden, fremden Welt wieder. Leider trifft das auf die ebenfalls in direkter Nähe befindlichen Krakit zu, ekelhafte Spinnenwesen, die jetzt natürlich auch deutlich "besser" aussehen. Brrrr... Dabei ist alles an seinem Platz geblieben, jeder noch so kleine Hügel hat seinen angestammten Platz wieder eingefunden, was für alte Hasen nostalgisch, für Neuzugänge manchmal etwas befremdlich sein kann, denn nicht jeder Hügel hätte auch wirklich dort sein müssen, wo er sich befindet. Faszinierend ist, dass die Urversion mit ihrer Voxelgrafik auf kaum einem High End-Rechner damals flüssig lief, während die aufgehübschte neue Version selbst auf schwächeren Rechnern grandios aussieht.

Die Charaktermodelle haben zwar ihre etwas holzigen Animationen beibehalten, aber ansonsten ebenfalls eine komplette Überarbeitung bekommen. Slade sieht jetzt ein wenig jünger, hipper und mehr wie Nathan Drake aus. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Zum Glück sieht man ihn ja aber eh die meiste Zeit von hinten. Die Talaner wirken nun ein bißchen weniger Außerirdisch, entfalten aber immer noch einen naiven Charme. Das Intro, das früher ein CGI-Render war, musste komplett neu gemacht werden, wobei auf eine Art Motion Comic gesetzt wurde. Der Stil passt leider nicht so ganz zum Rest des Spiels.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Als Disclaimer möchte ich betonen, dass ich ein riesiger Fan von Outcast bin und das Spiel mindestens einmal jährlich gespielt habe. Adelpha ist eine faszinierend detailliert ausgearbeitete Welt, die Kämpfe machen trotz ihrer etwas hakeligen Art irre Spaß und die Geschichte ist eine der besten, die ich je in einem Videospiel erlebt habe. Second Contact ist nun im Grunde exakt das gleiche Spiel, lediglich in einer wunderschönen Grafik und mit ein paar dezenten Tweaks in der Steuerung. Wer sollte sich also Second Contact zulegen? Jemand, der bereits eine vorherige Version gespielt hat und das Spiel mochte? Auf jeden Fall! Jemand, der noch nie die Wunder von Adelpha erfahren hat? Auf jeden Fall! Für meine jährlichen Outcast-Sessions wird zukünftig jedenfalls nur noch Second Contact eingelegt.


Outcast - Second Contact - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 9.00
Sound: 8.50
Steuerung: 8.50
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.75
  • Wunderschöne Grafik
  • Detaillierte Welt und Kultur
  • Grandiose Story
  • Manfred Lehmann
  • Budgetpreis
  • Simplifizierung stört Atmosphäre

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Rezension vom: 03.12.2017
Kategorie: Action
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