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Detroit: Become Human

Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony Computer Entertainment

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70 €

Systeme: PlayStation 4

Inhalt:
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Detroit: Become Human ist das fünfte Spiel von Entwicklerstudio Quantic Dream und das dritte, das unter Sonys Banner herausgebracht wird. Während der Erstling Omikron gameplaytechnisch noch eher einem klassischen Action-Adventure zuzuordnen war, ging es bereits mit Fahrenheit in die Nische der filmischen Erzählungen mit einer Fülle an Quick Time Events. Einen großen Bekanntheitsgrad erreichte das Studio dann mit dem Thriller Heavy Rain, der sich durch seine multiplen Spielfiguren und stark unterschiedlichen Enden auszeichnete, bevor mit Beyond: Two Souls ein wenig mehr Gameplay Einzug fand. Detroit: Become Human baut inhaltlich auf einer Techdemo von 2012 auf und verspricht, der bisherige Höhepunkt von Geschichtenerzähler David Cage und seinem Team zu werden.

Meinung:


Im Jahr 2038 ist es inzwischen Standard einen Androiden im Haus zu haben, der lästige Arbeiten übernimmt, sei es der Haushalt, Babysitting oder auch sexuelle Gefälligkeiten. Androiden erledigen alle Arbeiten effektiver und günstiger, was zu einer hohen Arbeitslosenquote führt, weswegen die unteren Schichten der Gesellschaft nicht gerade positiv auf Androiden zu sprechen sind. Allerdings kommt es immer häufiger vor, dass Androiden von ihrer Programmierung abweichen und sich gegen ihre Herren auflehnen, diese meistens verletzen oder töten. Um dem Geheimnis dieser "Abweichler" auf die Spur zu kommen, schickt Hersteller Cyberlife den Prototypen Connor als Unterstützung zur Polizei.

Dreieinigkeit
In Detroit: Become Human wird abwechselnd die Sicht von drei verschiedenen Androiden eingenommen. Wie bereits erwähnt, hilft Connor der Polizei dabei, die Verbrechen der Abweichler zu untersuchen und einen Grund für ihr Verhalten zu finden. In seinen Segmenten werden Tatorte untersucht, sodass er aufgrund der gefundenen Beweise die Tat nachstellen und die Täter fassen kann. Als zweites folgen wir Kara, einem Haushaltsandroiden, die frisch von der Reparatur kommt und sich im Haus von Todd und seiner Tochter Alice wiederfindet. Als Todd Alice misshandeln will, durchbricht Kara ihre Programmierung, bekämpft Todd und flieht mit Alice. Im weiteren Verlauf versuchen die beiden, über die Grenze zu fliehen und ein neues Leben aufzubauen. Als dritter im Bunde ist Markus, der den alten Maler Carl Manfred pflegt und ihm Gesellschaft leistet. Dieser behandelt ihn wie seinen eigenen Sohn und spornt ihn an, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten. Als Carl bei einem Einbruch verletzt wird, ist Markus schnell als Übeltäter auserkoren und wird erschossen. Markus überlebt jedoch, baut sich selbst auf einem Androidenfriedhof wieder zusammen und findet seine Berufung darin, für die Rechte der Androiden einzutreten. Alle drei Figuren beleuchten unterschiedliche Aspekte der Geschichte, deren Wege sich früher oder später natürlich kreuzen werden.

Wo endet ein Film, wo beginnt ein Spiel?
Wie auch schon in anderen Titeln von Quantic Dream geht es in Detroit: Become Human vornehmlich darum, eine Geschichte zu erzählen. Das gesamte Spiel ist sehr filmisch aufbereitet und setzt auf dynamische Kameraeinstellungen und tiefgründige Dialogpassagen. Entsprechend wird ein Großteil der Entscheidungen innerhalb von Dialogszenen gefällt, in denen man je nach Wissensstand der Figuren, vorherigem Verhalten und dem aktuellen Beziehungsstand in der Regel bis zu vier Optionen erhält, die Geschichte voranzutreiben. Ansonsten beschränkt sich die Interaktion darauf, die in der Gegend benutzbaren Objekte zu finden und Schleichpassagen sowie Kampfszenen zu absolvieren, die den richtigen Knopfdruck zur richtigen Zeit erfordern. Da drängt sich die Frage auf, wie Gameplay eigentlich definiert wird. Wenn eine Szene nur weiterläuft, wenn man den Knopf drückt, der angezeigt wird und sie ansonsten einfach nur stillsteht, ist das dann wirklich als Interaktion zu bezeichnen? Diese Szene könnte auch als einfache Zwischensequenz ablaufen, was allerdings dazu führen würde, dass ein Großteil der Interaktion verschwindet. Klar, wenn Markus halb verschrottet am Boden entlangrobbt und man sich durch Tastendruck mühselig durch den Schlamm zieht, verspürt man eine stärkere Identifikation mit der Figur, aber die wenigsten dieser Szenen sind derart emotional aufgeladen. Das ist eine Frage, über die man ganze Abhandlungen verfassen kann. Es bleibt zu sagen, dass das Gameplay von Detroit: Become Human nur Mittel zum Zweck ist, um einen Film zu erzählen, der eine Spieldauer von etwa 10 Stunden mit sich bringt und der verschiedene Handlungsabläufe haben kann.

Philosophie
Ohne Zweifel geht Detroit: Become Human deutlich ernstere und tiefgründigere Themen an als Quantic Dreams bisherige Titel. Wenn man von einigen Holzhammermomenten wie den separaten Busabteilen absieht, gelingt es dem Spiel auch, die verschiedenen Facetten der Fragen über Identität, Menschlichkeit und Abhängigkeit zu beleuchten und durch die drei unterschiedlichen Charaktere und ihre persönlichen Motive und Geschichten verschiedene Sichtweisen zu erlangen. Die vierte Figur, der Android Chloe, der im Hauptmenü des Spiels lebt und immer wieder Kommentare abgibt und eine Beziehung zum Spieler aufbaut, durchbricht dabei die vierte Wand und stellt dadurch noch tiefer gehende Fragen. Detroit: Become Human wird mir zumindest immer im Gedächtnis bleiben, da es dadurch die einschneidenste Entscheidung von mir verlangt hat, die mir bisher in einem Videospiel abverlangt wurde.

Flowchart
Nach jedem absolvierten Kapitel, wird eine Flowchart angezeigt, in der die einzelnen Entscheidungen und Auswirkungen verzeichnet sind. Hier sieht man auch, ob und wieviele andere Möglichkeiten noch zu entdecken sind. Das wirft jedoch nicht immer ein positives Licht auf das Spiel, da doch einige Kapitel nur auf ein Ende hinauslaufen können, egal welche Entscheidungen man trifft. Andere Kapitel hingegen sind so verzweigt, dass man staunt. Nach Beenden der Story kann jedes Kapitel einzeln angewählt und erneut gespielt werden, um weitere Ereignisse zu finden. Allerdings ist lediglich die Geschichte von Markus extrem genug, um starke Abweichungen zu erhalten, die sich jenseits von Überleben oder Sterben abspielen. Für jede neu gefundene Aktion bekommt man außerdem Bonuspunkte, mit denen sich in den Extras einiges freischalten lässt. Hier gibt es Konzeptzeichnungen, Trailer, Kurzfilme, Soundtracks und Charaktermodelle zu bestaunen.

Präsentation
Um einen grandiosen interaktiven Film zu erschaffen, muss vor allem auch die Technik stimmen. Das angewandte Motion Capture-Verfahren sorgt für überzeugende Darbietungen der sehr gut ausgewählten Schauspieler, die Gott sei Dank auch in der deutschen Version von sehr guten Sprechern begleitet werden. Berühmte Gesichter wie Clancy Brown, Lance Henriksen oder Minka Kelly werden in ihren Nebenrollen ebenso gut erkannt wie die vielleicht etwas weniger bekannten drei Hauptdarsteller Valorie Curry, Jesse Williams und Bryan Dechart. Alle Figuren werden hervorragend dargestellt und sind auch sehr gut geschrieben worden. Auch die Umgebungen liefern ein atmosphärisches Detroit ab, das durch Licht- und Wettereffekte zum Leben erweckt wird.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Wie es bei Quantic Dream mittlerweile Standard ist, stellt sich wieder einmal die Frage, wo ein Film aufhört und ein Spiel beginnt. Die Geschichte von Detroit: Become Human ist packend erzählt, überzeugt durch die Charakterisierung der Figuren, das Schauspiel und eine hervorragende Optik, während Themen aufgegriffen und sinnvoll bearbeitet werden, vor denen Spiele oft zurückschrecken. Das Gameplay beschränkt sich auf das Treffen von Dialogentscheidungen und das Absolvieren von Quick Time Events. Wer sich auf die Geschichte einlassen kann, den wird das nicht großartig stören, aber wer auf seiner PS4 ein "Spiel" spielen will, sollte sein Geld woanders investieren.

Detroit: Become Human - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 9.00
Sound: 9.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 7.00
Wertung: 8
  • Spannende und tiefgehende Geschichte
  • Viele Entscheidungen, die den Verlauf beeinflussen
  • Sehr gute schauspielerische Leistungen
  • Interessante Charaktere
  • Hervorragende Grafik
  • Steuerung manchmal ungenau
  • Gameplay beschränkt sich auf Dialoge und QTEs

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Rezension vom: 02.06.2018
Kategorie: Adventure
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