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Vampyr

Entwickler: Dontnod Entertainment
Publisher: Focus Home Interactive

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 50 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
logo

Seit einiger Zeit haben wir Twilight hinter uns gelassen und so langsam aber sicher werden Vampire wieder salonfähig. Dontnod schicken uns mit Vampyr in eine düstere Weltkriegszeit, in der neben blutsaugenden Monstern auch jede Menge anderer Gräuel auf uns warten. Bleibt nur die Frage, ob wir in all dem Leid unsere Menschlichkeit bewahren können oder uns dem Tier in uns hingeben.

Meinung:


Jonathan Reid ist ein erfolgreicher Chirurg, dessen Welt zusammenbricht, nachdem er eines nachts von einem Fremden gebissen wird und fortan das Dasein eines Vampirs fristen muss. In einem ersten Moment unkontrollierter Kraft tötet er einen Menschen und schwört sich, es nicht wieder so weit kommen zu lassen und den Fremden zu finden, der ihn in dieses Monster verwandelt hat. Schnell erhält er Unterstützung vom Chefarzt des örtlichen Krankenhauses, in dem er als nächtlich arbeitender Chirurg anheuert und in dem er erste Anzeichen für die tieferen Intrigen der Monsterwelt findet.

Dich kenn' ich
In Vampyrs London gibt es eine Handvoll Distrikte und jeder Distrikt besteht aus einem eigenen Gefüge an NPCs, die alle ihre eigene Geschichte haben. Jeder NPC hat einen Namen und bietet seine eigenen Side Quests und Geheimnisse, die es aufzudecken gilt. Jonathans Hauptmöglichkeit, an Erfahrungspunkte zu gelangen und seine Vampirfähigkeiten zu entwickeln, besteht darin, diese NPCs auszusaugen. Die Blutqualität und damit die Anzahl an Erfahrungspunkten steigt, je mehr man über diese Person in Erfahrung gebracht hat. Ein großer Nachteil ist natürlich die Tatsache, dass die Person anschließend tot ist. Tja. Daraus ergibt sich das moralische Dilemma des Spiels: soll ich die Personen, die ich näher kennengelernt habe, umbringen, um selbst stärker zu werden? Weitere Nachteile ergeben sich dadurch, dass die Distrikte mit jedem Tod immer mehr in Chaos versinken. Dadurch werden die Straßen unsicherer, die Gegner stärker und auch die Preise der verbliebenen Händler steigen.

Dich lass' ich leben
Ein wenig untergraben wird dieses Prinzip leider durch den doch eher niedrig angesiedelten Schwierigkeitsgrad. Abseits von einigen Bossen sind die Kämpfe selten fordernd und dauern mit einem schwächeren Jonathan lediglich etwas länger und man kommt mit der Erfahrung aus Kämpfen mit Standardgegnern und Bossen ganz gut über die Runden. Außerdem ist die Auswahl der aussaugbaren Charaktere anfangs doch sehr eingeschränkt. Jonathan kann nur Personen aussaugen, die seiner eigenen Willensstärke nicht gewachsen sind. Diesen Wert kann er über Storyforschritt erhöhen, damit für den Fortgang der Geschichte wichtige Figuren nicht zu früh versterben.

Kämpfen...
Als Vampir ist Jonathan von Haus aus relativ stark, aber seine wahre Kraft manifestiert sich in Form von Vampirkräften. Diese werden durch Erfahrungspunkte freigeschaltet und ausgebaut. Neben verbesserten Statuswerten wie einem erhöhten Blutvorrat, der als Ressource für die Kräfte verwendet wird, oder kräftigeren Schlägen gibt es auch besondere Fähigkeiten. Jonathan kann einen starken Prankenhieb ausführen, einen Schild errichten, mit einem Sprung seine Gegner attackieren und verfügt auch über ultimative Attacken, die immens viel Schaden anrichten. Die Kämpfe selbst sind taktischer, als man es zunächst erwarten würde. Da die Fähigkeiten ständig Blut benötigen, muss für Nachschub gesorgt werden. Das passiert normalerweise dadurch, dass man einen Gegner benommen schlägt. Dafür hat jeder Feind unter seiner Lebensanzeige noch einen weiteren Balken, der seine Ausdauer anzeigt, die durch gesonderte Attacken reduziert wird. Ist dieser Balken leer, ist der Gegner benommen und kann ausgesaugt werden, was den Blutvorrat auffüllt und beim Feind Schaden anrichtet. Es will also immer gut überlegt sein, welche Waffe man als Hauptwaffe für Schaden mitführt, welche Fähigkeiten auf die Controllerbuttons gelegt werden und welche Sekundärwaffe man dabei hat, um Ausdauer zu reduzieren. Vielleicht möchte man aber auch auf eine Sekundärwaffe verzichten, um eine starke Zweihandwaffe mitzuführen oder man entscheidet sich für eine Schusswaffe, um aus sicherer Entfernung anzugreifen.

... und Craften
Alle Waffen können mit Materialien, die in der Umgebung gefunden oder gekauft werden können, um mehrere Stufen aufgerüstet werden. Auf jeder Stufe kann man sich außerdem für eine von zwei zusätzlichen Eigenschaften entscheiden. Soll meine Waffe mehr Schaden machen oder bei jedem Schlag dem Gegner etwas Blut abzapfen? Als guter Arzt kann Jonathan mit seinen Ressourcen aber nicht nur Waffen verstärken, sondern auch lebenswichtige Medizin herstellen. In Zeiten des Krieges und der Pest leidet die Bevölkerung an einigen Wehwehchen, die, wenn sie unbehandelt bleiben, nicht nur schlecht für die Kranken sind, sondern sich auch auf die allgemeine Stabilität eines Bezirks auswirken können. Das Blut eines kranken NPCs schmeckt natürlich auch nicht so besonders gut. Jonathan kann daher Medizin herstellen und seine Patienten behandeln. Um Erfahrungspunkte zu verteilen, muss Jonathan sich zur Ruhe legen und einen Tag lang schlafen. In dieser Zeit machen sich alle Auswirkungen des vergangenen Tages bemerkbar, seien es die aufgefundenen Opfer eines Vampirbisses oder die fortschreitenden Krankheiten der Bewohner. Immer wieder erkranken in dieser Zeit auch neue Charaktere, was sehr nervig sein kann. Gerade erst hat man etliche Fläschchen teurer Medizin unters Volk gebracht und legt sich schlafen, schon sind wieder etliche Figuren erkrankt. Das mag ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit vermitteln, ist aber auf Dauer recht störend.

Dunkelheit über dem Land
Man sieht dem Spiel zwar an, dass es kein AAA-Budget vorweisen kann, da vor allem Mimiken und Bewegungen recht hölzern sind, dennoch haben Dontnod es geschafft, eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die sowohl die Umstände des Krieges widerspiegelt, als auch die persönliche Bedrückung von Jonathan einfängt. Er verfügt auch über einen Vampirsinn, der ähnlich Batmans Detective Vision funktioniert und die Umgebung vereinfacht und wichtige Objekte hervorhebt. Dafür verfällt das gesamte Umfeld in ein tristes Grau und nur die emotional stark besetzte Farbe Rot setzt ihre Akzente, wenn Blutspuren erstrahlen und der Blutkreislauf eines Opfers pulsierend ruft. Im zerbombten London herrschen vor allem auch Nebelschwaden, Rauchwolken und Rußpartikeleffekte vor, die durch eine ordentliche Lichtengine unterstützt werden. Insgesamt sieht London sehr atmosphärisch aus.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Vampyr ist ein atmosphärisch dichtes Spiel, das stark auf seine moralischen Entscheidungen setzt und mit vielen Kräften und Waffen ein überraschend taktisches Kampfsystem präsentiert, während die meiste Zeit damit verbracht wird, die verschiedenen NPCs kennenzulernen und ihre Hintergründe zu untersuchen. Ein paar kleinere Designentscheidungen wie die häufig wiederkehrenden Krankheiten oder der geringe Schwierigkeitsgrad fallen zwar auf, aber nicht sonderlich stark ins Gewicht. Wer mit einem Vampir London unsicher machen möchte, ist bei Vampyr gut aufgehoben.

Vampyr - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.5 Grafik: 7.50
Sound: 7.00
Steuerung: 7.50
Gameplay: 8.00
Wertung: 7.5
  • Passende Atmosphäre
  • Interessante Charaktere
  • Taktisches Kampfsystem
  • Wiederkehrende Krankheiten
  • Niedriger Schwierigkeitsgrad untergräbt moralische Entscheidungen

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Rezension vom: 22.06.2018
Kategorie: Action
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