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Titan Quest

Entwickler: THQ Nordic
Publisher: Koch Media

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 40 €

Systeme: Switch

Inhalt:
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Nachdem Diablo 1996 auf den Markt kam und das Hack 'n' Slay-Genre neu definierte, wollten einige Entwickler ein Stück vom Kuchen abhaben und brachten ihre eigenen Klone wie Darkstone, Divine Divinity oder Dungeon Siege heraus. 2006 stieß Titan Quest ein bißchen spät zu der Party hinzu, konnte sich aber durch eine gut designte Welt, schicke Grafik und ein interessantes Thema behaupten. Wenig später folgte auch direkt eine Erweiterung, bevor für knapp 10 Jahre erst einmal Funkstille herrschte. 2016 kam dann das große Revival, indem es Ports für mobile Geräte und eine Steam-Version gab, bevor nun auch Nintendos Switch mit dem Titel ausgestattet wird. Aber kann sich eine alte Perle noch gegen die Konkurrenz behaupten, die im Wandel der Zeit große Fortschritte gemacht hat?

Meinung:


Griechenland wurde in der Antike von den Göttern des Olymps beschützt, soviel ist ja immerhin wissenschaftlicher Fakt. Leider wurde irgendwann die Verbindung zwischen Olymp und Menschenwelt gekappt, sodass Horden von Monstern unkontrolliert die Einwohner terrorisieren können. Unser Held stürzt sich daher tapfer in den Kampf und versucht, den Ursprung der Monster zu finden und die Götter auf die Erde zurückzuholen. Dafür reist er von Griechenland über Ägypten und China bis in den Olymp selbst, nur um dann in der Erweiterung bis in die Unterwelt vorzudringen. Klingt nach einer spannenden Reise.

Hack 'n' Slay
Titan Quest ist ein Diablo-Klon, da führt kein Weg dran vorbei. Wir laufen mit unserem Charakter durch die Gegend, verkloppen Monster, erledigen Quests und bekommen dafür neben Erfahrung, die in neue Fähigkeiten und gesteigerte Attribute gesteckt wird, auch jede Menge feinste Beute. Der Sammeltrieb ist der zentrale Ansporn für dieses Genre und Titan Quest bildet da keine Ausnahme. Allerdings will der Titel sich nicht allzu sehr auf Klassen festlegen, sodass jede Figur gleich anfängt und man die volle Freiheit hat, seine Attribute zu steigern und in die verschiedensten Talentbäume mit ihren Fähigkeiten zu investieren. Dadurch kann man sich sehr stark individualisieren, allerdings kann sich jemand, der sich nicht ordentlich vorbereitet, schnell auch verskillen. Wenn die ersten Talentpunkte verteilt werden wollen, heißt es erst einmal sich durch die Talentbäume zu wühlen und alles in Augenschein zu nehmen. Diese Freiheit ohne Klassen sorgt allerdings auch dafür, dass die Loot-Verteilung unvorteilhaft sein kann. Während bei aktuellen Vertretern des Genres Beute droppt, die dazu tendiert hilfreich für die gewählte Klasse zu sein, bekommt man in Titan Quest einfach alles zugeordnet. Dadurch dauert es insgesamt länger, bis wieder ein Dopaminrausch kommt, weil man ein cooles, neues Ausrüstungsteil gefunden hat.

Eine komplette Welt
Die einzelnen Gebiete sind sehr groß gehalten und im Gegensatz zu Diablo nicht zufallsgeneriert, sondern komplett ausgearbeitet. Bei einem Neustart muss daher nicht erneut die ganze Karte erkundet werden, sondern lediglich die Gegner respawnen. Durch festes Leveldesign könnten imposantere Events erzählt werden, aber leider wird diese Möglichkeit kaum genutzt. Diablo III sorgt da mit seinen festen Versatzstücken für deutlich interessantere Momente und mehrfache Durchläufe sind dort dank der Abwechslung auch unterhaltsamer, denn auch Titan Quest möchte auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen mehrfach durchgespielt werden. Dafür fehlt aber einfach die Abwechslung und der Beuteanreiz. Beim einmaligen Durchlauf wird aber dennoch eine recht unterhaltsame Geschichte erzählt, in der klassischen Erweiterung Immortal Throne fortgeführt wird. Die relativ neue Erweiterung Ragnarök aus der 20th Anniversary Edition von 2016 fehlt allerdings noch und soll nachgeliefert werden.

Ewige Vergleiche
Als Diablo-Klon muss man sich den Vergleich gefallen lassen und auch wenn Titan Quest zu seiner Zeit eine ordentliche Figur abgegeben hat, so hat sich das gesamte Genre, aber auch Diablo im Speziellen, weiterentwickelt. Während Diablo III in seinen Konsolenversionen gezeigt hat, wie eine vernünftige Controllersteuerung für diese Art von Spiel auszusehen hat, ist es noch nett formuliert zu sagen, dass Titan Quests Steuerung ein wenig hakelig ist. Die automatische Zielanwahl entscheidet sich immer für den Gegner, der am weitesten weg ist, was bei einem Nahkämpfer dazu führt, dass er ständig in neue Monsterhorden läuft. Fernkämpfer haben noch weniger Kontrolle über ihre Ziele, weil diese sich aufgrund der Entfernung stets bewegen. Die manuelle Auswahl aufzurufen ist unnötig umständlich und man hat ständig den Wunsch nach Tastatur und Maus. Im Inventar und den Fähigkeitsbäumen führen unzählige Clicks zum Ziel und überlappender Text stört beim Durchstöbern der eigenen Taschen. Selbst das Aufheben von Loot ist in kleine Extrafenster unterteilt, wenn man nicht einfach blind alles aufheben will, was aus den Kadavern der Gegner fällt, weil die Taschen viel zu klein sind. Viel zu klein ist übrigens auch der Text, den man auf einem ordentlichen Fernseher gerade noch entziffern kann, während man im Handheldmodus der Switch eigentlich gar nicht mehr hinzuschauen braucht.

Eine Frage des Preises
Der unglaublichste Umstand ist jedoch die Preisgestaltung. Während 15 bis 20 Euronen sicherlich angemessen gewesen wären für ein ReRelease eines Monate alten Ports einer zwei Jahre alten Version eines über 10 Jahre alten Spiels, werden im eShop stolze 40€ verlangt. Das ist definitv zuviel, wenn man bedenkt, dass keinerlei Gameplay-, Interface- oder Steuerungsanpassungen vorgenommen wurden, die einen solchen Mehrwert rechtfertigen würden. Hinzu kommt noch, dass das Spiel sehr instabil läuft, haufenweise Grafikfehler aufweist, immer wieder Einbrüche in der Framerate verzeichnet und viel zu oft während der Testphase eingefroren oder direkt komplett abgeschmiert ist. Keine Sitzung habe ich beendet, weil ich genug hatte, sondern weil jedes Mal irgendein Fehler auftrat, der das Spiel anhielt. Da bei einem Neustart alle Gegner respawnen, ist die Bereitschaft direkt weiterzuspielen selten gegeben.

Gemeinsam sind wir stark
Wie so oft kommt der Multiplayer zu Hilfe. Mit einem Freund kann man entweder im Splitscreen oder aber über Internet zusammen spielen, was die meisten Spiele ja angenehmer gestaltet. Der Splitscreen-Modus wurde erst kürzlich in die Konsolenversionen von PS4 und XBox One gepatcht und ist auf der Switch direkt enthalten. Hier können beide Spieler sich komplett frei bewegen, was allerdings zu heftigen Einbußen in der Framerate führen kann und wird. Online-Multiplayer und die Vernetzung mehrer Switch-Konsolen konnte leider nicht getestet werden, ist aber mit bis zu 6 Spielern möglich.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Titan Quest ist eine ungenutzte Chance. Das Genre hat sich weiterentwickelt und gezeigt, wie eine ordentliche Umsetzung für Konsolen auszusehen hat. Das fängt vor allem bei der Steuerung an, die hier ständig behindert, geht über Gameplay- und Interfaceanpassungen, damit man nicht die Hälfte der Zeit in irgendwelchen Menüs rumhängt und endet bei einem technisch einwandfreien Produkt, das nicht überall Grafikfehler anzeigt und bei jeder Sitzung abschmiert. Titan Quest erfüllt keines dieser Kriterien und ist mit seinem 40€-Preis viel zu hoch angesetzt. Hinzu kommt, dass gerade erst Diablo III für die Switch angekündigt wurde, das gemessen an der großartigen PS3/PS4-Version, die wir hier auch schon getestet haben, wohl mit mehr Aufwand umgesetzt wird. Also, lieber das Geld hier sparen und dann für vermutlich 20€ mehr die wirklich komplette Version von Diablo III kaufen.

Titan Quest - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5 Grafik: 6.00
Sound: 7.00
Steuerung: 3.00
Gameplay: 4.00
Wertung: 5
  • Splitscreen macht Spaß
  • Interessante, lange Geschichte
  • Umständliche Steuerung
  • Haufenweise Bugs und Glitches
  • Viel zu teuer

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Rezension vom: 20.08.2018
Kategorie: Rollenspiele
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