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F1 2018

Entwickler: Codemasters
Publisher: Codemasters

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 44,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
f1_2018_banner

Während mich die reale Formel 1 vollkommen kalt lässt, fiebere ich dem offiziellen Videospiel zur Königsklasse jedes Jahr entgegen. In den letzten Jahren hat sich die F1-Reihe von Codemasters nämlich fest in die Spitze der besten Rennsportsimulationen gefahren und konnte besonders im letzten Jahr mit einigen Neuerungen begeistern. Was F1 2018 zu bieten hat und ob es den guten Eindruck der letzten Jahre eventuell sogar nochmal toppen kann, erfährst Du wie immer in unserem nun folgenden Test.

Meinung:

Letztes Jahr konnte das offizielle Videospiel zur Königsklasse des Motorsports mit zahlreichen Neuerungen und Verbesserungen begeistern, wovon gerade der Karrieremodus enorm profitierte. Klar dass bei einer alljährlich erscheinenden Reihe, wie es die F1-Reihe nun einmal eine ist, solch immense Änderungen nicht jedes Jahr sein können. Trotzdem haben es auch dieses Jahr wieder ein paar Neuerungen ins Spiel geschafft und die auffälligsten sind dabei wieder in der Karriere zu finden.
Das Prinzip ist aber dasselbe geblieben: Nachdem man sich einen eigenen Fahrer im rudimentär gehaltenen Editor (Fahrername, Helmdesign, Nationalität, Fahrerkürzel, Startnummer und Audioname) erstellt hat, entscheidet man sich für das Team, für das man gerne startet. Während man hier von Anfang an freie Auswahl aus allen zehn offiziell lizenzierten Teams hat, ist festgelegt, dass man jedes Mal als Nummer zwei Fahrer startet. Das Privileg des Nummer Eins-Fahrers muss man sich erst durch gute Ergebnisse im Qualifying und den Rennen erarbeiten - wobei das auch eher der eigenen Motivation dient, denn wirklich spürbare Vor- oder Nachteile hat man als Nummer Eins- oder Zwei-Fahrer nicht. Ebenfalls geblieben sind die Trainingsprogramme, die man während der freien Trainings angehen kann. Neben Erkenntnissen zur besten Strategie, erhält man hierdurch auch wieder Ressourcenpunkte, die man dann wieder in die Forschung und Entwicklung stecken kann. Letztes Jahr war dies der Punkt der Karriere, der am meisten Neuerungen erfahren hat, was man dieses Jahr nicht erwarten durfte. Dennoch ist es immer noch ein Highlight, wie man seinen Boliden während der Saison an seine eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Leider leidet das System aber immer noch an derselben Krankheit wie im letzten Jahr. Denn obwohl es wirklich motivierend ist, sein Auto nach und nach zu verbessern, so kommt doch auch dieses Jahr irgendwann der Punkt, an dem das Ganze unrealistische Züge annimmt, denn wer stetig sein Auto verbessert, fährt irgendwann selbst im höchsten Schwierigkeitsgrad mit einem Sauber oder Williams problemlos der Konkurrenz davon. Es wäre ganz schön gewesen, wenn Codemasters hier nachgebessert und es so eingerichtet hätte, dass auch die KI-gesteuerten Teams ihre Autos verbessern, sodass das grundsätzliche Gefüge zumindest halbwegs realistisch bleibt.

Nett gemeinte Interviews
Kommen wir nun aber endlich zu den Neuerungen der Karriere, die es, wie ich ja bereits kurz angekündigt habe, auch durchaus gibt. Die wohl auffälligste Neuerung stellen dabei wohl die Interviews dar, die nun immer nach besonderen Ereignissen auftreten. Der eigentliche Clou daran ist, dass jede der auswählbaren Antworten, unterschiedliche Auswirkungen auf den eigenen Ruf und damit auch auf den Fortgang der Karriere hat. Wenn man seine Ingenieure oft lobt, bekommt man zum Beispiel schneller Verbesserungen. Wenn man hingegen egozentrisch ist und den ganzen Erfolg nur an sich ausmacht, ist das Team verstimmt, was sich z.B. in längeren Entwicklungszyklen widerspiegelt. Die Idee ist im Grunde genommen wirklich nett, doch leider stellt es sich in der Praxis so dar, dass man das Prinzip der Antworten schnell durchschaut und diese dann nur noch danach auswählt, dass sie einen möglichst positiven Effekt haben. Zudem wiederholen sich die Fragen bereits nach kürzester Zeit, weshalb die Interviews schnell zur lästigen Pflichtaufgabe verkommen, anstatt, wie vorgesehen, das Gameplay zu erweitern. Die Idee dahinter ist aber, wie gesagt, im Grunde sehr gut, weshalb ich sehr hoffe, dass Codemasters noch ein wenig daran schraubt, sodass es dann im nächsten Jahr sein gesamtes Potenzial entfalten kann.

Teamwechsel

Die zweite nennenswerte Neuerung betrifft die Vertragsverhandlungen. Wer möchte, kann nun nämlich auch während einer laufenden Saison das Team wechseln. Ausschlaggebend dafür, von welchen Teams man Angebote erhält, sind dabei die Ergebnisse während der Rennen und Qualifyings. Wenn man hier stets über den angepeilten Zielen liegt, dauert es nicht lange, bis ein besseres Team auf einen aufmerksam wird und man so schnell von einem Hinterbänkler zu einem ambitionierten Team wechseln kann. Dies lässt die ganze Karriere etwas dynamischer wirken und ist eine wirklich nette Neuerung.
Ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Detailverbesserungen, die im Einzelnen gar nicht so recht auffallen, insgesamt aber für ein etwas runderes Spielerlebnis sorgen.

Für jeden etwas dabei
Selbstverständlich beinhaltet F1 2018 aber nicht nur die Karriere, sondern bietet vielmehr für jede Gelegenheit den richtigen Spielmodus an. Wer nur mal kurz ein paar Runden fahren möchte, ist zum Beispiel im schnellen Rennen oder dem Zeitfahren richtig aufgehoben. Wer eine Meisterschaft ohne das ganze Karrieren-Drumherum fahren möchte, kann dies ebenso machen, wie es auch möglich ist, sich seine ganz eigene Saison mit seinen Lieblingsrennen zu erstellen oder sich online gegen menschliche Fahrer zu messen.
Was alle Modi von der Karriere bis hin zum schnellen Rennen gemeinsam haben, sind die unglaublichen Einstellungsmöglichkeiten. Von der Renndistanz, über das Wetter und die Tageszeit bis hin zur Entscheidung, welche Fahrhilfen man in Anspruch nehmen möchte und ob man eine Einführungsrunde erleben will, ist hier so gut wie alles möglich. Neu hinzugekommen ist hierbei zudem die Möglichkeit, das ERS (Energy Recovery System), also das batteriebetriebene Energierückgewinnungssystem, manuell betreiben zu können. Vor den Rennen selbst kann man zudem auch wieder das Setup des Wagens bis ins kleinste Detail auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Hieran werden vor allem Hobbymechaniker ihre wahre Freude haben und wahrscheinlich Stunden damit verbringen, durch das Verändern des Setups auch noch die letzte Zehntelsekunde rauszuholen. Wer nicht so affin mit all der Technik ist, kann aber auch den Rat des Rennmechanikers einholen und sich automatisch ein passendes Setup einstellen lassen – so effektiv, wie ein selbst erstelltes, ist das aber natürlich nicht.


Klassiker
Ein wahres Fest für Formel 1-Fans stellen auch die klassischen Boliden dar, von denen es dieses Jahr so viele wie noch nie ins Spiel geschafft haben. Wer möchte, kann diesmal in 20 verschiedene ikonische F1-Boliden wie etwa den legendären McLaren M23D , in dem James Hunt 1976 Weltmeister wurde, Niki Lauda's Ferrari 312 T2, den Lotus 72D (1972), den Lotus 79 aus dem Jahr 1978, den 1979er Ferrari 312 T4 oder den McLaren MP4/1B von 1982 einsteigen. All dies sind neu hinzugekommene Klassiker. Ebenfalls neu sind auch der Brawn BGP-001, mit dem Janson Button 2009 überraschend Weltmeister wurde, sowie der Williams FW25 von 2003. Allerdings sind diese beiden Fahrzeuge nur in der Headline Edition als DLC enthalten. Frei zugänglich sind hingegen Michael Schumachers Ferrari F2004, der Red Bull RB6 von 2006, der 1992er Williams FW14 sowie weitere Klassiker aus den späten 80ern bis frühen 2000ern, die aber allesamt auch schon letztes Jahr im Spiel integriert waren. Was immer noch nicht möglich ist, ist es auch als einer der legendären Fahrer über die Strecken zu heizen, denn leider sind Michael Schumacher, Niki Lauda und Co. noch immer nicht im Spiel enthalten. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne Abwechslung, mit den alten Boliden zu fahren und zu spüren, wie unterschiedlich sie sich im Vergleich zu den heutigen Wagen steuern lassen.

Sehr Detailverliebt
Technisch hat sich auf den ersten Blick nicht all zu viel getan, was in Anbetracht der letztjährigen Leistung aber auch wenig überraschen ist. Wer genau hinschaut, wird aber auch hier durchaus fündig. Was einem auf den ersten Blick auffällt, ist die Detailverliebtheit, die bei der Gestaltung der ganzen Einblendungen, Boliden (inklusive dem umstrittenen Halo-System) und Strecken an den Tag gelegt wurde. Selbstverständlich ist all dies offiziell lizenziert, weshalb man eben nicht nur die aus den TV-Übertragungen bekannten Einblendungen zusehen bekommt und mit sämtlichen Fahrern aller zehn offiziellen Formel1-Teams fahren darf, sondern sein Können auch auf sämtlichen 21 zur aktuellen Saison gehörigen Strecken unter Beweis stellen kann - wozu im Gegensatz zum Vorjahr nun auch der Hockenheimring und der Circuit Paul Ricard, auf dem seit dieser Saison wieder der französische Grand Prix ausgetragen wird, gehören.
Die französische Strecke ist auch gleich ein gutes Beispiel dafür, dass die Entwickler sich diesmal auch größte Mühe gegeben haben, einem auch abseits des Asphaltbandes einiges zu bieten, weshalb man hier, wie auf allen anderen Strecken, nun wesentlich mehr Details erkennt. Wenn man seinen Blick in einer ruhigen Sekunde mal Richtung Himmel wirft, kann man zudem auch das überarbeitete Wolkensystem bewundern, das nun dynamischer wirkt. Ein weiteres nettes Detail ist das Hitzeflimmern, das man nun deutlich erkennt, sowie die überarbeiteten Staubeffekte, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn ein Wagen mal wieder von der Piste abgekommen ist. Allzu oft wird man den Staub allerdings nicht zu Gesicht bekommen, denn die KI macht leider nur selten Fehler, was, wenn man mal an einen Max Verstappen denkt, nicht ganz realistisch wirkt. Was hingegen sehr real nachgebildet ist, ist die sonstige Fahrweise der KI, denn wie in der echten Formel 1 fährt sie auch hier recht defensiv. Rempler oder gar Überholmanöver gibt es nur selten. Aus diesem Grund kommt auch die Rückspulfunktion wohl nur dann zum Einsatz, wenn man mal wieder einen selbstverschuldeten Fehler begangen hat - was aber relativ schnell passieren kann. Im Vergleich zum Vorjahr rutschen die Fahrzeuge nämlich diesmal wesentlich mehr, weshalb man gerade bei feuchten Witterungsbedingungen eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl benötigt, um sich nicht in jeder Kurve zu drehen. Allerdings ist auch dies nur realistisch, weshalb das Fahrgefühl insgesamt wieder nur als hervorragend zu bewerten ist. Wem das Ganze zu schwer ist, der kann auch jederzeit verschiedenste Fahrhilfen aktivieren, die einem das Fahrerleben einfacher gestalten.

Gute Motorengeräusche
In Sachen Sound bietet F1 2018 nichts Neues an, weshalb man zwar auf der einen Seite wieder realistisch klingende Motorensounds genießen darf, auf der anderen Seite aber leider auch wieder Christian Danners und Heiko Wassers Kommentare ertragen muss. Natürlich tut es der ganzen Atmosphäre gut, die bekannten Stimmen aus dem TV zu hören, für all diejenigen, denen die beiden aber auch bei RTL auf die Nerven gehen, wäre es doch eine tolle Sache, wenn man zum Beispiel auch den englischen Kommentar auswählen könnte - doch leider ist dies wieder nicht möglich.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Das F1 2018 nicht so tiefgreifende Neuerungen präsentieren würde, wie der Vorgänger, war von vornherein klar. Doch auch die kleinen, aber feinen Neuerungen und Veränderungen reichen schon aus, um sich als bester Teil der Reihe auf die Pole Position zu setzen. Denn auch wenn nicht alle Neuerungen den gewünschten Effekt haben (Stichwort Interviews), sorgen sie zusammengenommen doch dafür, dass das ohnehin schon gute Konstrukt des Vorjahres soweit verbessert wurde, dass nicht nur der Spielspaß, sondern auch das Gameplay und die Präsentation nochmal einen Ticken besser gefallen. Wer eine sehr gute Rennspielsimulation sucht, macht mit F1 2018 also sicher nichts falsch!

F1 2018 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9 Grafik: 9.25
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.25
Wertung: 9
  • Sämtliche offizielle Lizenzen
  • Neue klassische Boliden
  • Strecken Detailgetreu nachgebaut
  • Tolles Fahrgefühl
  • Zahlreiche kleinere Neuerungen
  • Keine großen Neuerungen
  • KI-Gegner fahren zu vorsichtig und machen zu wenige Fehler
  • Kein englischer Kommentar
  • System der Interviews schnell durchschaut
  • Interviewfragen wiederholen sich nach kurzer Zeit

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Rezension vom: 27.08.2018
Kategorie: Sport
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