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Shenmue I & II Collection

Entwickler: D3T
Publisher: Sega

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 34,99 €

Systeme: PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
shenmue_collection_banner
Shenmue 1 und 2 sind für viele nicht nur Kult, sondern zählen für viele Fans und Leute vom Fach auch zu den besten Spielen aller Zeiten. Bevor 2019 der langersehnte dritte Teil erscheint, hat SEGA die beiden Klassiker nun nochmals als Remaster herausgebracht. Mal schauen, ob die beiden Titel auch heute noch so überragende Gefühle hervorrufen, wie bei ihrem ersten Erscheinen.

Meinung:

Für viele, die diesen Test lesen, dürfte der Name Shenmue etwas sein, das sie zwar schon mal gehört haben, aber nicht so richtig fassen können. Das ist auch kein Wunder, schließlich erschienen die beiden ersten Teile in den Jahren 1999 und 2000 und dann auch noch auf der Sega Dreamcast, einer Konsole, die den Kampf gegen die PS2 und Xbox haushoch verloren hat und heute sogar fast in Vergessenheit geraten ist. Dabei galt Shenmue bei seinem Erscheinen wirklich als das Non-Plus-Ultra unter den Spielen.
Schon allein die Story von Shenmue war etwas ganz Besonderes. Damit meine ich weniger die Geschichte selber, die am 29. November 1986 in einem Vorort der japanischen Hafenstadt Yokosuka anfängt und zeigt, wie Teenager Ryo Hazuki den Mord an seinem Vater miterleben muss und daraufhin dem Täter Lan Di Rache schwört, wobei diese auch toll geschrieben ist und viele Wendungen und sogar eine spannende Verschwörung bietet. Vielmehr meine ich, wie sie erzählt wurde. Denn das Besondere dabei war, dass sie sich über beide Teile erstreckte und – nachdem sie am Ende von Teil 2 mit einem Cliffhanger endete – im kommenden dritten Teil sogar weitergeführt wird.

Entschleunigt
Neben der Geschichte, von der man nach all den Jahren natürlich endlich wissen möchte, wie es mit Ryo und seiner Suche nach dem Mörder seines Vaters weitergeht, ist die Spielwelt das zweite große Feature, was Shenmue-Fans noch heute so begeistert und dem Spiel einen solchen Kultcharakter verliehen hat. Die Spielwelt wirkte und wirkt auch heute noch so glaubwürdig, wie kaum eine Spielwelt danach. Der Grund für ihre Glaubwürdigkeit liegt am gesamten Spieldesign. Im Gegensatz zu heutigen Spielen, wo man quasi hindurch gescheucht wird, wirkt Shenmue entschleunigt. Schon die Tatsache, dass es in Teil 1 keine Minimap gibt (in Teil 2 wurde sie dann leider eingeführt) und man alle Lokalitäten selbst finden muss, ist etwas, was man heute nicht mehr kennt. Anstatt einfach nur einem Symbol zu folgen, muss man hier tatsächlich Nachbarn und Passanten befragen, Straßenschilder lesen oder auch selber Hinweise auf das Ziel finden. Dieser kleine Kniff sorgt dafür, dass man seine Umgebung viel bewusster aufnimmt und so erst erkennt, wie unglaublich realistisch diese Welt mit all ihren Bewohnern, die tatsächlich allesamt täglichen (und nächtlichen) Tätigkeiten nachgehen, ist.
Was dieses Gefühl noch weiter intensiviert, ist die Verbesserung von Ryos Fähigkeiten. Dies geschieht nicht wie heute üblich im Hau-Ruck-Verfahren. Vielmehr muss man seine Fähigkeiten langsam aber stetig verbessern. In der Zwischenzeit muss man sich dann die Zeit eben mit anderen Dingen vertreiben, wo wir wieder beim eigenständigen Erkunden der Spielwelt angelangt sind. Genug zu tun findet man aber immer. Neben zahlreichen Nebenjobs, wie etwa Gabelstaplerfahren, um an ein wenig Geld zu gelangen (was am Ende von Teil 1 noch sehr wichtig wird), gibt es auch allerlei andere Dinge, die man machen kann. Wer möchte, kann zum Beispiel seine Zeit (und sein hart verdientes Geld) in klassische SEGA-Arcades stecken, SEGA-Sammelfiguren aus den typisch japanischen Gashapon-Automaten herausholen, Darts spielen oder sich auch auf den Weg machen, alle versteckten Musikkassetten zu finden, um in den Genuss sämtlicher Soundtrack-Stücke zu kommen. So entsteht eine unglaublich dichte Atmosphäre, die dem Spieler den Eindruck vermittelt, tatsächlich ein Stück Japan zu erkunden. Da man dabei richtiggehend die Seele baumeln lassen kann, empfindet man die immer wieder eingestreuten Quick Time Events (die Shenmue erst salonfähig gemacht hat und die immer bei Action-Sequenzen auftauchen), schon beinahe als störend.

Wie klein die Welt doch ist
Ein weiterer Vorteil des entschleunigten Spieltempos liegt darin, dass man nicht merkt, wie klein die Spielwelten im Grunde sind. Denn sowohl Yokosuka als auch das etwas größere Hong Kong, das im zweiten Teil als Schauplatz dient, sind gerade im Verhältnis zu heutigen Open-Worlds unfassbar klein. Doch aufgrund der Tatsache, dass man hier nicht von Punkt A nach Punkt B rast, sondern sich alles in aller Ruhe anschaut, und die Straßen und Plätze voller Leben sind, kommt einem das alles gar nicht so klein vor.

Texturenbrei und komfortable Neuerungen
Während das Gameplay (Gott sei Dank) vollkommen unangetastet blieb und noch dieselbe Faszination verströmt, wie 1999 bzw. 2000, sieht es bei der Technik ein wenig anders aus. Wer nicht weiß, dass es sich hierbei um ein Remaster handelt, könnte auch meinen, es mit dem Originalspiel zu tun zu haben. Im Gegensatz zu vielen anderen neu aufgelegten Spielen, hält sich die Aufhübschung hier nämlich in sehr gemäßigten Grenzen. Nur wer das Original gespielt hat oder die Verbesserungen im Menü abschaltet, dürfte die Kantenglättung, den etwas besseren Kontrast und die anderen kleineren technischen Verbesserungen überhaupt bemerken. Im Grunde finde ich es sehr gut, dass hier nicht all zu viel Hand angelegt wurde, dennoch hätte ich mir doch ein paar schärfte Texturen gewünscht, anstatt immer auf einen Texturenbrei starren zu müssen.
Sehr schön ist hingegen, dass alles ein wenig komfortabler gemacht wurde. Das gilt nicht nur für das Menü, das heutigen Ansprüchen angepasst wurde, sondern auch für die Möglichkeit jederzeit zwischenspeichern zu können und das Spiel in 16:9 anzeigen zu lassen (wer will, kann aber auch das klassische 4:3-Format wählen). Für Fans dürfte zudem die japanische Sprachauswahl ein echtes Highlight sein, schließlich konnte man im Original nur die englische Synchro auswählen. Nun weiß man also endlich, wie sich Ryo in echt anhört.
Die Steuerung wurde hingegen leider nicht an heutige Standards angepasst, weshalb es gerade in engeren Passagen immer wieder dazu kommt, dass man sich verhakt. Hier ist Fingerspitzengefühl und ein wenig Eingewöhnung dringend vonnöten. Auch dass gerade in Teil 1 einige Bugs (Soundaussetzer, in Zwischensequenzen wird das geschehen nicht gezeigt, usw.) auftauchen, ist nicht gerade positiv und auch dass die Sprachausgabe, trotz japanischem Originalton, ungeheuer blechern wirkt, ist nicht wirklich schön anzuhören.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Die Shenmue I & II Collection richtig zu bewerten, fällt mir gar nicht so einfach. Auf der einen Seite sind da die beiden grandiosen Spiele, die aus heutiger Sicht zwar nicht mehr wirklich zeitgemäß wirken, aber damals nicht nur das Non-Plus-ultra darstellten, sondern auch das Genre der Open World-Spiele bis heute beeinflussen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Technik, die hart an der Grenze zur Unzumutbarkeit liegt. Es ist zwar schön, dass der Charme von früher so herübergerettet wurde, doch gerade bei den Texturen hätte ich mir doch eine kleine Überarbeitung gewünscht, denn schön anzusehen ist der Texturenbrei wahrlich nicht. Auch dass Teil 1 mit einigen Bugs zu kämpfen hat, ist nicht wirklich schön. Immerhin gibt es aber auch einige moderne Anpassungen, wie zum Beispiel die Möglichkeit zwischenzuspeichern.
Wie man sieht, gibt es viele positive, aber eben auch einige negative Aspekte, was es mir schwer macht, die Collection zu bewerten. Am Ende zählt für mich das grandiose Spiel aber mehr als moderne Technik, weshalb ich es schlussendlich doch genossen habe, die beiden Spiele nochmal gespielt haben zu dürfen und so auch mit guten Gewissen jedem, der wissen möchte, wie es dazu kam, dass wir uns heute überhaupt an so tollen Open World-Spielen wie GTA V, Assassin's Creed Odyssey oder Red Dead Redemption 2 erfreuen dürfen, nur empfehlen kann, diese Collection auch zu spielen – schließlich sind Shenmue I und II die Großväter all dieser Spiele.

Shenmue I & II Collection - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.25 Grafik: 6.00
Sound: 6.50
Steuerung: 7.00
Gameplay: 9.50
Wertung: 7.25
  • Das Erkunden der Städte macht immer noch sehr viel Spaß
  • 16:9-Format
  • Japanische Sprachausgabe
  • Real wirkende Städte und Menschen
  • Gleiches Spielgefühl wie beim Original
  • Grafisch hart an der Grenze zur Unzumutbarkeit
  • Teil 1 kämpft mit einigen Bugs
  • Blecherne Dialoge
  • Hakelige Steuerung

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Rezension vom: 07.09.2018
Kategorie: Adventure
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