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Pathfinder: Kingmaker

Entwickler: Owlcat Games
Publisher: Deep Silver

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 35,99 €

Systeme: PC

Inhalt:
pathfinder_kingmaker_logo

Auch wenn in den letzten Jahren viele, teils gute bis sehr gute, Genre-Vertreter erschienen sind, gilt Baldur's Gate unter den Rollenspiel-Fans noch immer als das Nonplus Ultra. Vor kurzem erschien ein weiterer Vertreter, der sich um den Posten als legitimer Nachfolger des mittlerweile fast 20 Jahre alten Klassikers bewirbt. Wie sich Pathfinder: Kingmaker dabei schlägt, haben wir für euch getestet.

Meinung:

Dass Pathfinder: Kingmaker überhaupt als Nachfolger von Badur's Gate in Frage kommt, ist in allererster Linie über 18.000 Unterstützern zu verdanken, die auf Kickstarter insgesamt 909.057 $ zur Entwicklung beigetragen haben.
Was das russische Entwicklerstudio Owlcat Games mit diesem Geld angestellt hat, erinnert erst einmal an ein wirklich klassisches Rollenspiel. Vor allem das grundsätzliche Gameplay könnte nicht oldschooliger sein. Basierend auf dem Regelwerk des gleichnamigen Pen & Paper-Rollenspiel, dessen Ursprung wiederum bei Dungeons & Dragons zu finden ist, steuert man eine bis zu sechs Mann große Heldengruppe, die man ganz klassisch durch unterschiedliche Dungeons führt und dabei Rätsel, Quests und unzählige Monster erledigt.

Herausfordernd aber nicht unfair
Auch die zahlreichen Kämpfe sind sehr klassisch gehalten. Nicht nur, dass von kleinen bis großen Gegnern so gut wie jede Art von Feind wartet, auch das Vorgehen bei den Kämpfen kommt einem (wohl nicht ganz zufällig) sehr bekannt vor: Es gilt Angriffe, Zaubersprüche und Heiltränke zu nutzen und dem Gegner so (mal schneller, mal langsamer) die Lebenskraft zu rauben. Obwohl einem das Kampfsystem mehr als nur bekannt ist, sollte man eines nicht tun: sich zu sicher fühlen. Die Kämpfe haben es hier nämlich wirklich in sich. Unfair oder gar kaputt, wie man es vielerorts im Internet zu lesen bekommt, sind sie aber keineswegs. Sie sind eben sehr anspruchsvoll und verlangen nicht nur ein sehr gutes Timing, sondern auch eine gewisse Vorbereitung. Dazu gehört zum Beispiel schon die Einstellung dass das Spiel beim Erspähen eines Gegners automatisch pausiert. So hat man nämlich genügend Zeit sich auf den Gegner vorzubereiten und seine Party richtig auszustatten und zu positionieren, was einem trotz des klassisch genutzten zwanzigseitigen Würfels, der im Hintergrund für Erfolg oder Misserfolg zuständig ist, einen beachtlichen Vorteil verschafft. Beachtet man all das, sind die Kämpfe zwar nicht wesentlich einfacher, aber zu meistern. Dennoch wird auch immer wieder ein Held das Zeitliche segnen, was uns nicht nur jedes Mal Wiederauferstehungszauber kostet, sondern mitunter sogar Verluste in Form von Attributs-Schäden oder anderen negativen Aspekten mit sich bringt. Um diese loszuwerden, muss man erst wieder einen Zauber aktivieren oder aber irgendwo einen sicheren Ort finden, an dem sich die Helden erholen können.
Wem all das zu schwierig erscheint, kann aber auch in den Schwierigkeitseinstellungen genau die für ihn richtige Herausforderung konfigurieren.

Komplexe Charaktererstellung
Der Schwierigkeitsgrad ist aber bei weitem nicht alles, das man komplett komplex oder eben weniger komplex einstellen kann. Im Grunde fängt dies schon bei der Erstellung des eigenen Helden an. Wer möchte, kann sich hier nämlich auf die Schnelle einen Charakter erschaffen lassen. Wer hingegen die komplette Charaktereinstellung auswählt, kann seine Helden nicht nur optisch ganz nach seinen Vorlieben erstellen, sondern auch aus sage und schreibe 14 Klassen, sechs Attributen, elf Talenten und einer beinahe schon unübersichtlich großen Anzahl an Zaubern und Fertigkeiten auswählen. Bereits als Rollenspiel-Veteran kann man von dieser Auswahl schier erschlagen werden, als Genre-Neuling ist man gar überwältigt und weiß im Prinzip gar nicht, was man überhaupt auswählen soll. Da helfen selbst die vielen Einträge der ausführlichen Enzyklopädie kaum weiter. Zum Glück werden die wichtigsten Fertigkeiten einer jeden Klasse aber markiert, sodass man selbst als Neuling zumindest nicht Gefahr läuft komplett falsche Attribute auszuwählen. Mit alldem hat es sich aber noch immer nicht, denn abhängig von der Wahl des Charakters darf man zusätzlich auch noch Tierbegleiter und Götter sowie eine von neuen Gesinnungen (von gut bis böse ist alles dabei) bestimmen.
Bei dieser riesigen und vor allem umfangreichen Auswahl ist es kein Wunder, dass die Charaktererstellung allein schon mal eine gefühlte Ewigkeit in Anspruch nimmt.

Fünf Weggefährten
Nur gut, dass die fünf Weggefährten, die man während der Story antrifft und die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen, schon fertig erstellt sind. Weniger komplex sind sie deswegen aber nicht, denn auch sie verfügen nicht nur allesamt über ganz eigene Fähigkeiten, sondern obendrein auch noch über eine eigene Story und Persönlichkeit, die auch des Öfteren zum Tragen kommt. So reagieren die Gefährten nämlich unterschiedlich darauf, wie man mit ihnen umgeht. Wenn man zu grob mit ihnen redet oder ständig schlechte Entscheidungen trifft, kann es nämlich vorkommen, dass der eine oder andere wieder davonläuft. Diese Art der Interaktion ist etwas, was Pathfinder: Kingmaker von anderen Rollenspielen unterscheidet, weshalb dieses System auch nicht nur beim Umgang mit der eigenen Party, sondern auch in Quests das eine oder andere Mal eingesetzt wird. Auch hier kann man dann entscheiden, ob man lieber redet und diplomatisch vorgeht oder eben direkt drauflos prügelt. Je nachdem für welche Variante man sich entscheidet, kann dies positive oder negative Auswirkungen haben.

Königreich-Modus

Neben der Kommunikation mit Freund und Feind hält Pathfinder: Kingmaker noch ein weiteres großes Alleinstellungsmerkmal parat – den Königreich-Modus.
Hier bekommen wir eine Draufsicht auf die gesamte Spielwelt und können so unsere bereits eroberten Gebiete verwalten und auf- bzw. ausbauen. Neben Verteidigungsmauern und Türmen gehören dazu auch allerlei andere Gebäude und Geschäfte, die, je nachdem welche Gebäude wir auswählen, Zusatzboni für unser Reich einbringen. Am Anfang ist der Bauplatz dabei auf zehn Slots begrenzt, durch das Meistern von Quests erschließen wir aber immer mehr Gebiete, was uns auch neue Bauslots einbringt. Fröhlich drauflos bauen können wir aber auch dann noch nicht. Denn um Gebäude zu errichten benötigen wir Baupunkte, von denen wir aber jede Woche nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung stehen haben (es sei denn, man möchte sein Gold dafür ausgeben neue Baupunkte zu erwerben).
Neben dem Auf- und Ausbau unserer eroberten Gebiete erwarten uns im Königreich-Modus aber auch verschiedene Ereignisse. Manche davon können durch unsere Berater gelöst werden, andere verlangen es aber, dass wir in unserem Thronsaal eine Audienz abhalten oder Streitigkeiten schlichten. Manchmal kommt man aber natürlich auch nicht daran vorbei, mal wieder Taten sprechen zu lassen.
Das Besondere am Königreich-Modus ist aber eigentlich die Tatsache, dass er nicht einfach nur ein lieblos dazu geworfenes Extra darstellt. Stattdessen ist er tief in die Geschehnisse der Story verbunden, sodass viele der besagten Probleme auf vorher im Spiel auftauchenden Ereignissen aufbauen. Mit fortlaufender Spielzeit ist es dann sogar so, dass unsere Taten in der Spielwelt immer mehr Einfluss auf unser Volk haben und sogar verfeindete Königreiche offensichtliche Schwächeperioden dazu nutzen, unser Königreich anzugreifen.
Wem all dies herzlich egal ist und sich ausschließlich auf den Rollenspielaspekt des Spiels konzentrieren möchte, kann den ganzen Management-Part übrigens auch automatisieren. Allerdings würde ich das nicht empfehlen, denn dann verpasst man einen wirklich großen und vor allem unterhaltsamen Teil des Spiels.

Schön gestaltete Spielwelt
Die Spielwelt erblickt man außerhalb des Konigreich-Modus ganz Genre-typisch aus der isometrischen Perspektive. Was man dabei erblickt, ist sehr schön anzusehen, denn die Spielwelt wurde nicht nur lebendig, sondern vor allem auch abwechslungsreich gestaltet. So trifft man während des Spiels auf zahlreiche Städte, Dörfer und Dungeons, die zwar im Grunde recht simpel, aber dennoch äußerst detailliert gestaltet wurden. In zahlreichen Kämpfen findet zudem ein unglaubliches Effektfeuerwerk statt, das zwar toll aussieht, mitunter aber leider auch zu kleineren Rucklern führt.
Die Spielwelt ist dabei so groß ausgefallen, dass wir selbst nach den rund 100 Stunden, die man zum Durchspielen aller sieben Kapitel benötigen, noch lange nicht alle Ecken des Königreichs entdeckt haben. Da ist es schon ganz praktisch, dass es ohnehin insgesamt sieben verschiedene Enden gibt und man deswegen sicherlich noch das eine oder andere Mal von vorne startet und so genügend Gelegenheiten hat, auch die letzten Zipfel der Spielwelt zu erkunden.
Dass man die zahlreichen, sehr gut eingesprochenen, englischen Gespräche dabei nicht verstehen kann, muss man übrigens nicht befürchten. Für alle, die dem Englischen nicht so mächtig sind, gibt es nämlich deutsche Untertitel. Alle anderen Texte sind ohnehin ins Deutsche übersetzt – und das sogar sehr gut. Zwar ist hier und da mal ein „es“ oder „er“ zu viel, insgesamt ist die deutsche Übersetzung aber tadellos.

Bugs
Was nicht so tadellos ist, sind die kleinen Bugs, die es noch immer gibt. Diese sind zwar nicht so gewaltig, dass das Spiel dadurch unspielbar werden würde, wenn in Statistiken Wörter übereinander lappen oder Grafiken nicht richtig angezeigt werden, ist dies aber dennoch ärgerlich. Zum Glück sind das ja aber alles Sachen, die relativ einfach durch ein paar Patches und Bugfixes behoben werden können (wenn dies beim Erscheinen dieses Textes nicht ohnehin schon geschehen ist).

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan Heppert Ob Pathfinder: Kingmaker an das legendäre Baldur's Gate heranreicht oder gar dessen legitimer Nachfolger ist, können Rollenspiel-Vetreranen sicherlich besser beurteilen als ich. Als jemand, der nur hin und wieder ein Rollenspiel spielt, kann ich aber mit Überzeugung sagen, dass Owlcat Games ein absolut großartiger Genrevetreter gelungen ist, der mir eine Menge Spaß bereitet hat. Vor allem, dass es mit dem Königreich-Modus ein Feature gibt, das das klassische Rollenspiel um eine weitere Ebene erweitert, hat mich überzeugt. Aber auch die herausfordernden Kämpfe empfand ich als unglaublich befriedigend (natürlich in erster Linie, wenn ich es dann nach einiger Zeit geschafft habe, auch den größten Gegner niederzustrecken) und ich hatte auch nie das Verlangen, den Schwierigkeitsgrad zu senken, obwohl das Spiel das in vielerlei Hinsicht ja anbietet.
Rollenspiel-Fans werden mit Pathfinder: Kingmaker also durchweg ihre Freude haben, ganz unabhängig davon, ob es in ein paar Wochen nun tatsächlich als DER Baldur's Gate-Nachfolger tituliert wird oder nicht – ein gutes Spiel ist es so oder so.

Pathfinder: Kingmaker - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 8.50
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.75
  • Umfangreiche Charaktererstellung
  • Große Spielwelt
  • Königreich-Modus
  • Herausfordernde Kämpfe
  • Schwierigkeitsgrad in vielerlei Hinsicht anpassbar
  • Gelegentliche Ruckler
  • Kleinere Bugs
  • Lange Ladezeiten
  • Keine deutsche Vertonung

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Rezension vom: 25.10.2018
Kategorie: Rollenspiele
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