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Killer7

Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom

Genre: Adventure
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 45 €

Systeme: Gamecube, PlayStation 2

Inhalt:
Wenn Shinji Mikami, Vater solch beliebter Serien wie Resident Evil und Devil May Cry, ein neues Spiel veröffentlicht, darf man auf das Resultat gespannt sein. Sein jüngster Streich ist Killer7, bei dem der Spieler die Steuerung eines Teams von Profikillern übernimmt. Der Clou an der Sache: Die sieben Assassinen sind allesamt manifestierte Persönlichkeiten des an den Rollstuhl gefesselten Berufsmörders Harman Smith und haben jeweils unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die im Spielverlauf natürlich geschickt kombiniert werden wollen. Und nicht nur bei der Story, sondern auch in Sachen Steuerung beschreitet Killer7 neue Wege. Doch sind diese neuen Wege automatisch auch die besseren?

Meinung:
Allein an der Optik kann man schon ablesen, dass Killer7 etwas Besonderes sein will: Einen derartig konsequent durchgehaltenen Cel-Shading-Stil sah man zuletzt beim Shooter XIII. Im direkten Vergleich zu dieser Comic-Umsetzung geht Killer7 sogar noch etwas verwegener mit der Kolorierung um - das ist durchaus mutig, denn viele Spieler scheinen einen weniger künstlerischen Look zu bevorzugen. Wer sich hingegen mit diesem abstrakten Stil anfreunden kann, der darf sich an einigen ausgesprochen stylischen Szenen erfreuen. In manchen Momenten stört allerdings ein unschöner Treppen-Effekt das Bild. Und beim Design der meisten Feinde regierte leider die Lieblosigkeit: Die einfallslos polygonisierten Kreaturen wurden oftmals einfach mit einer unansehnlichen Textur-Tapete beklebt, die nicht viel hermacht.

Sieben Mörder sollt ihr sein
Wie bereist erwähnt, stehen dem Spieler sieben verschiedene Killer-Identitäten zur Verfügung. Die Bandbreite reicht vom flinken Baller-Kid Con Smith über die barfüßige Scharfschützin Kaede Smith bis zum mexikanischen Wrestler Mask De Smith. Natürlich hat jedes Team-Mitglied seine eigenen Fähigkeiten: Dieb Coyote Smith kann z.B. Schlösser knacken und sehr hoch springen. Da ist es keine Überraschung, dass die Level-Architektur es (an recht offensichtlichen Stellen) erforderlich macht, gelegentlich mal zwischen den Kämpfern zu wechseln, um diverse Hindernisse zu überwinden. Der Austausch ist jederzeit per Menü möglich - nur der "Cleaner" Garcian Smith kann lediglich an bestimmten Orten aktiviert werden, denn seine Aufgabe ist es, die Überreste seiner im Einsatz gestorbener Teamkollegen aufzusammeln und wiederzubeleben. Stirbt Garcian allerdings selbst, heißt es endgültig "Game Over".

Hör ich Gekicher, greif ich zum Revolver
Die Rollen der sieben Killer und der übrigen Figuren wurden von guten (wenngleich ausschließlich englischsprachigen) Sprechern übernommen; sogar relativ vertraute Stimmen wie die von Dwight Schultz ("Murdock" vom A-Team) und Greg Eagles (Sprecher u.a. bei Interstate 76 und Fallout 2) sind mit von der Partie. Leider wiederholen sich die Sätze, die die Killer im Kampf von sich geben, sehr schnell. Besonders nervig ist das elektronisch verfremdete Kauderwelsch, in dem die im Spiel umherirrenden "Restpsychen" ihre gelegentlich recht langen Vorträge halten. Da man hier aufs Mitlesen der Untertitel angewiesen ist, fällt die z.T. recht schlampige Übersetzung der Texte besonders stark ins Gewicht. Ein besonders wichtiges Klang-Element ist übrigens das irre Kichern der Feinde: Die so genannten "Heaven Smiles" sind nämlich im Normalzustand unsichtbar - ihre Anwesenheit muss also in erster Linie akustisch ermittelt werden.

Auf Schienen
Der anfangs ungewöhnlichste Aspekt von Killer7 ist der Zwang, sich auf vorgegebenen Bahnen fortzubewegen: Solange man den dafür vorgesehenen Knopf drückt, geht die Figur vorwärts, mit einem weiteren Button kann man sie um 180 Grad drehen. An festgelegten Stellen wie z.B. Weggabelungen oder Türen kann der Spieler per Analogstick die gewünschte Richtung wählen. Diese Bewegung "auf Schienen" geht nach kurzer Eingewöhnung recht gut von der Hand, ist aber im Prinzip auch nicht besser oder schlechter als die herkömmlichen freieren Systeme - nur eben anders. Immerhin erlaubt diese Form der Fortbewegung filmreife Kameraeinstellungen, die unter anderen Bedingungen völlig unspielbar wären. Die an sich sehr flüssige Bewegung durch die Welt von Killer7 wird leider viel zu oft durch ausgesprochen hässliche Ladebildschirme unterbrochen; die Ladepausen sind zudem v.a. bei der PS2-Version ziemlich lang - wer die Wahl hat, sollte also die GameCube-Fassung des Spiels bevorzugen.

Viel ballern, wenig grübeln
Killer7 ist ein Action-Adventure - mit Schwerpunkt auf der Action: Der Spieler kann jederzeit in die Ich-Perspektive wechseln und mit einem Fadenkreuz auf Feinde zielen. Trifft man dabei den Schwachpunkt des Monsters, bedeutet das seinen sofortigen Tod; ansonsten muss halt geballert werden, bis der Gegner sein Leben aushaucht - oder aber beim Spieler angekommen ist, denn dann explodiert er. Die Kämpfe sind ausgesprochen zahlreich und werden leider recht bald eintönig. Obendrein ist die Steuerung umständlich: Zuerst muss eine Taste gehalten werden, um in den Kampfmodus zu wechseln, ein weiterer Button macht die feinstofflichen Feinde sichtbar, ein dritter Knopf zentriert das Fadenkreuz grob auf dem Ziel, der Analogstick erlaubt das gezielte Anvisieren der Schwachpunkte, gegebenenfalls kann mit einem weiteren Button ein Spezialangriff vorbereitet werden, und dann kann man endlich der Abzug betätigen - falls man nicht nach dem letzten Gefecht vergessen hat, nachzuladen. Die Adventure-Anteile können leider ebenfalls nicht vollends überzeugen, denn die Rätsel sind zwar abwechslungsreich, aber viel zu leicht, zumal man auf dem "normalen" Schwierigkeitsgrad mit Lösungshilfen geradezu bombardiert wird. So werden z.B. auf der Automap die Fundorte zentraler Gegenstände sowie die Portraits der zum Weiterkommen nötigen Team-Mitglieder angezeigt. Meist findet man die Lösung ohnehin lange bevor man überhaupt beim Problem angekommen ist.

Ähnlichkeiten zu realen Ereignissen sind ... beabsichtigt
Die Story, die sich um einen fiktiven Konflikt zwischen den USA und Japan dreht, ist anfangs äußerst verwirrend, und gerade bei seinem ersten Auftrag wird der Spieler ganz ohne Hintergrundwissen ins kalte Wasser geworfen. Doch auch wenn die Handlung im Laufe des Spiels ein wenig klarer präsentiert wird, bleiben die Motivationen einiger Charaktere lange Zeit undurchschaubar. Diverse Parallelen zu aktuelle Fragen aus Gesellschaft, Weltpolitik und Religion regen aber durchaus zum Nachdenken an - so werden die "Heaven Smiles" als "heilige Krieger" bezeichnet, was durch den Umstand, dass es sich bei ihnen im Grunde um Selbstmord-Attentäter handelt, besonders pikant ist. Insgesamt stellt die komplexe und in wirkungsvoll inszenierten Zwischensequenzen vorangetriebene Story die größte Stärke von Killer7 dar. Die "erwachsenen" Themen sorgen jedoch neben den stark stilisierten, aber trotzdem sehr ausgeprägten Gewaltdarstellungen dafür, dass das Spiel für Kinder nicht geeignet ist.

Fazit:
Killer7 polarisiert: Die Grafik findet man entweder cool oder scheußlich, und die bis in die Steuerung hinein konsequent umgesetzte Linearität kann man einerseits als gekonnten Storytelling-Kniff, andererseits als lästige Gängelung ansehen. Unbestreitbar ist jedoch, dass der Action-Anteil des Gameplays auf Dauer etwas eintönig wird, zumal bereits besuchte Gebiete stets wieder von der gleichen Gegnerkonstellation bevölkert werden, so dass die Gefechte kein Ende nehmen wollen. Und die Rätsel sind zwar vielfältig, ihre Lösung ist aber meist viel zu offensichtlich. Bei allem Respekt für Capcoms Mut, dieses zumindest äußerlich ungewöhnliche Spiel auf den Markt zu bringen: Killer7 besitzt leider keine ausreichend gute Spielmechanik, um für Durchschnittsspieler interessant zu sein. Dezidierte Fans ungewöhnlicher Titel, die die beschriebenen Gameplay-Schwächen verkraften können, erhalten mit Killer7 aber ein Spiel mit extravagantem Design und komplexer Handlung.

Killer7 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7 Grafik: 7.75
Sound: 7.00
Steuerung: 6.75
Gameplay: 6.50
Wertung: 7
  • Ungewöhnliche Story, die zum Nachdenken anregt
  • Stilsichere Grafik
  • Professionelle (englische) Sprecher
  • Banale Rätsel
  • Sehr linearer Aufbau
  • Umständliche Kampf-Steuerung
  • Unansehnliches Feind-Design
  • Häufige und hässliche Ladepausen

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Rezension vom: 21.07.2005
Kategorie: Adventure
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