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Assassin's Creed

Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 57,- €

Systeme: PlayStation 3, Xbox 360

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Desmond Miles ist ein einfacher Barkeeper. Zumindest glaubt er das, bis er in die Fänge einer mysteriösen Organisation gerät, die ihn an einen Apparat namens „Animus“ anschließt. Mit diesem Gerät können die Wissenschaftler in die in seinem Erbgut enthaltenen Erinnerungen seiner Vorfahren eindringen. Den undurchsichtigen Forschern geht es um das Wissen des Meuchelmörders Altaïr, der im späten 12. Jahrhundert im Heiligen Land aktiv war. Dort lehnte er sich gegen die Besatzung der Kreuzritter auf, die die Bevölkerung drangsalierte, und schaltete korrupte Stadtfürsten aus. In Assassin’s Creed darf der Spieler Altaïrs Erinnerungen nacherleben – was dank der überwältigenden Präsentation und des elegant-verstohlenen Gameplays zu einem einmaligen Erlebnis wird.

Meinung:
Altaïr reist nach Damaskus, um einen Auftrag zu erfüllen: Er muss herausfinden, wer die Assassinen-Organisation, der er angehört, betrogen hat, und diesen Verräter dann ausschalten. Als Ortsfremder sucht er sich den erstbesten hohen Turm und erklimmt ihn behende, um erst einmal einen Überblick über das Armenviertel zu bekommen. Von dieser hohen Warte aus erspäht er einige mögliche Anhaltspunkte: An der Straßenecke dort drüben tauschen zwei Männer Dokumente aus, und auf dem kleinen Marktplatz zwei Gassen weiter scheint jemand große Reden zu schwingen. Altaïr stürzt sich todesverachtend vom Turm hinab, landet weich in einem Heuhaufen, und nach ein wenig Taschendiebstahl und einer unauffälligen Lausch-Aktion weiß er, wer sein Opfer sein wird und wo es sich bevorzugt aufhält. Jetzt muss er nur noch an den Wachen vorbeikommen, um seine Bluttat auszuführen ...

Hektisches Treiben
So verläuft eine typische Mission in Assassin’s Creed, und neben dem kapuzenbewehrten Meuchelmörder Altaïr sind vor allem die drei großen Städte Damaskus, Akkon und Jerusalem, die man im Laufe der Geschichte erkundet, die großen Stars des Spiels. Gebäudeanordnung und Architektur wirken enorm natürlich, trotz einiger wiederkehrender Elemente gibt es keine Spur von eintönigem Baukasten-System. Hinzu kommt, dass fast alle Gebäude erkletterbar sind – und das Beste daran ist, dass man es ihnen nicht ansieht. Andere Spiele hätten hier vielleicht auffällige Efeuranken an die Wände gepappt, die in unwahrscheinliche Richtungen wuchern. Die Straßen werden von zahllosen NPCs bevölkert, Händler preisen ihre Waren an, religiöse und politische Eiferer predigen auf den Plätzen, Bettler flehen aggressiv und lautstark um Almosen – das alles sorgt für eine dichte Atmosphäre.

Gekrönt wird der nahezu perfekte Eindruck von wunderbar flüssigen Animationen. Hier sticht vor allem Altaïr hervor, dessen atemberaubende Kletteraktionen zwar geschmeidig und selbstverständlich aussehen, die dabei aber dennoch den Eindruck vermitteln, dass für diese Aktionen auch viel Kraft und Geschick nötig sind. Auch die Fernsicht ist erstaunlich, was besonders dann auffällt, wenn man einen der markierten Aussichtspunkte aufsucht, um sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen (sprich: einen verborgenen Kartenabschnitt aufzudecken) und neue Zwischenziele zu entdecken. Die Geräuschkulisse trägt ebenfalls zum stimmigen Stadtbild bei – es fehlt eigentlich nur ein wenig Straßenmusik zur vollendeten Abrundung. Ohnehin hält Assassin’s Creed sich in Sachen Musik auffallend zurück, meist sind nur Umgebungsgeräusche zu hören. Immerhin sind die deutschen Sprecher recht gut ausgewählt worden.

Mord als Sport
Als Assassine bevorzugt Altaïr es natürlich, sich von hinten an seine Opfer anzuschleichen, um sie zu erdolchen. Im Notfall schlägt er sich jedoch auch im offenen Kampf gegen zwei oder mehr Gegner recht ordentlich: Er kann schnell oder heftig zuschlagen, Angriffe abblocken und Gegner ergreifen, um sie zu Boden zu stoßen. Im Laufe des Spiels lernt er zudem einen nützlichen Konterangriff, der bei richtigem Timing oft zum sofortigen Tod des Feindes führt. Altaïr kann zudem Wurfmesser einsetzen, um seine Widersacher auf Distanz zu töten. Die Kampfsteuerung ist überraschend einfach und funktioniert dadurch hervorragend, und es ist eine Wonne, bei den Gefechten zuzusehen: Selten sah man in einem Videospiel derart überzeugende Schwertkämpfe mit Ausfällen, Paraden und Kontern.

Sozial akzeptabel
Kämpfe auf offener Straße sind natürlich sehr auffällig, und Bürger und vor allem Stadtwachen werden misstrauisch, wenn Altaïr sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhält. Zum Glück ist es leicht, in Assassin’s Creed unauffällig zu bleiben: Normalerweise hält Altaïr sich mit seinen Bewegungen sehr bedeckt, wandelt in gemächlichem Schritttempo dahin und schiebt sanft Passanten beiseite, die seinen Weg blockieren. Erst bei gedrücktem R1-Button geht er action-orientierter vor, stößt Marktfrauen die Tonkrüge vom Kopf oder rennt an Wänden hoch. Zu Altaïrs besonderen Fähigkeiten gehört außerdem das Adlerauge: Während er stillsteht, wird auf Knopfdruck in eine First-Person-Ansicht gewechselt, in der alle Personen im Umkreis eine Farbmarkierung erhalten. So kann der Spieler leicht Freunden von Feinden unterscheiden sowie Informanten und Attentatsopfer sofort identifizieren.

Über den Dächern Jerusalems
Wird der Attentäter trotz aller Vorsicht von Wachen entdeckt, kann er sich diesen Ordnungshütern natürlich im offenen Kampf stellen. Allerdings strömen viele neue Feinde nach, daher ist es sinnvoller, das Heil in der Flucht zu suchen. In den Gassen herrscht oft ein so dichtes Gedränge, dass Altaïr dort leicht ins Straucheln gerät, doch dank seines hervorragenden Kletter-Talents kann er mühelos fast jede Fassade erklimmen und über die Dächer entkommen. Hat er den Sichtkontakt zu seinen Verfolgern erst einmal unterbrochen, versteckt er sich in Dachgärten oder Heuhaufen, bis die Wachen die Suche aufgeben.

Ey, isch hol’ meine Brüda!
Um sich die Flucht noch weiter zu erleichtern, kann Altaïr sich die Unterstützung der Bevölkerung sichern: Wenn er Bürger vor den Übergriffen der Besatzer beschützt, rufen diese zum Dank eine Gruppe ihrer muskelbepackten Nachbarn herbei, die dann als „Partisanen“ etwaige Verfolger Altaïrs aufhalten. Dank seiner weißen Kutte kann der Attentäter sich außerdem zwischen Gelehrten verbergen, die auf festgelegten Pfaden umherwandern. Im Schutze dieser „Eskorte“ kann der Assassine so unbehelligt die halbe Stadt durchqueren und sogar ohne Probleme größere Soldatengruppen passieren.

Und noch einmal …
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es bei aller Güte von Assassin's Creed jedoch auch: Die Informationsbeschaffung macht zwar enorm viel Spaß; schon bald wird jedoch klar, dass jeder Auftrag im Prinzip gleich verläuft: Man erkundet das angegebene Stadtviertel, sucht sich die benötigten Informationen (dafür gibt es insgesamt nur eine Handvoll verschiedenen Methoden), führt den Anschlag durch und verschwindet möglichst unbemerkt wieder. Von Mission zu Mission steigen lediglich der Aufmerksamkeitsgrad und das Kampftalent der Wachen, und man bekommt unweigerlich das Gefühl, dass die Spieldauer durch die füllenden Untermissionen ein wenig gestreckt werden sollte.

Um von der etwas eintönigen Struktur abzulenken, haben die Entwickler von Ubisoft Montreal zwei große Nebenaufgaben eingebaut, denen man zur Abwechslung nachgehen darf: In den Städten sowie in der Landschaft, die die Metropolen verbindet und die man auch zu Pferd bereisen kann, wurden hunderte von Fahnen versteckt, die es einzusammeln gilt – solche Missionen kennt man ja spätestens seit GTA. Außerdem warten zusätzliche Attentatsziele in Form von nahkampfstarken Templern auf ein Messer im Rücken.

Fazit:
manuel.jpgEs ist ein echtes Erlebnis, Altaïr beim Herumklettern zu begleiten – die Selbstverständlichkeit, mit der er praktisch jede beliebige Wand erklimmt, ist wahrlich eindrucksvoll. Daher macht allein das Erkunden der großen, lebensecht wirkenden Städte schon riesigen Spaß, und man fühlt sich ganz wie auf einem Nahost-Basar. Doch Assassin’s Creed bietet obendrein noch eine interessante Hintergrundstory, die den Science-Fiction-Look der Menüs rechtfertigt, packende Kämpfe und gelungene Schleich-Action, die bei den größeren Attentaten auch gut geplant werden will. All diese Vorzüge lassen beinahe vergessen, dass das Gameplay auf lange Sicht nur wenig Abwechslung bietet, und machen den Titel zu einem wahren Hit, den jeder Besitzer einer NextGen-Konsole einmal gespielt haben sollte.

Assassin's Creed - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Manuel Tants

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 9.25
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 8.25
Wertung: 8.75
  • Geschmeidige Akrobatik
  • Überzeugendes Flair des Nahen Ostens im Mittelalter
  • Zugängliche und präzise Steuerung
  • Interessante Story
  • Auf Dauer repetitive Stadterkundung
  • Sparsame Musikuntermalung

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Rezension vom: 11.12.2007
Kategorie: Action
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Bewertung: 1.83 (6 Stimmen)
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