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Hard To Be A God

Entwickler: THQ
Publisher: THQ

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 46,95 €

Systeme: PC

Inhalt:
Es ist definitiv kein leichter Job, den man in der Rolle eines Gottes, und dann auch noch unverhofft, ableisten muss. Die Gebrüder Strugatzky verfolgten diesen Gedanken bereits in den 60ern, als sie die Romanvorlage zum jüngst veröffentlichten PC-Game aus dem Hause THQ schrieben. Die Story befasste sich damals mit einer Mission, die einige menschliche Beobachter ins All entsandte, wo sie nach neuem Leben auf fremden Welten Ausschau halten sollten. Tatsächlich entdeckten sie auf dem Planeten Arkanar eine mittelalterlich zivilisierte Rasse, die der Erdenbevölkerung völlig unterlegen ist. Dementsprechend kommt Rumata, einem der Gesandten, alsbald eine Art Gottstatus zu, als er sich erfolgreich in den Konflikt zwischen der gewöhnlichen Bevölkerung und dem dortigen Klerus einmischt. Rumata nutzt sein Wissen und damit seine Macht, belegt aber mit Fortschritt der Auseinandersetzung die Theorie, dass der Aufbau einer Nation durch externe Einflüsse nicht natürlich vonstatten gehen kann. Doch als er dies realisiert, ist das Debakel schon sehr weit fortgeschritten…

Meinung:
Im Gegensatz zu den gängigen Standards im Rollenspiel-Segment hat „Hard To Be A God“ schon einmal einen entscheidenden Vorteil, und der besteht in der astreinen Hintergrundstory, deren Umfang fast schon der alleinige Garant für die gelungene Adaption des Spiels ist. Dementsprechend haben die Designer den Plot auch umfassend und effektreich in Szene gesetzt und seinen Verlauf in allerhand Zwischensequenzen gebührend aufgearbeitet. Vor allem werden keine allzu typischen Klischees verbraten. Man merkt dem Titel an, dass die Story die Basis für die Konzeption des Spiels ist und man nicht vor dem Hintergrund der Action erst begonnen hat, eine nette Geschichte um das Ganze herum zu spinnen. Dies bedeutet zwar, dass im Spiel immer wieder großer Wert auf Dialoge und inhaltliche Einschnitte gelegt wird, jedoch kommt das aktive Gameplay im Zuge dessen dennoch nicht zu kurz. Man könnte also den ersten Eindrücken zufolge von einem astrein bearbeiteten Mix aus Rollen- und Action-Spiel sprechen…

Und doch ist aller Anfang Standard
Abgesehen vom Background des Spiels beginnt „Hard To Be A God“ dann doch recht gewöhnlich. Man beginnt zwar schon als Adliger und hat somit die Möglichkeit, einige lukrative Kontakte zu knüpfen, ist aber bzgl. seiner Fähigkeiten und Belastbarkeit noch stark eingeschränkt. Diesen Umstand gilt es natürlich aufzubessern, sprich durch Aufsammeln von allerlei Gegenständen, Verbesserung des großen Waffenarsenals und natürlich die Aufbesserung des Charakterlevels. Außergewöhnlich wird das Ganze erst im weiteren Verlauf, in dem die Story immer mehr Bedeutung gewinnt, das Spiel aber dennoch recht unabhängig belässt. Verschiedene Wendungen erlauben ganz unterschiedliche Entwicklungen, und je nachdem, für welchen Weg man sich im Laufe des Spiels entscheidet, ändert sich auch das Fortschreiten der Handlung. Auch wenn dies jetzt keine absolute Neuerung im Rollenspiel-Genre ist, so erscheint es doch zunehmend attraktiv und innovativ.

Kleider machen Leute
Eine interessante Idee ist die Möglichkeit, die Kleidung des gesteuerten Akteurs immer wieder zu wechseln. Im Spiel lernt man die unterschiedlichsten Typen aus wiederum ganz verschiedenen Kasten kennen, und abhängig davon, in welchem Gewand man sich ihnen anvertraut, wird man mehr oder weniger Unterstützung von ihnen erwarten können bzw. ja nach Situation befreiter durch die Welt Arkanars navigieren können. Zwar ist der ständige Kleidertausch kein zwingend erforderliches Element, da er jedoch absolut nicht umständlich ist und man in manchen Passagen doch deutliche Vorteile garantiert, sollte man ihn anwenden, sobald sich wieder eine Gelegenheit ergibt.

Hoch zu Ross
Eine offenkundige Science-Fiction-Welt mit dem Pferd erkunden? Undenkbar! Oder doch nicht? In „Hard To Be A God“ bietet sich die Gelegenheit, ein Pferd bei der Fortbewegung, vor allem aber effizient im Kampf zu nutzen, und man sollte tunlichst vermeiden, diese tatkräftige Unterstützung auszuschlagen. Die Steuerung mag zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, der Effekt hingegen aller Mühen wert. Hoch zu Ross verhindert man außerdem größeren Schaden in der Defensive, was diese Alternative gerade in Situationen, in denen eine rasche Fortbewegung gefragt ist, zu einem echten Gewinn macht. Auch wenn hier grundsätzlich nichts Revolutionäres geboten wird, sind es derartige Nuancen, die das Spiel in ihrer Masse ständig aufwerten.

Niemals mit der Tür ins Haus fallen
Glaubt man dem Rücken der DVD-ROM, bekommt man den Eindruck, es handelt sich bei „Hard To Be A God“ um ein Hack & Slay-Spiel mit Rollenspielelementen. Dies entspricht aber nur sehr bedingt den Tatsachen. Das Spielkonzept ist nämlich nicht bloß auf die ständige Action ausgelegt – auch wenn diese in keiner Phase zu kurz kommt – sondern erfordert durchaus Weitsicht und Rücksichtnahme. Die diplomatische Vorgehensweise verlangt in vielen Szenen, dass man sich zunächst einmal einen umfassenden Überblick über die Szenerie verschafft, bevor man blindlings und mit voller Waffenkraft zuschlägt. Ohne wirkliches Geschick wird man in manchen Situationen anderweitig keine Fortschritte erzielen.

Kein strategisches Kampfsystem
Konträr zur oft gefragten, taktischen Vorgehensweise ist das Kampfsystem dann doch auf pure Action ausgelegt. Die Konfrontationen werden nicht rundenbasiert ausgetragen, so dass das Spieltempo über weite Strecken immens hoch ist. Für Verschnaufpausen sorgen immer wieder die Unterbrechungen durch Zwischensequenzen. Dennoch sollte man dem direkten Schlagabtausch nach Möglichkeit nicht aus dem Weg gehen, da die Skills und Levelentwicklungen des Protagonisten direkt mit den Erfolgen bei bestandenen Kämpfen zusammenhängen. Okay, manches Mal gibt’s dann doch ein wenig Hack & Slay-Action.

Vom Messer zur Mega-Wumme
Nicht nur inhaltlich spannt das Spiel den breiten Bogen vom Mittelalter zur fernen Zukunft, auch das Waffenrepertoire verknüpft gleich mehrere Welten miteinander. Von primitiven Messern und einzelnen Hiebwaffen wird man anfangs noch Gebrauch machen müssen, später stehen einem dann die futuristischsten Geschosse zur Verfügung. Selbst ein fetter Raketenwerfer ist in der Auswahl inbegriffen und macht das riesige, vor allem aber vielschichtige Arsenal zu einem echten Prunkstück. Insgesamt stehen mehr als 200 Waffen- und Ausrüstungsgegenstände zur Auswahl, weshalb es auch hier kaum Grund zum Meckern geben dürfte.

Optisch eher Schmalspur-Variante
Das Spiel bietet immer mal wieder ein paar Ansatzpunkte für ein wenig Kritik, nie jedoch für wirklich verheerende Sticheleien – außer bei der Grafik, bei der man definitiv Einbußen in Kauf nehmen muss. Die eingespielten Sequenzen machen noch einen anständigen Eindruck, das aktive Spiel allerdings birgt visuell keine echten Reize. Ganz im Gegenteil, wo man an anderer Stelle üppig ausgeschmückt hat, fehlt es hier an der entsprechenden Liebe zum Detail, was die Charaktere und das Setting betrifft. Bedenkt man jedoch, dass klassische Rollenspiele seit jeher keine Grafik-Schmankerl aufbieten, geht das aber so gerade noch in Ordnung.

Fazit:
bjoern.jpg „Hard To Be A God“ setzte vorab bereits einen größeren Anspruch voraus, schließlich gilt die Romanvorlage unter Insidern als ein kleines Meisterwerk. Und da die etwas improvisierte Darstellung der Story hier auch einen großen Teil des Spiels einnimmt, durfte man gespannt sein, inwiefern die Adaption des literarischen Werks gelingen würde. Für mich überraschend ist das gleichnamige PC-Spiel jedoch in nahezu jeglicher Hinsicht eine absolute Genre-Perle.

Viele bekannte Mechanismen wurden richtig schön mit den innovativen Elementen der Geschichte gekoppelt, die Vermischung von Rollenspiel und Action-Game wiederum geht fließend ineinander über. Vereinzelte Defizite lassen sich lediglich in der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und der schwächlichen Grafik ausmachen, allerdings sollen diese vergleichsweise marginalen Einschränkungen den Spielspaß keinesfalls mindern. Dieser nämlich – und das ist eine Erkenntnis, die erst mit weiterem Fortschritt des Spiels reift – ist aufgrund des nicht-linearen Storymodus nämlich absolut nicht begrenzt und zehrt vor allem von den vielen inhaltlichen Wendungen. Die Spannung bleibt ergo bis zum Ende bestehen und leistet schließlich die Überzeugungsarbeit, die dieses Spiel unverhofft zum Muss für SciFi-Rollenspieler und –Liebhaber avancieren lassen. Schön, solche positiven Überraschungen!



Hard To Be A God - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Bj�rn Backes

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.625 Grafik: 6.50
Sound: 8.00
Steuerung: 7.25
Gameplay: 8.75
Wertung: 7.625
  • Tolle Story
  • Sehr gute Abstimmung zwischen Background und Action
  • Nicht-linearer Handlungsstrang
  • Wendungsreiches Gameplay
  • Gewöhnungsbedürftige Steuerung
  • Bescheidene Grafik

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Rezension vom: 20.02.2008
Kategorie: Action
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