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Stromausfall - WASD-Magazin, Ausgabe 3
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WASD-Magazin – Ausgabe 3

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Normalweise heißt es 'aller guten Dinge sind drei'. Im Fall der WASD solle die dritte Ausgabe aber nur ein Zwischenstopp zu einer viel höheren Zahl (und somit auch Ausgabe) sein. Dennoch stellt die dritte Ausgabe etwas Besonderes in der noch jungen Geschichte des Gaming-Bookzines dar. Mit Ausgabe Drei kommen nämlich ein paar Neuerungen und Veränderungen, die das Magazin ein wenig abwechslungsreicher gestalten.

Was seit der ersten Ausgabe gleich geblieben ist, ist das unverwechselbare Aussehen der WASD (das zu Recht sowohl den European Design Award sowie den Red Dot Award, die höchste deutsche Designauszeichnung, erhalten hat). Denn genau wie die ersten beiden Teile kommt auch die dritte Ausgabe wieder als Bookzine daher, das mit seiner hochwertigen Verarbeitung und dem, ebenfalls wieder einmal, äußerst gelungenen Cover, in jedem Bücherregal eine gute Figur abgibt.

Das auf Retro getrimmte Cover-Bild zeigt einem auch direkt, um welches Thema es sich in der neuesten WASD hauptsächlich dreht – nämlich Skandale. Und damit sind natürlich irgendwelche Skandale von irgendeinem Sänger, Königshaus oder was auch immer gemeint, sondern welche aus der Videospielszene.
Doch gibt es überhaupt echte Skandale, die nicht nur innerhalb der abgeschotteten Videospielwelt für Aufsehen sorgen? Genau diese Frage stellen sich auch einige der mal wieder bunt gemischten Autoren, die, wie treue WASD-Leser sicherlich schon wissen, nicht nur aus professionellen (Gaming-) Autoren, sondern auch Feuilleton-Journalisten und Bloggern bestehen.

Peter Klement meint im Eingangsartikel, dass es (zumindest momentan) noch keine echten Skandale über Videospielmacher gibt, und zwar weil die meisten ganz einfach kaum bekannt sind.
Agata Goralczyk träumt in ihrem Artikel Mehr Skandale braucht das Land zunächst wie sie während eines Friseurbesuchs z.B. in der Gala über Jan Müller-Michaelis (Game-Designer – u.a. Edna bricht aus) (fiktiven) Sex-Skandale oder über Ron Gilberts skandalöse Schlabberhemden liest, um danach eben jener Frage auf den Grund zu gehen, warum dies nur ein Traum ist und Gossip über Videospielmacher in den Massenmedien nicht existent ist.

Dass das Thema 'Skandale' aber auch anders angegangen werden kann beweist Vera Marie Rodewald in ihrem Hooray, now you can kill Kids in Skyrim!-Artikel. In diesem äußerst lesenswerten Essay fragt sie sich, warum es in Videospielen (in diesem Fall speziell in Skyrim) von Haus aus verpönt ist, Kinder zu töten und ob es moralische Grenzen für das Töten virtueller Spielfiguren gibt.

Eine der besagten Neuerungen für die mit der WASD – Ausgabe 3 der Startschuss gefallen ist, ist das Computerspiel-Quartett, das ebenfalls im Abschnitt „Skandale“ zu finden ist. In diesem nicht ganz ernstgemeinten "Spiel" (das aber nicht gespielt werden kann, da es sich nicht um echte Spielkarten handelt) werden verschiedene Skandale und Skandälchen in den Kategorien "Gewalt", "Story/Wirkung", "Sexismus", "Rassismus" und "Wirtschaft/Medien" ob ihrer Wahrheit, ihrer Tragweite, ihren Google-Treffern und noch ein paar weiteren Punkten eingestuft. Der erste Teil der neuen Serie hat zum Beispiel dem Video Game Crash von 1983, Wolfenstein 3D und Harvester je eine Spielkarte spendiert.

Eine weitere Neuerung ist, dass die drei Abschnitte, in die die WASD unterteilt ist, nun nicht mehr ganz so abgeschottet daher kommen. In den ersten beiden Ausgaben war es ja bekanntermaßen so, dass sich im ersten Abschnitt stets alles um das Hauptthema drehte, im „Spiele“-Abschnitt Rezensionen vorkamen, und in der „Spielwiese“ auch andere Themen angesprochen wurden. Diese drei Bereiche gibt es zwar immer noch, dennoch ist es nun etwas anders. Unter die „Skandale“-Essays mischen sich jetzt nämlich auch einige Kolumnen, die nicht direkt was mit dem Thema zu tun haben. So gibt es zum Beispiel eine Kolumne von Stefan Köhler, in der es um Mods für Half-Life 2 geht, die sich voll und ganz dem Thema Kisten gewidmet haben.
Dasselbe ist auch im Bereich „Spiele“ zu finden. Auch hier gibt es mit Mein erstes Spiel (in dem der ehemalige Chefredakteur der Gamestar, Christian Schmidt, über den Selbstversuch berichtet sein allererstes Spiel nochmals zu spielen) eine Kolumne, die zwar grob zum Thema Rezensionen passt, sich aber dennoch von den anderen hier vorzufindenden Artikeln abhebt.

Bei den Spiele-Tests, die in diesem Abschnitt zu lesen sind, handelt es sich natürlich auch wieder nicht um solche, wie man sie in jedem x-beliebigen Gamingmagazin vorfindet. Weder müssen die Spiele besonders aktuell sein, noch gibt es irgendwelche Bewertungen. Vielmehr werden auch in diesen Artikeln ganz persönliche Sichtweisen von Spielen vermittelt. Und das gelingt wieder einmal mehr sehr gut. So ist es zum Beispiel äußerst unterhaltsam was Bärbel Wossagk über den Citybus Simulator München zu berichten hat, oder wie die Biologin und Zoologin Rike Campen den Surgeon Simulator 2013 sieht.

Als dritten und somit letzten Abschnitt findet sich in der dritten Ausgabe der WASD gewohntermaßen die „Spielwiese“, in dem man sich etwas allgemeiner mit Spielen auseinandergesetzt hat. In den ersten zwei Ausgaben wurde dieser Abschnitt immer recht kurz gehalten (in Ausgabe 2 gab es hier zum Beispiel lediglich zwei Artikel). Diesmal wurde der Spielwiese wesentlich mehr Platz anberaumt, so dass hier diesmal zehn Artikel zu finden sind. Unter andrem geht es dabei um Games als Kulturgut (Besonders Pferdvoll von Thomas Lindemann), um die Gamersprache (Nicht töten, sondern ... von Benjamin Filiz und Wenn es 20 Uhr ist, kommen die Monster von Burckhard und Andreas Grabe) sowie über die Erzählstrukturen in Computerspielen (Marco Pütz: Grenzen überschreiten, Gräben schließen). So unterschiedlich die Themen der einzelnen Artikel sind, so haben sie eines doch gemeinsam – jeder ist wirklich lesenswert.

Fazit:
stefan2Auch die dritte Ausgabe der WASD hat mich wieder voll und ganz überzeugt. Das Thema Skandale wurde auf viele Arten angegangen und lässt den interessierten Gamer selbst drüber nachdenken, warum sein liebstes Hobby, trotz des angeblichen Kultur-Gutes und dem Ankommen in der Mitte der Gesellschaft, außerhalb von videospielaffinen Medien kaum Beachtung findet.
Doch nicht nur die Artikel, und damit meine ich nicht nur die zum Hauptthema passenden, sondern sämtliche Artikel, sind wieder lesenswert, auch die Neuerungen die mit Ausgabe 3 Einzug in die WASD gehalten haben, sind gelungen.

Wahre Videospiel-Interessierte sollten sich also auch die dritte Ausgabe der WASD nicht entgehen lassen. Hier bekommt man nämlich wieder einmal mehr ein einzigartiges Gaming-Bookzine das sich und den Leser von der breiten Masse abhebt.

Zu erwerben gibt es die dritte Ausgabe der WASD ausschließlich über die offizielle Seite für 15,90 Euro bzw. 19,90 Euro (Förder-Ausgabe). Dort steht einem auch eine ausführliche Leseprobe zur Verfügung.

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Special vom: 18.08.2013
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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