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Stromausfall - Battlefield 4: Countdown
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Battlefield 4: Countdown

BATTLEFIELD4COUNTDOWN_Roman_451Wenn man unsere bisherigen Buchbesprechungen betrachtet fällt eines auf: Spiele(reihen), die einen Roman spendiert bekommen haben, haben allesamt eine gute Story oder spielen zumindest in einem Universum über das die Fans noch vieles mehr wissen möchten. So war es sowohl in Assassin's Creed als auch bei Halo und StarCraft. Dass dieses Gesetz aber nicht immer zwingend gilt, beweist der neueste Roman. Battlefield 4: Countdown beleuchtet nämlich die Hintergrundgeschichte von EAs Shooter genauer, und die war ja – wie wir alle wissen – nicht gerade das Gelbe vom Ei. Umso gespannter darf man sein, was der Autor aus dieser Vorlage gemacht hat...

Die Chancen dafür, dass der Autor trotz dieser eher mauen Vorlage etwas interessantes erschaffen hat, stehen auf jeden Fall schon mal nicht schlecht. Für den Roman zeichnet sich nämlich Peter Grimsdale verantwortlich. Grimsdale, der auch als TV-Produzent arbeitet und hier vor allem durch seine BBC-Dokumentationen bekannt geworden ist, hat nämlich schon mit dem Roman zu Battlefield 3 bewiesen, dass er es durchaus versteht aus mittelmäßigen Vorlagen etwas gutes zu machen.

In Battlefield 4: Countdown stellt er CIA-Agent Laszlo Kovic in den Vordergrund. Dieser wurde gemeinsam mit einer Handvoll weiterer Leute von der US-Regierung zu einer Geheimoperation nach Nordkorea geschickt, bei der er einen Nuklearforscher nach draußen schleusen sollte. Leider verläuft dies aber alles andere als geplant und so geschieht es, dass er als einziger Überlebender aus dem kommunistischen Land in seine Heimatbasis Shanghai zurückkehrt. Anstatt zu Hause die schlimmen Geschehnisse verarbeiten zu können, wird er von der CIA allerdings verdächtigt, die Seiten gewechselt zu haben und für den Tod seiner Kameraden verantwortlich zu sein. Was folgt ist eine spannend erzählte Schnitzeljagd, in der Kovic selber herausfinden möchte, warum die scheinbar einfache Mission dermaßen katastrophal endete. Was er dabei aufdeckt ist eine internationale Verschwörung, in der er längst als Schachfigur fungiert.

Peter Grimsdale erschuf mit der Geschichte rund um Kovic einen spannenden und interessanten Roman, der zeigt, dass Battlefield durchaus auch anders sein kann als das was man von den Spielen her kennt. Zwar wird auch hier durchaus viel geschossen, aber alles wirkt glaubhafter als in den Battlefield-Spielen. Alles macht mehr Sinn und hat nicht den Eindruck, als ob es nur Mittel zum Zweck ist.

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Leseprobe:

"Also, Jason Bourne, wie kommt’s, dass du in nem Hawk voller Marines sitzt anstatt irgendwo über Hausdächer zu hopsen?"
Das war eine gute Frage. Kovic hätte die Sache locker ablehnen können. Sein Spion-Status war abgelaufen, er hatte seit Afghanistan keine Waffe mehr benutzt, war nicht mehr in Form und hatte außerdem jede Menge in Schanghai am Laufen. Jeder Knochen in seinem Körper
riet ihm, die Finger davon zu lassen, aber er wusste, dass er für Cutler irgendetwas abziehen musste, wenn er seinen Posten behalten wollte. Sie waren nie richtig warm miteinander geworden. "Sieh dich vor", hatte Krantz ihn am Schreibtisch in Langley gewarnt. "Cutler hat ein Auge auf China geworfen, um zum Oberklops im eigenen Königreich zu werden. Streichel ihm’n bisschen den Schwanz.
Kannst es dir leisten. Deine Vita ist eh fetter als seine."Es stimmte, Kovic hatte mehr als genug heiße Einsätze hinter sich gebracht: im Libanon die Hisbollah aufmischen, einen Waffenhändler in Liberia hochnehmen, eine verdeckte Nummer als tschechischer Heimkehrer in Grosny, zwei lange Ausflüge durch den Irak, dann Afghanistan. Der Olivton seiner Haut und die markanten Wangenknochen ließen ihn so ziemlich überall zwischen Wladiwostok und Venezuela als Einheimischen durchgehen. Schanghai war als Belohnung gedacht, als "Möglichkeit, sich neu zu erfinden", wie die Personalabteilung behauptete. Die ersten zwei Jahre hatte er es gehasst, mit der Sprache gerungen und versucht, hinter die mysteriösen Codes in den Arbeitsweisen der Chinesen zu kommen. Heute konnte er sich gar nicht mehr vorstellen, irgendwo anders zu leben. Wenn es nach ihm ginge, würde er hier sterben, allerdings nicht in Nordkorea, nicht heute Nacht.
Price, der große Stille, meldete sich zu Wort. "Wen rufen wir, wenn wir’s verkacken?"
Sein Leiter fuhr ihm über den Mund. "Hey, niemand verkackt hier. Okay, Junge?"
Wurde auch Zeit, dass Olsen mal Klartext redete. Er und Kovic wussten nur zu gut, dass sie allein dastehen würden, falls sie es verkackten. Das war nicht zu leugnen. Die anderen begriffen es nicht, aber konnte man ihnen das vorwerfen? Sie dienten als eingeschriebene Soldaten und hatten Regeln, nach denen zu spielen war. Regel Nummer eins bei der CIA lautete: Nicht erwischen lassen. Weil niemand kommt, um dich rauszuhauen.

Fazit:
stefan2 EA sollte sich ernsthaft Gedanken machen, ob sie Peter Grimsdale nicht für das nächste Battlefield engagieren möchten. Denn wer aus einer Vorlage, wie sie Battlefield 4 bietet, eine dermaßen spannende und mitreißende Geschichte macht, wird bestimmt auch eine interessante eigenständige Geschichte schreiben können, die Battlefield endlich wieder etwas glaubwürdiger dastehen lassen würde. Doch auch wenn uns EA diesen Gefallen vielleicht nie tun wird, Battlefield 4: Countdown ist auf jeden Fall ein gelungener Vertreter des Spieleroman-Genres, der nicht nur Fans des Spiels bis zur 331ten und somit letzten Seite nicht mehr los lassen wird.

Zu erwerben gibt es Battlefield 4: Countdown für 12,99 Euro in jedem gut sortierten Buchhandel, bei Amazon oder direkt bei Panini.

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Special vom: 07.04.2014
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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