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Kurz vorgestellt: Street Fighter: Assassin's Fist
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Assassins_Fist_CoverVor ein paar Wochen erschien Street Fighter: Assassin's Fist auf DVD und Blu-ray. Dass es überhaupt so weit kam, und wir euch die DVD/Blu-ray an dieser Stelle vorstellen dürfen, gleicht einem kleinen Wunder. Der Werdegang dieser Serie bzw. dieses Films war nämlich alles andere als einfach.

Angefangen hat alles vor gut eineinhalb Jahren. Damals startete der britische Schauspieler Joey Ansah (manchen vielleicht aus den Filmen Snow White and the Huntsman, Das Bourne Ultimatum oder Born of War bekannt) auf Kickstarter ein Crowdfounding-Projekt, um seine Version einer Street Fighter-Serie zu realisieren. Das Ziel war es, 650.000 britische Pfund (umgerechnet knapp 800.000 Euro) zu sammeln. Das Vorhaben startete aber so langsam, dass sich Ansah genötigt sah, es wieder zu beenden – damit war der Traum seiner Serie auch geplatzt. Allerdings nur kurzzeitig. Schnell fanden sich private Investoren, die an das Projekt glaubten, und somit konnten die Dreharbeiten am 14. Juli 2013 in Sofia, Bulgarien doch starten.
Das Ergebnis dieser Arbeiten waren 13 Folgen zwischen 11 und 12 Minuten Länge, die man sich gut ein Jahr später (genau am April 2014) kostenlos auf YouTube und Machinima ansehen konnte. Daraus resultiert nun auch diese DVD/Blu-ray. Hierbei wurden aus den 13 Folgen nämlich ein mehr als 2 Stunden langer Film gemacht.

Erzählt wird darin die Geschichte der beiden wohl bekanntesten und beliebtesten Street Fighter-Charakteren Ryu (gespielt von Mike Moh) und Ken Masters (Christian Howard).
Die beiden erlernen bereits seit Kindesbein in der Abgeschiedenheit der japanischen Bergwildnis bei Meister Gōken (Akira Koieyama) die Kampfkunst des Ansatsukn – ohne zu wissen, dass sie die letzten Schüler dieses beinahe vergessenen Kampfstiles sind. Warum diese Kampfkunst nicht mehr gelehrt wird, liegt an derer Schwierigkeit. Um die Chi-Energie zu kontrollieren und sie gezielt in verheerende Spezialtechniken umwandeln zu können, verlangt es von den Kämpfern viel Geduld, Ruhe und vor allem Übung – anderenfalls riskiert man dem "Satsui no Hado", einem süchtig machenden Tötungsrausch, zu verfallen. Als Ryu und Ken schließlich die Wahrheit darüber erfahren, dass sie die letzten Krieger dieses Kampfstils sind, offenbart sich langsam die geheimnisvolle und düstere Vergangenheit ihres Meisters. Um sich von diesem dunklen Erbe und den Fesseln der Tradition zu lösen, müssen sie sich ihrem Schicksal und den Dämonen aus vergangenen Zeiten stellen.

Mit Schauern haben viele noch den Street-Fighter-Film aus dem Jahre 1994 im Gedächtnis. Damals prügelte sich Jean Claude van Damme als Colonel Guile durch die Gegend, als ob es kein Morgen gäbe. Story: Egal. Hauptsache es wurde geprügelt.
Wer befürchtet, dass dies auch in Street Fighter: Assassin‘s Fist der Fall sein wird, hat sich geirrt. Statt banalem Geprügel wird einem hier die Story von Ken, Ryu und Gōken sehr genau und mit sehr vielen Details erzählt, so dass man am Ende des Films weiß, wie Ken und Ryu zu denen geworden sind, die man aus den Videospielen kennt. Doch selbst Leute, die noch nie ein Street-Fighter-Spiel gesehen haben, werden durch die gelungene und interessante Erzählstruktur Freude am Film haben.

Natürlich auch, weil es nichtsdestotrotz auch einige Kämpfe zu sehen gibt. Die sind aber wie erwähnt nie plump eingestreut, sondern so dass sie auch etwas zum Storytelling beitragen.
Dies merkt man auch bei der Darstellung der Kämpfe. Großes Tamtam mit allerlei Schnickschnack und Special Effects gibt es hier nicht. Da es sich hierbei um einen Live-Action-Film handelt, wirken die Kämpfe eher Oldschool – was in diesem Fall aber ein großes Kompliment ist.

Ein Problem bei Live-Action-Filmen ist immer der, dass die Darsteller meist zwar sehr gut fighten können, schauspielerisch aber eher ein überschaubares Talent besitzen. Bei Assassin‘s Fist ist dies allerdings nicht der Fall. Die Hauptdarsteller Moh, Howard und Koieyama können sowohl kämpfen als auch schauspielern – und zwar beides sehr wohl beeindruckend. Letzteres haben sie ja auch schon in anderen Filmen unter Beweis gestellt. Am bekanntesten dürfte dabei Akira Koieyama sein, der zum Beispiel in Rush – Alles für den Sieg oder 47 Ronin mitgemacht hat. Aber auch Moh und Howard hatten zum Beispiel schon in verschiedenen TV-Serien, wie etwa 2 Broke Girls oder Dr. House, den einen oder anderen Gastauftritt

Gelungen sind auch Optik und Soundtrack. Vor allem letzter wird Fans der Spieleserie erfreuen, denn hier wurden zahlreiche Themes aus den Spielen verwendet. Aber auch die anderen von Patrick Gill extra für die Serie geschriebenen Songs können überzeugen. Optisch gibt es neben den spektakulären Kampfszenen auch schöne Aufnahmen der Natur.

Nicht ganz unwichtig ist natürlich auch, wie das Ganze auf DVD bzw. Blu-ray präsentiert wurde. Und auch hier wurde ordentliche Arbeit geleistet. Die generelle Bild- und Tonqualität ist auf beiden Formaten sehr gut. Als Sprachausgabe stehen sowohl die original englische/japanische als auch die deutsche Synchro zur Auswahl, wobei die deutsche zwar gelungen aber dennoch nicht an die originale heranreicht. Hier kommt durch die zahlreichen japanischen Konversationen auch einfach ein ganz anderes Feeling auf. Deswegen würde ich persönlich jedem die originale Tonspur empfehlen, eventuell mit deutschen (oder englischen bzw. niederländischen) Untertiteln.
Als Extras bieten DVD und Blu-ray zudem noch einen Audiokommentar von Regisseur Joey Ansah, Ken's Videotagebuch, ein Making Of, Outtakes und den Trailer – alles nichts überraschendes, aber dennoch durchaus sehenswert. Leider sind das Tagebuch und das Making Of aber sehr kurz geraten.

Fazit:
stefan2Fans der Street-Fighter-Spiele werden Assassin‘s Fist lieben. Hier werden zwei ihrer größten Helden genauestens beleuchtet und so in Szene gesetzt, dass man denken könnte, dass man hier das Leben zweier realer Personen zu sehen bekommt.
Doch auch Leute, die nie etwas mit den Spielen am Hut hatten und einfach nur Filmliebhaber sind, werden ihre Freude mit diesem Werk haben. Joey Ansah hat hier nämlich einen Film erschaffen, der so glaubhaft und tiefgründig ist, dass man einfach fasziniert sein muss.
Wer 10 bzw. 13 Euro (je nachdem ob man sich für DVD oder Blu-ray entscheidet) übrig hat, sollte sich den Film Street Fighter: Assassin‘s Fist also auf jeden Fall holen.

Street Fighter: Assassin's Fist findet ihr z.B. bei Amazon: Hier als DVD, hier als Steelbook-Blu-ray und hier als normale Blu-ray.

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Special vom: 16.09.2014
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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