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Kurz vorgestellt: Hatoful Boyfriend
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Selbst in Zeiten, in denen es vor Spieleserien und deren Klonen nur so wimmelt, gibt es immer wieder Spiele, die mit ihren absurden Ideen hervorstechen, und bei denen man sich fragt was der Entwickler wohl zu sich genommen hat, als er die Idee dazu hatte. Eines dieser Spiele ist Hatoful Boyfriend, das wir euch an dieser Stelle einfach vorstellen müssen.

Hatofol_Boyfriend_Screen1In Hatoful Boyfriend, welches ursprünglich 2011 vom berühmten Manga-Künstler Mao Hato erschaffen wurde und nun nochmal mit der Unterstützung von Devolver Digital "professionell" herausgebracht wird, spielt man – glaub es oder nicht – ein Mädchen namens Hiyoko Tosaka, das in eine Schule voller männlicher Tauben geht. Das aber nicht etwa weil das Gebäude so runtergekommen ist, sondern weil die Tauben in dieser Welt extrem intelligent sind. Warum das genau ist, erfährt man nicht. Es scheint aber irgendetwas mit einer postapokalyptischen Welt zu tun haben. Auf jeden Fall wurde St. Pigeonations extra für die fliegenden Ratten erbaut und gilt nicht nur als eine der besten japanischen Taubenschulen, sondern als eine der besten weltweit (es gibt also offensichtlich noch mehr davon). Hört sich nicht nur seltsam an, sondern ist es auch.

Doch leider ist das auch schon das ungewöhnlichste und interessanteste am ganzen Spiel. Denn was einen sonst erwartet, ist besonders für uns Europäer wohl doch eher – sagen wir mal – befremdlich.
Bei Hatoful Boyfriend handelt es sich nämlich um ein Spiel des sogenannten otome-Genres. Diese Art von Spielen sind vor allem bei jungen japanischen Mädchen (otome heißt übersetzt passenderweise auch Mädchen) beliebt. Denn in diesem Spielen werden in der Regel Liebesgeschichten erzählt. Und zwar in Form von Visual Novels, also visuellen Romanen. Anstatt einer aufwendigen Grafik oder einer riesigen Spielwelt erhält man einzelne Bilder, in denen man die Geschichte erzählt bekommt und man eigentlich nur dafür da ist, mit seinen Entscheidungen den Weg dieser Geschichte zu wählen.

Genauso verhält es sich auch bei Hatoful Boyfriend. Auch hier muss der Spieler lediglich durch Drücken der Entertaste entscheiden, an welchem Unterricht er teilnimmt, was er in seiner Freizeit macht und natürlich vor allem mit wem er sprechen möchte und was er zu der jeweiligen Taube sagt. Daraus entstehen nach und nach Beziehungen, die mitunter sogar zu echten Romanzen heranwachsen.

Dies geschieht auch recht zügig. Nach knapp zwei Dutzend Entscheidungen erfährt man nämlich auch schon, wie das kleine Techtelmechtel endet – zum Äußersten kommt es dabei allerdings nie, was in Anbetracht der Umstände aber wohl auch besser ist. Das Spiel ist damit aber noch lange nicht beendet. Denn in Hatoful Boyfriend gibt es gleich 14 Handlungsstränge und somit auch Enden. Abhängig davon, wie man sich im Laufe der Story entscheidet, macht man sich an einen anderen komischen Vogel ran (die allesamt den vertrauten japanischen Klischee-Typen entsprechen) und die Geschichte wird anders erzählt. Richtig spannend ist aber leider keine davon – höchstens für japanische Mädchen.

Hatoful_Boyfriend_Screen2Warum sollte man Hatoful Boyfriend dann überhaupt spielen? Ganz einfach, wenn man dies nicht macht, verpasst man manche der wohl kuriosesten Szenen der Videospielgeschichte. Oder was ist seltsamer, als von einer Taube auf einer Vespa nach Hause gefahren zu werden? Richtig, nicht viel. Doch genau das würde man verpassen, würde man Hatoful Boyfriend nicht spielen. Ebenso würde man aber auch nie erleben, wie man sich selber fragt ob die Taube gegenüber nun männlich oder weiblich ist. Dank einiger unklarer Namen und Übersetzungen ist das manchmal gar nicht so klar. Da hilft es ungemein, dass man sich zumindest einmal zeigen lassen kann, wie die Taube mit der man gerade spricht, in ihrer menschlichen Form aussehen würde. Doch wie gesagt, das kann man pro Taube immer nur einmal machen. Danach nie wieder.

Zu guter Letzt gibt es auch noch einen dritten Punkt, der dafür spricht Hatoful Boyfriend zu spielen. Wenn man alle Enden erlebt hat, schaltet man das große Ende frei, das, anders als die normalen Enden, viele Überraschungen parat hält. Was genau verrate ich natürlich nicht, schließlich möchte ich niemanden, der sich die Mühe macht bis dorthin zu kommen, irgendetwas spoilern.

Technisch darf man von Hatoful Boyfriend nicht allzu viel erwarten. Man bekommt wie gesagt immer nur einzelne Bilder zu sehen. Videosequenzen oder ähnliches gibt es nicht. Dafür ist der Look der Bilder aber passend zum Spiel sehr eigenwillig. Die Tauben werden nämlich stets durch echte Fotos dargestellt, die vor gezeichneten Hintergründen stehen.

Fazit:
stefan2Zugegeben, spielerisch ist Hatoful Boyfriend nicht wirklich berauschend. Im Grunde drückt man immer zu nur die Entertaste und müht sich so von einer Handlung zur nächsten, bis man irgendwann das große Ende freigeschaltet hat.
Dafür bietet das Spiel aber eine der wohl kuriosesten Szenarien überhaupt. Doch ob einem das alleine genügt, um 7,99 Euro (normale Version) bzw. 13,99 Euro (Collector’s Edition mit Soundtrack, Manga, Wallpapern und St. Pigeonations Jahrbuch) auszugeben, muss jeder für sich entscheiden.

Ihr findet Hatoful Boyfriend hier auf Steam.
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Special vom: 18.09.2014
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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