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The Division
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Der Shitstorm tobte durchs Netz! Grafikdowngrade, keine Drohnen und dann noch dieses RPG-Geballer, wo ein Headshot kein Headshot ist. Die Aufregung um die letzten Infohappen zu The Division sorgten für eine Menge Zündstoff. Was steckt wirklich in dem MMOG Shooter aus dem Hause Ubisoft? Ich wollte es wissen und habe die Beta ausführlich Probe gespielt und kann behaupten, das noch viele Fragen offen sind. 

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Erstmal verlief der Start äußerst suboptimal. Die Vorgeschichte ist in der Beta nicht spielbar, man steigt direkt in Manhatten ein. Die Kurzfassung: In New York ist ein Virus ausgebrochen und mit ihm das blanke Chaos. New York ist am Boden und wird von Banden heimgeuscht, die Zivilisation ist am Ende. Ich starte schon auf Level 4, mit einem Sturmgewehr, Pistole und MP. Man guckt sich um, spricht mit den ersten Leuten und denkt sich: "Ja, das ist absolut ein Downgrade zum viel berüchtigten E3-Trailer". Ich schwanke bei der Beurteilung. Manche Ecken sehen in Sachen Textur schwach aus, andere Bereiche glänzen mit liebevollen Artdesign und guter Optik. Die Atmosphäre eines verlassenen und kollabiertem New York weiß aber zu überzeugen. Trotzdem, dieses Hin- und her, das Einpendeln auf Mittelmaß bleibt erstmal, auch in anderen Bereichen. Alleine zog ich los, auf zur ersten Hauptmission und stolpere in erste Nebenmissionen am Straßenrand. Diese entpuppen sich als wenig spannende Deckungsgefechte gegen fragwürdig agierende KI. Irgendwie zu leicht. Das Waffenhandling komisch. Das HUD allgegenwärtig schwankt zwischen stylisch und überladen. Man merkt sofort, dies hier ist mehr Rollenspiel als Shooter. Mit dem M4 braucht man schon ein paar Salven in den Kopf des Gegenr um ihn zu Boden schicken. Die Lebensbalken über den Feinden, der Schaden pro Sekunde der Waffen, The Division ist im Prinzip World of Warcraft mit Schusswaffen.

Erste Missionen
Abgehakt, weiter zur Hauptmission. Ich soll ein Hauptquartier errichten, meine ganz eigene persönliche Basis. Auch hier erstmal Ernüchterung. Man erahnt zwar die Möglichkeiten, aber das meiste ist gesperrt, inklusive dem Crafting. Ein Blick ins Charaktermenü offenbart ähnliches. Talente und Vorteile im Spiel sind komplett deaktiviert, von den Fertigkeiten sind nur vier freischaltbar. The Division und ich, wir hatten keinen guten Start.

Ich spürte aber mit zunehmender Spielzeit, das da im Hintergrund mehr funkelt. Ich wagte mich noch einmal hinaus, spielte die einzige größere Mission der Beta und merkte, hier im verlassenden und zerstörten Madison Square Garden zieht die Grafik an. Die Gegner nicht schlauer aber weit in der Überzahl verlangen alles von einem ab. Man huscht gekonnt und sicher von Deckung zu Deckung. Schmeißt Granaten, zwingt Gegner hinter Barrikaden. Die Steuerung funktioniert, gut. Der Loot den die Gegner fallen lassen, besser! Es will noch nicht ganz Diablo Feeling aufkommen, aber man spürt diesen kleinen Sog, den aufkeimenden Sammelwahnsinn. Der Endkampf gegen einen gut gepanzerten Plünderer mit Maschinengewehr ist nur schwer zu schaffen. Der Spielspaß ist ein wenig zurück. Auch weil er ein cooles blaues M5 droppt.

Lehrgeld
Ab in die Dark Zone. Dies ist ein kontaminiertes, abgeschottetes Gebiet frei von jeglichen Regeln. Die Dark Zone fungiert als Open PvP Gebiet in The Division. Man kann theoretisch jeden angreifen und ihm die Beute klauen. Grundsätzlich sind alle Spieler als Teammitglieder getaggt. Greift man allerdings einen anderen Spieler an, wird man zu einem Ausgestoßenen. Dieser kann von allen gejagt werden, wobei er selber keine Hemmungen mehr hat, selber zu jagen. Warum man das macht? Beute, PvP-Ruf und Währung mit denen man sich äußerst mächtige Items bei einem Händler unter den Nagel reißen kann! In der Dark Zone erbeutete Items haben aber einen Haken.

Der Clou ist nämlich, das all die gefunden Items, sei es durch Spieler-Spieler Gefechte oder gegen NPC Bandenmitglieder, nicht einfach ins Inventar wandern. Da die Gegenstände kontaminiert sind, muss man sie an speziellen Extractionpoints in einen Helikopter laden. Dieser bergt die Gegenstände und bringt sie zur Basis. Das Problem, ruft man so einen Heli, dauert es eine gewisse Zeit bis dieser eintrifft. Zeit die andere Spieler nutzen, um selber dorthin zu gelangen. Was nicht allzu schwer ist, da die Ankuft für alle im HUD angezeigt wird. Entweder kommen die Spieler, weil sie selber etwas in den Helikopter verfrachten möchten, oder aber sie kommen um Dir den Loot zu klauen. So entbrennen spannende Kämpfe um eigene Beute - ein nervenaufreibendes Spiel zwischen Fremden in einer gesetzlosen Region.

Das ich hier alleine als Anfänger frustrierend Lehrgeld bezahlen musste, ist kein Wunder. Es gab da so manche Spielergruppe, die koordiniert ganze Bereiche zu ihrem Herrschaftsbereich auserkoren hatte. Ich sah kein Land und noch weniger Beute. Also wieder raus aus dieser eher frustigen Angelegenheit. Wars das mit The Division und mir? Nein, und das lag an einer ganz einfachen Sache und aus meiner Sicht dem Kern dieses Spiels: Gruppenspiel!

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Neustart
Ich trat einer Gruppe von drei Mitspielern bei und zu viert starteten wir noch einmal die Madison Square Garden Mission. Diesmal auf den Schwierigkeitsgrad Hart.

Leute, was für ein Fest! Da stürmt ein Spieler mit Schild und Pistole vor und zieht die Aggro, von hinten beharken zwei Mitspieler aus der Deckung mit Scharschützengewehren die Gegner, ich selber flankiere den Feind. Das hier ist richtig gute Teamaction! Wie eingangs erwähnt, fast alles ist an Talenten und Fähigkeiten gesperrt und trotz dieser wenigen Aktionen füllt jeder seine Klasse aus und erledigt seinen Job. Alleine kommt diese Taktik nicht auf. Ob ich nun einen Schalldämpfer trage, der die Aggro senkt, oder das Schild benutze um zu tanken - alleine ist das irgendwie witzlos.

Nach der Mission erkunden wir zu viert noch Manhatten und auch die Nebenmissionen machen jetzt mehr Spaß! Da müssen wir in einer kontaminierten Zone innerhalb weniger Minuten drei Scans durchführen. Die Zone entpuppt sich als mehrstockiges von innen komplett begehbares Gebäude. Wir hetzen durch Flure, Küchen, Wohnzimmer. Finden in Schränken schicke neue Jacken, und schaffen es gerade so in der Zeit die Scans durchzuführen. Andere Missionen erfordern das Töten eines hartnäckigen Bosses oder wir müssen ein Pumpwerk am laufen halten, während aggressive dunkle Gestalten mit Flammenwerfern uns Feuern unterm Hintern machen.

Nervenzerreißend
Wir haben dann natürlich auch die Dark Zone besucht. Auch hier stellte sich sofort Spielspaß ein! Nun waren wir es die Beute machten, Extractionpoints erfolgreich verteidigten und so manch spontanes Scharmützel gegen andere Gruppen war reiner Nervenkitzel. Mit zunehmender Dauer und Erfolg, vor allem gegen menschliche Gegner, wächst das Kopfgeld, bis man zum Rogue Agent wird. Hier wird der eigene Standort auf der Map für alle Spieler sichtbar dargestellt. Sich zu viert gegen die ganze Map zu erwehren, sich geschickt zurückzuziehen, durch Sperrfeuer der Teammitglieder einen gefallenen Freund wieder auf die Beine helfen oder das minutenlange verschanzen in einer Tiefgarage vor dem tobenden Mob, es war wohl die spielerisch beste Multiplayererfahrung seit langer Zeit für mich.

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Jäger und Sammler
Und dann setzt auch der Sammelwahn ein. Man findet alle möglichen Waffen, mit unterschiedlichsten Charakteristika und eigenen Fähigkeiten. Da gibt es die Pistole die erhöhten Schadensoutput hat, wenn der Gegner nur noch 30% Lebensenergie besitzt, Handschuhe die den Schaden von Sturmgewehren um 15% erhöhen oder den Laserpointer der die Stabilität verbessert. Jede Waffe lässt sich dabei individuell mit Mods verbessern und falls Färbemittel zur Hand auch umfärben! Ob Zielvorrichtungen, Griffe, Schnellwechselmagazine, Schalldämpfer, man hat die Quahl der Wahl. Schön ist auch das sich die Waffen und die Fertigkeiten des Charakter überall zu jeder Zeit immer wieder neu anpassen lassen. Ein Verskillen gibt es nicht und man kann sich als Gruppe der nächsten Herausforderung immer neu und on the fly anpassen. Da ist The Division absolut vorbildlich in Sachen Komfort.

Fazit
The Division braucht seine Zeit, zumindest ging es mir so. Die Shootermechanik, bei der es sich mehr im SPS, Critchance, Resistenzen und Lebenspunktbalken dreht, ist mehr Rollenspiel, als man sich das vorstellen mag. Auch ist das Spiel eher taktisch, behäbiger und langsam und weniger wildes Geballer. Es gibt viele Nebenmissionen die nicht gerade brilliant sind und alleine in der Dark Zone ist eine ganz besondere Herausforderung, die ganz sicher nicht jedem schmeckt. Der Vergleich zu Destiny, als MMO Shooter vermarktet, könnte nicht falscher sein. Das hier ist ein Rollenspiel, mit Skillbäumen und Talenten. Es besteht aus Tanks und Heilern. Es gibt massenhaft Loot und anpassbare Waffen, Kleidungen und optischen Gimmicks. Es setzt den Fokus auf dynamische Teamgefechte und weniger Solo-Ballerei. Am Anfang skeptisch, freue ich mich jetzt auf den Release von The Division. Wobei man ganz klar sagen muss, das in der Beta die meisten Funktionen gesperrt waren und daher hinter vielen Aspekten, wie der Ausbau der Basis, Qualität der Hauptmissionen oder dem Crafting ein großes Fragezeichen steht. 

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Special vom: 02.02.2016
Autor dieses Specials: Christian Jacob
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