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Stromausfall - Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie
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BattlefrontTwilightKompanieRomane zu Videospielen bauen im Normalfall auf die Story, die im Spiel erzählt wird, auf und erzählen diese entweder weiter oder was vor den dort gezeigten Geschehnissen passiert ist. Mit diesem Hintergrundwissen fragt man sich schon, was man beim nun erschienenen offiziellen Roman zu Star Wars Battlefront erwarten darf. Schließlich hatte EAs Star Wars-Multiplayershooter doch gar keinen Storymodus, auf den man zurückgreifen könnte.
Unsere Buchrezension zu Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie wird zeigen, wie dieses Problem angegangen wurde.

Derjenige, der dieses Problem lösen musste, war der Autor Alexander Freed. Dieser dürfte dem einen oder anderen, der sich mit der Gamesszene gut auskennt, eventuell ein Begriff sein. Freed war nämlich sechs Jahre bei BioWare als Writer angestellt und hat in dieser Zeit unter anderem an dem MMORPG Star Wars: The Old Republic mit gearbeitet, wo er die Klassenstory des Imperialen Agenten geschrieben hat.
Außerdem war Freed auch bei Dark Horse angestellt und war dort für die Texte diverser Star Wars-Comics verantwortlich.
Als Romanautor trat er bisher hingegen noch nicht in Erscheinung, sodass Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie sein Erstlingswerk ist.

In diesem sah er sich dann eben auch direkt der Problematik der fehlenden Storyvorgabe gegenüber stehen. Freed hat dieses Problem allerdings elegant gelöst, und nicht etwa versucht, die Geschehnisse des Spiels doch irgendwie in eine Story zu packen. Stattdessen hat er sich für den offiziellen Roman zu Battlefront einfach eine ganz eigene Geschichte einfallen lassen, samt eigenen Charakteren, Geschehnissen und Schauplätzen. Im Grunde hat dieser Roman also gar nichts mit dem Spiel gemein.

Freed hat sich schlussendlich dazu entschlossen seine Story nach den Geschehnissen aus Episode 4 (und den Anfängen aus Episode 5) anzusiedeln. Die Kämpfe um die Randzonen sind noch immer im vollen Gange, allerdings hat das Imperium mittlerweile klar die Oberhand gewonnen und drängt die Rebellen immer weiter zurück. So auch die namensgebende Twilight-Kompanie. Auch die muss sich zunächst aus einem gerade gewonnenen Gebiet wieder zurückziehen - und erleidet dabei reichlich Verluste. Dies wird auch bildhaft dargestellt, wodurch bereits sehr früh der weitere Weg des Romans aufgezeigt wird. Hier gibt es keine Liebesgeschichte oder irgendeine romantische Darstellung der Rebellen. Hier geht es ausschließlich um den Krieg und zwar mit all seinen harten Facetten. Da werden nicht nur Dutzende Feuergefechte samt Explosionen beschrieben, sondern auch die Verletzungen, die die Rebellen und Imperialen Soldaten erleiden.
Auf der anderen Seite werden aber auch moralische Fragen gestellt, die selbst die Rebellen nicht immer in einem guten Licht erscheinen lassen.
Platz für große Gefühle oder Charakterzeichnungen gibt es bei alldem natürlich nicht und so ist der Einzige, der einigermaßen ordentlich vorgestellt wird, auch der Hauptcharakter des Romans – Namir Hazram.
Hazram ist, passend zu der sehr harten und dreckigen Geschichte, ein knallharter Offizier, der während seiner Soldatenlaufbahn schon vieles gesehen hat. Folgerichtig ist er auch nicht gerade der sympathischste. Dennoch wird man mit ihm irgendwie warm und versteht schnell, warum er so ein harter Hund ist.

Leseprobe

DER PLANET CRUCIVAL
Tag siebenundvierzig des Malkhani-Aufstands
Dreizehn Jahre nach den Klonkriegen

Sein Name war Donin. Das war nicht der Name, den man ihm bei der Geburt gegeben hatte, aber es war der Name, der ihm ins Fleisch geritzt und mit Tinte dort verewigt worden war. Das Mal hatte er erst vor Kurzem zu Ehren seiner Einweihung vom Klan-Meister erhalten. Die schwarzen Wellen und Kringel verliefen unter dem rauen Stoff seiner Jacke quer über seine Schulterblätter. Das war eines von vier Geschenken, die er bei seiner Aufnahme in die Armee von Kriegsherr Malkhan bekommen hatte: ein neuer Name, das Mal, ein Messer mit gezackter Klinge und der Partikelblaster eines Fremdweltlers.
Die Meister hatten ihm versichert, dass der Blaster unter diesen vier Geschenken das wertvollste war. Sein Griff war mit ausgefranstem Leder umwickelt, sein Lauf rußgeschwärzt und mit Asche verkrustet. Die Waffe hatte noch genug Energie für ein Dutzend gleißender Schüsse, und Donin war ermahnt worden, dass er keinen dieser Schüsse vergeuden oder die Waffe fallen lassen durfte, sollte sie seine Hände verbrennen. Das wäre das Verhalten eines Kindes – nicht das eines vollwertigen Klan-Mitglieds.
Er kauerte sich zwischen seinen neuen Brüdern und Schwestern – deren Namen er erst noch in Erfahrung bringen musste – hinter der niedrigen Steinmauer auf dem Hügelkamm zusammen. Dank seiner schmalen Gestalt, dünn aufgrund seiner Jugend und des Hungers, konnte er sich ganz hinter der Barrikade verbergen; das war auch der Grund, warum man ihn an die Front befohlen hatte. Ebenso wie das Mal auf seinem Rücken und die Waffen war auch dies ein Privileg. Das rief er sich jedes Mal wieder ins Gedächtnis, wenn er zu schwitzen oder zu zittern begann.
Er blickte entlang der Reihe seiner Kameraden und suchte nach Anzeichen dafür, dass auch sie Angst vor der bevorstehenden Schlacht hatten. Die meisten von ihnen waren größer und älter als er, ausgerüstet mit Fremdweltler-Waffen, die genauso geschwärzt und verrostet waren wie seine eigene. Sie säuberten ihre Messer, murmelten einander leise zu. Donin sagte sich, dass er für sie sterben würde, ebenso wie sie für ihn sterben würden, im Namen des Klans und ihres Kriegsherrn. Und sollten sie den Kampf gewinnen ...
Nein, sollte ich den Kampf überleben, korrigierte er sich. Dass sie gewinnen würden, war laut Kriegsherr Malkhan gewiss. Die Frage war nur, ob er diesen Sieg auch miterleben würde.


Der Autor hat es geschafft eine spannende Geschichte zu kreieren, die die ganze Härte des Kriegs zeigt. Hier wird nicht beschönigt. Die Sprache ist hart, die Folgen des Kriegs blutig. Trotz dieser Brutalität hat Freed aber auch das Auge für Details nicht vergessen. Er beschreibt nämlich nicht nur den Krieg in all seinen Facetten, auch Schiffe und Umgebungen werden genauestens beschrieben, was Star Wars-Fans sicherlich besonders erfreuen dürfte. Dadurch, dass die Twilight-Kompanie des öfteren von einem Planeten zum anderen reist, lernt man nämlich auch neue Ecken des Universums etwas genauer kennen.
Ebenso erfreulich ist auch die Einbindung bekannter Charaktere, wie etwa die von Darth Vader. Allerdings haben sie allesamt nur kleinere Auftritte, was aber nicht heißt, dass sie nicht doch großen Einfluss auf die Geschichte haben.

Fazit:

Dass dieser Roman unter der Flagge von Star Wars Battlefront daherkommt, ist wohl nur mit Marketingtechnischengründen zu erklären. Mit dem Spiel hat Twilight-Kompanie nämlich so rein gar nichts zu tun. Doch das ändert nichts daran, dass Twilight-Kompanie ein gelungener Star Wars Roman ist. Die völlig frei erfundene Geschichte rund um die ebenso frei erfundene Twilight Kompanie zeigt auf knapp 420 Seiten die ganze Härte des Krieges auf bisher fast ungeahnte Weise und bringt einem ganz nebenbei auch noch das Leben eines normalen Rebellensoldaten näher. Bedeutende neue Informationen zum Sternenkrieg darf man dabei allerdings nicht erwarten, denn auch wenn hier und da bekannte Charaktere auftreten, handelt es sich bei den hier beschriebenen Schlachten doch eher um Nebenschauplätze. Dennoch dürften Star Wars-Fans sich mit diesem Roman gut unterhalten fühlen.

Star Wars Battlefront: Twilight-Kompanie findet ihr für 14,99 Euro direkt bei Panini, bei Amazon oder im Buchhandel.
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Special vom: 29.03.2016
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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