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Kurz vorgestellt: Survival Game
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Survival_Game_CoverBücher und Comics als Vorlagen für Filme kennen wir. Auch dass Videospiele bei Filmschaffenden gerne als Inspiration genutzt werden, ist ebenfalls bekannt. Doch ein Brettspiel? Wie soll das denn bitte gehen? Dass dies geht, beweist der russische Film Survival Game, denn auch wenn der Titel anders ist, basiert der Film doch auf dem bekannten Gesellschaftsspiel Mafia, das auch als Mord in Palermo oder Die Werwölfe von Düsterwald bekannt ist.

In dem Brettspiel-Klassiker Mafia, das 1986 vom Russen Dimitry Davidoff erfunden wurde, werden 20 Leute in Bürger und Mafiosi eingeteilt, wobei die Mafiosi das Spielziel haben, alle Bürger umzubringen, während die Bürger alle Mafiosi ausfindig machen müssen.

Sarik Andreasyan hat dieses Konzept für seinen Film in eine Live-Action-Gameshow übertragen. Mafia, so der passende Name dieser Show, ist im Moskau des Jahres 2072 die mit Abstand beliebteste TV-Sendung überhaupt, ansonsten gibt es nämlich nur die immer gleichen Formate und immer wieder wiederholten Sendungen. Mafia bietet den Fernsehzuschauern hingegen den Kick, den sie sich wünschen, um aus ihrer Lethargie gerissen zu werden.
Von den insgesamt 11 Kandidaten werden per Zufallsgenerator neun zu Unschuldigen und zwei zu Mafia-Mitgliedern erklärt. Ziel der neun Unschuldigen ist es, die zwei Mafiosi zu entlarven, denn nur dann können sie verhindern, dass sich einer von ihnen nach jedem Spielzug einer besonderen Herausforderungen stellen muss, die dem persönlichen Albtraum entsprungen ist. Das Besondere: Auch wenn die gesamte Show in einer Computersimulation spielt, werden die Kandidaten nach ihrem Spieltod auch in der Realität getötet. Hier geht es also sprichwörtlich um Leben und Tod.
Beendet ist das Spiel, wenn entweder die beiden Mafiosi überführt oder als einzige übrig sind. Der mögliche Gewinner der Show darf sich dann nicht nur freuen, dass er überlebt hat, sondern auch, dass er um ein beachtliches Preisgeld reicher ist.

Die Story wird ganz nett erzählt, ist jedoch etwas mager und auch einen echten Helden sucht man vergebens. Allerdings werden die einzelnen Charaktere auch kaum genauer vorgestellt und so bleiben der überhebliche Milliardär Luka, der die Show nur wegen des Nervenkitzels mitmacht, der krebskranke Ingenieur Ilya, der so oder so sterben wird und mit dem Geld seiner Familie nach seinem Tod ein schönes Leben ermöglichen möchte, die verletzte Balletttänzerin oder auch der traumatisierte Offizier, unpersönliche Figuren, zu denen man nicht wirklich eine Beziehung aufbaut.
Dennoch ist Survival Game wirklich sehenswert, denn was dem Film an Storytelling fehlt, macht er mit Optik wieder wett. Die gesamte Gestaltung ist hervorragend gelungen und es ist wirklich schwer, etwas besonders hervorzuheben - denn im Grunde müsste man dann alles aufzählen. Von den unterschiedlichen Herausforderungen, die von einem Kampf gegen ein vierköpfiges Lavamonster bis zu einem Kriegstrauma alle erdenklichen angsteinflößenden Szenarien abdecken, die Kulisse der TV-Show oder auch die Hologramm-Displays auf denen die Zuschauer der Show dem Geschehen folgen, ist wirklich alles stimmig und stylisch gestaltet worden.

Passend dazu ist auch das Bild von sehr guter Qualität. Durch die vielen unterschiedlichen Filter, die genutzt wurden, kommt zudem noch eine abwechslungsreiche Farbpalette zum Einsatz, die die jeweiligen Szenen gut in selbige gesetzt. Die CGI-Effekte hinken dem ganzen leider etwas hinterher, doch wirklich schlimm ist das nicht.

Fern jeglicher Kritik ist die schauspielerische Leistung des Casts. Die – zumindest hierzulande - unbekannten russischen Darsteller (u.a Viktor Verzhbitskiy, Vadim Tsallati, Violetta Getmanskaya, Benjamin Smerkhov), spielen sehr überzeugend und beweisen damit, dass ein Film nicht immer die großen Namen braucht, um gut zu sein.

Irgendwelche Extras gibt es leider weder auf der DVD noch auf der Blu-ray. Dafür gibt es aber eine Blu-ray Steelbook-Edition, auf der der Film nicht nur in 2D, sondern auch in 3D zu sehen ist.



Fazit:
Die Idee, einen Brettspiel-Klassiker als Film herauszubringen, klingt wirklich interessant. Ganz aufgegangen ist dieses Experiment schlussendlich aber nicht. Der Film schafft es nämlich leider nicht, die (in der Vorlage) fehlende Story sinnvoll zu ergänzen. Dennoch ist Survial Game sehenswert, denn was dem Film an Story fehlt, macht er mit einer beeindruckenden Optik wieder wett.
Wer einen optisch opulenten Sci-Fi-Thriller sehen möchte, ist mit Survival Game also durchaus gut beraten.


Wer jetzt Interesse daran hat, sich Survival Game zu kaufen, kann dies u.a. bei Amazon machen. Suvival game gibt es dabei entweder auf Blu-ray (wahlweise in der Steelbook-Edition mit der 3D-Version für 19,99 Euro) oder DVD für 15,99 bzw. 12,99 Euro.
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Special vom: 25.05.2016
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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