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Sim Simulator - Teil 137: Realpolitiks
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Der Landwirtschafts-Simulator ist der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste seiner Zunft. Doch Simulator-Spiele im Allgemeinen boomen seit einiger Zeit. Ein Blick auf die monatliche Releaseliste zeigt, dass kein Monat vergeht, ohne dass zumindest ein oder zwei neue Simulatoren erscheinen. Dabei gibt es schon jetzt kaum einen Beruf oder eine Tätigkeit, die noch nicht in einem Simulator für jedermann zugänglich gemacht wurde. Da es bei diesem riesigen Angebot kaum machbar ist, alle Spiele zu testen, möchten wir euch in diesem Special in unregelmäßigen Abständen die neuesten, besten oder auch kuriosesten Simulatoren vorstellen.

Teil 137: Realpolitiks
RealpolitiksWenn es in diesem Special politisch wurde, handelte es sich bisher stets um den Geopolitical Simulator. Kürzlich ist mit Realpolitiks aus dem Hause Jujubee aber ein neuer Politik-Simulator auf Steam erschienen, den wir euch natürlich auch näher vorstellen wollen.

Die Ausgangslage in Realpolitiks ist dieselbe wie im Geopolitical Simulator: Man sucht sich ein Land unseres schönen Planeten aus und versucht dieses innerhalb der nächsten 100 Jahre zu einer wirtschaftlichen und politischen Supermacht zu machen.
Um dies realisieren zu können, muss man sich natürlich nicht nur mit der inneren Politik seines Landes beschäftigen und zum Beispiel auf stetigen wirtschaftlichen Wachstum achten, sondern auch die Diplomatie und militärische Präsenz nicht ungeachtet lassen. Zwischendurch muss man sich zudem auch immer wieder mit zufälligen Ereignissen wie etwa Terrorismus, Epidemien oder Finanzkrisen auseinandersetzen. Je nachdem für welches Land man sich entscheidet, sind die Ausgangssituationen dabei natürlich Grundverschiedene. Deutschland ist zum Beispiel von Anfang an wirtschaftlich sehr gut aufgestellt, während die USA vor allem militärisch auftrumpfen.
Natürlich sind die oben genannten Dinge nur eine grobe Übersicht über das, was man tatsächlich alles machen muss. Ganz wichtig sind zum Beispiel die Ressourcen, zu denen etwa Erze gehören. Denn nur wenn die vorhanden sind, kann die Wirtschaft wachsen.
Ein ebenfalls unerlässlicher Part sind aber auch Kriege. Denn egal wie sehr man sich diplomatisch auch anstrengt, früher oder später wird man auf jeden Fall von einem anderen Land angegriffen. Also heißt es, auch hier fleißig zu investieren.

Krieg, Krieg, Krieg
So gut und interessant sich das alles auch anhören mag, leider gibt es auch einige Dinge, die alles andere als gut sind. Nehmen wir zum Beispiel noch mal die Kriege. Das diese vorhanden sind und man auch in mindestens in einen einbezogen wird, ist ja noch okay und auch vollkommen realistisch. Doch in dieser Anzahl und Anordnung, wie es hier der Fall ist, wirkt es doch sehr übertrieben. Bereits nach kürzester Zeit haben bei mir die Amerikaner zum Beispiel die Kanadier angegriffen und die Russen waren fleißig dabei, so ziemlich jeden ihrer Nachbarstaaten zu übernehmen. Die Folge daraus waren nicht nur unzählige neue Staaten (es kann auch passieren das innerhalb eines Landes sich eine Region absplittert und autonom wird) bzw. Blockgebilde, die von einem Staat angeführt werden, sondern auch das nach kurzer Zeit so ziemlich jedes Land Atomwaffen besaß und diese auch fröhlich nutzten (Auswirkungen auf die Menschheit oder Umwelt haben diese hier übrigens nicht).
Doch nicht nur die Anzahl an Kriegen wirkt etwas seltsam, auch wie ein Krieg geführt wird, wirkt alles andere als realistisch. Hier geht es im Prinzip nämlich nur um Masse – wer mehr Einheiten in den Krieg führt, gewinnt. So einfach ist das. So können selbst kleine Länder deutlich größere besiegen – wenn sie mehr Einheiten zur Verfügung haben. Technik, Kenntnisse über Land und Gegebenheiten oder Ähnliches, spielen hierbei keine Rolle.

Fehlender Tiefgang

Der Krieg ist vielleicht das krasseste Beispiel, wenn es darum geht, fehlenden Realismus und mangelnde Spieltiefe aufzuzeigen - er ist aber bei Weitem nicht der einzige Punkt, bei dem einem dies auffällt. Da wären zum Beispiel auch noch die Steuern. Wer denkt, dass man hier so ziemlich alles selber bestimmen kann, irrt sich leider. Stattdessen gibt es eine einzige Steuer, die alles beinhaltet - realistisch? Wohl eher nicht. Oder wie wäre es mit ein wenig Kultur? Eigentlich eine gute Idee, dumm nur das man darauf leider genauso wenig Einfluss hat wie auf die Religion. Ich könnte hier jetzt noch einige weitere Beispiele nennen. Doch ich glaube das auch so jeder verstanden hat, das Realpolitiks hinsichtlich der Länder-Entwicklung nicht gerade realistisch ist, noch sonderlichen Tiefgang bietet.

Der fehlende Tiefgang hat aber durchaus auch seine positive Seite. Dadurch, dass man sich nicht durch unzählige Menüs arbeiten und Dutzende Dinge beachten muss, gestaltet sich der Einstieg ins Spiel sehr leicht. Einmal die sehr guten Tutorials durchgespielt und man hat alles begriffen - das ist gerade für Gelegenheitsspieler sicherlich ein nicht zu verachtender Pluspunkt.

Zweckmäßige Grafik
Grafisch ist Realpolitiks eher zweckmäßig gehalten worden. Als Grundlage dient eine Weltkarte, auf der zwar alle Länder der Erde (sagen wir fast alle, Lichtenstein oder auch verschiedene Karibikstaaten fehlen) in einer Handvoll unterschiedlicher Farben abgebildet sind, aber sonst sehr wenig Details aufweist. Zumindest sind hier aber auch die Provinzen der einzelnen Länder zu sehen. Wie diese zustande kamen, ist allerdings eine Frage, die wohl nur die Entwickler selber beantworten können. Deutschland besteht hier auf jeden Fall nicht aus 16 Bundesländern, sondern aus den Provinzen Schleswig, Bremen, Berlin, Rhur (Nein, das ist kein Schreibfehler von mir, sondern steht tatsächlich so auf der Karte) Frankfurt, Stuttgart und Bavaria.
Doch zurück zur Grafik. Denn besser als die Weltkarte wird es leider nicht. Ansonsten bekommt man nämlich nur noch viele Tech-Trees, Statistiken und andere Informationsboxen zu sehen. Schön anzusehen ist das alles nicht, doch es erfüllt zumindest seinen Zweck.

Zum Sound möchte ich eigentlich keine vielen Worte verlieren. Wer das nervtötende Gemisch aus Flugzeug- und Kriegsgeräuschen sowie dem langweiligen Soundtrack beim Spielen anlässt, ist nämlich selber schuld. Ich für meinen Teil habe den Spielsound auf jeden Fall nach kürzester Zeit abgeschaltet und stattdessen andere Musik abgespielt.



Fazit:
So wie sich Realpolitiks aktuell präsentiert, ist es leider nur etwas für den Hobbypolitiker und den Politiksimulationsfans. Für Hardcore-Fans dieses Genres dürfte es hingegen vor allem an Tiefgang fehlen. Wie bei so vielen Spielen die via Steam veröffentlicht werden, bleibt aber auch hier Hoffnung das die Entwickler sich die Kritik zu Herzen nehmen und weiter an ihrem Produkt werkeln. Das Potenzial ein wirklich guter Politiksimulator zu werden hat Realpolitiks allemal - mal sehen, ob dies in den nächsten Monaten auch genutzt wird.
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Special vom: 26.02.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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