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Let's Watch: Lommbock
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Let_s_watch


LommbockLommbock
, die Fortsetzung des 2001 erschienenen Kultklassikers Lammbock, ist seit ein paar Tagen als DVD und Blu-ray für das Heimkino erhältlich. Wir sagen euch, ob er genauso Kultpotenzial aufweist.

Auch Kiffer werden mal erwachsen: Kai (41) betreibt in Würzburg den angeranzten Asia-Lieferservice „Lommbock“, während sein Kumpel Stefan (39) seit Jahren erfolgreich im drogenfreien Dubai lebt und nun für seine anstehende Hochzeit amtliche Papiere in Deutschland besorgen muss. Stefans Kurztrip in seine Heimatstadt wird durch Kai allerdings unfreiwillig verlängert und für die Freundschaft der beiden eine echte Herausforderung, denn die Vergangenheit kickt mitunter zeitverzögert.

Filmkritik
Als ich hörte, dass Lammbock eine Fortsetzung erhalten sollte, stand ich dem eher skeptisch gegenüber. Schließlich gilt die Kifferkomödie aus dem Jahr 2001 nicht umsonst als Kultfilm. Und wie es bei Kult nun einmal so ist, sind die Fans da besonders streng, sodass die Fortsetzung eigentlich nur nach hinten gehen konnte.
Im Fall von Lommbock, ist dies aber nicht eingetreten. Regisseur Christian Zübert (für den Lammbock sein Regiedebüt darstellte) hat es nämlich geschafft, das Feeling des Erstlings nahezu perfekt herüberzubringen. Ein Grund, warum ihm dies so gut gelungen ist, liegt natürlich am Cast. Denn tatsächlich macht jeder, der in Lammbock mitgespielt hat, auch in Lommbock mit und das aus absoluter Überzeugung. Man sieht Moritz Bleibtreu (Das Experiment), Lukas Gregorowicz (Hardcover), Alexandra Neldel (Die Wanderhure), Wotan Wilke Möhring (Tatort), Antoine Monot Jr. (Who Am I) und wie sie alle heißen, ihren Spaß an und merkt in so gut wie jeder Minute, dass sie genau wissen, wie der andere reagiert, was zu tollen Szenen führt. In erster Linie sind dabei natürlich die Szenen mit Kai und Stefan zu nennen, die auch diesmal wieder viel zusammen kiffen und dabei ihre typischen Gespräche führen, inklusive Kais verrückter Verschwörungstheorien. Doch nicht nur der alte Cast weiß wieder gut zu unterhalten, auch die neu hinzugekommenen Darsteller fügen sich perfekt ein. Sei es Melanie Winiger (Resturlaub) als Stefans Verlobte Yasmin oder Louis Hofmann (Unter dem Sand) als Kais Stiefsohn, bei beiden hat man den Anschein, als ob sie schon vor 15 Jahren dabei waren.
Storytechnisch war schon Lammbock kein Geniestreich und ist es auch Lommbock mit seiner Generationen-Story nicht. Doch das ist gar nicht so wichtig. Hier will man nicht großartig nachdenken, sondern sich einfach nur zurücklehnen, den Film genießen und dabei über die abstrusen Situationen und die vielen, teils sogar versteckten, Witze lachen – und zu lachen hat man hier reichlich. Schon allein wie Kai mit seinem Stiefsohn spricht und denkt, dass er dabei cool rüber kommt, ist einfach göttlich mit anzusehen, und das ist wirklich nur eines von zahlreichen Beispielen, die ich hier nennen könnte.
Obwohl also vieles an den Kultklassiker erinnert, ist Lommbock aber keine einfache Kopie. Dies merkt man vor allem am Look, dem man ansieht, dass diesmal mehr Geld zur Verfügung stand. So manchen Puristen mag der buntere Look und die aufwendigeren Kamerafahrten stören, doch ich finde, dass der Film bei all dem immer noch „dreckig“ genug wird und deswegen auch in diesem Belangen einen sehr würdigen Nachfolger von Lammbock abgibt.

Bild & Ton
Anders als bei vielen anderen deutschen Produktionen, ist an der Bildqualität von Lommbock nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil, das Bild ist exzellent. Gerade die Schärfe weiß vollends zu überzeugen und lässt in Nahaufnahmen keine Hautunebenheit ungesehen. Aber auch der Kontrast und sogar der Schwarzwert sind hervorragend. Die Farben erstrahlen ebenfalls stets wunderbar kräftig, wobei der leichte Einsatz von verschiedenen Filtern dies noch positiv unterstützt. Irgendwelche Kompressionsspuren oder ähnliche störenden Faktoren sucht man ebenfalls vergebens.
Der in DTS HD Master Audio 5.1 vorhandene Ton kann ebenfalls überzeugen. Hier ist vor allem die tolle Räumlichkeit besonders erwähnenswert, schließlich sind Komödien im Allgemeinen ja sonst sehr Frontlastig. Durch zahlreiche Hintergrundgeräusche und andere (leise) Effekte, wird hier aber eben ein sehr guter Raumklang geboten, der sich über alle Boxen erstreckt. Der Subwoofer kommt auch zum Einsatz und zwar immer dann, wenn mal wieder Musik einsetzt – was aber auch oft der Fall ist. Das Wichtigste sind bei einer Komödie aber natürlich die Dialoge. Doch auch an denen ist nichts auszusetzen, denn durch die gelungene Abmischung kommen sie immer kristallklar aus den Boxen.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial erscheint einem zunächst recht übersichtlich zu sein. Allerdings zählt hier nicht Quantität, sondern Qualität – und die ist hier sehr hoch. Gerade das 25 Minuten lange Making-of ist sehr gelungen und zeigt eindrucksvoll, dass sich alle Beteiligten freuen, sich nach 15 Jahren wiederzusehen und doch noch eine Fortsetzung zu drehen.
Genauso interessant ist natürlich auch der Audiokommentar des Regisseurs, der währenddessen viele interessante Informationen preisgibt.
Des Weiteren sind auf der Blu-ray noch ein zweites Making-of, das sich ganz den Special Effects widmet, ein alternativer Filmanfang und natürlich der unumgängliche Trailer enthalten.


Fazit:
Wie viele war auch ich zunächst skeptisch, ob es eine gute Idee war, Lammbock eine Fortsetzung zu verpassen. Schließlich gilt die Kifferkomödie nicht umsonst als Kultfilm. Ganz heran an den ersten Teil kommt Lommbock dann auch tatsächlich nicht. Dennoch ist er ein würdiger zweiter Teil, der zwar durchaus den Geist von Lammbock enthält, aber dennoch nicht krampfhaft versucht ihn 1:1 zu kopieren und stattdessen seinen eigenen Weg geht. Herausgekommen ist eine launige Komödie, die nicht nur für Lammbock-Fans absolut empfehlenswert ist – vor allem auf Blu-ray, denn hier bekommt man das Ganze auch noch in einer exzellenten Bild- und Tonqualität samt ordentlichem Bonusmaterial zu sehen.


Originaltitel: Lommbock
Darsteller: Lucas Gregorowicz, Moritz Bleibtreu, Alexandra Neldel, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot Jr. u.a.
Regisseur(e): Christian Zübert
Veröffentlichung: 29. September 2017
Studio/Verleih: Wild Bunch Germany (Vertrieb Universum Film)
Spieldauer: 106 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Lommbock zu kaufen, kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 11,99 Euro auf DVD und Blu-ray.
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Special vom: 13.10.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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