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Kurz vorgestellt: Sid Meier's Civilization VI - Rise and Fall
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Als ich Ende 2016 Sid Meier's Civilization VI testete, meinte ich das es auch ohne Erweiterungen und DLCs so ziemlich alles bietet, was man sich von einem Civilization erhofft und einen für lange Zeit abwechslungsreichen Spielspaß bieten würde. Dies war in der Tat auch der Fall. Nun, beinahe eineinhalb Jahre später, hat man dann aber doch irgendwann alle möglichen Konstellationen und Ereignisse gesehen und wünscht sich doch mal wieder etwas neues Entdecken zu können. Das dieser Drang aufkommen würde, haben wohl auch Entwickler Firaxis und Publisher 2K geahnt und brachten mit Rise and Fall kürzlich den ersten DLC heraus, der das bekannte Spielprinzip verbessern und mit neuen Inhalten füllen soll.


Neue Völker
Die wohl auffälligste Neuerung sind die neu hinzugekommenen Völker. Anstatt wie bei den vorhergegangenen Civilization-Teilen und deren DLCs bzw. Add-ons damit zu kleckern und sie nur häppchenweise herauszubringen, klotzen Firaxis und 2K hier diesmal. Mit Korea, Niederlande, Mongolei, Georgien, Schottland, Zululand, Cree (ein indigenes Volk aus Nordamerika) und Mapuche (ein indigenes Volk aus Südamerika) beinhaltet der DLC ganze acht neue Völker. Hinzu kommen noch neun Führer, wobei Chandragupta Maurya zu den bereits vorhandenen Indern gehört, die nun über zwei Anführer verfügen.
Ebenfalls nicht gespart wurde an neuen globalen Inhalten. Nicht weniger als acht neue Weltwunder, warten darauf errichtet zu werden. Hinzu kommen dann noch einmal sieben Naturwunder, vier neue Einheiten, zwei neue Modernisierungen, zwei neue Bezirke, 14 neue Gebäude und drei neue Ressourcen. An neuen Inhalten mangelt es also wahrlich nicht.
Spielerisch bringen diese Inhalte aber keine Neuerungen mit sich. Es ist zwar schön mit Königin Tamar von Georgien eine Tshikhe – georgische Bergfestung – zu errichten und von dort aus startend versuchen, die Welt zu erobern, doch schlussendlich ist es doch das Alte im neuen Gewand.

Loyalität ist wichtig

Wesentlich interessanter dürften für viele deswegen die Neuerungen sein, die einen nicht in den ersten Sekunden ins Auge springen. Die Neuerung, die dabei den größten Einfluss aufs Spielgeschehen hat, ist die Loyalität. Bisher verhielt es sich ja so, dass man einmal erobertes Gebiet im Grunde vernachlässigen konnte. Doch wie die Geschichte schon bewiesen hat, ist dies genau der falsche Weg. Wer ein langlebiges Weltreich führen möchte, muss sich um seine Länder und Provinzen kümmern. Genau diesen Aspekt bringt die Loyalität nun ins Spiel. Nur wenn die eroberten Völker sich als Teil des großen Ganzen sehen, werden sie einem Folgen. Also heißt es direkt nach der Eroberung Verkehrswege zu erbauen, für Kultur zu sorgen und auch wirtschaftliche Errungenschaften, die man selber schon lange genießt, das soeben eroberte Volk aber bisher noch nicht kannte, zu integrieren. Ebenso wollen die neuen Bürger natürlich auch vor den für sie nun neuen Feinden beschützt werden. Wenn mal all dies berücksichtigt, sind die Leute zufrieden. Wenn man sie jedoch vernachlässigt, keimen nicht nur Unruhen und Rebellionen auf, nein, sie können sich sogar anderen Völkern anschließen – manchmal sogar ohne dass auch ein Tropfen Blut vergossen wird. Andererseits muss auch die KI auf all diese Wünsche achten. Auch sie muss neu eroberte Gebiete richtig integrieren, ansonsten reicht es manchmal aus unsererseits anzufragen und schon haben wir ein neues Gebiet zu unserem Reich hinzugefügt.

Gouverneure
Ein weiteres neues Spielelement kann ebenfalls Einfluss auf die Loyalität nehmen. Die Rede ist von den maximal sieben Gouverneuren, die man nun haben kann und die mit ihren jeweiligen Stärken gezielt dazu eingesetzt werden können, aufmüpfige Städte wieder zur Ordnung zu rufen. Genau so können sie aber auch dazu genutzt werden, eine aufstrebende Stadt einen extra Schub zu geben. Man muss also genau darauf achten, welche Stärke der jeweilige Gouverneur hat und ihn dementsprechend in die jeweilige Stadt schicken. Sollte er seinen Job dort getan haben, kann er auch problemlos woanders hingeschickt oder durch einen anderen, mit einer anderen Stärke ausgestattet, Gouverneur ersetzt werden.

Goldenes oder dunkles Zeitalter?
Die dritte große spielerische Neuheit, die durch Rise and Fall Einzug in Civilization VI nimmt, sind die Zeitalter. Natürlich gab es diese schon vorher, doch nun sorgen diese nicht nur für immer moderner aussehenden Truppen und Waffen, sondern haben nun direkten Einfluss auf das Spielgeschehen. Dazu werden zu Anfang einer neuen Epoche zahlreiche Leistungen in Sachen Kultur, Wirtschaft, Infrastruktur, Ressourcen, Weltwunder, Entdeckungen, erfolgreiche (!) Eroberungen etc., die man zuvor erbracht hat, zusammengerechnet. Daraus ergibt sich dann ein Koeffizient, der darüber entscheidet, ob man fortan in einem goldenen oder dunklen Zeitalter lebt. Der Unterschied zwischen den beiden macht sich dabei nicht nur optisch bemerkbar (im goldenen Zeitalter erstrahlt alles, während im dunklen alles ein wenig dunkler daherkommt), sondern eben auch im spielerischen. In einem goldenen Zeitalter läuft alles ein wenig einfacher und die Bevölkerung ist generell glücklicher. Befindet man sich hingegen in einem dunklen Zeitalter, ist die Bevölkerung nicht nur unzufriedener und weniger loyal, so das man mehr Truppen braucht, um das Reich zusammenzuhalten, auch die Feinde merken, dass man Probleme hat und greifen vermehrt an. Man sollte also genau darauf achten, wie man sein Volk führt und auf welche Weise man expandiert. Ansonsten muss man damit rechnen, schon bald die Konsequenzen seines Handels zu spüren.

Nicht alles perfekt
Wo wir eben schon bei der KI waren – auch diese wurde mit Rise and Fall nochmals überarbeitet. So setzt die KI nun im Vergleich zu vorher sehr viel geschickter Spione oder andere Truppen ein. Zudem sind die Forderungen bei diplomatischen Unterredungen nun nicht mehr so übertrieben. Ganz ideal ist die KI aber dennoch noch nicht. Denn leider ist es so, dass sich die KI taktisch noch immer zu dumm anstellt. Man merkt, dass sie immer noch nur direkt auf Einflüsse reagiert, anstatt sich selber eine etwas langfristigere Strategie auszudenken. So konnte ich in einer Partie zum Beispiel beobachten, wie der Feind seine Truppen zusammenzog, nur um sie wenig später aus heiterem Himmel wieder abzuziehen – was ich natürlich zu meinem Vorteil ausnutzen konnte. Bleibt zu hoffen, dass dieses Problem durch ein weiteres Update oder spätestens mit dem nächsten DLC endlich behoben wird.


Fazit:

Wie eingangs erwähnt hat mir Civilization VI von Anfang an gut gefallen (nicht umsonst bekam es damals von mir einen Splash-Hit). Mit der Rise and Fall-Erweiterung erklimmt das Echtzeit-Strategiespiel aber noch mal eine neue Stufe. Vor allem durch das Loyalitäts-Feature und die neuen Zeitalter, kommen Komponenten hinzu, die die Auswirkungen des eigenen Handelns nicht nur greifbarer werden lassen, sondern einen auch zu einem gewissenhafteren Umgang mit der Bevölkerung zwingen, wenn man denn nicht schlimme Konsequenzen befürchten möchte. Aber auch die anderen Neuerungen, wie etwa die neu hinzugekommenen Völker sorgen für neuen Spielspaß. Zwar gibt es im Gegenzug noch immer so manche KI-Probleme, die positiven Dinge überwiegen aber dermaßen, dass ich jedem Civilization VI-Besitzer diesen DLC nur empfehlen kann!


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Special vom: 21.02.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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