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Sim Simulator - Teil 157: Sailaway: The Sailing Simulator
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Der Landwirtschafts-Simulator ist der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste seiner Zunft. Doch Simulator-Spiele im Allgemeinen boomen seit einiger Zeit. Ein Blick auf die monatliche Releaseliste zeigt, dass kein Monat vergeht, ohne dass zumindest ein oder zwei neue Simulatoren erscheinen. Dabei gibt es schon jetzt kaum einen Beruf oder eine Tätigkeit, die noch nicht in einem Simulator für jedermann zugänglich gemacht wurde. Da es bei diesem riesigen Angebot kaum machbar ist, alle Spiele zu testen, möchten wir euch in diesem Special in unregelmäßigen Abständen die neuesten, besten oder auch kuriosesten Simulatoren vorstellen.

Teil 157: Sailaway: The Sailing Simulator

sailaway_cover border-style: solid; margin: 4px; padding: 4px;">Nachdem Sailaway: The Sailing Simulator knapp ein Jahr in der Early Access-Phase verharrte, brachte der Ein-Mann-Entwickler Orbcreation nun die Version 1.0 heraus. Wie es sich gehört, haben wir uns diese natürlich einmal genauer angesehen und überprüft, ob die Macher ihr ehrgeiziges Ziel, die realistischste Segel-Simulation aller Zeiten zu erschaffen, erreicht haben. Herausgekommen ist ein selbst für Simulatoren-Verhältnisse ungewöhnlicher Test, der eindrucksvoll zeigte, dass es sich manchmal lohnt, sich durchzubeißen.

Warum der Test von Sailaway: The Sailing Simulator für mich so ungewöhnlich war, liegt an der einfachen Tatsache, dass Orbreaction ihr selbst gestecktes Ziel, die realistischste Segel-Simulation aller Zeiten zu erschaffen, in vollen Zügen erreicht haben. Sailaway: The Sailing Smulator ist tatsächlich eine Simulation, die diesen Begriff völlig zu Recht in ihrem Namen trägt. Da ich bisher aber noch nie gesegelt bin oder auch nur ein Fuß auf ein Segelboot gesetzt habe, lagen meine Segel-Kenntnisse, abgesehen von ein paar gängigen Begriffen, gen null.
Ohne Vorkenntnisse ist man, wie ich am eigenen Leib feststellen musste, in Sailaway aber schnell aufgeschmissen. Es gibt zwar zahlreiche Tutorials, doch leider wird man da von so vielen Fachbergriffen und Informationen erschlagen, dass es für einen kompletten Segel-Neuling kaum machbar ist, sich all diese zu merken. Zumal das meiste davon wirklich nur in schriftlicher Form oder mit anhand einiger Skizzen erklärt wird. Selber Hand anlegen darf man nur bei den Lenk-Grundlagen.

Folgerichtig kommt man nach dem Durchlaufen des Tutorials auch nicht all zu weit. Während ich online auf der offenen Spielwelt über alle sieben Weltmeere schipperte, fühlte zumindest ich mich zunächst vollkommen überfordert. Nach rechts und links steuern konnte ich zwar, aber was macht man mit den ganzen Leinen? Und wie und wann muss ich die Vorsegel setzen? Und wie war das eigentlich mit „Im Wind stehen“? Und das waren nur einige Fragen, die ich mir stellte. Kein Wunder, das meine erste Fahrt auch sehr chaotisch verlief und ich wild auf alle Leinen geklickt habe. Natürlich hätte ich einfach den Schwierigkeitsgrad herunterschrauben und mir im einfachsten etwa alles bis aufs Lenken abnehmen lassen können, doch irgendwie verspürte ich schon in den ersten Minuten eine ungewöhnliche Faszination. Schon allein die Tatsache das, wenn man online über die Meere schippert, dies im tatsächlich dort gerade stattfinden Wetter geschieht, hat mich fasziniert. Das Spiel bezieht seine Wetterdaten nämlich in Echtzeit von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration ), weshalb im Spiel eben immer das gleiche Wetter herrscht wie in echt. Wenn sich also in der Karibik mal wieder ein Sturm zusammenbraut, ist dies auch im Spiel der Fall. Für Neulinge wie mich ist dies „nur“ faszinierend, erfahrene Skipper nutzen diese Wetterdaten allerdings um ihre Routen richtig planen können.
Noch früher als das Wetter, hat mich aber ein anderes Feature beeindruckt. Bevor man auf große Reise geht, darf man sich nämlich ein Segelschiff aussuchen. Hierbei hat mich nicht nur die Auswahl beeindruckt (obwohl ich keinen blassen Schimmer hatte, was, abgesehen von dem offensichtlichen, die Besonderheiten am 38 Cruiser, Mini-Transat, Karibische Rose, Kreuzerkatamaran, 50 Performance-Kreuzer und am Nordischen Folkeboot sind), sondern auch wie viele Möglichkeiten man hat, diese zu individualisieren. Das geht nämlich weit über die Namensgebung und der Farbe des Rumpfes hinaus. Man kann quasi jede einzelne Strebe, die es auf einem Segelboot gibt, ganz nach den eigenen Vorlieben streichen. So weit geht nicht mal Die Sims bei seinen Häusern.
Allein diese beiden Features, die beweisen, wie viel Realismus der Macher in das Spiel gepackt hat – und von denen es noch eine Menge weiterer gibt – haben mich dermaßen gefesselt, dass ich nicht einfach den Anker heruntergelassen und aufgegeben habe.

Wie sich zeigte, sollte sich der Ehrgeiz und die Mühe – denn das macht es tatsächlich, sich all die Fachbegriffe und Manöver zu merken – schlussendlich lohnen. Nach ein paar Stunden hat man den Dreh so langsam raus und dreht und rafft die Segel gekonnt nach dem gerade vorherrschenden Winden. Mich hat allerdings überrascht, wie oft man auf die Windverhältnisse reagieren muss. Ich dachte, Segeln wäre recht langweilig. Wie sich herausstellte, ist man aber im Prinzip die ganze Zeit damit beschäftigt, die Segel auszurichten, so dass selbst ein stundenlanger Törn, in Windeseile vergeht. Echte Profis wird dies natürlich nicht überraschen, weshalb es ihnen wohl auch auf langen Routen, die natürlich in Echtzeit vergehen und so selbst im Spiel Monate andauern können, nicht langweilig werden wird. Ob solch ein langer Törn auch für den Gelegenheitsspieler geeignet ist, ist allerdings fraglich. Doch für die bietet Sailaway ja noch alternativen, wie etwa die Herausforderungen, die in der Regel etwas kürzer ausfallen. Alternativ gibt es auch noch die Regatten, für die man allerdings wieder etwas geübter sein sollte.

Worauf man sich als Neuling einstellen sollte, ist das man optisch wenig Abwechslung geboten bekommt. Gerade auf Hochseetörns bekommt man stunden-, wenn nicht sogar tagelang nur eines zu sehen: Wasser. Zwar bewegt sich dieses durchaus realistisch, sieht ansonsten aber auch nicht wirklich schön aus. Darum lohnt sich hin und wieder auch mal ein Abstecher zu einer Insel oder zur Festlandsküste, denn dort bekommt man dann immerhin auch mal ein paar Sandstrände, Bäume oder Ähnliches zu sehen. Was hingegen toll aussieht, sind die Boote. Hier herrscht, wie im gesamten Spiel, eine große Detailverliebtheit. Nur die Tatsache, dass die Taue selbst bei heftigen Seegang starr auf dem Deck liegen bleiben, stört den hier an sonst guten Eindruck.


Fazit:
Die beinharte Simulation Sailaway: The Sailing-Simulator ist etwas für Segel-Profis oder die, die es werden wollen: Denn ohne Vorkenntnisse bzw. sich diese hier in stundenlanger Arbeit einzuholen, macht Sailaway kein Spaß. Klar kann man sich bis aufs Lenken alles vom Spiel abnehmen lassen, doch dann wird einem sehr schnell langweilig werden. Die Faszination des Spiels besteht nämlich darin, das Boot durch das Ausrichten der Segel immer richtig im Wind zu halten. Wenn man sich das abnehmen lässt, hat man nur die Monotonie des Wassers vor Gesicht, was selbst den größten Segel-Fan kaum länger als zehn Minuten ans Spiel fesseln wird. Doch wenn man sich die Mühe macht, alles zu erlernen und dann alles selber übernimmt, entwickelt das Spiel eine ganz eigene Faszination von Freiheit, die man so nur selten in Spielen erlebt.
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Special vom: 16.03.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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