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Let's Watch: Laible und Frisch: Do goht dr Doig
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do_goht_coverBisher konnten nur Besucher von ausgewählten Baden-württembergischen Kinos die filmische Fortsetzung der SWR-Serie Laible und Frisch sehen. Dank EuroVideo können nun aber auch Fans in ganz Deutschland sehen, wie die Geschichte der beiden konkurrierenden Bäckereien weitergeht.

Traditionsbäcker Walter Laible (Winfried Wagner) kehrt verfrüht von einem Kuraufenthalt in seinen Heimatort Schafferdingen zurück. Seine Frau Marga (Ulrike Barthruff) und sein Sohn Florian (Matthias Dietrich) teilen dem Vater mit, dass sie aufgrund drückender Schulden Bäckerei und Heim verkaufen mussten – und zwar ausgerechnet an Walters größten Konkurrenten, den Industriebäcker Manfred Frisch (Simon Licht). Manfred scheint als endgültiger Sieger aus dem lang andauernden Bäckerstreit hervorzugehen. Doch auf Manfreds Höhenflug folgt jäh der unvermeidliche Absturz.

Filmkritik
Laible und Frisch war ursprünglich eine 2009/2010 gesendete zwölfteilige (2x6) Miniserie des SWR Fernsehens. Trotz des großen Erfolgs verkündete der SWR 2011 allerdings das Aus. Als Grund wurde das „begrenzte Budget“ des Senders genannt. Es folgten zwei Theaterstücke und ein SWR Hörspiel, bis die große Überraschung folgte. Im Jahr 2017 wurde nämlich ein Kinofilm angekündigt. Trotz aller Freude darüber und der Tatsache, dass sich die Serie noch immer großer Beliebtheit erfreute, stand der Do goht dr Doig wenig später schon wieder auf der Kippe. Auch hier war mal wieder das liebe Geld das große Problem. Aufgrund fehlender Förderungen fehlten nämlich 50.000 Euro. Dank einer Spendenaktion, an der sich u.a. zahlreiche SWR-Zuschauer beteiligten, wurde das Geld aber doch aufgetrieben, so dass die Dreharbeiten am 30. Mai 2017 endlich starten konnten. Ein knappes halbes Jahr später war der Film dann fertig und konnte in 50 ausgewählten Kinos in Baden-Württemberg gesehen werden. Nun, ein Jahr nach dem Start der Dreharbeiten, wurde der Kinofilm sogar durch EuroVideo auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.

Die Story des Films führt das Geschehen der original Serie natürlich fort, weshalb es auch diesmal wieder um die Rivalität zwischen der alteingesessenen Dorfbäckerei Laible sowie der großindustriellen Bäckereikette von Manfred Frisch, dessen Bäckerei am Anfang der Serie direkt neben der von Laible eröffnet hat.
Am Ende der Serie musste Walter Laible aufgrund zahlreicher Differenzen mit Frisch und aufkommenden gesundheitlichen Problemen in eine Kur, von der er nun verfrüht wiederkehrt. Ausgeruht will er eigentlich seinem Konkurrenten weiter Paroli bieten, doch es kommt anders. Seien Frau Marga (Ulrike Barthuff) und sein Sohn Florian (Matthias Dietrich) müssen dem Vater nämlich mitteilen, dass sie aufgrund drückender Schulden Bäckerei und Heim verkaufen mussten – und zwar ausgerechnet an Walters Konkurrenten. Manfred Frisch scheint als endgültiger Sieger aus dem lang andauernden Bäckereistreit hervorzugehen. Doch Manfreds Höhenflug folgt jäh der unvermeidliche Absturz und er verliert sein Unternehmen. Um das Frisch-Unternehmen zurückgewinnen zu können, ersinnt er einen gewieften Plan. Dafür benötigt er allerdings die Hilfe des Laibles.

Wie die Serie brilliert auch der Film mit viel Humor und Wortwitz, der natürlich gerade durch die schwäbische Mundart seinen Charme bezieht. Drehbuchautor Sebastian Feld, der auch schon die Bücher für die Serie geschrieben hat, hat sich für den Film aber auch ganz neue Sachen einfallen lassen und so etwa auch Anleihen einer Gaunerkomödie eingebunden. Das ist ihm auch sehr gut gelungen, so das Fans der Serie sich über so manche Überraschung freuen dürfen. Worüber sich Fans ebenfalls freuen dürfen, sind die zahlreichen altbekannten Gesichter. Denn im Prinzip hat der gesamte Cast der Serie auch im Film mitgewirkt, was natürlich auch für die Qualität des Films spricht.

Bild & Ton
Das Bild kann schon allein aufgrund des zur Verfügung stehenden Budgets nicht mit großen Produktionen mithalten. Dennoch sieht das hier Gebotene ansehnlich aus und gönnt sich keine großen Schnitzer. Besonders gefallen haben mir die zahlreichen Landschaftsaufnahmen, die nicht nur sehr detailreich, sondern auch mit wundervollen Farben daherkommen. Auch sonst wissen gerade die Farben zu überzeugen und sind sowohl schön kräftig, als auch stets sehr natürlich und kontrastreich. Der Schwarzwert hätte hingegen etwas kräftiger ausfallen können und auch die Tatsache, dass in dunkleren Bildabschnitten das eine oder andere Detail verschluckt wird, ist nicht optimal. All das kann man aber verkraften, weshalb das Bild insgesamt sehr stimmig wirkt.
Der Ton kann sich ebenfalls hören lassen. Wie nicht anders zu vermuten, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf den zahlreichen Dialogen, die aber nicht nur kristallklar aus den Boxen kommen, sondern dank der DTS-HD MA 5.1-Tonspur auch eine gewisse Räumlichkeit vermitteln. Krachende Soundeffekt-Orgien darf man hingegen nicht erwarten. Hier und da kommt zwar auch mal der Bass zum Einsatz, doch das ist dann eher die Ausnahme. Das macht aber nichts, denn zu viele krachende Soundeffekte würden ohnehin nicht zu dem Film passen. Deshalb sind Fans der Serie wahrscheinlich ganz froh, dass sie nur punktuell eingesetzt werden.

Bonusmaterial
Das gebotene Bonusmaterial sieht auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus. Tatsächlich ist aber lediglich das gut 12:30 Minuten lange Making-of, in dem von den Vorbereitungen bis hin zum Dreh und der Aufnahme der Filmmusik vieles dokumentiert und vom Filmproduzenten, Regisseur sowie einigen Darsteller kommentiert wird, wirklich interessant. Der Rest der Extras wirkt hingegen etwas lieblos. So werden in „Laible und Frisch - Die Serie“ und „Laible und Frisch - Das Bühnenprogramm“ nur rund zwei bzw. eine halben Minuten Ausschnitte aus der Serie bzw. den beiden Theaterstücken gezeigt, wobei bei der Serie zumindest gezeigt wird, wie der ganze Konkurrenzkampf zwischen den beiden Bäckereien begonnen hat. Nichtsdestotrotz hätte man hier sicherlich etwas umfangreichere Featurettes erstellen können. Das „An die Drehorte von Laible und Frisch" nicht lang genug ist, kann man nicht behaupten, schließlich geht dieses Extra knapp fünf Minuten. Allerdings entpuppt es sich als reiner Werbefilm von Schwabenlandfilm Tour, die Fahrten zu den Drehorten der Serie bzw. des Films anbieten. Zumindest sind aber auch ein paar schöne Bilder und Informationen zu einigen Drehorten vorhanden.
Als Abschluss wartet noch der offizielle Kinotrailer, doch auch der kann nichts mehr daran ändern, dass die Extras insgesamt doch Recht enttäuschend wirken.


Fazit:
Do goht dr Doig
führt die Geschichte der SWR-Serie wunderbar fort, und achtet dabei nicht nur auf den typischen Humor und den badischen Akzent, sondern bringt auch neue Elemente wie etwa Anleihen einer Gaunerkomödie mit hinein. Zusammen mit der guten technischen Darbietung der Blu-ray sollte Do goht dr Doig für alle Laible und Frisch-Fans und all diejenigen die auf Mundart-Filme stehen, ein absoluter Pflichtkauf sein!


Originaltitel: Laible und Frisch: Do goht dr Doig
Darsteller: Brigitte Zeh, Dominik Kuhn, Gerhard Polacek, Kathrin Hildebrandt, Matthias Dietrich, Sabine Lorenz, Simon Licht, Titus Bleier, Walter Schultheiß, Wilfried Hochholdinger, Winfried Wagner, Yi Chi
Regisseur(e): Michael Rösel
Veröffentlichung: 6. Juni 2018
Studio/Verleih: EuroVideo
Spieldauer: 92 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 0 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat sich Laible und Frisch: Do goht dr Doig zu kaufen, kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es zum Preis von 11,89 Euro auf DVD und Blu-ray. 

© EuroVideo
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Special vom: 08.06.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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