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Let's Watch: Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen
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brimstone_coverMit Brimstone – Erlöse uns von dem Bösen brachte Koch Media am 7. Juni 2018 einen Western mit Starbesetzung auf DVD und Blu-ray heraus, in dem es allerdings nicht um rauchende Colts und Raubzüge auf Pferden, sondern um ein wesentlich ernsteres Thema geht.

Ende des 19. Jahrhunderts im amerikanischen Westen: Die junge Liz (Dakota Fanning) hat einen älteren Witwer geheiratet, kümmert sich um ihre zwei Kinder und arbeitet als Hebamme. Das harte, aber friedliche Leben endet für die stumme Frau und ihre Familie jedoch, als sich ein diabolischer Priester (Guy Pearce) in der Gemeinde niederlässt. Nach mehreren brutalen und geheimnisvollen Vorfällen entschließt sich Liz zur Flucht. Doch das personifizierte Böse lässt sich so leicht nicht abschütteln. So entfaltet sich eine gnadenlose Geschichte über Schuld, Vergeltung und den unfassbaren Mut einer willensstarken Frau im Kampf um ihr Leben und das ihrer Familie.

Filmkritik
Wenn man an Western denkt, hat man direkt ein bestimmtes Bild im Sinn. Nämlich das von Banditen oder Indianern, die eine Bank, Postkutsche oder Zug überfallen, irgendwelche Streitigkeiten um Geld, Land oder Vieh und natürlich einen einsam durch die Prärie reitenden Cowboy, der nur darauf wartet, Rache zu nehmen. Nicht so in Brimstone – Erlöse uns von dem Bösen. Der niederländische Regisseur Martin Koolhoven (Mein Kriegswinter, Schnitzelparadies) zeigt in seinem ersten großen internationalen Film stattdessen die unfassbaren Erlebnisse einer Frau, die sie durch den neu hinzugekommenen Reverend erleiden muss. Warum der Priester es gerade auf die junge Liz abgesehen hat, bleibt dem Zuschauer aber zunächst verborgen. Was hingegen schnell offensichtlich wird, ist, dass der gesamte Film und der Reverend im Speziellen nicht gerade zimperlich vorgehen. Beinahe könnte man meinen, einen Horrorfilm zu gucken, zumindest würden Szenen wie eine komplett niedergemetzelte Ziegenherde mit teilweise herausgezogenen Embryonen, erschossene Kinder, eine Totgeburt, herausgeschnittene Zungen oder auch ein Mann, dem seine eigenen Eingeweide um den Hals gelegt werden, auch problemlos dort hineinpassen. Und das von mir genannte ist noch lange nicht alles. In den vier Kapiteln, in die der Film unterteilt ist und die Liz' Qualen bis in ihre Kindheit zurück aufzeigen, um am Ende das Verhältnis zwischen ihr und dem neuen Priester zu offenbaren, gibt es noch viel mehr solcher Szenen.
Natürlich könnte man nun sagen, dass Koolhoven mit solchen Bildern auf schonungslose Weise die martialischen Taten, die die Opfer erleiden mussten, und gleichzeitig den vollkommenen Hass des Priesters auf seine Opfer aufzeigen will. Für mich persönlich geht das aber doch zu weit. Ich habe es einfach nur als perfide, ja, perverse Darstellung komplett überzogener Gewalt empfunden und verstehe auch nicht, warum man so weit gehen musste. Es hätte sicherlich auch eine etwas schonendere Art gegeben, dem Zuschauer dies zu vermitteln. Warum der Film trotz alledem ab 16 Jahren freigegeben wurde, verstehe ich übrigens, ehrlich gesagt, auch nicht.
Es waren aber nicht ausschließlich die Gewaltexzesse, die mir an Brimstone nicht gefallen haben. Auch die Auflösung der ganzen Geschichte ist nicht gerade überwältigend und hätte zudem auch ruhig etwas früher als erst nach 148 Minuten geschehen können. Zwischendurch zieht sich der Film nämlich immer wieder wie Kaugummi.

Woran es nichts zu mäkeln gibt, ist die schauspielerische Darbietung der meisten Darsteller. Gerade Dakota Fanning (Ocean's 8, Twilight-Trilogie) als Liz weiß in jeder einzelnen Sekunde zu überzeugen und lässt einen die Qualen, die sie über sich ergehen lassen muss, wirklich mitfühlen. Doch auch Reverend-Darsteller Guy Pearce (Prometheus: Dunkle Zeichen, Alien: Covenant, The Rover) verkörpert seine Figur hervorragend und lässt sie so zu einer der fiesesten Filmfiguren überhaupt werden. Für beide Charaktere hätte es sicherlich keine bessere Besetzung geben können. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir Jungdarstellerin Emilia Jones (Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten, Ghostland), der sicherlich noch eine große Karriere bevorsteht.
Etwas anders sieht das bei Game of Thrones-Star Kit Harrington aus. Denn während dieser groß auf dem Cover zu sehen ist, ist seine Figur tatsächlich nicht mehr als eine Randnotiz wert, die mit ihrem Auftreten zu allem Überfluss auch gar nicht in diese brutale Welt passt. Harrington ist aber nicht das einzige bekannte Gesicht aus der Hitserie. Neben ihm tritt auch Carice van Houten auf, deren Figur mir persönlich zwar besser gefiel, aber dennoch auch nicht über den Status einer Nebenfigur hinauskommt.

Bild & Ton
Das Bild der Blu-ray ist auf einem ordentlichen Niveau, jedoch ohne dabei in irgendeinem Punkt besonders herauszustechen. Der Detailgrad ist vollkommen in Ordnung, der Schwarzwert so knackig wie man es sich wünscht, die eher erdigen Farben kräftig aber nie übertrieben und der Kontrast gut. Eine leichte Körnung lässt das Bild dreckiger wirken, was aber gewollt ist und gut passt. Ungewollte, störende Aspekte gibt es hingegen keine, weshalb man mit dem Bild also zufrieden sein sollte.
Der Ton passt sich der soliden und störungsfreien Darbietung des Bildes an und bietet mit seiner sowohl in Englisch als auch Deutsch vorliegenden DTS-HD MA 5.1-Tonspur einen guten Surround Sound, sowie stets gut klingende Dialoge. Auch der Bass weiß zu gefallen und unterstreicht, wenn nötig, gekonnt das Geschehen.

Bonusmaterial
Das angebotene Bonusmaterial der Blu-ray wirkt zunächst etwas enttäuschend, schließlich stehen dort nur der original sowie deutsche Trailer, entfallene Szenen, Interviews und weitere Trailer aus dem Hause Koch Media zur Auswahl. Tatsächlich können die insgesamt fünf entfallenen Szenen, die zusammen knapp 5 Minuten andauern, auch nicht wirklich überzeugen, dafür aber die Interviews um so mehr. Diese fallen nämlich sehr ausführlich aus, sodass man am Ende ganze 52 Minuten lang von Regisseur Martin Koolhoven und seinen Darstellern Guy Pearce, Dakota Fanning und Kit Harrington interessante Fakten rund um die Produktion des Films erfährt.


Fazit:
Brimstone ist ein Film, bei dem es mir schwerfällt ein Fazit zu ziehen. Das Werk von Martin Koolhoven ist nämlich eines, das bei jedem andere Eindrücke hinterlässt. Die einen werden die exzessiven Gewaltszenen sicherlich gut und für die Geschichte rund um die Qualen, die Liz ertragen muss, als unabdingbar empfinden. Für andere, und dazu zähle ich mich auch, ist der Grad an Gewalt, der hier gezeigt wird, hingegen nicht nur eine Nummer zu groß, weshalb der gesamte Film nicht deren Geschmack treffen dürfte. Da können selbst die guten schauspielerischen Leistungen der bekannten Darsteller nichts dran ändern.


Originaltitel:  Koolhoven's Brimstone
Darsteller: Ad Van Kempen, Adrian Sparks, Alexandra Guelff, Andrew Harwood Mills, Bill Tangradi, Bob Stoop, Carice van Houten, Carla Juri, Dakota Fanning, Dan van Husen, Dorian Lough, Emilia Jones, Fergus O'Donnell, Frederick Schmidt, Frieda Pittoors, Guy Pearce, Henry Buchmann, Hon Ping Tang, Ivy George, Jack Hollington, Jack Roth, Joe David Walters, Joseph Kennedy, Justin Salinger, Kit Harington, Martha Mackintosh, Naomi Battrick, Natascha Szabo, Paul Anderson, Peter Blankenstein, Sam Louwyck, Sid Van Oerle, Sue Maund, Tygo Gernandt, Vera Vitali, William Houston
Regisseur(e): Martin Koolhoven
Veröffentlichung: 7. Juni 2018
Studio/Verleih: Koch Media Home Entertainment
Spieldauer: 148 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Brimstone – Erlöse uns von dem Bösen zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es zum Preis von 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Koch Media
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Special vom: 26.06.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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