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Let's Watch: The Banquet
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Let_s_watch


the_banquetAm 28. Juni 2018 veröffentlichte StudioCanal das 2006 produzierte chinesische Historiendrama The Banquet (auch als "Der Ruf des Kaisers" bekannt) erstmals auf Blu-ray.

China im zehnten Jahrhundert. Durch den Mord an seinem Bruder wird Li zum Kaiser und beansprucht damit nicht nur den Thron, sondern auch Wan, die junge schöne Witwe des früheren Herrschers, für sich. Wan war einst die Jugendliebe von Prinz Wu Luan, bis dessen Vater sie heiratete und zur Kaiserin machte. Um Wu zu schützen, willigt Wan in die Ehe mit Li ein, aber dieser sendet seine Killer aus, um den im Süden lebenden Kronprinzen zu töten. Doch das Attentat schlägt fehl. Beseelt von Rachegedanken macht sich Wu auf zum Palast und löst eine Kette tragischer Ereignisse aus...

Filmkritik
The Banquet oder auch "Der Ruf des Kaisers", wie der Film bei seiner TV-Ausstrahlung auf Arte hieß und nun auch Untertitel besitzt, hört sich nicht sehr hochtrabend an und doch steckt dahinter eines der größten literarischen Meisterwerke aller Zeiten. The Banquet ist nämlich eine Neuinterpretation von William Shakespears Hamlet, wenn auch auf sehr asiatische Art und Weise. Anstatt in Dänemark spielt sich das Geschehen hier zu Zeiten der Tang Dynastie ab und statt Claudius und Gertrude heiratet hier der Bruder-Mörder und somit neue Herrscher Li seine frühere Schwägerin Kaiserin Wan. Die Rolle des rachsüchtigen Prinzen Hamlet ist hier Wu vorbehalten. Obwohl sich Regisseur und Drehbuchautor Feng Xiaogang (Aftershock, Kung Fu Hustle) einige Freiheiten ließ und sich nicht immer ganz genau an die klassische Vorlage hielt, ist der Verlauf und Ausgang doch bekannt, weshalb man keine großen Überraschungen erwarten darf.
Was den Film aber dennoch so sehenswert macht, ist dessen optische Opulenz. Von der ersten bis zu letzten Sekunde merkt man, dass dieser Film ganz großes Kino sein soll – und das ist er auch. Das fängt schon bei den Kostümen an, die so aufwändig geschneidert sind, wie man es selten zuvor gesehen hat. Das Gleiche gilt für die Rüstungen und Kulissen, die allesamt mit unzähligen Verzierungen und anderen Details begeistern. Noch beeindruckender sind nur noch die Massenszenen mit teilweise hunderten Statisten und die Kampfszenen, in denen unglaublich spektakuläre Choreografien gezeigt werden. Wäre The Banquet eine europäische oder amerikanische Produktion, würde man wahrscheinlich sagen, dass all dies ein wenig zu übertrieben ist. Da es sich aber eben um einen asiatischen Film handelt, passt all dies perfekt und ist obendrein auch wunderbar anzusehen.
Einen Nachteil hat die pompöse Inszenierung aber: Bei all der Bildgewalt, die man jede einzelne Sekunde verarbeiten muss, geht die schauspielerische Darbietung etwas unter. Aus diesem Grund empfehle ich auch, den Film mindestens zweimal zu sehen. Einmal um der Bilder willen und einmal wegen der Darsteller, denn die machen ihre Arbeit auch gut. Die hierzulande zumeist nur aus Nebenrollen US-amerikanischer Produktionen bekannten Darsteller wie Daniel Wu (Stadt der Gewalt, Into the Ballads) als Wu Luan oder auch Zhang Ziyi (Rush Hour 2, The Cloverfield Paradox) als Kaiserin Wan überzeugen durch eine gute schauspielerische Leistung. Noch einen Ticken besser macht es sogar You Ge (The Troubleshooters), der als Kaiser Li einen absolut überzeugenden Bösewicht abgibt.

Bild & Ton
Wie oben erwähnt, punktet The Banquet vor allem durch seine Bildgewalt. Leider wurde diese nicht ganz optimal auf Blu-ray-Niveau übertragen. Natürlich sieht das Bild besser aus als auf der vorher erhältlichen DVD-Version, dennoch wirken manche Szenen etwas unscharf. Auch die Farben könnten mehr strahlen und der Kontrast noch ein bisschen besser sein. Bei all der Kritik muss man dem Film aber auch zugute lassen, dass er mittlerweile immerhin zwölf Jahre alt ist und die Aufnahmetechnik damals einfach auch noch nicht so fortgeschritten war, wie sie es heute ist. In diesem Kontext kann man mit dem Bild von The Banquet sicherlich sehr gut leben.
Die deutsche Tonspur liegt in DTS-HD MA 5.1 vor und kann durchweg überzeugen. Gerade was die Direktionalität angeht, bekommt man hier ein wahres Klangerlebnis zu hören. Wenn in den Massenszenen hunderte Stimmen aus allen Richtungen brüllen oder in Kampfszenen die Soundeffekte von rechts nach links und wieder zurückwechseln, fühlt man sich tatsächlich wie mitten im Geschehen. Nicht ganz unwichtig bei einer Hamlet-Verfilmung sind aber natürlich auch die Dialoge. Diese wirken naturgemäß sehr frontseitig, sind aber auch stets sehr gut verständlich. Apropos verständlich: Wer möchte, kann den Film auch in Mandarin sehen bzw. hören – wenn man dem denn mächtig ist.

Bonusmaterial
Auf den ersten Blick sieht das angebotene Bonusmaterial spärlich aus. Bei genauerem Hinschauen entpuppt es ich aber doch als recht großzügig. Hinter den Interviews stecken nämlich gleich vier Interviews, die auch allesamt recht ausführlich geworden sind. Das Gespräch mit Zhang Zivi dauert 10:21 Minuten, das mit Daniel Wu 11:45, Zhou Xun wurde 6:15 interviewt und Feng Xiaogang mit 11:48 am längsten.
Auch die Featurette, die als nächstes in den Extras zu finden ist, ist größer als es zunächst den Anschein macht. Die rund 16-minütige Featurette ist nämlich ein Making-of, das in acht Abschnitten verschiedenste Aspekte des Films genauer beleuchtet (Art Direction, Kostüme, Der Regisseur, Wu Shu, Schwierigkeiten beim Dreh, Tanz, Musik, Über die Produktion) und einem so anhand von Interview-Schnipseln und Aufnahmen einen guten Blick hinter die Kulissen der Produktion gewährt.
Abgerundet werden die Extras vom offiziellen deutschen Trailer, sodass man insgesamt glücklich über die Extras sein kann, auch wenn ich mich speziell bei diesem Film sehr über einen Audiokommentar gefreut hätte.

Fazit:
Die Geschichte von The Banquet ist, auch aufgrund der Vorlage, vorhersehbar und teilweise sehr langatmig. Warum sollte man sich den Film dann also ansehen? Ganz einfach, Feng Xiaogang hat die Hamlet-Verfilmung so bildgewaltig inszeniert, dass einem nicht nur einmal die Spucke wegbleibt. Dermaßen tolle Bilder, aufwändige Kostüme und Kulissen und spektakulär choreografierte Kampfszenen, sieht man nur ganz selten. Allein deswegen sollte man The Banquet auf jeden Fall einmal angesehen haben. Die Blu-ray überzeugt obendrein durch eine gute Technik und ordentliche Extras.


Originaltitel: Ye yan
Darsteller: Daniel Wu, Ge You, Huang Xiaoming, Jingwu Ma, Qiusheng Zeng, Xiyan Xu, Xun Zhou, Zhang Ziyi, Zhou Zhonghe
Regisseur(e): Feng Xiaogang
Veröffentlichung: 28. Juni 2018
Studio/Verleih: StudioCanal
Spieldauer: 131 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich The Banquet zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 9,99 Euro auf DVD und Blu-ray. 

© StudioCanal
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Special vom: 23.07.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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