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Let's Watch: I‘m a Cyborg, but that’s OK (Limited Mediabook Edition)
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cyborgMit I'm a Cyborg, but that's OK brachte capelight pictures am 16. Juli einen Film im Mediabook heraus, der sowohl ernst aber auch lustig ist und obendrein auch noch mit einer noch nie da gewesenen Liebesgeschichte berührt.

Fest davon überzeugt, ein Cyborg zu sein, schließt Young-gun (Lim Soo-jung) ihren Körper an eine Steckdose an, um sich aufzuladen. Sie überlebt den Stromschlag und wird in eine Nervenklinik eingewiesen, wo die Ärzte von einem Suizidversuch ausgehen. Young-gun hingegen begibt sich auf die Suche nach dem Sinn ihrer Existenz als Mensch-Maschine: Sie empfängt Signale aus dem Radio, holt sich Rat bei ihrer Bettlampe und unterhält sich mit dem Getränkeautomaten. Da Cyborgs keine Nahrung zu sich nehmen, leckt sie an Batterien, um ihren Energiebedarf zu decken. Die Ärzte wissen nicht mehr weiter. Einzig der Patient Il-sun (Rain) findet Zugang zu der mittlerweile stark Unterernährten. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Romanze, weshalb Il-sun alles Erdenkliche versucht, um Young-goon vor dem drohenden Hungertod zu bewahren.

Filmkritik
Man möchte meinen, dass es schwer sei, etwas Lustiges aus Psychosen und Neurosen herauszuholen, ohne sich dabei über diese ernsthaften Erkrankungen lustig zu machen. Regisseur Park Chan-wook (Oldboy, Lady Vengeance) ist aber genau dieser Drahtseilakt mit I'm a Cyborg, but that's OK auf nahezu perfekte Art gelungen. Auf der einen Seite geht er mit dem Thema sehr ernst um und zeigt nicht nur, welche Auswirkungen es etwa haben kann, wenn man nicht isst, sondern auch weshalb die beiden Hauptcharaktere ihre Krankheiten haben und dies auch sehr viel mit dem Umgang innerhalb einer Familie zu tun hat. Auf der anderen Seite ist da aber eben auch der Humor, der, ganz Asia-typisch, nicht aus plumpen Witzen, sondern vor allem durch die Charaktere entsteht. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Liebesgeschichte, die mit ihren ganz neuen Ansätzen ganz ohne die sonst typischen Film-Klischees wunderbar anzuschauen ist und einem wirklich lange im Gedächtnis bleibt. Der Film hat aber noch sehr viele andere Aspekte zu bieten, die teilweise nur in kleinen Szenen dargestellt werden, einen aber mitunter zu Herzen rühren. Da ich niemandem den Spaß daran nehmen möchte, all dies selbst zu entdecken, möchte ich hier dazu aber nicht zu viel spoilern.
Dass all dies so gut funktioniert, liegt natürlich auch an den brillanten Darbietungen der Schauspieler. Ganz vorne ist dabei natürlich Lim Soo-jung (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) zu nennen, die die Krankheit ihres Charakters Young-gun unglaublich glaubhaft spielt, dabei aber eben auch humorvoll rüberkommt. Gleiches gilt im Prinzip auch für ihren Filmpartner Rain (Speed Racer, Ninja Assassin), der Il-sun verkörpert und vor allem durch sein Mitgefühl überzeugt.

Bild & Ton
Am Bild ist sowohl bei der Blu-ray- als auch bei der DVD-Version nichts zu bemängeln. Da die meisten aber ohnehin die Blu-ray-Fassung bevorzugen werden, beziehen wir uns hier einmal auf diese Version und können sagen, dass deren Farben nicht nur wundervoll erstrahlen, sondern auch sehr natürlich wirken. Auch der Kontrast ist nahezu perfekt, sodass selbst dunkle Ecken und der Schwarzwert schön knackig sind, ohne dass dabei irgendwelche Details verschluckt werden. Ohnehin muss man sagen, dass die Schärfe tadellos ist, weshalb auch kleinste Details zu erkennen sind. Körnung oder irgendwelches Rauschen findet man zu keiner einzigen Sekunde vor.
Der Ton präsentiert sich ebenfalls von seiner besten Seite. Zwar liegt dieser sowohl in der koreanischen Originalfassung als auch in der deutschen Synchronisation „nur“ in DTS-HD MA 5.1 vor, doch wenn sich das so gut anhört wie hier, braucht man eigentlich auch gar nichts anderes. Vor allem was den Raumklang angeht, bekommt man hier absolute Spitzenklasse zu hören. Es gibt zwar nur wenige wirklich laute Szenen, dafür kann man die zahlreichen Stimmen aber jederzeit genauestens lokalisieren – ganz abgesehen davon, dass sie kristallklar aus den Boxen klingen. Wenn es dann doch mal lauter zugeht und eine der wenigen Actionsequenzen startet, fühlt man sich gleich wie mitten im Geschehen, wobei sie dank der guten Abmischung aber nie zu laut sind. Die Dynamik ist dank der Effekte ebenfalls spitze und nicht zu vergessen ist natürlich auch die Musik, die sich nicht nur toll anhört, sondern auch perfekt zum Geschehen passt und für eine tolle Stimmung sorgt.
Wer I'm a Cyborg, but that's OK schaut, darf sich also über ein tolles Bild und einen ebenso tollen Sound freuen.

Bonusmaterial

Wie bei Mediabooks von capelight pictures üblich, geizt auch I'm a Cyborg, but that's OK nicht mit Bonusmaterial. Neben dem 23-seitigen Booklet mit einigen schönen Bildern und einem umfangreichen Begleittext von Kulturwissenschaftler Marco Heiter (Achtung Spoilergefahr! Erst nach dem Ansehen des Films lesen!), befinden sich im schön gestalteten Booklet auch noch die Film-Blu-ray und Film-DVD. Auf diesen sind dann auch sämtliche Extras zu finden, wie etwa ein Interview mit Park-Chan-wook (12 Minuten), ein Making of (20 Minuten), ein 18 Minuten langes Interview mit Lim Soo-jung und mit Jung Ji-hoon, die Featurette „Kein Hinauszögern wichtiger Dinge: Die Viper Digitalkamera“, in dem 11 Minuten lang die Kameraarbeit im Mittelpunkt steht, entfallene und alternative Szenen (7 Minuten), weitere Crew-Interviews, ein Blick auf die Vorstellung auf der Berlinale, der Kurzfilm „2 Minutes“, ein Musikvideo, der original Kinotrailer, weitere Teaser & Trailer sowie verschiedene TV-Spots.
Insgesamt also wieder einmal ein großes Angebot an teils sehr interessanten Extras, die den Filmabend perfekt abrunden.


Fazit:
I‘m a Cyborg, but that’s OK zeigte mir mal wieder, dass ich persönlich viel mehr auf den asiatischen Filmmarkt schauen sollte. Vor der Pressemitteilung von capelight pictures bezüglich des anstehenden Releases des Mediabooks, hatte ich noch nie etwas von diesem Film gehört, was eigentlich unglaublich ist. Würde der Film aus den USA kommen, hätte er sicherlich für reichlich Furore gesorgt, so toll geschrieben und geschauspielert ist er. Vor allem der Mix aus ernstem Thema und Humor, gepaart mit einer erfrischend erzählten Liebesgeschichte, ist etwas, was man so nur selten präsentiert bekommt. Ich für meinen Teil kann I‘m a Cyborg, but that’s OK nur empfehlen. Am besten natürlich in diesem limitierten Mediabook, denn hier bekommt man nicht nur den Film in allerbester Bild- und Ton-Qualität zu sehen bzw. zu hören, sondern auch gleich noch zahlreiche tolle Extras dazu.


Originaltitel: Ssa-i-bo-geu-ji-man-gwen-chan-a
Darsteller: Byeong-ok Kim, Dal-su Oh, Hee-jin Choi, Ho-jeong Yu, Rain, Soo-jung Lim, Yong-nyeo Lee
Regisseur(e): Chan-wook Park
Veröffentlichung: 16. Juli 2018
Studio/Verleih: capelight pictures
Spieldauer: 107 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren  

Wer jetzt Interesse daran hat, sich I‘m a Cyborg, but that’s OK (Limited Mediabook Edition) zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 9,99 Euro auf DVD und Blu-ray.  

© capelight pictures
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Special vom: 06.08.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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