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Let's Watch: Revenge
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revengeMit Revenge bringt Koch Media Home Entertainment am 23.08. einen Rape-and-Revenge-Film auf DVD und Blu-ray heraus, der dem etwas in Verruf geratenen Genre frischen Wind verleiht.

Die atemberaubende Jen (Matilda Ingrid Lutz) genießt ein luxuriös-romantisches Wochenende in der Villa ihres reichen Lovers Richard (Kevin Janssens), als dessen Geschäftsfreunde zu einem unangekündigten Jagdausflug auftauchen. Im Verlauf einer lockeren Party steigert sich die Spannung unter den Anwesenden ins Unermessliche und entlädt sich in der brutalen Vergewaltigung Jens. Um den Vorfall zu vertuschen, wird sie von Richard eine Klippe in den sicheren Tod hinuntergestoßen. Doch unglücklicherweise für die Männer hat Jen den mörderischen Sturz überlebt - schwer verletzt und aufgespießt von einem Baum. Das vermeintliche Freiwild rettet sich blutüberströmt in die Wüste, versorgt ihre Wunden und macht sich nun selbst unerbittlich auf die Jagd nach ihren Peinigern, mit nur einem Ziel: Rache!

Filmkritik
Mit gerade einmal weltweit etwas mehr als 327.000 US-Dollar, war Revenge sicherlich kein Kassenschlager an den Kinos – vor allem in Anbetracht des 2,9 Millionen US-Dollar Budgets, das der Film hatte. Es gibt aber zwei bestimmte Gründe, weshalb der Film nicht so erfolgreich war. Und nein, es ist nicht die Qualität, die ist nämlich, wie ich gleich noch genauer erläutern werden, hervorragend. Vielmehr liegt es zum einem an der Tatsache, dass der Film überhaupt nur in wenigen Ländern in den Kinos lief – um genau zu sein in fünf - und zum anderen Genre des Films zu finden sein. Bei Revenge handelt es sich nämlich nicht um ein normales Rachedrama, das man abends gemütlich mit seiner Frau/Freundin im Kino ansieht. Vielmehr ist er dem Genre des Rape-and-Revenge-Films zuzuordnen, dessen Markenzeichen vor allem die gezeigte Brutalität ist. Genau dies dürfte, in den wenigen Ländern, in denen der Film überhaupt lief, dann auch noch einige Kinobesucher abgeschreckt haben. Denn seien wir mal ehrlich: Wer die Wahl hat, (höchstwahrscheinlich alleine) in einen brutalen Film zu gehen oder sich gemeinsam mit der Freundin oder ein paar Freunden Blockbuster XY anzusehen, wird wohl fast immer in zweiteren gehen. Im Fall von Revenge war dies allerdings eine Fehlentscheidung. Klar geht es in der französischen Produktion alles andere als zimperlich zur Sache und auch am Filmblut wurde wahrlich nicht gespart. Doch im Gegensatz zu vielen saudummen und einfach nur schlechten Filmen dieses Genres ist Revenge eben nicht nur brutal (ohne dabei übermäßig eklig zu werden), sondern auch verdammt spannend. Im Laufe der Spielzeit passieren immer wieder dramatische Dinge (die ich hier natürlich nicht Spoilern möchte), die einem bis zur letzten Sekunde in Atem halten. Die Spannung ist aber nicht das Einzige, was Revenge zu einem der wohl besten Rape-and-Revenge-Filme überhaupt macht. Ein weiterer Grund dafür ist die Tatsache, dass die Vergewaltigung, die ja einen zentralen Moment im Film darstellt, hier nicht großartig inszeniert, sondern eher durch Soundeffekte und kleine Szenen dargestellt wird. Dies ist mal ein ganz anderer Ansatz, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass hier kein Mann, sondern mit Coralie Fargeat eine Dame Regie geführt hat.
Schauspielerisch weiß vor allem Haupt- und Jennifer-Darstellerin Matilda Ingrid Lutz (Rings, Die Medici: Herrscher von Florenz) zu überzeugen. Der 26-jährigen Italienerin nimmt man den Schmerz, den sie die ganze Zeit über verspürt, ab und glaubt zu keiner Zeit, dass sie einfach aus Lust auf ihren Rachefeldzug geht.

Bild & Ton
Was einem sofort auffällt, ist dass in Revenge verschiedenste Mittel zum Einsatz kommen, um bestimmte Effekte zu erzielen. Am auffälligsten ist dabei sicherlich die Körnung, die in jeder Wüstenszene zu sehen ist und den Eindruck einer echten Wüste vermittelt. Auch dass die Hauttöne teils in sehr grellen Goldgelb-Tönen erstrahlen und das Blut extrem rot wirkt, ist unübersehbar. Wirklich natürlich sieht das Ganze dadurch nicht mehr aus, doch es passt hervorragend zum Setting und erinnert unweigerlich an klassische Grindhouse-Filme. Schön ist, dass all diese Effekte keinerlei Auswirkungen auf die allgemeine Bildqualität haben. Zwar geht bei Totalen der Detailgrad etwas runter, bei Nahaufnahmen und Wüstenszenen ist dieser aber hervorragend. Letzteres kann man auch zum Schwarzwert sagen, der wunderbar knackig ausfällt.
Der Ton passt sich der guten bis sehr guten Bildqualität an. Gerade, was die Soundeffekte angeht, gibt es hier nichts zu meckern. Wenn die Musik einsetzt oder ein Hubschrauber durchs Bild fliegt, kommen alle Boxen und der Subwoofer ordentlich zum Einsatz. Die Abmischung des sowohl im französischen Original als auch in der deutschen Fassung genutzten DTS-HD MA 5.1-Tons ist dabei aber nicht auf laute Effekte beschränkt, sondern so, dass selbst leisere Töne und die zahlreichen Dialoge stets gut verständlich sind. Als besonders eindrucksvoll empfand ich persönlich, wie die Auswirkungen eines Schusses, der Jens Ohr in Mitleidenschaft gezogen hat, akustisch zu übermittelt werden. Das ist wirklich ganz großes Kino und ein echtes Hörvergnügen.

Bonusmaterial

Als Bonusmaterial bietet Revenge ein rund zwölf Minuten langes „Behind the Scenes“, das, wie der Name schon verrät, einige Einblicke hinter die Kulissen gewährt. Allzu interessant sind diese Einblicke aber leider nicht. Interessanter fand ich hingegen das Featurette „Spezialeffekte“ in dem u.a. gezeigt wird, wie etwa die Prothesen entstanden. Leider geht dieses Featurette nur drei Minuten, weshalb hier kein allzu detaillierter Einblick zu erwarten ist. Ansonsten bietet die Blu-ray noch eine „Making-of“-Bildergalerie, die sechs Minuten dauert und bildliche Eindrücke von der Entstehung des Films zeigt. Abgerundet wird das Ganze obligatorisch vom Original-Trailer. Einige interessante Einblicke in die Entstehung des Films werden im Bonusmaterial also durchaus gewährt, dennoch hätte ich mir einen längeren Blick und ein, zwei Interviews gewünscht.


Fazit:
Gute Rape-and-Revenge-Filme sind eine echte Seltenheit. Meist wird hier einfach nur die Blutlust der Zuschauer befriedigt. Ganz anders ist dies in Revenge. Zwar geht es auch hier brutal zur Sache, doch anders als sehr viele dieser besonderen Genre-Filme bietet Revenge eine Menge Spannung und vor allem eine ausgezeichnete schauspielerische Darbietung der Hauptdarstellerin. Wer auf solche Art Filme steht, sollte sich Revenge also nicht entgehen lassen. Am besten kauft man sich natürlich gleich die Blu-ray, denn hier bekommt man den Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität und gleich noch ein paar nette Extras, wenngleich diese gerne ein bisschen großzügiger hätten ausfallen können.


Originaltitel: Revenge
Darsteller: Avant Strangel, Guillaume Bouchède, Kevin Janssens, Matilda Anna Ingrid Lutz, Vincent Colombe
Regisseur(e): Coralie Fargeat
Veröffentlichung: 23. August 2018
Studio/Verleih: Koch Media Home Entertainment
Spieldauer: 113 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 18 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Revenge zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Koch Media Home Entertainment
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Special vom: 13.08.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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