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Let's Watch: Ghostland
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Let_s_watch


ghostlandMit Ghostland brachte capelight pictures kürzlich einen weiteren Film als limitierte Mediabook Edition mit zahlreichen tollen Extras heraus.

Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Pauline (Mylène Farmer) mit ihren Töchtern Beth (Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) das alte, mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie von brutalen Einbrechern überfallen. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall kehrt Beth an den Ort des Geschehens zurück – was sich als schrecklicher Fehler erweist...

Filmkritik
In den ersten 20 Minuten muss man wirklich tapfer sein, denn obwohl Regisseur und Drehbuchautor Pascal Laugier (Martyrs, The Tall Man – Angst hat viele Gesichter) mit allen Mitteln versucht, einem die Geschehnisse in der verhängnisvollen Nacht, um die sich auch im weiteren Film alles dreht, so erschreckend wie nur möglich zu vermitteln, ist alles, was dort geschieht, doch sehr vorhersehbar, klischeebehaftet und irgendwie altbacken, weshalb bei einem auch nie die Reaktionen hervorgerufen werden, die Laugier wollte. Sobald das Geschehen aber in die Gegenwart springt und Beth wieder in das alte Haus zurückkehrt, ändert sich der Film komplett. Was vorher vorhersehbar war, ist nun mysteriös und wendungsreich. Plötzlich weiß man nicht mehr, was man nun glauben soll und was nicht, denn was einem plausibel erscheint, kann sich in wenigen Minuten schon wieder als Trugschluss entpuppen. Leider hat sich Laugier aber dazu entschlossen, einen immer wieder durch Jumpscares aus der Geschichte zu reißen. Ich bin ohnehin kein Freund dieses Stilmittels, vor allem nicht, wenn sie so einfallslos eingesetzt werden wie hier. Wesentlich besser hat mir hingegen der Einsatz von Brutalität und Blut gefallen, denn hier hat Laugier echtes Fingerspitzengefühl bewiesen und von beidem genau die richtige Portion eingesetzt. So wird aus Ghostland nie ein Splatterfilm, weiß aber dennoch durch harte Bilder zu schockieren. Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir die zahlreichen Referenzen auf andere Horrorfilme oder auch Ikonen dieses Genres. So findet hier zum Beispiel H.P. Lovecraft mehr als nur einmal Erwähnung.
Schauspielerisch wissen beinahe alle DarstellerInnen zu gefallen. Einzig und allein Mylène Farmer fällt hier etwas ab. Ihr merkt man dann doch an, dass sie hauptberuflich Musikerin ist und als Schauspielerin nur wenig Erfahrung aufzuweisen hat. Besondere Erwähnung hat auch noch Taylor Hickson (Deadpool) verdient, die durch einen Unfall am Set eine schwere Verletzung erlitt, der ihr mehrere große Narben im Gesicht beschert hat.

Bild & Ton
Ghostland ist ein düsterer Film, folgerichtig darf man hier auch keine knallbunten Farben erwarten. Stattdessen dominieren dunkle Erdtöne in Braun und Schwarz. Um die Atmosphäre noch düsterer erscheinen zu lassen, wurde zudem noch ein digitales Rauschen über alles gelegt. All dies sorgt tatsächlich für eine gruselige Stimmung, tut der Bildqualität aber leider keinen Gefallen. Nicht nur, dass der Kontrast mitunter arg schwankt, auch der Schwarzwert und vor allem Schärfe und Detailgrad leiden massiv. Immerhin gibt es sonst aber keine (ungewollten) Fehler zu beanstanden.
Der Ton präsentiert sich auf der Blu-ray sowohl im englischen Originalton als auch in der deutschen Synchronfassung im DTS HD-MA 5.1-Format und weiß vor allem mit raumgreifenden Soundeffekten zu überzeugen. Diese bieten aber nicht nur einen guten Raumklang, sondern setzen obendrein auch den Subwoofer gekonnt in Szene. Wobei man sagen muss, dass dieser ohnehin sehr viel genutzt wird. Erfreulicherweise ist die Abmischung dabei aber so gut gelungen, dass auch leisere Töne und Dialoge immer gut klingen und klar verständlich sind. Auf der DVD ist die Qualität ebenfalls sehr ordentlich, auch wenn der Sound hier nur in Dolby Digital 5.1 vorliegt. Ein paar Abstriche muss man im Vergleich zur Blu-ray deswegen hinnehmen, vor allem was den Surround Sound angeht. Aber wie schon gesagt, auch all diejenigen, die sich den Film auf DVD ansehen, werden mit dem Sound mehr als zufrieden sein.

Bonusmaterial
Beim Bonusmaterial lässt sich capelight pictures mal wieder nicht lumpen. Den Anfang macht dabei das Mediabook selbst, das nicht nur qualitativ hochwertig ist, sondern auch einmal mehr wunderbar gestaltet wurde und so ein echter Hingucker ist. Im Inneren des Mediabooks finden wir, wie bei capelight pictures gewohnt, auch diesmal wieder ein ausführliches Booklet, in dem neben zahlreichen Bildern auch wieder ein Text von Prof. Dr. Marcus Stiglegger darauf wartet gelesen zu werden. Wie immer gilt dabei die Warnung, dass man dies erst nach dem Anschauen des Films machen sollte, denn der Text beinhaltet doch so einige Spoiler. Dies gilt auch für das Interview mit Regisseur Pascal Laugier, das ebenfalls im Booklet zu finden ist.
Wer Interviews lieber hört als selbst zu lesen, findet auf den beiden Discs genau das Richtige, denn hier sind jeweils drei (identische) Interviews mit Crystal Reed, Emilia Johnson und Pascal Laugier zu finden, die jeweils knapp über 9 Minuten lang sind und einige Blicke in die Entstehung des Films erlauben. Wer noch mehr über die Entstehung wissen möchte, sollte sich das ebenfalls auf den Discs befindliche Making of keinesfalls entgehen lassen. Das ist mit 73 Minuten wirklich lang, aber niemals langweilig. Abgerundet werden die Extras ganz klassisch vom originalen sowie deutschen Kinotrailer, sowie einigen Trailern zu weiteren Filmen aus dem Hause capelight pictures.


Fazit:
Nach einem schwachen Anfang wird Ghostland zu einem sehr interessant erzählten Horrorfilm, der einen weniger durch Brutalität als durch Subtilität fesselt. Leider wird man dabei immer wieder durch vorhersehbare Jumpscares aus der Geschichte gerissen, wodurch man nie so tief eintauchen kann, wie man es sich wünschen würde.
Auch technisch hätte man sich sicherlich etwas mehr gewünscht. Das Bild ist insgesamt zwar stimmig, allerdings fehlt es ihm doch an Schärfe und Detailreichtum. Dafür ist der Sound sehr gut und das Bonusmaterial, wie man es bei den Mediabooks von capelight pictures nicht anders gewohnt ist, sehr ausführlich.
Insgesamt lässt sich die Ghostland - Limited Mediabook Edition also durchaus empfehlen, vor allem für all die Horrorfans, die es nicht allzu blutig mögen.


Originaltitel: Incident in a Ghost Land
Darsteller: Adam Hurtig, Alicia Johnston, Anastasia Phillips, Crystal Reed, Emilia Jones, Erik Athavale, Ernesto Griffith, Mylène Farmer, Rob Archer, Suzanne Pringle, Taylor Hickson, Terry Ray
Regisseur(e): Pascal Laugier
Veröffentlichung: 10. August 2018
Studio/Verleih: capelight pictures
Spieldauer: 91 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Ghostland (Limited Mediabook Edition) zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es für 19,99 Euro.. 

© capelight pictures
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Special vom: 24.08.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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