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Let's Watch: Birth of the Dragon
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Birth_of_the_Dragon_CoverMit Birth of the Dragon, der seit 6. September auf DVD und Blu-ray erhältlich ist, hat Concorde Home Entertainment einen Film herausgebracht, der einen der sagenumwobensten Kämpfe der jüngeren Geschichte in den Mittelpunkt setzt – mittendrin: der damals noch junge und unbekannte Bruce Lee.

San Francisco, 1964: Bruce Lee ist ein junger, aufstrebender Kung-Fu-Kämpfer, der auf eine Gelegenheit wartet, sich einen Namen zu machen. Als der sagenumwobene Shaolin-Mönch und Kampfsport-Großmeister Wong Jack Man nach Amerika kommt, sieht er seine große Chance endlich gekommen. Er fordert ihn zu einem Duell heraus, welches nicht nur die Geburtsstunde einer der größten Legenden des 20. Jahrhunderts darstellt, sondern auch die Geschichte der Kampfkunst für immer verändern wird.

Filmkritik
Bruce Lee ist jedem ein Begriff. Was hierzulande aber nur wenige von der Kung-Fu-Legende wissen, ist dass er 1964 einen legendären Kampf gegen den Kung-Fu-Großmeister Song Jack Man ausgetragen hat, der auch den Dreh- und Angelpunkt von Birth of the Dragon darstellt. Obwohl der Film also auf einer wahren Begebenheit beruht, ist er dennoch kein Biopic. Wer sich mit der Geschichte des Kampfes auskennt, wird wissen, dass bis heute niemand weiß, wie der Kampf damals verlief oder wer als Sieger hervorging. Der Kampf fand nämlich hinter verschlossenen Türen statt und sowohl die beiden Kontrahenten als auch die wenigen Zuschauer, die damals live vor Ort waren, erzählten allesamt unterschiedliche Geschichten. Somit ist dieser Film eher als Fan-Fiction anzusehen, die zeigt, wie die Geschehnisse vor und während des Kampfes ausgesehen haben könnten.
Selbst wenn man dies im Hinterkopf behält, dürften Bruce Lee-Fans dennoch kaum begeistert über den Film sein. Denn wie schon viele amerikanische Kritiker bemängelten, wird die Figur Bruce Lee (gespielt von Philip Wan-Lung Ng) mit fortlaufender Spieldauer immer mehr zum Nebencharakter - und das in einem Film, der sich doch eigentlich ganz um ihn drehen soll. Doch während Bruce Lee von Anfang bis Ende der eindimensional wirkende Draufgänger bleibt, der jedem beweisen will, dass er der Beste in seinem Fach ist, nimmt ein anderer (fiktiver) Charakter eine immer wichtigere Rolle an. Die Rede ist von Lees Schüler Steve McKee (gespielt von Billy Magnussen, den man u.a. aus Into the Woods kennt), der anfänglich ein absoluter Loser ist, mit der Zeit aber eine tolle Charakterentwicklung erfährt. Auch seine Liaison mit Xiulan Quan (Qu Jingjing), einer jungen Chinesin, die eigentlich zum Studieren nach Amerika gekommen ist, stattdessen aber in den Fängen der Mafia-Chefin Auntie Blossom (Jin Xing) gefangen ist, nimmt eine sehr große Rolle im Film ein. Die Entscheidung, die Geschichte von McKee so in den Vordergrund zu stellen, mutet tatsächlich etwas kurios an und brachte den Machern rund um Regisseur George Nolfi (Der Plan) auch einen gehörigen Rassismus-Skandal ein. Nach der Filmpremiere im Rahmen des Toronto International Filmfestivals fragten sich nämlich viele Besucher, warum ein weißer Amerikaner im Grunde die Hauptrolle inne hat und eben nicht der asiatisch-stämmige Kung-Fu-Kämpfer, um den es doch eigentlich gehen sollte. Im Zuge dessen wurden die Szenen um McKee zwar um ganze zehn Minuten gekürzt, der bittere Nachgeschmack bleibt aber dennoch.
Woran es nichts auszusetzen gibt, sind die tollen Bilder, die es immer wieder zu sehen gibt. Gerade wenn ein Rückblick nach China gezeigt wird, darf man sich nicht nur an einer tollen Natur erfreuen, sondern auch an beeindruckend choreografierten Kämpfen, die nicht nur hier toll inszeniert wurden. Im Grunde ist jeder Kampf ein Tanz zwischen den beiden Kontrahenten, der ihnen augenscheinlich sehr viel Übung und Training abverlangt hat.
Etwas, das wiederum nicht so gut gelungen ist, ist die damalige Zeit authentisch einzufangen. Nicht nur, dass so manche Kleidung zu modern wirkt, es wird auch immer wieder auf etwas Bezug genommen, das damals noch gar nicht bekannt war. Diese Kleinigkeiten fallen zum Glück aber auch wirklich nur dann auf, wenn man ganz genau hinsieht bzw. hinhört und stören den Filmverlauf keineswegs.
Schauspielerisch können im Grunde alle Darsteller überzeugen. Ganz besonders gut gefallen hat mir Yu Xia (Der bunte Schleier) als Wong Jack Man, da man ihm die Weisheit und Ruhe, die dieser Mann ausstrahlt, sofort abkauft. Aber auch Philip Wan-Lung Ng (Once Upon a Time in Shanghai) als junger Bruce Lee weiß natürlich zu überzeugen - und das nicht nur schauspielerisch, sondern auch körperlich.

Bild & Ton
Das Bild präsentiert sich auf einem sehr soliden Niveau. Egal ob Farbintensität, Schwarzwert, Kontrast oder Detailgrad, alles ist vollkommen okay. Ein echtes Highlight sind gar die Aufnahmen, die in China spielen. Hier sind nicht nur die Farben noch mal um einiges intensiver, auch der Detailgrad ist unglaublich, weshalb man hier selbst an den weiter entfernten Bergen noch zahlreiche Details erkennt.
Der Ton präsentiert sich ebenfalls grundsolide. Sowohl in der englischen Originalfassung als auch in der deutschen Synchro, die beide im DTS-HD MA 5.1-Format vorliegen, liegt das Hauptaugenmerk aber eher auf der Front, was natürlich auch am Film selbst liegt. Laute Actionsequenzen sind hier nun mal Mangelware, weshalb die Dialoge und Schlaggeräusche in den Vordergrund gestellt werden müssen. Beide hören sich dafür aber sehr gut an. Was bei der deutschen Tonspur ein wenig stört, ist der krasse Unterschied, den man zu hören bekommt, wenn die Darsteller chinesisch sprechen. Diese Sequenzen wurden nämlich nicht synchronisiert, weshalb sich die Stimmen in solchen Momenten extrem von den jeweiligen deutschen Synchron-Stimmen unterscheiden.

Bonusmaterial
Das Bonusmaterial sieht auf den ersten Blick so aus, als ob es sehr großzügig ausgefallen sei: vier Featurettes, ein Interview und Trailer – das hört sich wirklich gut an. Bei genauerer Betrachtung bemerkt man aber schnell, das der Schein trügerisch ist. Denn gerade die vier Featurettes (Die Entstehung einer Legende, Aufbau der Story, Die Stunts, Der Kampf) dauern zusammen gerade einmal gute 5:40 Minuten und zeigen obendrein auch noch häufig dieselben Szenen. Am interessantesten ist deswegen das Interview mit Hauptdarsteller Philip Wan-Lung Ng, in dem er zum Beispiel darüber spricht, wie es war, seinen ersten großen Hollywood-Film zu drehen und dann auch noch gleich in der Rolle des legendären Bruce Lee.
Abgerundet werden die Extras durch den deutschen und den englischen Original-Trailer sowie einem Wendecover, das ohne das hässliche USK-Logo daherkommt.
Insgesamt handelt es sich um ein doch recht enttäuschendes Angebot an Extras, die kaum bis gar keinen Mehrwert darstellen.


Fazit:
Ob man an Birth of the Dragon seinen Spaß hat, kommt darauf an, mit welchen Erwartungen man ihn sich anschaut. Als reiner Kung-Fu-Film funktioniert er sehr gut und weiß als solcher auch mit tollen Kampfchoreografien zu überzeugen. Wer jedoch gehofft hat, hier eine akkurate Darstellung des legendären Kampfes zwischen Bruce Lee und Wong Jack Man zu sehen zu bekommen, wird hingegen enttäuscht sein. Nicht nur, dass die hier zu sehenden Ereignisse allesamt fiktiv sind, nein, auch Bruce Lee selbst wird die ganze Zeit über sehr eindimensional und als angeberischer Draufgänger gezeigt. Bruce Lee-Fans werden also wenig Freude haben.


Originaltitel: Birth of the Dragon
Darsteller: Billy Magnussen, Hai Yu, Lillian Lim, Philip Ng, Riley Wood, Ron Yuan, Simon Yin, Steven Roberts, Terry Chen, Wang Xi'An, Yu Xia, Yue Wu
Regisseur(e): George Nolfi
Veröffentlichung: 06. September 2018
Studio/Verleih: Concorde Home Entertainment
Spieldauer: 96 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Birth of the Dragon zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 9,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Concorde Home Entertainment
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Special vom: 17.09.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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