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Let's Watch: Anon
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Let_s_watch


AnonMit Anon bringt Koch Media Home Entertainment am 25.10.2018 den neusten Film von Andrew Niccol auf DVD und Blu-ray heraus. Wenig überraschend handelt es sich um einen Sci-Fi-Thriller.

Die totale digitale Überwachung des Menschen sorgt in naher Zukunft für ein Leben ohne Verbrechen, aber auch gänzlich ohne Anonymität und Privatsphäre. Bis eine Reihe grausamer Morde Detective Frieland auf den Plan ruft. Denn plötzlich werden die im "Ether" gesammelten Daten systematisch manipuliert, was den Zusammenbruch des gesamten Systems zur Folge haben könnte. Erst mit dem Auftauchen einer geheimnisvollen jungen Frau ohne digitalen Fingerabdruck kommt Bewegung in die Ermittlungen, die für Frieland bald zum lebensgefährlichen Wettlauf gegen die Zeit werden...

Filmkritik
Auch wenn Anon in der nahen Zukunft spielt, ist das Bild, das gezeichnet wird, gar nicht so weit von dem entfernt, wie man es bereits heute kennt. Denn auch schon heute sind wir immer und überall erreichbar. Egal ob in den eigenen vier Wänden, im Auto, in der Bahn, beim Shoppen oder beim Spazierengehen mit dem Kind, wir schauen beinahe ununterbrochen auf unsere Smartphones, Smartwatches oder Smart-Sonstwas, werden von unzähligen Kameras beobachtet und gelten bereits jetzt als gläserner Mensch. In der von Andrew Niccol geschaffenen Welt von Anon wird dieses Bild noch extremer dargestellt. Hier werden die Menschen wortwörtlich von der ersten bis zur letzten Sekunde ihres Lebens überwacht, was dazu führt, dass sie komplett ohne Privatsphäre leben müssen. Wie heutige Regierungen bereits immer wieder betonen, soll diese totale Überwachung dem Menschen aber nicht schaden, sondern dienen, und zwar indem es Verbrechen verhindert. Dass das nicht so ganz funktioniert und die Digitalisierung sogar von Mördern genutzt werden kann, wird hier aufgezeigt. Leider verpasst es Niccol dabei aber sowohl eine spannende Crime-Story zu entfalten, als auch das grundsätzliche Thema der kompletten Digitalisierung und Überwachung tief greifender aufzunehmen.

Sehenswert ist Anon aber dennoch. Denn gerade der Stil, in dem der gesamte Film gehalten wurde, ist absolut sehenswert. Niccol schafft es auf beeindruckende Art, die sterile, kühle, digitale Welt zu zeigen. Dabei nutzt er auch einen Kniff, den man eigentlich nur aus IMAX-Filmen kennt. Denn genau wie dort wechselt auch hier das Bild immer wieder zwischen zwei Formaten (2,35:1 und 1,78:1), was die Kühle dieser Welt noch weiter unterstützt.
Doch nicht nur die Welt wirkt kühl, auch die beiden Hauptdarsteller Amanda Seyfried (Mamma Mia!, Les Misérables) und Clive Owen (Children of Men, Sin City) vermitteln diese Kühle und das Distanzierte auf beeindruckende Art. Was sich eventuell danach anhört, als ob sie hier nur mit halben Herz dabei gewesen wären, zeugt ganz im Gegenteil von einem großen schauspielerischen Können.

Bild & Ton
Was einem beim Betrachten von Anon sofort positiv auffällt, ist die beeindruckende Bildschärfe. Egal ob Nahaufnahmen oder Totale – bei jeder Gelegenheit sind selbst kleinste Details noch zu erkennen. Der Kontrast ist ebenfalls auf absolutem Topniveau, und das, obwohl der Film regen Gebrauch von Filtern macht. Allerdings passen diese, mal etwas bräunlich, mal etwas bläulich wirkenden Filtern, perfekt zum Setting und unterstützen die Atmosphäre. Beim Schwarzwert gibt sich der Film ebenfalls keine Blöße und sorgt hier für eine Schwärze, die selbst die dunkelste Nacht noch in den Schatten stellt. Rauschen oder andere Störungen gibt es zu keiner Sekunde, wodurch das Bild kurz gesagt als perfekt zu bezeichnen ist.
Am Sound gibt es ebenfalls kaum etwas zu bemängeln. Sowohl die englische Original, als auch die deutsche Tonspur sind im DTS-HD MA 5.1-Format gehalten und bieten einen ordentlichen Surround Sound, der zum Beispiel die hallenden Gespräche sehr gut rüberbringt. Aber auch der Subwoofer-Einsatz ist gelungen, wenn gleich sich dieser doch eher zurückhält.

Bonusmaterial
Neben drei Interviews mit Amanday Seyfried, Clive Owen und Regisseur Andrew Niccol, die zusammen ungefähr 33 Minuten dauern, gibt es auf der Blu-ray noch eine rund 57 Minuten lange Fragestunde mit dem Regisseur, die während des Filmfests in München aufgenommen wurde und wo Niccol mehr oder weniger interessante Fragen von Journalisten und dem Publikum beantwortet.


Fazit:
Anon
ist ein gutes Beispiel für vergeudetes Potenzial. Denn so interessant die Welt aufgebaut ist und so cool sie auch aussehen mag, schafft es der Film leider nicht, zu fesseln. Denn leider hat es Andrew Niccol versäumt, sowohl das Thema der kompletten Digitalisierung zu vertiefen als auch eine spannende Crime-Story zu erzählen. Folgerichtig ist Anon leider ein Film geworden, den man zwar einschaltet, dann aber eher als Hintergrundberieslung laufen lässt, während man irgendetwas anderes macht.


Originaltitel: Anon
Darsteller: Afiya Bennett, Amadou Kebe, Amanda Seyfried, Billy Parrott, Clive Owen, David Storch, James Tam, Jeffrey Men, Jonathan Potts, Morgan Allen, Natalie Chaves, Rachel Roberts, Sebastian Pigott, Stephanie Christian, Toyin Ishola
Regisseur(e): Andrew Niccol
Veröffentlichung: 25. Oktober 2018
Studio/Verleih: Koch Media Home Entertainment
Spieldauer: 100 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Anon zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Koch Media Films
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Special vom: 26.10.2018
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
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