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Let's Watch: Utøya – 22. Juli
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utoyaIn Utøya – 22. Juli werden die schrecklichen Geschehnisse vom 22. Juli 2011 noch einmal widergespiegelt. Der Film ist ab dem 15. Februar 2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar ausgelassene Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Kaja geht alleine zu dem geplanten Barbecue. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, als plötzlich Schüsse fallen. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Rasend kreisen ihre Gedanken. Was passiert um sie herum? Wer sollte auf sie schießen? Kein Versteck scheint sicher. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden, während die Schüsse nicht verstummen wollen.

Filmkritik

Als der Rechtsextremist Anders Breivik am 22. Juli 2011 zunächst einen Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und wenig später einen Amoklauf auf der kleinen Insel Utøya, auf der gerade das jährliche Sommerlager der Jugendorganisation stattfand, verübte und dabei 77 Menschen aus dem Leben riss, stand nicht nur Norwegen, sondern die ganze Welt still. In Norwegen sind die Wunden bis heute noch nicht verheilt und dennoch hat sich der ebenfalls aus Norwegen stammende Regisseur Erik Poppe dazu entschlossen, die Geschehnisse, die auf der ansonsten so idyllischen Insel im Tyifjord stattfanden, in einem Film zu verarbeiten.
Normalerweise würde man nun eine möglichst genaue Rekonstruktion der Geschehnisse im Stile einer Dokumentation erwarten. Poppe entschloss sich aber für eine ganz andere Herangehensweise. Anstatt dem Attentäter noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken, konzentriert er sich voll und ganz auf dessen Opfer, bzw. fiktive Versionen von ihnen. Der Amokläufer selbst wird hingegen nie genannt und auch nur zwei Mal schemenhaft gezeigt. Auf der einen Seite ist diese Herangehensweise zu begrüßen, da man Breivik, der seinen Prozess oft genug dafür genutzt hat, sich für die Medien aufzuspielen, so nicht noch mehr mediale Präsenz verschafft. Auf der anderen Seite wird er so aber auch zu einer Art rätselhaftem Wesen, denn aufgrund dessen, dass man die ganze Zeit nur die Auswirkungen von Breiviks Taten sieht, also verängstigte Kinder oder auch Jugendliche, die über Leichen gleichaltriger steigen, erhält man als Zuschauer den Eindruck hier einen Horrorfilm zu sehen, in dem die Taten eines fiktiven Monsters gezeigt werden. Das ist zweifelsohne spannend, zumal der Film ja auch in Echtzeit und so gut wie ohne Schnitte daherkommt, doch ob diese Mystifizierung eines ganz offensichtlich geistlich kranken Täters der richtige Weg ist, muss jeder für sich entscheiden.
Was keinerlei Fragen aufwirft, ist die schauspielerische Leistung der Darsteller. Gerade die 20-jährige Andrea Berntzen, die die Zuschauer als Kaja durch die schrecklichen Ereignisse führt, trumpft hier auf und zeigt, dass sie sicherlich noch für einige Furore sorgen wird.

Bild & Ton

Das Bild der Blu-ray ist sicherlich nicht das Beste, was dieses Format zu bieten hat, dennoch kann man mit ihm zufrieden sein. Gerade die Farben und deren Natürlichkeit wissen dabei vollends zu überzeugen und auch der Kontrast lässt so gut wie keine Wünsche offen. Woran es ein wenig hapert, ist die Schärfe. Die ist nämlich nicht immer ganz optimal, vor allem wenn mal wieder Originalaufnahmen eingestreut werden, die qualitativ sofort (negativ) auffallen. Auch der Schwarzwert hätte sicherlich ein wenig knackiger sein können.
Auf dem gleichen Niveau präsentiert sich auch der Sound, denn auch dieser ist insgesamt sehr zufriedenstellend ausgefallen, auch wenn es in Sachen Direktionalität und Surround Sound sicherlich noch etwas besser hätte sein können. Doch auch so werden die Boxen von den deutschen DTS-HD MA 5.1-Sounds (das gleiche Format wird auch in der norwegischen Originaltonspur genutzt – eine englische gibt es hingegen nicht) gut angesprochen. Die nicht minder wichtigen Dialoge sind jederzeit klar und deutlich zu verstehen, sodass man mit der technischen Präsentation insgesamt ganz zufrieden sein kann.

Bonusmaterial
Das Bonusmaterial ist leider recht übersichtlich ausgefallen. Immerhin gibt es ein rund 22 Minuten langes Making of, in dem nicht nur ein Blick hinter die Kulissen geworfen wird, sondern auch Überlebende des Terroranschlags zu Wort kommen. Darüber hinaus erwarten einen aber leider lediglich noch je ein Interview mit dem Regisseur Erik Poppe und Kaja-Darstellerin Andrea Berntzen. Auch wenn gerade das Interview mit Andrea Berntzen zeigt, was für eine nette Person sie ist, hätte ich mir dennoch ein paar Extras mehr gewünscht. Gerade bei einem solchen Thema wie hier hätte doch zum Beispiel eine kleine Dokumentation über die Geschehnisse gepasst. Leider muss man darauf aber verzichten.


Fazit:
Natürlich sorgt die Herangehensweise, für die Regisseur Poppe sich für seinen Film entschieden hat, für eine Menge Spannung und fordert einen emotional bis an die Grenzen (und teilweise auch darüber hinaus), was einen sogar vergessen lässt, dass die Blu-ray technisch nicht auf dem allerhöchsten Niveau agiert. Doch ob man die schrecklichen Ereignisse, die sich auf der ansonsten so beschaulichen Insel abgespielt haben, auf genau diese Weise nochmal vorgeführt bekommen möchte, muss jeder für sich wissen. Utøya – 22. Juli ist eben mehr Horrorfilm als dokumentarische Aufarbeitung. Wer damit kein Problem hat, wird den Film sicherlich sehr gelungen finden. Wer hingegen die genauen Hintergründe der Tat wissen möchte, wird hier aber auf keinen Fall Antworten finden.


Originaltitel: Utøya
Darsteller: Ada Eide, Aleksander Holmen, Andrea Berntzen, Brede Fristad, Daniel Sang Tran, Elli Rhiannon Müller Osbourne, Ingeborg Enes, Jenny Svennevig, Mariann Gjerdsbakk, Solveig Koløen Birkeland, Sorosh Sadat, Torkel Dommersnes Soldal
Regisseur(e): Erik Poppe
Veröffentlichung: 15. Februar 2019
Studio/Verleih: Universum Film
Spieldauer: 97 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren  

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Utøya – 22. Juli zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.

© Universum Film
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Special vom: 13.02.2019
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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