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Let's Watch: Bumblebee
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Let_s_watch


bumblebeeMit Bumblebee kam Ende 2018 das erste Spin-off der beliebten Transformers-Reihe in die Kinos. Wer ihn damals verpasst hat oder ihn sich noch einmal ansehen möchte, hat seit dem 02. Mai die Gelegenheit dazu. An dem Tag erschien Bumblebee nämlich als DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD für das Heimkino.

Im Jahr 1987 findet Bumblebee, nach einem harten Kampf, in einer kleinen kalifornischen Küstenstadt auf einem Schrottplatz Zuflucht. Die junge Charlie (Hailee Steinfeld) ist nach dem Tod ihres Vaters auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt. Sie entdeckt den schwer beschädigten und gebrochenen Bumblebee. Als Charlie ihn wiederbelebt, wird ihr schnell klar, dass ihr neuer Freund über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt...

Filmkritik
Zuletzt war Transformers vor allem eines - eine wilde Effekthascherei, bei der die Story zur Nebensache verkam und alles spektakulär inszenierten Kämpfen mit unzähligen Explosionen untergeordnet war. Bei so viel Getöse vergisst man glatt, dass die Reihe mal ganz anders angefangen hat, nämlich als ein Coming of Age-Film, bei dem ein jugendlicher mithilfe seines Roboterfreundes zu einem Mann wurde. Klar hatte auch der Film spektakuläre Kämpfe, doch insgesamt war er eben sehr viel ruhiger. An diese Zeit, die den rasanten Aufstieg der Filmreihe überhaupt erst in die Wege leitete, hat sich wohl auch Paramount Pictures zurückerinnert - das erste Transformers-Spinoff rund um den wohl beliebtesten aller Transformers erinnert zumindest stark an die Anfänge der Reihe.

Anstatt eines jungen Mannes findet hier allerdings die junge heranwachsende Charlie ihren persönlichen Roboterfreund. Ansonsten ähneln sich beide Filme aber wirklich frappierend. Wie einst bei Sam Witwicky beobachtet man auch Charlie dabei, wie sie, auch durch den Einfluss des Roboters, immer mehr zur Erwachsenen wird selbst eine Liebesgeschichte fehlt hier nicht. Action gibt es währenddessen allerdings kaum - selbst im Vergleich zum ersten Transformers-Film, geht es hier wirklich ruhig zu. Große Kämpfe gibt es nur zwei, drei, dafür gibt es umso mehr Gags, die größtenteils auch gelungen sind. Der Grund weshalb man hier sehr viel weniger Action sieht, liegt dabei auf der Hand: Während Transformers 5: The Last Knight noch ein Budget von 217 Millionen US-Dollar hatte, standen für Bumblebee "nur" 102 Millionen US-Dollar zur Verfügung - auch eine Folge des mäßigen Erfolgs des letzten Films. Klar, dass man da gehörig an den teuren CGI-Effekten sparen musste. Ein weiterer Grund für die "Neuausrichtung" ist aber sicherlich auch beim neuen Regisseur zu finden. Während Michael Bay als der Action-Spezialist schlechthin gilt, ist der neue auf dem Regiestuhl, Travis Knight, bisher ausschließlich für familienfreundliche Animationsfilme wie Kubo - Der tapfere Samurai oder Die Boxtrolls bekannt.
Knight hat diesen Wechsel vom gewaltigen Actionfeuerwerk hin zum ruhigeren, emotionaleren Action-Drama gut gemeistert. Denn nicht nur Charlies Geschichte wird wunderbar erzählt (wenngleich die Liebesgeschichte etwas überflüssig erscheint), auch die des namensgebenden Roboters lässt vor allem langjährige Transformers-Fans aufjubeln. Schließlich erfährt man hier das erste Mal Bumblebees Vorgeschichte inklusive der Auflösung weshalb er als einziger Transformer nicht sprechen kann – da nimmt man sogar den teilweise stark kindgerechten Humor in Kauf, an den sich Erwachsene erst einmal gewöhnen müssen. Doch da das alles zudem in einer wirklich coolen 80er-Welt spielt, die so viele Details aufweist, das man sich direkt in die Zeit zurückversetzt fühlt, lebt man mit dieser Art von Humor wohl gerne.

Was mich persönlich wirklich faszinierte ist mit welcher Leichtigkeit Hailee Steinfeld nicht nur ihre Rolle, sondern quasi den gesamten Film schultert. Mir war sie bisher lediglich aus Pitch Perfect 2 und 3 bekannt, wo sie ja eher durch ihre Gesangseinlagen auffiel. Umso überraschter war ich, als ich gesehen habe, mit welchem Selbstverständnis sie hier agiert - zumal sie während der Dreharbeiten ohne einen echten Schauspielkollegen agieren musste, was nochmal eine Nummer schwerer ist als wenn man sein Gegenüber wirklich vor sich stehen hat. Steinfeld spielt mit Bumblebee aber so, als ob sie ihn tatsächlich immer vor sich gesehen hätte - das hat Shia LaBeouf seinerzeit nicht so exzellent hinbekommen.
Steinfelds Darbietung ist aber nicht die einzige Überraschung. Für noch mehr erstaunen dürfte wohl die Darbietung von John Cena sein. Der Hauptberuflich als WWE-Wrestler agierende Cena hat zwar schon in so manchem Film mitgespielt, doch hier zeigt er wirklich das erste Mal, dass er tatsächlich schauspielern kann - und das auch auf sehr lustige Art. Sein komödiantisches Talent ist wirklich grandios und es bleibt zu hoffen, dass wir davon in Zukunft noch mehr sehen dürfen.

Bild & Ton
Wenn man an die vorherigen Transformers-Filme zurückdenkt, hat man ein sehr buntes, kontrastreiches Bild vor Augen. In Bumblebee ist dies nicht der Fall - zumindest nicht in dieser Intensität. Hier wirkt alles etwas realistischer und nicht so comichaft. Das betrifft sowohl die Farben als auch die Körnung. Beides war in früheren Filmen teils sehr intensiv. Nun wirken die Farben hingegen zwar immer noch kräftig (vor allem der VW Käfer leuchtet in einem wunderschönen Gelb) und es gibt noch den typischen Orange-Filter, der die Haut so schön erstrahlen lässt, aber beides kommt nun eben nicht mehr übertrieben daher und die Körnung wurde ebenfalls auf ein Minimum zurückgeschraubt. Lediglich in manchen dunkleren Szenen wurde eine kräftigere Körnung eingesetzt, wodurch dem Bild hier dann etwas die Schärfe verloren geht. Diese ist ansonsten aber tadellos, nur der Schwarzwert hätte etwas knackiger ausfallen können. Insgesamt erhält man aber ein schönes Bild, wenngleich es auf Blu-ray sicherlich noch besseres zu sehen gibt.
Beim Ton verhält es sich ähnlich, wenn auch mit ganz anderen Voraussetzungen. Denn während der englische Originalton in Dolby Atmos verfügbar ist, liegt die deutsche Tonspur leider mal wieder nur in Dolby Digital 5.1 vor. Natürlich ist dies sehr bedauerlich. Denn auch wenn so gut wie das Maximum aus dem Format herausgeholt wurde, wirkt die englische Tonspur wesentlich wuchtiger und bietet auch einen besseren Raumklang. Nichtsdestotrotz kann sich, zumindest im Vergleich zu anderen DD 5.1-Formaten, auch die deutsche Tonspur hören lassen. Denn auch die bietet, nachdem man das Problem mit dem insgesamt etwas zu leisen Ton geregelt hat, einen guten Raumklang und gut klingende Schüsse und Explosionen. Auch die Dialoge sind jederzeit gut verständlich, sodass man mit der deutschen Tonspur, trotz aller Enttäuschung, schlussendlich doch leben kann. Wer des englischen mächtig ist, sollte sich aber dennoch lieber die englische Originalspur anhören. Denn die ist doch noch um einiges besser und vor allem dynamischer geraten.

Bonusmaterial
Den Anfang bei den Extras macht das „Sektor-7-Archiv“, in dem sich zwei Featurettes verstecken. Das eine Namens „Agent Burns: Willkommen bei Sektor 7“ geht 50 Sekunden lang und ist eine Art Anweisungsvideo mit Agent Burns bzw. John Cena. „Sektor-7-Abenteuer: Die Schlacht am Half Dome“ ist hingegen ein 9:19 Minuten langer Überblick über die Geschehnisse am Half Dome, welcher in einer Art Comic gehalten wurde.
Weiter geht es mit neun „Gelöschten und erweiterten Szenen“, die insgesamt über etwas mehr als 19 Minuten lang gehen und unter anderem die original Eröffnungsszene zeigen. Bei den „Outtakes“ kann man sich anschließend noch 9:33 Minuten lang fünf missglückte Szenen ansehen, die aber unheimlich unterhaltsam sind.
In „Bee Vision: Die Transformer-Roboter von Cybertron“ (3:57 Min.) lernt man die im Film auftretenden Cybertron-Roboter etwas näher kennen. Abgeschlossen werden die Extras von „Wie Bumblebee auf die Kinoleinwand kam“, welches einer Art Making-of gleicht und in fünf Videos (Gesamtdauer 47:20 Minuten) die Geschichte von Bumblebee und die Bezüge zu den Generation-1-Comics aufzeigt, sowie erklärt, wie es die Macher geschafft haben, den 80er Flair so gut hinzubekommen.
Insgesamt ein wirklich nettes Paket, das uns Paramount Pictures da anbietet, wenngleich ich persönlich mich auch wieder über einen Audiokommentar gefreut hätte.


Fazit:
Wer das nächste Effekt-Feuerwerk erhofft hat, wird von Bumblebee herbe enttäuscht sein. Mit persönlich hat die ruhigere, emotionalere Herangehensweise aber sehr gut gefallen, vor allem weil die Coming of Age-Geschichte rund um die junge Charlie wirklich gut erzählt wird. Und dann wäre da natürlich auch noch der unglaublich 80er Look, der einen mit seiner Liebe zum Detail direkt wieder in die damalige Zeit verfrachtet - wirklich cool!
Nicht ganz so angetan war ich hingegen von der Technik. Am Bild gibt es bis auf den Schwarzwert zwar nichts Ernsthaftes zu kritisieren, aber das die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 5.1 vorliegt, ist wirklich enttäuschend. Auch die Extras sind zwar nett, aber eben auch nicht überragend.
Nichtsdestotrotz kann ich die Blu-ray empfehlen, denn der Film ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall wert angesehen zu werden.


Originaltitel: Bumblebee
Darsteller: Abby Quinn, Gracie Dzienny, Hailee Steinfeld, Jason Drucker, John Cena, John Ortiz, Jorge Lendeborg Jr., Kenneth Choi, Pamela Adlon, Rachel Crow, Ricardo Hoyos, Stephen Schneider
Regisseur(e): Travis Knight
Veröffentlichung: 02. Mai 2019
Studio/Verleih: Universal Pictures Home Entertainment
Spieldauer: 113 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Bumblebee zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es ab 14,99 Euro auf DVD, Blu-ray und 4K Ultra HD.

© Universal Pictures Home Entertainment
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Special vom: 03.05.2019
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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