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Let's Watch: Captain Marvel
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captain_marvelAm 18. Juli erschien das erste Marvel-Abenteuer mit einer weiblichen Hauptprotagonistin als DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D und 4K Blu-ray für das Heimkino.

Marvel Studios' Captain Marvel nimmt dich mit auf eine spektakuläre Abenteuerreise in die 1990er Jahre: Als ein galaktischer Krieg die Erde erreicht, trifft Carol Danvers (Brie Larson) auf den jungen Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson). Dieser steht ihr zur Seite, als sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss und so ihr Potenzial entdeckt, das sie zu einer der mächtigsten Helden des Universums macht und ihr Schicksal als Mitglied der Avengers vorherbestimmt.

Filmkritik
Zwei Jahre nachdem DC mit Wonder Woman den ersten Superhelden-Film mit weiblicher Hauptprotagonistin herausbrachte (Anmerkung der Redaktion: wenn man mal von einigen anderen Filmen wie Elektra, Supergirl oder Catwoman absieht), folgte auch endlich Marvel und brachte den Zuschauern die Origin-Geschichte von Captain Marvel näher. Hätte man bei Marvel bzw. Disney gewusst, dass der Film so ein Erfolg wird, wäre man diesen Schritt sicherlich schon eher gegangen. Denn mit weltweit über 1,1 Mrd. US-Dollar rangiert Captain Marvel auf Platz 8 der Marvel Cinematic Universe-internen Rangliste und stet somit etwa weit vor den beiden Thor-Filmen oder auch Spider-Man: Homecoming und das, obwohl Captain Marvel sicherlich nicht frei von Kritik ist. Bereits vor dem Kinostart musste sich der Film gerade aufgrund der weiblichen Hauptprotagonistin viel Kritik von sogenannten Comic-Fans anhören. Während diese Beanstandung als lächerlich abzutun ist, kann man am Film selbst sicherlich aber dennoch so manches kritisieren. So mag die Untermalung mit der 90er Musik zwar theoretisch ganz cool sein, doch wie sie eingesetzt wird, wirkt in vielerlei Hinsicht lieblos. Es macht beinahe den Anschein, als ob man das Erfolgsrezept von Guardians of the Galaxy einfach nur kopieren wollte. Ebenfalls sehr schade finde ich, dass die Eigenheiten dieses Jahrzehnts viel zu kurz kommen. Das liegt natürlich vor allem daran, dass man kaum Städte oder „normale“ Menschen sieht, auf die man hätte eingehen können. Zu guter Letzt könnte auch das Tempo ruhig ein wenig höher sein. Es gibt zwar immer wieder kleinere Kämpfe, so richtig Fahrt nimmt der Film aber erst im letzten Drittel auf, wodurch es selbst bei der doch überschaubaren Spiellänge von 124 Minuten das eine oder andere Mal zu Längen kommt.
Kommen wir nun aber zu den positiven Dingen, die Captain Marvel trotz der genannten Mängel zu einem guten Superheldenfilm machen. Zu aller erst sei da natürlich die Hauptdarstellerin Brie Larson (Free Fire, Raum, Short Term 12 – Stille Helden) zu nennen. Wenn man sieht, wie sie hier agiert, ist es gut nachzuvollziehen, weshalb sie die erste Wahl für die Darbietung von Carol Danvers alias Captain Marvel war. Sie verkörpert diese Figur wahrscheinlich, wie es keine Zweite hätte machen können (und auch eine Gal Gadot als Wonder Woman alt aussehen lässt). Larson schafft es, sowohl die charakterliche Tiefe Danvers, als auch die körperliche Härte Captain Marvels hervorragend rüberzubringen. Obwohl dieser Mix alles andere als einfach ist, schafft sie es, ihn spielend leicht aussehen zu lassen. Gepaart mit der Coolness und dem trockenen Humor, den Larson schon in anderen Rollen gekonnt zur Schau gestellt hat, lässt sie Captain Marvel so zu einem der besten Charaktere des Marvel-Universums werden.
Doch nicht nur Larson weiß vollends zu überzeugen, auch Samuel L. Jackson (Pulp Fiction, The Hateful 8) als jüngerer Nick Fury macht seine Sache wieder mehr als gut. Gerade das Zusammenspiel zwischen Jackson und Larson ist hervorragend und sorgt so immer wieder für lustige Dialoge und Momente. Dass Fury hier etwas lustiger daherkommt, haben dabei viele kritisiert. Was viele dabei übersehen: Der hier zu sehende Fury ist eben nicht der, den man aus The Avengers und Co. kennt. Hier ist er noch 20 Jahre jünger und hat wesentlich weniger erlebt als später – klar, dass man dann noch etwas lockerer drauf ist. Als Antagonist fungiert einmal mehr Ben Mendelsohn (Ready Player One, Rogue One: A Star Wars Story). Obwohl auch er seine Rolle wieder gut macht und auch eine Wendung erlebt, hat man sich doch so langsam an ihm sattgesehen. Schließlich hat man ihn in den letzten paar Jahren schon des Öfteren als Bösewicht gesehen. Wen ich gerne noch öfters im Bild gesehen hätte, war Jude Law (Sherlock Holmes, Grand Budapest Hotel), der mich als Yon-Rogg ebenfalls vollends überzeugen konnte. Ohnehin muss man sagen, dass die schauspielerische Darbietung aller am Film beteiligten wieder erstklassig ist – was bei einem Marvel-Film mittlerweile aber auch als normal zu bewerten ist.

Bild & Ton
Wer einen Marvel-Film auf Blu-ray kauft, darf eigentlich sicher sein, dass er zumindest optisch sehr gute Qualität erhält. Captain Marvel unterstreicht diese Aussage. Zwar erhält man hier kein Bild auf Referenzniveau, dennoch sieht das Gezeigte wieder einmal mehr als ordentlich aus. Vor allem die Farben wissen vollends zu überzeugen und bieten nicht nur eine breite Palette, sondern wirken auch alle sehr kräftig. Ebenfalls hervorragend ist die Schärfe, die stets alles kristallklar darstellt. Etwas enttäuschend ist hingegen der Detailgrad. Während dieser in hellen Szenen jede noch so kleine Falte offenbart, wirkt es in dunklen Szenen - von denen es einige gibt - etwas schwächlich. Wenn Szenen nur partiell beleuchtet werden, ist es wirklich schwer zu erkennen, was in den dunklen Abschnitten vor sich geht, geschweige denn irgendwelche Details. Dafür gibt es so gut wie keine Körnung - es sei denn, sie wurde als Stilmittel eingesetzt. Aber selbst dann wirkt sie nie übertrieben.

In Sachen Sound muss man bei der deutschen Tonspur gegenüber der englischen mal wieder ein paar Abstriche in Kauf nehmen, denn während der englische Originalton in DTS HD MA 7.1 aus den Boxen tönt, liegt die deutsche Synchronisation lediglich in Dolby-Digital-7.1-Plus vor. Logisch, dass die englische Tonspur insgesamt dynamischer und kräftiger daherkommt, immerhin ist der Unterschied aber nicht so groß wie befürchtet, denn gerade in Sachen Dynamik kann auch die deutsche Spur überzeugen. Egal ob dröhnender Bass oder leisere Töne, beides hört sich gut an. Die hohen Töne klingen sogar besser als beim englischen Ton. Auch der Surround Sound weiß zu gefallen und nutzt gekonnt alle Boxen, womit eigentlich nur ein echter Kritikpunkt bleibt: Die generelle Lautstärke. Die ist nämlich sehr leise ausgefallen, weshalb man die Boxen ordentlich aufdrehen muss. Das betrifft aber sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur. Insgesamt erhält man also sowohl beim Bild als auch beim Sound ein sehr zufriedenstellendes Ergebnisse, wenngleich beides noch etwas von irgendwelchen Referenzwerten entfernt ist.

Bonusmaterial
Das Highlight unter den Extras ist sicherlich der Audiokommentar der beiden Co-Autoren/Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck, die viele interessante Fakten zum Film und dessen Dreh preisgeben. Darüber hinaus erwarten einen noch sechs zusätzliche Szenen, die insgesamt 8:47 Minuten dauern, zwei Minuten lang Pannen vom Dreh, sowie sechs Featurettes. In denen sprechen Brie Larson, Samuel L. Jackson, Anna Boden, Ryan Fleck und andere am Film beteiligte zunächst zweimal über die Figur Captain Marvel, welche Ehre und Herausforderung es war, sie in das MCU einzuführen und welche besonderen Fähigkeiten sie bzw. welchen Charakter Carol Danvers hat. Während diese beiden Featurettes zusammen knapp 10 Minuten lang sind, ist das dritte Featurette gute dreieinhalb Minuten lang und dreht sich um die Origin-Geschichte von Nick Fury. Im vierten Featurette wird das Co-Autoren/Regisseur-Duo Boden/Fleck genauer beleuchtet (2:44 Minuten), während es danach um die in den MCU-Filmen neu auftretenden Skrulls und Kree geht (3:32 Minuten). Zum Abschluss erfährt man dann noch auf eine sehr lustige Art und Weise etwas über die Katze Goose und deren "Darstellerin" (3:23 Minuten). Insgesamt erwarten einen also rund 23 Minuten an Featurettes, die zwar allesamt ganz nett aber nicht herausragend sind.


Fazit:
Captain Marvel
gilt für viele Fans des MCU als einer der schlechtesten Filme. In meinen Augen ist dies völliger Blödsinn. Klar hat der Film Schwächen und die Origin-Story kann nicht mit denen von anderen Charakteren mithalten, dennoch ist auch er unterhaltsam. Außerdem bekommt man mit Brie Larson eine der wohl besten Schauspielerinnen im ganzen MCU zu sehen. Wie sie Captain Marvel verkörpert ist einfach grandios und absolut sehenswert.
Die Blu-ray agiert auf gewohnt hohem Niveau. Zwar sind sowohl Bild als auch Ton nicht auf Referenzniveau, dennoch ist beides absolut top. Nur die Extras enttäuschen ein wenig. Gerade die Featurettes hätten ein wenig üppiger ausfallen können. Immerhin darf man aber dem Audiokommentar der beiden Regisseure Boden & Feick lauschen und erfährt auf diese Weise noch einige interessante Fakten zum Film und dessen Dreh.
Insgesamt ist Captain Marvel also wieder ein gut gelungener Superhelden(innen)-Film, den man als Marvel-Fan ohnehin ansehen muss, der aber auch sonst viel Spaß bereitet.


Originaltitel: Captain Marvel
Darsteller: Akira Akbar, Annette Bening, Ben Mendelsohn, Brie Larson, Chuku Modu, Clark Gregg, Colin Ford, Djimon Hounsou, Gemma Chan, Jude Law, Lashana Lynch, Lee Pace, Mckenna Grace, Samuel L. Jackson
Regisseur(e): Anna Boden, Ryan Fleck
Veröffentlichung: 18. Juli 2019
Studio/Verleih: Walt Disney Studios Home Entertainment
Spieldauer: 124 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren 

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Captain Marvel zu kaufen, der kann dies u.a. über Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 12,99 Euro auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K Blu-ray.

Copyright: © 2019 Marvel
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Special vom: 26.07.2019
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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