„Du wirst immer eine Ausländerin sein, ganz egal, wie gut dein Deutsch ist.“ Alex Stanić ist 12 Jahre alt, als sie diesen Satz hört, ausgesprochen von einem Stammgast ihrer bosnischen Eltern, die ein Wirtshaus betreiben. Ein Satz, der seine Schatten vorauswirft: Rechte Gedanken und Werte sind aus den Gaststuben und Wohnzimmern in die 8-Uhr-Nachrichten, die Feuilletons und Regierungsprogramme gewandert.
Ausgehend von ihrer eigenen Migrationsgeschichte, dem Aufwachsen zwischen Frittatensuppe und Ćevap�ići, ihrer queeren Selbstfindung und ihrem Werdegang zu einer der wichtigsten kritischen Stimmen des deutschsprachigen Social Media Raums verwebt Alex Stanić ihre Lebensgeschichte mit pointierter Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen.
Ausländergöre, Sozialschmarotzerin, Kulturbeschmutzerin, Švabica, Männerhasserin, Kampflesbe – In ihrem ersten Sachbuch wird jede dieser Zuschreibungen für Stanić zum erzählerischen Ausgangspunkt, um Klassenfragen, Misogynie und Rechtspopulismus zu beleuchten. Auf berührende Art und Weise zeigt sie, vor welchen Herausforderungen mehrfach marginalisierte Personen stehen und welche Brücken es zu bauen gilt, um diese zu überwinden.
Stanić ist soft, aber streitet aus Strategie, denn: ohne Konflikt, keine Veränderung. Sie schreibt radikal nah an sich selbst, ohne in eine Opferrolle zu schlüpfen, aber mit unbeirrtem Blick für strukturelle Gewalt.
Über die Autorin:
Alexandra Stanić ist Journalistin und Expertin in feministischen und digitalen Diskursen. In den
Sozialen Medien sowie in Vorträgen und auf Panels spricht sie über soziale Gerechtigkeit, Sexualität und Hass im Netz. Alexandra Stanić war Chefreporterin beim Wiener Stadtmagazin BIBER und bei VICE Österreich.
Alexandra Stanić auf Lesereise:
13.11.26 Berlin, Heimathafen Neukölln, Buchpremiere
20.11.26 München, Museum fünf Kontinente im Rahmen der 67. Münchner Bücherschau
26.11.26 Wien, BuchWien
11.03.27 Hannover, Kulturzentrum Faust