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Star Wars: The Old Republic

Entwickler: BioWare
Publisher: Electronic Arts

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 54,00 €

Systeme: PC

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
Die Welt der Online-Rollenspiele schien aufgrund der zahlreichen kleinen Low-Budget-Erscheinungen längst an ihr Ende gekommen. World Of Warcraft blieb als einziges namhaftes Produkt seiner Linie treu, wurde bewusst erweitert und wird die Rolle als Mutter des Segments wohl auch auf Jahre hin nicht aufgeben müssen. Doch auch hier schien der Punkt längst überschritten, an dem die Welt aus Orks, Elfen und dergleichen keine neuen Akzente mehr setzen konnte. Das Game schien ausgereizt, der Zenit überschritten. Was also tun? Nun, Bioware liefert möglicherweise die passende Antwort: Mit mächtiger Lizenz im Rücken kündigte die renommierte Schmiede bereits vor langer Zeit an, mit der zugkräftigen Star Wars-Franchise ins Rennen zu gehen und die Welt der Online-Games auf ein Neues zu revolutionieren. Kurz vor dem Fest wurde das langjährige Projekt nun in die weite Welt entlassen. Doch ist The Old Republic tatsächlich der Meilenstein, den sich so viele davon versprechen?

Meinung:
Nun, zumindest was die Rahmenbedingungen und die gesamte Atmosphäre betrifft, ist diese Frage schnell beantwortet. Spätestens wenn John Williams' Kulthymne durch die Boxen schießt und der legendäre Schriftzug am Bildschirm erscheint, packt einen wieder die Gänsehaut - zumal hier nicht einfach ein knapp gehaltener, eher überflüssiger Text aufflackert, sondern ähnlich tiefgreifend und kultig ein Story-Konstrukt entworfen wird, das den Kinostreifen vollkommen ebenbürtig ist. Doch nicht nur der Soundtrack und die nostalgischen Intros versetzen den erprobten Gamer recht schnell in eine Welt, die man glaubt aus der Westentasche zu kennen. Auch die zahlreichen vertrauten Namen, die epischen Interludien zwischen den Action-Handlungen und schlichtweg dieses spezielle Star Wars-Ambiente, welches mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde, verschaffen The Old Republic eine beeindruckende Atmosphäre. Die sucht nicht nur innerhalb des Lucas-Universums ihresgleichen, sondern besitzt auch im Bezug auf das Online-Gaming zweifelsohne Referenzklasse.

Aller Anfang ist... gar nicht so schwer
Die Zielgruppe des neuen Star Wars-Titels besteht überraschenderweise nicht bloß aus Junkies und Nerds, die sich tagelang vor ihrem PC verschanzen und sich von ihrem neuen Liebling abhängig machen. In erster Linie wird bei The Old Republic der Casual Gamer angesprochen, was sich bereits bei den ersten Schritten in der neuen Welt zeigt. Zwar winken schon zu Beginn zahlreiche Optionen bei der Erstellung des Charakters oder der Wahl der damit veerbundenen Story. Doch im Großen und Ganzen bleibt die Palette übersichtlich und man ist nicht gezwungen, einen Wust an Entscheidungen und Einstellungen vorzunehmen, um sich zurechtzufinden. Der Spieler wird langsam an die Materie herangeführt und durchläuft folgerichtig erst einmal einen Prolog, bevor er in das tatsächliche, erwartungsgemäß riesige Abenteuer entlassen wird. Das Leveln geschieht sporadisch, muss zwar verdient werden, doch hierzu ist es eben nicht notwendig, bereits am Start gezielt Dinge zu berücksichtigen, die einem im späteren Verlauf bitter aufstoßen könnten. Gerade hier ist der Vergleich mit WoW bereits gewonnen.

Detailverliebtheit in Etappen
Jeder Schritt in The Old Republic wird andererseits pompös dokumentiert. Die Masse an kurzen Filmsequenzen, die die Story voranbringen, ist für ein MMO unglaublich groß und untermauert immer wieder die angesprochene Atmosphäre, gibt aber auch Sicherheit, nicht schon in den ersten Zügen in eine falsche Richtung gelenkt zu werden. Dennoch kann man in fast jeder Situation neu wählen, bestimmt Dialoge und lenkt die Handlung gezielt aus einem dennoch reichhaltigen Angebot verschiedener Optionen. Man trägt mehr Verantwortung, als man es aus anderen Online-Welten kennt und bestimmt damit nicht nur sein eigenes Schicksal, sondern auch jenes der gesamten Umgebung. Das mag zwar keine innovative Neuerung sein, doch die Zahnräder, die hier ineinandergreifen, sind im Hinblick auf ihre Auswirkung noch vielschichtiger und erlauben es, mit ein und demselben Charakter immer wieder neue Abenteuer zu formen und das Game aus ganz anderen Perspektiven anzugehen.
Trotzdem erfährt man in den ersten Sequenzen keine Überforderung, wird schleichend an das Ganze herangeführt, ohne dass die Intensität oder das Feeling verloren gehen. Die Identifikation mit dem gewählten Charakter - egal ob Schmuggler oder Revolverheld - findet in Etappen statt, wird immer weiter vertieft und erst dann abgeschlossen, wenn man nach dem zehnten Level bereits so stark mit ihm verwachsen ist, dass man die grundlegenden Eigenheiten begreifen und einordnen kann. Die Mischung aus simplem Einstieg und trotzdem spürbarer Leidenschaft für all die Details macht hier das Besondere aus.

Reden, Tauschen, Zocken
Während man mit dem gewählten Charaktertyp den zugehörigen Startplaneten erkundet, wird man immer wieder in Dialoge einbezogen, die teilweise schon von großer Bedeutung sind. Entscheidet man sich, einen befreundeten Charakter zu verraten? Oder schützt man ihn vor schädlichem Einfluss, bringt sich damit aber selber in die Bredouille? Welcher Seite der Macht gibt man sich hin? Jede individuelle Entscheidung hat Auswirkungen auf den späteren Verlauf der Handlung, womöglich aber auch schon direkt auf die Gruppe, mit der man sich zeitweise umgibt. Zwar ist jeder Schaden, den man der eigenen Person zufügt, irgendwie wieder reparabel, da man als Entscheidungsträger immer noch die erste Instanz ist. Doch gewissermaßen ist schon hier Taktik und ein bisschen Risiko gefordert, was den Spannungsgrad schon in den ersten kleinen Quests mächtig anhebt.
Für die einzelnen Fortschritte, egal in welche Richtung, erhält man schließlich die gewohnten Erfahrungspunkte. Auch hier wird zwischen Anteilen von Jedi-Macht und der dunklen Seite unterschieden, so dass selbst die erleuchteten Persönlichkeiten irgendwann vom rechten Pfad abkommen können und ihre Künste komplett umlenken können - eine interessante Alternative, die aber vorerst erfahrenen Spielern überlassen werden sollte. Neben Erfahrungspunkten sammelt man in den einzelnen, manchmal schon recht langen Missionen auch Bares, welches man schließlich wieder verwerten kann, um seinen Item-Koffer zu erweitern oder sich bei den Meistern in verschiedenen Qualitäten schulen zu lassen. Aber auch wenn die Rechnung "Erfahrung gleich Fortschritt" relativ leicht aufgeht, muss unterm Strich mehr berücksichtigt werden, als es auf den ersten Blick scheint. Und gerade das macht den ganz besonderen Reiz von The Old Republic aus und wird hier definitiv intensiver gelebt als bei WoW.

Jeder geht seinen eigenen Weg
Es dauert nicht lange, bis man die ersten Gruppenevents meistern muss und sich auch gewissermaßen unterordnen muss. Entscheidungen werden schließlich von der gesamten Party getragen, wobei Einigkeit nicht immer Trumpf ist. Geschieht es beispielsweise, dass die Mitglieder in den Dialogen in ihren Meinungen und Ansichten völlig voneinander abweichen, ist man nicht zwangsläufig untergebuttert. Jeder steht zu seinem Wort und muss auch für sich die Konsequenzen tragen. Eine Abhängigkeit besteht daher nur insofern, dass man auf das gleiche Ziel hinarbeitet. Der Weg dorthin ist aber nicht vorgeschrieben und lässt den Gamern unglaublich viel Spielraum. Auch das ist bekannt, wird aber in The Old Republic auf ein neues Level gehievt.

Endlich in die Schlacht
Natürlich wird im neuen Star Wars-MMO nicht bloß geredet und taktiert: Stattdessen greift man schon relativ zügig zu den Waffen und erprobt das Kampfsystem des Spiels. Dieses weist schließlich die meisten Querverweisen zu den bisherigen Referenztiteln auf und geht daher auch schnell in Mark und Bein über. Interessant wird es, wenn die ersten KI-Kompagnons hinzustoßen, die man zwar nicht gezielt lenken, aber schon genügend beeinflussen kann, damit sie in den jeweiligen Kämpfen eine echte Unterstützung sein können. Absprache und eine konkrete Vorstellung von der strategischen Vorgehensweise sind hier alles und damit auch der Schlüssel zum Sieg - selbst in den kleinen Scharmützeln zu Beginn.
Jene künstlichen Intelligenzen unterstützen uns schließlich auch bei der Gestaltung neuer Waffen und bei der Erforschung von Artefakten und dergleichen. Zwar muss man hierfür gleich den doppelten Preis bezahlen - nämlich einmal finanziell und einmal für den Verzicht auf die Begleiter im Kampf für die Weile der Mission, auf die sie geschickt werden, um einen der insgesamt 14 Berufe zu erlernen - doch der Profit entschädigt schnell für diese Einbußen und macht das Crafting zu einer unvermeidbaren Angelegenheit, um weiter ins Abenteuer vorzudringen. Jedoch geschieht das erst, wenn man weiter im Spiel fortgeschritten ist.

Der Weg in eine unermesslich weite Welt
Mit dem Ende des Prologs und dem Start von Level zehn wird man schließlich in die große weite Welt von Star Wars - The Old Republic entlassen. Eine letzte Entscheidung anhand von drei divergierenden Talentbäumen weist nun die Richtung und bringt die endgültige Unabhängigkeit als Charakter. Es warten größere Schlachten, erste Schiffsmissionen, noch mehr strategische Wendepunkte, die Möglichkeit, neuen, größeren Partys anzugehören, aber auch eine eigenständige Entdeckungsreise zu machen und sich schließlich auch in andere Planetensysteme vorzuwagen. Sobald die erste Raumschlacht erreicht wird und man sich mit seinem Gleiter durch die Star Wars-Galaxie bewegt, weiß man, dass man gerade Teil etwas enorm Großen geworden ist - und das hier im MMO Akzente gesetzt wurden, die in diesem Ausmaß bis dato noch nicht erschöpft waren.



Fazit:
bjoernEs sind bereits zahlreiche Teststunden an The Old Republic draufgegangen, doch unterm Strich konnte in dieser Zeit nur ein ziemlich geringer Ausschnitt der tatsächlichen Tiefe aufgespürt werden, die sich hinter dem Titel verbirgt. Doch soviel scheint schon einmal klar: Bioware hat sein Versprechen gehalten und den WoW-Wachwechsel vollzogen - dank der noch detailreicheren Performance, dem erweiterten Handlungsspielraum in nahezu jeder Beziehung des Games und der atemberaubenden Atmosphäre (begünstigt durch die filmreifen Zwischensequenzen und den tollen Soundtrack). Dieses Spiel ist ein Monument in der Online-Gaming-Geschichte und - das kann man auch nach den ersten Eindrücken schon klar sagen - die neue Referenz in diesem Segment!

Star Wars: The Old Republic - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Bj�rn Backes

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.5 Grafik: 9.00
Sound: 9.50
Steuerung: 9.50
Gameplay: 10.00
Wertung: 9.5
  • Unglaubliche Detailverliebtheit
  • Einsteigerfreundliche Gestaltung
  • Berauschende Atmosphäre
  • Zahlreiche mögliche Handlungsstränge
  • Viel Einfluss in allen Sequenzen
  • Leicht angestaubtes Kampfsystem

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Rezension vom: 10.01.2012
Kategorie: Rollenspiele
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