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Shovel Knight

Entwickler: Yacht Club Games
Publisher: Yacht Club Games

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 14,99€ €

Systeme: 3DS, Linux, Mac, PC, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita, Wii U, Xbox One

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:

Shovel_Knight_logo

Wenn man sich so unter Gamern umhört, die früher schon viel gezockt haben, und es auch heute noch tun, wird man in einer Sache eine recht einheitliche Meinung feststellen: Capcom steckt in kreativer Hinsicht ziemlich in Schwierigkeiten. Zwar ging die Strategie, sowohl alte Reihen fortzuführen als auch stets neue zu kreieren, eine Weile ziemlich gut auf – und sie ging auch meistens auf. Doch Lost Planet und Dead Rising sind auch nicht mehr so neu und in Sachen alte Reihen ging die letzten Jahre so einiges schief. Resident Evil sei da genannt, das man mehr in Richtung Action verschoben hatte (ein Umstand, den man nun mit der zusätzlichen Reihe Revelations wieder entschärfen möchte). Serienerfinder Shinji Mikami ist längst gegangen und hat seine eigene Firma gegründet. Weitere Urgesteine des Entwicklers sind ihm gefolgt, wie etwa der »Vater« des blauen Bombers Mega Man. Inzwischen lautet Capcoms Strategie: Mehr Spiele aus beliebten Reihen wie Street Fighter, mehr Remastered-Versionen, mehr DLC. Bei Konami zeichnet sich ein ähnliches Problem ab, hier will man sich auf den Mobile-Markt konzentrieren. Auch hier sind viele Größen gegangen, Tak Fujii beispielsweise oder Koji Igarashi, der mit Bloodstained zur Zeit auf Kickstarter Erfolg hat. Zuletzt ging Hideo Kojima, was das Aus für Silent Hills bedeutete und The Phantom Pain zum letzten richtigen Metal Gear macht.

Auch Keiji Inafune hat seine eigene Firma gegründet und auf Kickstarter mit Mighty No. 9 einen inoffiziellen Nachfolger zu Mega Man finanziert. Schließlich wurde der Roboterheld, der auf dem NES berühmt – und durch den hohen Schwierigkeitsgrad auch berüchtigt – wurde, sträflich von Capcom vernachlässigt. Zum 25. Jubiläum war es ein Fanspiel, das glücklicherweise von einem Fan für den PC entwickelt wurde, das man präsentieren konnte, sonst hatte man gar nichts in der Hand.

Dass aber der Wunsch nach neuen Spielen im alten Capcom-Stil, sei es Mega Man oder Ghost'n'Goblins, weiterhin besteht, zeigen nicht nur der Kickstarter-Erfolg von Inafune. Auch andere Indie-Entwickler sind stets dabei, den Geist der alten 8-Bit-Spiele einzufangen. Die Könige dieser Disziplin, und das kann man durchaus vorweg nehmen, sind dabei definitiv Yacht Club Games, deren Shovel Knight nun für 3DS, Wii U, PC und seit neuestem auch für die Sony-Konsolen und die Xbox One erhältlich ist. Das Spielprinzip lehnt sich dabei stark an Mega Man an, aber auch an andere NES-Klassiker wie Zelda, Super Mario Bros. 3 und Duck Tales. Und da Mega Man damals zu den schwersten Titeln zählte, lag es natürlich auch nahe, ein Element der Reihe einzubauen, die heutzutage als eine der schwersten gilt: Dark Souls.



Meinung:

Shovel Knight muss zum Turm des Schicksals gelangen, nur so kann er seine Partnerin, Shield Knight, retten. Dumm nur, dass ihm die Verzauberin und ihr Orden ohne Gnade im Weg steht. Nicht nur fiese, sondern auch ehemalig ehrenhafte Ritter haben sich der Verzauberin schon unterworfen und terrorisieren nun das Land. Gut also für das Land, dass sich hier ein Interessenkonflikt zwischen dem Schaufelritter und dem Orden anbahnt.

Wo fangen wir an?
Wie bei SMB3 gibt es auch bei Shovel Knight eine Oberweltkarte, auf der die Levels erreichbar sind, und auf der sich manchmal auch Gegner tummeln, die zu Mini-Bonusstufen bzw. Bonus-Bosskämpfen führen. Meistens ist mehr als ein Level frei verfügbar und es befinden sich auch Dörfer, Bonuslevels und andere Orte darauf. Am wichtigsten sind aber die zu bewältigenden normalen Levels, die wie bei Mega Man einem bestimmten Boss gehören. Wo der blaue Bomber gegen Top Man, Cut Man, Chill Man und Snake Man (im Laufe aller Teile gab es 78 solcher Robotermeister), da muss unser Shovel Knight natürlich gegen andere Ritter kämpfen, die ebenfalls ein bestimmtes Thema bedienen. So haben wir beispielsweise den Propeller Knight, den King Knight, den Treasure Knight oder den Tinker Knight.

Anders als bei Mega Man schießt man aber nicht, sondern man schaufelt bzw. nutzt das Gartengerät wie Onkel Dagobert seinen Stock als Pogo-Angriffsinstrument. Und man bekommt man aber keine Spezialwaffe, wenn man einen Boss besiegt, es öffnen sich nur Absperrungen auf der Oberweltkarte. Bei den besonderen Items ist es also eher wie bei Zelda, man findet irgendwo in den Levels eine große Truhe. Und diese Gegenstände sich nicht eher gewöhnlich wie in den alten Zelda-Spielen, sondern eher außergewöhnlich wie in den neueren Teilen. So gibt es ein Zahnrad, auf dem man auch über Stacheln fahren kann, oder einen Degen, mit dem man in der Luft vorschnellen und somit Abgründe überwinden kann. Dabei gibt es Items, die mehr als Waffe und welche, die mehr als Hilfsmittel benutzt werden können, um Schätze und ähnliches zu erreichen. Denn in Shovel Knight dreht sich fast alles um Geld!

Geld regiert auch die Schaufel-Welt
Sogar die Items aus den großen Kisten bekommt man nicht umsonst, denn in der Kiste hockt immer Kistian, ein Händler aus dem Dorf. Gegen eine »kleine Gebühr« verkauft er uns das Item aus der Kiste. Auch andere Upgrades kann man in den Dörfern käuflich erwerben. Da ist es praktisch, dass man wenigstens gefundene Notenblätter an den Barden verkaufen kann (der die gefundenen Stücke zum Dank natürlich jederzeit gerne abspielt), und dass ohnehin jede Menge Juwelen in den Levels gefunden werden wollen. Man muss sie nur finden! Durch das Besiegen von Gegnern, dem Entfernen von Erde und Haufen (praktisch, wenn man ein Shovel Knight ist), das Öffnen von Truhen und Finden von Geheimräumen. Hier findet man oft auch Essen, das einem die Lebensenergie wieder auffrischt.

Risiko!
Die Sache mit dem Geld hat nur einen, nein eigentlich zwei Haken: Erstens kann man nicht so ohne weiteres grinden. Respawnende Gegner (z.B. durch einen Raumwechsel) haben keine Klunker mehr bei sich, höchstens noch etwas magische Energie zum Auffüllen. Und stirbt man, verliert man zwar kein Leben, aber es verteilen sich drei schwebende Geldsäcke, die einen ordentlichen Anteil des gefundenen Zasters enthalten, an der Stelle seines Ablebens. Die gilt es nun zurückzuholen. Was passiert, wenn man auf dem Weg dorthin wieder stirbt, kennt man aus Dark Souls: Das Geld ist weg!

Man kann den Level zwar auch beenden, es setzt dann aber komplett der Zustand wieder ein, den man vor dem Betreten hatte. Verliert man also zu viel, bietet sich das an. Hat man trotzdem noch etwas gut gemacht, sollte man es sich überlegen, denn somit sind auch das neu hinzugekommene Geld, die im Level gefundenen Items und die erreichen Checkpoints weg. Und will man wirklich grinden, muss man einen Level komplett nochmal spielen.
Die Sache mit den Checkpoints hat übrigens auch noch einen Haken. Man kann die Glassphären, in denen eine Flamme brennt, nämlich zerstören, wenn man möchte. Die Art der Flamme weist dabei auf das Juwel hin, das man beim Zerstören des Checkpoints bekommt. So hat man die Qual der Wahl: Vertraut man seinen Fähigkeiten und nimmt längere Laufwege zum verlorenen Geld hin, oder verzichtet man auf die zusätzliche Einnahmequelle?

Nostalgie pur!
Was man Shovel Knight ankreiden kann ist, dass die Items besser ausgearbeitet hätten werden können. Viele Gegenstände braucht man kaum oder gar nicht – oder nur in speziellen Bonus-Stages, die den Namen des Gegenstands im Titel tragen. Andere sind mächtiger, als es den Anschein hat.  So habe ich die erste Phase eines Bosses mit dem Zahnrad quasi einfach »überrollt« und dachte, das gehört so, weil derjenige danach ein sehr großes Hilfsmittel verwendet, um gegen den Shovel Knight anzutreten. Beim zweiten Versuch wollte ich ihm einfach mit der Schaufel eins überziehen, was aber nicht den erwarteten Effekt hatte.

Grafisch ist die Schaufelei eine besondere Augenweide für Retro-Fans. Und auch, wenn die 3DS-Version keinen Battle Mode hat, kommt die Grafik auf dem Handheld-Bildschirm doch am besten rüber. Übrigens gibt es immerhin eine sehr witzige Streetpass-Arena, bei der man einen Kampf zum Senden aufzeichnet, ohne zu wissen, was der Gegner tun wird – der weiß es schließlich auch nicht, eventuelle Zufallskontrahenten tun werden. Die Kampfaufzeichnungen treten dann gegeneinander an, wenn man einem anderen Shovel-Knight-Spieler begegnet, und man kann sie danach ansehen. Sehr spaßig!

Endlich auf PS4 und Xbox One!
Eine Weile hat es gedauert, nun ist Shovel Knight auch auf den neuen Konsolen PS4 und Xbox One erhältlich. Wir haben die PS4-Version ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Spiel genauso sensationell wie seine früheren Versionen. Es gibt absolut nichts negatives zu berichten. Praktisch ist, dass es Cross-Buy und Cross-Save unterstützt, so dass man das Spiel auch auf PS3 und Vita mit dem gleichen Speicherstand spielen kann. Zudem gibt es einen neuen Boss, nämlich keinen geringeren al Kratos, den God of War. Auf der Xbox One gibt es sogar etwas mehr, nämlich die Battletoads als Gegner – mit zusätzlichen Levels. Leider konnten wir diese Version (noch) nicht ausprobieren.

Wer jetzt glaubt, dass sich Yacht Club Games nun auf ihren Lorbeeren ausruhen, der irrt. Schon bald soll die erste, kostenlose Erweiterung Plague of Shadows erscheinen. In diesem Addon wird man Plague Knight spielen. Und es wird nicht bei dieser einen, kostenlosen Erweiterung bleiben!



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Michael Hambsch

Shovel Knight ist 8-Bit! Ob Grafik, Gameplay oder Musik, dieses Spiel ist aus einem Guss, bringt das Flair vergangener Tage zurück wie kein anderes Indiegame. Dabei ist Shovel Knight auch sehr umfangreich, das Leveldesign ist einfach klasse und erfordert viel Geschick. Dass man sich in Sachen Items (auch wenn diese nicht ganz ausgegoren sind) an neueren Zelda-Spielen orientiert hat und sogar das Dark-Souls-Element des Verlustes eingebaut hat – und zwar so, dass es überhaupt nicht deplatziert wirkt, dafür gebührt Yacht Club Games eine extra Schippe Lob. Unbedingt spielen!

Kleines Update: Auch auf PS4 und Xbox One ist Shovel Knight mehr als sein Geld wert. Her bekommt man Kratos als Boss und Cross-Buy (PS4, PS3, Vita) bzw. die Battletoads als Gegner und zusätzliche Levels, die im Stil des Rare-Klassikers gehalten sind. Bald erscheint zudem das erste, kostenlose Addon Plague of Shadows.



Shovel Knight - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Michael Hambsch

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.125 Grafik: 8.75
Sound: 8.50
Steuerung: 9.25
Gameplay: 10.00
Wertung: 9.125
  • Eine wahre 8-Bit-Sensation
  • Riesiger Umfang, inklusive Multiplayer-Battle-Mode auf Konsolen/PC
  • Geniales Gameplay, geniales Level- und Gegnerdesign
  • Toller Chiptunes-Soundtrack
  • Streetpass-Arena (3DS), Kratos als Boss (PlayStation), Battletoads-Levels (Xbox One)
  • Einige Items braucht man selten bzw. kann man zweckentfremden

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Rezension vom: 17.05.2015
Kategorie: Action
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