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Baldur´s Gate Enhanced Edition

Entwickler: Skybound
Publisher: Skybound

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 49,99 €

Systeme: PlayStation 4, Switch, Xbox One

Inhalt:

Baldur_s_Gate_Enhanced_Edition_Xbox

Wenn ein Entwickler durch gute Rollenspiele bekannt geworden ist, dann ist es definitiv BioWare. Bis heute zählen Baldur’s Gate 1 & 2 als Meilensteine im RPG-Genre. Vor allem die erzählerische Kunst, die Charaktertiefe und selbstverständlich die Umsetzung der komplexen AD&D-Spielmechanik gelten als Erfolgskonzept. Nach den ursprünglichen Veröffentlichungen 1998 bzw. 2000 für den PC folgte 2012 und 2013 jeweils eine verbesserte Neuauflage samt zusätzlichen Inhalten im Rahmen der Enhanced Editions. Jetzt brachte Beamdog zusammen mit Skybound Games die beiden Titel vereint auch auf alle aktuellen Konsolen. Die Geschichten der Fantasywelt haben natürlich nicht an ihrer Qualität verloren, doch kann die Grafik und Spielmechanik heutigen Standards gerecht werden?


Meinung:

Fantasy durch und durch
Die Fantasywelt von Faerun, die BioWare für Baldur’s Gate erschaffen hat, lädt mit tollen Geschichten zum Verweilen ein. Doch bevor die Reise beginnt, geht es an die Erstellung des Hauptcharakters. Das läuft alles andere als nebenbei ab. Bereits im Editor versenkt man gewaltig Spielzeit. Wie in der Pen & Paper-Vorlage von Dungeons & Dragons wird auf den Spielcharakter sehr viel Wert gelegt.

Sämtliche Völker, die im Fantasybereich Rang und Namen haben, können gewählt werden. Menschen, Elfen, Halbelfen, Zwerge, Halblinge, Gnome und Halborks sind vertreten. Es bleibt nahezu kein Wunsch offen. Auch bei den Klassen geizt Baldur’s Gate nicht: Kämpfer, Waldläufer, Paladin, Kleriker, Druide, Magier, Dieb, Barde, Mönch, Schamane und Hexenmeister; Wer gerne mehr Spieldurchläufe plant, der kann sich ordentlich austoben! Doch dem noch lange nicht genug, müssen auch vor der Fertigstellung die Gesinnung, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Aussehen und Namen vergeben werden. Das komplexe D&D-Regelwerk überfordert beinahe auch ein wenig. Die individuelle Zusammenstellung hat nämlich Auswirkungen auf Attribute und birgt zusätzlich noch einige Boni und Mali. Sich durch die umfangreichen Beschreibungen zu lesen, nimmt ordentlich Zeit in Anspruch.

Selbstverständlich will man das lange Abenteuer mit seinem Wunschhelden erleben und außerdem kann der erstellte Charakter auch optional direkt in Teil 2 importiert werden. Alternativ gibt’s aber auch die Möglichkeit einer neuen Kreation samt Einstieg ins Geschehen auf Level 8.

Intrigen und Verschwörungen
Bereits der Startbildschirm in Baldur’s Gate 1 verrät, dass man als Waisenkind bei seinem Ziehvater Gorion in Kerzenvater aufwächst. Die tatsächliche Herkunft des Spielhelden ist unbekannt. Aufgrund einer seltsamen Eisenknappheit im Land begibt man sich erstmals auf eine Reise außerhalb der Burgmauern zusammen mit Gorion. Bereits kurz nach dem Aufbruch wird man allerdings überfallen und nur unser Held kann sein Leben retten. Jetzt müssen die Attentäter entlarvt werden! Auf diesem Abenteuer warten jedoch noch andere Dinge von weit wichtigerer Bedeutung. Mit der wahren Abstammung des Hauptcharakters und dem Grund für den Überfall hätte wohl kaum einer zu Beginn gerechnet...

Die Geschichte in Teil 2 knüpft an das Ende vom Vorgänger an, welcher durch Story-DLCs erweitert wurde. Dort führt uns die Reise in den Süden des Landes Faerun. Die Fortsetzung der Geschichte rund um den Helden und die erzählerische Qualität des Nachfolgers sind sogar noch weitaus interessanter und die unzähligen Dialoge innerhalb des Spiels noch tiefgehender. Nicht umsonst gilt der zweite Teil oft als bestes Rollenspiel. Jedenfalls gilt in beiden Spielen: Wer das Rollenspiel zur Gänze erleben und vollkommen auskosten möchte, muss sich auf viel Lesestoff einstellen.

Gemeinsam sind wir stark
In Baldur’s Gate 1 & 2 ist man nicht allein unterwegs. Im Spielverlauf trifft man etliche potentielle Begleiter, die sich einem anschließen wollen. Jeder einzelne davon ist absolut individuell, verfolgt teilweise eigene Ziele und bringt sein Charisma mit in die Gruppe. Gerade in Teil zwei gibt es viele Situationen, in denen die Begleiter zum Spielgeschehen und der Handlung Stellung nehmen und ihre Meinung äußern. Auch passende Gespräche untereinander verleihen den NPCs eine glaubwürdige Einstellung und machen sie alles andere als gesichtslose Lakaien.

Kämpfe in der D&D-Mechanik
Sowohl im ersten als auch im zweiten Teil laufen die Kämpfe grundsätzlich in Echtzeit ab. Aufgrund der Komplexität und der wahlweise hohen Schwierigkeit ist die Pausierfunktion aber praktisch unumgänglich. Nur das Betätigen der Pausentaste erlaubt strukturierte, taktische Kampfbefehle für jedes Gruppenmitglied. Der Erfolg einer angeordneten Aktion hängt D&D-getreu von den Attributen und Boni der Helden ab. Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz sind nur ein kleiner Auszug aus der komplexen Materie. Um dieses System vollständig zu durchblicken, ist viel Einarbeitungszeit erforderlich. Für Story-Liebhaber bzw. Spieler, die sich nicht so umfangreich damit beschäftigen möchten, bleibt der „Geschichtsmodus“ als Schwierigkeitsgrad. Damit können die fordernden Kämpfe umgangen werden. Wer es lieber bockschwer hat, kann sich gerne auf der Schwierigkeit „Vermächtnis des Bhaal“ versuchen. Viel Spaß!

Speziell dort empfiehlt es sich, mehr als einmal über Entscheidungen nachzudenken. Ein gestorbener Begleiter kann nämlich nur mühsam und teuer wiedererweckt werden. Der Tod des Hauptcharakters führt zurück zum letzten Speicherstand. Nicht nur in Dark Souls ist das Ableben frustrierend, sondern auch in Baldur’s Gate, daher sollte man speichern!

Der Zahn der Zeit
Die Steuerung des PC-Klassikers per Controller geht überraschend leicht von der Hand. Der linke Joystick dient zur Fortbewegung, über die Schultertasten lässt sich ein Menürad mit Inventar, Welt-, Gebietskarte etc. bequem ansteuern. So ist auch ein schneller Wechsel in den Einstellungen und Menüs möglich und das Gamepad als Eingabegerät birgt absolut keine Nachteile.

Aufgrund des Alters der Spiele stellten sie auch keine Herausforderung für die aktuelle Hardware da. Doch genau das Alter macht die beiden Titel in Sachen Grafik zum zweischneidigen Schwert. Baldur’s Gate 1 & 2 und auch deren Enhanced Editions für den PC haben mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel. Die grafischen Sprünge der letzten Zeit lassen die Portierungen der Klassiker im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Zwar sind hochaufgelöste Texturen im Vergleich zur Erstveröffentlichung verwendet worden und auch die moderne Darstellung auf dem TV wird unterstützt, doch vor allem die verwaschenen Charaktermodelle trüben die tollen Erinnerungen. Spielerische Qualität ging durch den Port sicherlich keine verloren, doch es macht es zu keiner leichten Rollenspielkost. Als Spieler sollte man sich vor dem Start der langen Reise von Beginn an mit der Grafik von damals anfreunden. Schließlich verbringt man schon ohne viele Nebenaufgaben ordentlich viel Zeit in dieser Spielwelt.



Fazit:
Wer hätte gedacht, dass im Jahr 2019 noch immer Tests zu Baldur’s Gate 1 & 2 entstehen. Beide Titel sind meiner Meinung nach zu Recht auf Xbox One, PS4 und Switch gelandet. Der Wert dieser Spiele für das Rollenspiel-Genre war bzw. ist extrem. Doch Ports von so alten Spielen haben es trotz gutem Gameplay nicht von Natur aus leicht. Oft hat man frühere Spiele blumiger in Erinnerung, als sie beim tatsächlichen Blick darauf dann sind. Diese Erfahrung musste ich bei Baldur’s Gate jetzt machen… zumindest am Anfang. Daher empfehle ich jedem interessierten Spieler unbedingt einen Blick auf Spielszenen und Grafik zu werfen. Kommt man damit nicht mehr klar, wird man auch mit diesen Klassikern nicht warm werden.

Gleiches gilt für das Gameplay. Es spielt sich langsam, es gibt viel zu lesen und es verschlingt massenhaft Zeit. Schnelle Fortschritte, Levelaufstiege und haufenweise Belohnungen gehören nicht zum Stil von Baldur’s Gate. Ist man sich dessen bewusst, kann man jedenfalls getrost bei der Konsolenversion zugreifen. Die Steuerung ist hervorragend, das Spiel läuft flüssig und die deutschen Texte machen die vielen Dialoge leicht verständlich. Der Preis von 49,99€ ist zwar ein wenig happig, doch gemessen an den möglichen Spielstunden wiederum in Ordnung.



Baldur´s Gate Enhanced Edition - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Michael Renner

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.9375 Grafik: 7.00
Sound: 7.75
Steuerung: 8.25
Gameplay: 8.75
Wertung: 7.9375
  • Extrem detaillierte Charaktererstellung
  • Tolle Fantasywelt voller Geschichten und charismatischer Einwohner
  • Komplexes, forderndes Kampfsystem
  • Geschichtsmodus als alternativer Schwierigkeitsgrad
  • Verwaschene Charaktermodelle
  • Teilweise einsteigerunfreundlich
  • Hoher Preis als Einstiegshürde

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Rezension vom: 16.10.2019
Kategorie: Rollenspiele
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