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Final Fantasy VII Remake

Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70 €

Systeme: PlayStation 4

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
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Als Sony auf der E3 2005 ein Video vorstellten, in dem die technischen Möglichkeiten der PS3 gezeigt wurden, ging ein Jubeln durch die Menge, stellte dieses Video doch eine neue Version des Intros von Final Fantasy VII dar. Doch die Freude wurde schnell gebremst, als Sony klarstellte, dass es sich hierbei nicht um ein sich in der Entwicklung befindliches Remake des Rollenspielklassikers, sondern eben nur um eine Tech Demo handelte. Über die Jahre hinweg fragte man sich immer, wieder dieser garantierte System Seller nicht einfach entwickelt wurde. Erst 2015 wurde auf der E3 mit einem neuen Trailer das tatsächliche Remake angekündigt, das wir nun, 5 Jahre später, endlich spielen dürfen.

Meinung:


Ex-Elitekämpfer Cloud schließt sich als Gefallen für eine alte Freundin der Widerstandsgruppe Avalanche an, die den Planeten retten will. Der Energiekonzern Shinra zapft die Lebensenergie des Planeten ab, um damit das Luxusleben der Einwohner der Stadt Midgar zu versorgen. Während der Angriffe auf die Reaktoren des Konzerns kommt es aber zu Komplikationen, die eine noch viel größere Verschwörung aufdecken und nebenbei wird Cloud noch von Visionen des eigentlich tot geglaubten Kriegshelden Sephiroth geplagt. Der Wettlauf um die Erhaltung der Welt hat begonnen.

Ausdehnung
Wer Final Fantasy VII in einer der etlichen älteren Versionen gespielt hat, wird den groben Handlungsstrang wiedererkennen. Die Welt wurde aber immens ausgebaut und bietet nun neben etlichen Sidequests vor allem tiefere Einblicke in mehr oder weniger wichtige Nebenfiguren wie etwa die weiteren Mitglieder der Avalanche-Truppe sowie einige neue Charaktere, die später noch wichtig werden könnten. Auch die Hintergründe um Cloud und Sephiroth werden stärker beleuchtet, als es im Midgar-Teil des Originals noch der Fall war.

Das Spiel teilt sich dabei in 18 Kapitel auf, die in der Regel recht linear verlaufen. In manchen Kapiteln kann man sich die Zeit mit ein paar Sidequests vertreiben, wenn man möchte, wobei die dabei erhältliche Erfahrung schon dringend nötig ist. Der normale Schwierigkeitsgrad bietet eine ordentliche Herausforderung, während die beiden leichteren Optionen ein Ableben fast unmöglich machen. Ein höherer Schwierigkeitsgrad wird erst nach einmaligen Beenden des Spiels freigeschaltet und bietet neben stärkeren Gegnern auch Einschränkungen in der Heilung sowie neue Gegenstände und Feinde, die es nur hier zu finden gibt. Serientypisch gibt es dort auch wieder einen geheimen Superboss zu erledigen.

Wähl' deine Waffe
Wer möchte, kann den niedrigsten Schwierigkeitsgrad wählen und auch im Remake mit einer Art rundenbasiertem Kampf arbeiten. Das Gameplay ist aber eindeutig auf mehr Action ausgelegt. Die Party besteht in der Regel aus drei Charakteren, die von der Story vorgegeben werden. Im Kampf kann jede dieser Figuren direkt gesteuert oder ihnen mittels Knopfdruck Befehle erteilt werden. Das mit den Befehlen ist manchmal so eine Sache, da die Positionierung bei vielen Spezialattacken von enormer Wichtigkeit ist. Die KI nutzt besondere Eigenschaften leider selbst nicht und wartet immer auf die entsprechenden Befehle, lediglich für die Heilung gibt es eine Spezialmateria, mit der man automatische Heilzauber erwirken kann.

Jede Figur hat ihren eigenen Kampfstil und ihre eigenen Spezialfähigkeiten. Cloud kann zwischen einem schnellen, schwächeren Angriffsmodus und einem langsamen, stärkeren Angriffsmodus wählen, in dem er auch Angriffe kontern kann. Barrett kann mit seinem Gewehrarm fliegende und weit entfernte Feine angreifen, während Tifa ihre schnellen Schläge und Tritte aufladen und verstärken kann. Aerith hingegen setzt komplett auf magische Attacken. Das bekannte ATB(Active Time Battle)-System wurde einer Frischzellenkur unterzogen. Die ATB-Balken laden sich nun langsam von selbst auf, können mit normalen Attacken aber beschleunigt werden. Ist ein Balken voll, wird auf Knopfdruck die Zeit extrem verlangsamt und man kann eine Spezialfähigkeit einsetzen. Das können die charaktereigenen Fähigkeiten, Zauber oder die Nutzung von Items sein. Jede Sonderaktion kostet mindestens einen ATB-Balken. Im deutlich actionreicheren Kampf können die Figuren sich frei bewegen und auf Knopfdruck blocken oder ausweichen. Die Kombination aus schneller Action und taktischen Befehlen funktioniert hervorragend und schafft es, das alte Gameplay zeitgemäß zu übertragen.

Für jeden Charakter gibt es im Spiel sechs unterschiedliche Waffen zu finden, die im Gegensatz zu früher nicht einfach nur immer stärker werden. Vielmehr hat jede Waffe ihre eigenen Vor- und Nachteile, die zu jeder Zeit im Spiel Anwendung finden können. So kann man auch den letzten Boss noch mit Clouds Busterschwert angehen, ohne einen deutlichen Nachteil zu erleiden. Zusammen mit den Charakteren leveln auch die Waffen, denn für jeden Levelaufstieg gibt es Fähigkeitspunkte. Jede Waffe hat einen eigenen Fähigkeitsbaum, in dem neue Skills, bessere Werte oder neue Materiaslots freigeschaltet werden können. Materia war im Original schon das große Feature der Weiterentwicklung und das hat sich nicht geändert. Materia gibt es in Form von Zaubern (Feuer, Eis, Heilung, Zeitmagie etc.), Verstärkung (XP, Reichweite, Resistenzen etc.), Skills (Scan, Gebet, Chakra etc.) und passiven Änderungen (mehr HP/MP, besserer Block, schnellere ATB-Aufladung etc.). Wenn Materia in die Slots von Waffen und Ausrüstung gesteckt wird, sind die darin enthaltenen Fähigkeiten im Kampf (manchmal auch außerhalb) einsetzbar und die Materia kann ebenfalls "Erfahrung" sammeln und stärker werden. Das lässt sehr viel Individualisierung zu, leider kann man keine Loadouts "speichern". Da das Spiel immer wieder die Partymitglieder austauscht, ist man immer wieder damit beschäftigt, die Materia hin- und herzuschieben. Besonders gegen Ende, wenn innerhalb eines Kapitels alle paar Minuten getauscht wird, kann das in unnötigen Frust ausarten. Die mächtigen Beschwörungsmateria haben im Remake einen besonderen Stellenwert eingenommen. Jede Figur besitzt in ihren Waffen einen Slot, der ausschließlich für Beschwörungen genutzt wird. Diese können auch nicht mehr einfach auf Wunsch gerufen werden. Dauert ein Kampf lange genug an, füllt sich eine gesonderte Leiste. Ist diese voll, darf eine Figur ihre Beschwörung rufen, die dann ähnlich Final Fantasy X für eine kurze Zeit mitkämpft. In der Zeit können ATB-Balken dafür genutzt werden, der Beschwörung Befehle zu geben, bis sie am Ende ihrer Zeit einen verheerenden Angriff ausübt. Die Auswahl an Beschwörungen ist sehr übersichtlich und es ist ziemlich ärgerlich, dass es keine Möglichkeit im Spiel gibt, an die Vorbestellerboni der verschiedenen Editionen zu gelangen. Drei Beschwörungen sind dadurch nicht für alle Spieler erhältlich.

Höhen und Tiefen
Grafisch ist Final Fantasy VII Remake ein ziemlicher Augenschmaus. Wie war das? Nur ein "ziemlicher" Augenschmaus? Die Hauptfiguren sind beeindruckend detailliert und auch die Feinde und wichtigen Nebenfiguren sehen allesamt großartig aus. Kleinere NPCs wie Questgeber sind da deutlich sparsamer modelliert und animiert worden. Die Umgebungen sind ebenfalls riesengroß und detailliert gestaltet worden, sodass man auch immer wieder Gebiete aus dem Original wiedererkennt. Leider finden sich oft extem niedrig aufgelöste Texturen, die einfach stören. Die Tür von Clouds Zimmer in den Slums ist das perfekte Beispiel am Anfang des Spiels. Sowas kann hoffentlich nochmal nachgepatcht werden.

Beim Sound gibt es allerdings nichts zu meckern. Die Remixe von Uematsus legendärem Soundtrack sind genauso atmosphärisch passend und eindrucksvoll wie eh und je. Kämpfe machen damit gleich noch eine ganze Ecke mehr Spaß und auch die Synchronisation, die unter anderem auf Japanisch, Englisch und Deutsch vorliegt, zeugt von einem hohen Anspruch an Qualität. Der grauenhafte Stil der Übersetzung des Originals wurde zum Glück nicht beibehalten und für jede Vorliebe steht somit eine sehr gute Version zur Verfügung. Davon können sich andere Publisher gerne mal eine Scheibe abschneiden.

Teil 1 von...?
Kommen wir nun auf den Elefanten zu sprechen, der mitten im Raum steht. Bei Final Fantasy VII Remake handelt es sich mitnichten um die ganze Geschichte. Das mag dem erfahrenen Gamer bewusst sein, aber es ist schon ein wenig dreist, dass der Umstand, dass es sich um einen ersten Teil handelt, im Titel nicht erwähnt wird. Hier wird lediglich der Midgar-Abschnitt behandelt, der die erste Disc der Originalversion umspannte und storytechnisch nur etwa 10% ausgemacht hat und damit quasi nur das Intro zur eigentlichen Geschichte darstellte. Ein Großteil unserer späteren Partymitglieder kommt hier noch nicht einmal vor. Wie bereits erwähnt, wurden die Geschichten in Midgar stark ausgeweitet und es gibt eine ordentliche Anzahl an Sidequests, von denen manche allerdings nur als Filler zu bezeichnen sind. Verlorene Katzen zu suchen oder Ratten jagen tragen nicht gerade zum weiteren Story-Verlauf bei. Dafür wurden einige Rückblicke schon einmal vorgezogen, damit man zumindest den größeren Handlungsbogen erahnen kann. Wer sich mit allen Quests befasst, blickt auf eine Spieldauer von etwa 35-40 Stunden für den ersten Durchlauf auf "Normal", woraufhin der höhere Schwierigkeitsgrad freigeschaltet wird. Nichtsdestotrotz steht am Ende die ungewisse Frage im Raum, wann es denn wohl weitergehen könnte. Bis 2022 und darüberhinaus kann das Remake leider nicht mit Inhalten dienen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Der Text mag sich ein bißchen negativ lesen, weil ich verstärkt auf die wenigen Kritikpunkte eingehen wollte, die das Spiel besitzt. Final Fantasy VII Remake ist aber ein großartiges Spiel geworden, bei dem sowohl das Nostalgikerherz höher schlägt, als auch Neulinge voll auf ihre Kosten kommen. Die Grafik ist bis auf ein paar Kleinigkeiten hervorragend, der Sound göttlich und das Gameplay wurde an heutige Bedürfnisse geschickt angepasst. Die Mischung aus Action und ATB-Management funktioniert wunderbar, das Materia-System ist nach wie vor klasse und die Handhabung der Waffen lassen viele unterschiedliche Stile zu. Jede Figur spielt sich anders und die Geschichte wurde geschickt ausgeweitet, sodass es viel zu tun gibt, obwohl wir es nur mit einem Bruchteil des FFVII-Gesamterlebnisses zu tun haben. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wann es wohl weitergeht. Bis dahin sollte jeder PS4-Besitzer Final Fantasy VII Remake gespielt haben. Dieses Spiel ist einer der Gründe, warum man eine PS4 besitzt.

Final Fantasy VII Remake - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9.5 Grafik: 9.00
Sound: 10.00
Steuerung: 9.50
Gameplay: 9.50
Wertung: 9.5
  • Göttlicher Soundtrack
  • Gute Synchros in allen Sprachen
  • Angepasstes Kampfsystem
  • Ausgebaute Storylines
  • Waffen- und Materia-System
  • Manchmal schlechte Texturen
  • Nur Teil 1

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Rezension vom: 18.04.2020
Kategorie: Rollenspiele
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