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Realpolitiks New Power

Entwickler: Forever Entertainment S.A.
Publisher: Forever Entertainment S.A.

Genre: Strategie
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 24,99 €

Systeme: PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
realpolitiks_logo

Auf dem PC ist Realpolitiks bereits seit 2017 erhältlich. Leider sind die Bewertungen seitdem aber eher durchwachsen und gegen Konkurrenten wie Europa Universalis oder Crusader Kings ist man relativ chancenlos. Dennoch hat sich Entwickler Forever Entertainment dazu entschlossen, das Spiel nun auch auf den Konsolen herauszubringen. Hier kann das Spiel durchaus zu einem Erfolg werden. Schließlich sind die Vorzeichen hier ganz andere, denn Konkurrenz gibt es hier so gut wie keine. Um herauszufinden, ob Realpolitiks New Power diese Lücke schließen kann und auf der Xbox One und PS4 mehr Zustimmung findet, als auf dem PC, haben wir uns auf das heiße Pflaster der Weltpolitik begeben.

Meinung:

Für all diejenigen, die Realpolitiks auf dem PC nicht gespielt haben: Bei Realpolitiks handelt es sich um ein Global Strategy Game, bei dem die Weltpolitik in Echtzeit gespielt wird. Man selbst übernimmt dabei ein Land seiner Wahl und muss sich als dessen Präsident den Problemen der echten Welt in ihren aktuellen Grenzen stellen und die militärische und ökonomische Macht des Landes nutzen, um in bewaffnete Konflikte und internationale Krisen einzugreifen. Dabei kann man selbst entscheiden, wie man mit den Interessen anderer Nationen, mit unerwarteten Ereignissen, globalen Bedrohungen und verschiedenen Krisen umgehen möchte.

Weniger Tiefgang
Die Möglichkeiten, wie man sein Land regiert und wie man mit anderen Ländern agiert, sind dabei sehr vielfältig und doch gab es auf dem PC sehr viel Kritik. Denn im Vergleich zu einem Europa Universalis geht Realpolitiks dabei weniger in die Tiefe. Was auf dem PC ein Nachteil war, ist für die Konsolen aber im Prinzip genau richtig. Aufgrund des eher zugänglichen Gameplays ist Realpolitiks nicht ganz so verschachtelt und mit Statistiken vollgestopft, was den Ansprüchen der Konsole, mit ihrer doch eher begrenzten Bedienmöglichkeit, sehr zugutekommt. Zumal der Umfang ja dennoch nicht gerade klein ausfällt, denn auch wenn sich PCler beschwert haben, ist Realpolitiks dennoch eine vollständige Politiksimulation. Es gibt die Innenpolitik (Politik, Entwicklung, Diplomatie), Wirtschaft (Finanzeinstellungen) und das Militär (Armee und Kriegsführung), die alle richtig gemanagt werden wollen. Sollen die Steuern erhöht werden, um mehr Geld in die Kassen zu spülen oder soll lieber das Militär gestärkt werden? Zudem können wir eine Börse errichten und dort Handel betreiben, Projekte angehen, ein Atomwaffenprogramm starten oder uns mit anderen Ländern zu einem Bündnis vereinen. Es ist sogar möglich, das Weltall und andere Planeten zu kolonisieren. Die Möglichkeiten sind also durchaus gegeben, weswegen es auch dringend anzuraten ist, beim ersten Starten des Spiels unbedingt das Tutorial anzuklicken. Hier werden uns nämlich all die Möglichkeiten, die uns das Spiel bietet, Schritt für Schritt erklärt – und das sogar auf Deutsch.

Drei Punkte sind ausschlaggebend
Mit als allererstes Lernen wir, dass vor allem drei Dinge über Sieg oder Niederlage entscheiden. Da wären zum einen die Aktionspunkte, die quasi die Staatsmacht anzeigen und im Prinzip für jede Aktion, die wir ausführen wollen, benötigt werden. Um Aktionspunkte zu generieren, müssen wir Aufträge erfüllen, die von unseren Beratern oder anderen Ländern gestellt werden.
Der zweite Punkt, der wichtig ist, sind die Ranglistensterne. Sie werden durch das Abschließen von Aufträgen, unsere Aktionen und die Anzahl an Aktionspunkte berechnet und zeigen so unsere Platzierung im Vergleich zu anderen Ländern an. Die dritte „Währung“, die immense Wichtigkeit hat, ist das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, das den Gesamtwert aller Güter angibt, die während eines Jahres in unserem Land hergestellt wurden. Nur bei einem positiven BIP kommt Geld in die Staatskassen, womit wir dann besagte Aktionen und Projekte bezahlen können.
Realpolitiks ist also durchaus komplex, zumal zu all dem ja auch noch andere Faktoren hinzukommen. So muss dafür gesorgt werden, dass unsere Bevölkerung zufrieden ist, man muss die Beziehungen zu anderen Ländern im Auge behalten und darauf achten, dass wir nicht geopolitisch ins Hintertreffen geraten. Folgerichtig müssen wir also Bündnisse schmieden (die leider immer von uns ausgehen müssen – wir selbst können keinem Bündnis beitreten), die regelmäßig gepflegt werden müssen. Um dies zu erreichen muss, man eventuell aber auch mal zu dreckigeren Tricks greifen und Spione losschicken, die dann etwa das politische System beeinflussen oder den Ruf des Landes beschädigen.

Militärkraft
Auf dem PC für viel Unmut sorgte, dass das Spiel vor allem auf den militärischen Sieg ausgelegt ist. Tatsächlich ist dies auch auf den Konsolen so geblieben: Egal, ob nun in einem freien Spiel oder in einem der zahlreichen Szenarien, die hier nicht nur die des Originalspiels, sondern auch gleich die des später auf dem PC erschienenen DLCs New Power (deswegen auch der Titel der Konsolen-Version) beinhaltet – am Ende läuft immer alles auf Krieg hinaus. Dabei fällt auf, dass das Spiel dabei nicht allzu sehr auf den aktuellen politischen Zustand der Welt achtet. In Wirklichkeit verbündete Länder greifen sich hier fröhlich an und auch Taktiken sind hier vollkommen irrelevant. Selbst die Anzahl an Einheiten scheint nicht immer Einfluss auf den Ausgang eines Krieges zu haben – denn selbst mit einer weitaus größeren Armee musste ich Niederlagen einstecken.
Zudem scheinen sich andere Länder gar nicht dafür zu interessieren, wenn etwa Russland seine umliegenden Nachbarstaaten angreift und übernimmt. Von realistischem Verhalten ist hier also weit und breit nichts zu sehen. Am Ende wirkt es deswegen weniger wie eine Politiksimulation, als eine Art Risiko, in der jeder für sich um die Weltherrschaft kämpft.

Dröge Präsentation
Ein weiterer Negativpunkt auf dem PC war die Darstellung. Auch hier hat sich auf den Konsolen nichts geändert, weshalb man auch hier vor allem mit verschiedenen Ansichten der Weltkarte Vorlieb nehmen muss, je nachdem welche Informationen man sich gerade anzeigen lassen möchte. Auch Konflikte und Kriege werden nur per Weltkarte dargestellt, auf denen die Einheiten dann hin und her geschoben werden. Wer hier also auf eine zeitgemäße Darbietung gehofft hat, muss leider enttäuscht werden.
Gleiches gilt im Grunde auch für den Sound, der ebenfalls sehr schlicht gehalten wurde. Großartige Effekte oder ähnliches wird man hier nicht zu hören bekommen. Stattdessen dudeln relativ neutrale Musikstücke im Hintergrund, die zwar nicht stören, aber auch nicht wirklich motivierend sind.
Gut gefallen hat mir hingegen die Steuerung. Auch diese wurde vom PC übernommen, aber die Steuerung des Cursors per Stick funktioniert tadellos. Auch das Öffnen der unterschiedlichen Menüs geht nach ein wenig Eingewöhnung gut von der Hand und nach ein paar Minuten hat man auch verinnerlicht, wo welche Informationen oder Punkte zu finden sind, sodass man nicht mehr ewig danach suchen muss.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Realpolitiks New Power könnte das perfekte Globalstrategiespiel für die Konsolen sein. Nicht zu tief gehend, aber dennoch genügend Tiefgang und Möglichkeiten, um einen lange an den Controller zu fesseln. Doch leider versaut sich das Spiel dies selbst, indem es die Fehler, die bereits auf dem PC für Unmut sorgten, auf die Konsolen übernommen hat. Vor allem, dass es eigentlich gar keine andere Wahl gibt, als andere Länder anzugreifen und dabei auch keinerlei Rücksicht auf die aktuelle weltpolitische Lage genommen wird, wirkt für eine Politiksimulation schon etwas sehr merkwürdig. Ich hatte hier vielmehr das Gefühl, eine aufgemotzte Version von Risiko zu spielen, so unrealistisch wirkt das Geschehen, das hier stattfindet.
Wenn man sich damit abfinden kann, wird man mit Realpolitiks New Power aber dennoch seine Freude haben. Im Gegensatz zur PC-Version fällt die fehlende Tiefe hier nämlich kaum auf und tut der Übersicht und Bedienbarkeit eigentlich nur gut.

Realpolitiks New Power - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.75 Grafik: 6.00
Sound: 6.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 8.00
Wertung: 6.75
  • Großer Umfang
  • Alle Länder der Welt spielbar
  • Zahlreiche Szenarien
  • Tutorial
  • DLC-Inhalte enthalten
  • Es läuft (fast) immer auf Krieg hinaus
  • Aktuelle Bündnisse werden nicht berücksichtigt
  • Dröge Präsentation
  • Sehr kleine Schrift

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Rezension vom: 24.06.2020
Kategorie: Strategie
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