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The Last of Us Part II

Entwickler: Naughty Dog
Publisher: Sony Computer Entertainment

Genre: Adventure
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 59,00 €

Systeme: PlayStation 4

Inhalt:

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Willkommen in der Post-Apokalypse. Erneut ist man in der Welt von Joel und Ellie, die versuchen müssen, sich nicht nur gegen Infizierte zu wehren, sondern auch gegen normale Menschen. Nur, dass dieses Mal die Dinge anders liegen.



Meinung:

Die Welt geht unter
Der Name Naughty Dog ist ein Qualitätsmerkmal. Sobald man ein Spiel von diesen Entwicklern in den Händen hält, weiß man sofort, dass der Titel einen garantiert gefangen nehmen wird. Gleichzeitig wird auch die Story nicht vernachlässigt, sondern ist sogar ein essentieller Bestandteil des Charmes des Games. Als Beispiel sei die Uncharted-Reihe genannt.

Ihr neuestes Werk ist The Last of Us Part II und erneut scheint es so, als ob die Entwickler von Naughty Dog Gold erschaffen haben, denn alles und jeder redet über diesen Titel. Mit Verspätung tun wir das jetzt auch.

The Last of Us, das war die Geschichte von Joel und Ellie. Beide lebten in einer postapokalyptischen Welt, gezeichnet durch das Aufkommen sogenannter Infizierter. Das waren Menschen, die von einer Art Pilz befallen wurden und sich jetzt in Monstren verwandelten, die wahllos alles und jeden angriffen, der in ihrer Nähe Lärm machte. Joel hatte, als die Zivilisation den Bach runterging, seine leibliche Tochter verloren und nahm Ellie als seine Ersatztochter an. Dabei stellte sich heraus, dass diese etwas Besonderes war. Sie war nämlich als einziger Mensch immun gegen den Pilz. Am Ende des Vorgängers sollte sie quasi geopfert werden, um ein Heilmittel zu erstellen. Doch Joel hatte etwas dagegen und rettete sie, auch wenn er dabei über Leichen ging. Hinterher erzählte er ihr nie davon, was wirklich geschehen war.

Keine Spoiler für Teil II!
Es ist wichtig, dass die Geschichte des Vorgängers nochmal hier zusammengefasst wird, denn sie ist für die Story von Part II essentiell. Da wir die Ereignisse von The Last of Us Part II nicht spoilern wollen, sei nur so viel gesagt: Ellie wird zu Beginn des Spiels so sehr traumatisiert, dass sie sich auf einen Rachefeldzug begibt. Dabei nimmt sie keine Rücksicht und tötet mitunter kaltblütig.

Trauma. Das ist das perfekte Wort, um ein wichtiges Element der Story zu beschreiben, denn im Prinzip sind alle Spielfiguren, vor allem natürlich Ellie, traumatisiert. Die Welt von The Last of Us Part II ist schließlich keine Schöne. Der Tod lauert hier überall. Die Zivilisation ist zusammengebrochen und damit auch jegliche Art von Anstand. Hier gilt das Recht des Stärkeren und das wird mit jedem erdenklichen Mittel durchgesetzt. Dabei wird diese Durchsetzung dem Spieler nicht verschwiegen, sondern visuell dargestellt. Mit der Konsequenz, dass dieser ebenfalls traumatisiert werden kann.

Jeder Tod ein Gefecht ums Überleben
Das Töten von Gegnern ist schließlich ein essentieller Bestandteil von Videospielen. Dabei wird man auf verschiedene Art und Weise dafür belohnt, wobei die Entwickler gleichzeitig versuchen, den Akt nicht allzu realistisch darzustellen. So bleiben selten die Körper der toten Gegner dauerhaft zurück.

The Last of Us Part II geht einen anderen Weg. Hier ist jeder Kampf, jede Auseinandersetzung ein Gefecht ums Überleben. Besonders gegen menschliche Gegner ist das nicht schön anzusehen und man erlebt hautnah mit, wie sie sich wehren und wie sie teilweise leiden. Auch Wunden werden real dargestellt, was das gefühlte Trauma nur noch verstärkt. Im Vergleich zum ersten Teil wurde hier bei der Darstellung der Gewalt nochmal eine Schippe draufgelegt.

Doch ist dies kein Selbstzweck. Die Entwickler haben sich vermutlich bewusst dafür entschieden, die Brutalität so darzustellen, wie sie ist. Sie wollen dem Spieler Unbehagen bereiten, damit er nachdenklich wird, mit vollem Erfolg. Auch wenn dies auf den Gesamteindruck von The Last of Us Part II eventuell nicht die Auswirkung hat, die sie sich erhofften.

The Last of Us Part II dreht sich vor allem darum, was diese unglückselige Mischung aus Gewalt, Trauer und Traumata mit einem Menschen anstellt. Rache ist bei den Spielfiguren der treibende Faktor, der sie dazu animiert, wiederholt rauszugehen und zu agieren. Doch vor allem ab der zweiten Hälfte des Spiels hat man das Gefühl, dass die Entwickler es bei der Darstellung übertrieben haben, beziehungsweise es lange versäumen, der Rache etwas positives, optimistisches entgegenzusetzen. Es gibt zwar idyllische Szenen, doch die halten nicht lange vor, weil dann erneut der Rachefeldzug weitergehen muss. 

Eine alles verzehrende Rache
Vor allem an Ellie merkt man, wie sehr die Rache sie nach und nach verzehrt. Anfängliche Unterstützung erhält sie unter anderem durch ihre Liebe Dina. Doch je weiter das Spiel fortschreitet, desto größer wird ihr Hass, was sie teilweise zu unmenschlichen Taten treibt. Es fällt schwer, sie als Spielfigur und Handlungsträgerin zu akzeptieren. Der andere spielbare Charakter löst allerdings ebenfalls Bauchgrimmen aus, weil die Figur auch einiges auf dem Kerbholz hat.

Es sind beides keine Helden, sondern Charaktere mit Kanten. Doch diese werden so bewusst nach vorne gerückt, dass die Versuche, sie zu humanisieren, nicht aufgehen.

Jetzt wurde lang und breit über die Story des Spiels referiert, aber nicht auf das Gameplay eingegangen. Das hat seinen Grund, denn die Geschichte des Games ist der Hauptanreizpunkt, sich The Last of Us Part II zu kaufen. Das Gameplay dient, überspitzt formuliert, nur dazu, die Story zu unterstützen.

Visuell unglaublich!
Dabei präsentiert sich The Last of Us Part II als ein visuell umwerfendes Spiel. Die Liebe zum Detail ist bemerkenswert. Jetzt nicht nur die bereits erwähnten Effekte der Gewalt, sondern auch die Darstellung der Natur, von Wasser zum Beispiel. Es kann leicht geschehen, dass man einfach nur stehen bleibt, um sich an der Optik zu ergötzen. Hier hat Naughty Dog wirklich das Letzte und Beste aus der PS4 herausgekitzelt.

Dabei ist die Welt von The Last of Us Part II keine offene, auch wenn der Beginn des Games es vermuten lässt. Es ist zwar möglich, sich in den jeweiligen Leveln zu verlieren, schon allein, wenn man Objekte fürs Crafting sucht. Allerdings handelt es sich hier um kein Sandbox Game, wie es sonst der aktuelle Trend bei Videospielen ist. Das mag vielleicht einige Spieler enttäuschen, doch hebt sich der Titel dadurch aus der Masse hervor und bestätigt im Prinzip die Aussage, dass nicht jedes Game Open World sein muss.

Crafting ist dabei ein wichtiges Element des Gameplays. Vor allem, wenn es um die Bewaffnung der Spielfiguren geht, denn nicht jeder Charakter verfügt über die gleiche Ausrüstung. Ellie beispielsweise hat Zugriff auf einen Flammenwerfer, den die nächste Spielfigur nicht zur Verfügung hat, sondern erst erstellen muss. Dementsprechend ist man viel damit beschäftigt, die gesamte Welt auf Crafting-Objekte zu untersuchen. Es ist eine besondere Jagd, die Spaß macht und für ein paar wertvolle Augenblicke von der düsteren Story ablenkt.

Ein fantastischer Sound
Doch auch der Sound besitzt eine wichtige Rolle in diesem Game. So ist es möglich, Safes nach Gehör zu knacken und wiederholt gibt es Szenen, in denen Ellie Gitarre spielt. Je nach Können des Spielers ist es sogar denkbar, über sie eigene oder bekannte Musikstücke selbst zu spielen.

Sehr schön ist, dass der Schwierigkeitsgrad des Games frei anpassbar ist. So ist es eben nicht nur möglich, zwischen den obligatorischen Graden auszuwählen. Man kann sie ebenfalls en Detail anpassen, je nach Spielbedürfnis und Spieler-Skill.


Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Götz Piesbergen
Ich habe lange mit mir gerungen, wie ich dieses Spiel bewerten soll, bzw. ob ich es empfehlen soll. Auf der Plusseite steht, dass The Last of Us Part II technisch gesehen ein Meisterwerk ist. Die Grafik ist umwerfend und das Sounddesign famos. Die Spielwelt ist angenehmerweise keine Open World, bietet jedoch genügend Möglichkeiten und Belohnungen zum Erforschen. 

Doch dem gegenüber steht die Story, die einem mindestens Kopfzerbrechen bereitet. Bereits der erste Teil war ein Gewaltepos. Gefühlt legt Part II da noch eine Schippe drauf und sorgt für Unwohlsein beim Spieler. Das große Problem ist jedoch die Story, die trotz guter Ansätze unterm Strich nicht überzeugen kann.

Was ist wichtiger? Gameplay oder Story? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Das Game wird eine hohe Endnote erhalten, doch empfehlen kann ich es nur bedingt. Wer mehr Wert auf das Gameplay an sich legt, der sollte zugreifen. Wer hingegen auch eine gute Story zu schätzen weiß, der sollte sich einen Kauf nochmal überlegen.


The Last of Us Part II - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 10.00
Sound: 10.00
Steuerung: 10.00
Gameplay: 5.00
Wertung: 8.75
  • Grafisch umwerfend
  • Akustisch genial
  • Kein Open World-Game
  • Eine traumatisierende Story

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Rezension vom: 10.07.2020
Kategorie: Adventure
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Die Bewertung unserer Leser für dieses Game
Bewertung: 6 (1 Stimme)
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