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Marvel's Avengers

Entwickler: Crystal Dynamics
Publisher: Square Enix

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 67,00 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One, Xbox One X

Inhalt:

Marvels_Avengers_Logo

Seit dem A-Day von vor fünf Jahren sind die Avengers aufgelöst und teilweise verschollen. A.I.M. ist an ihre Stelle getreten und verspricht, all jene zu heilen, die durch die Auswirkungen der damaligen Katastrophe betroffen sind. Doch Kamala Khan, ein Avengers-Fan will dies nicht wahrhaben und nimmt sich vor, die ehemaligen Helden wiederzufinden. Dabei stößt sie auf eine Verschwörung, die die Ereignisse von damals in einem neuen Licht dastehen lässt.



Meinung:

Der eigentliche Unterschied
Marvel’s Avengers ist kein Spiel, das mich kaltlässt. Das durfte ich schon bei der Beta feststellen, die ich vor ein paar Wochen gespielt habe. Jetzt konnte ich ungefähr anderthalb Wochen lang die Vollversion des Games testen, um dann am Ende frustriert festzustellen, dass der Titel sich im Vergleich zur Vorschau zwar in einigen Bereichen gebessert hat, aber dass meine Hauptkritik immer noch dieselbe ist.

Doch der Reihe nach und für diejenigen, die meinen Bericht der Beta noch nicht gelesen haben, bzw. nicht lesen werden, von vorne. Ich bin ein großer Comicfan, schon seit meiner Jugend. Vor allem die Avengers haben es mir angetan. Dementsprechend groß war meine Freude, als Square Enix 2017 einen Teasertrailer von einem Spiel, welches auf den Comics basieren würde, veröffentlichte. Endlich würde die Comicserie, die mich seit so Langem begleitet, spielbar gemacht werden. Anschließend kam 2019 das erste Gameplayvideo, das mich eher kalt ließ, und schließlich die Beta, die vieles besser machte, wenn auch nicht alles und jetzt endlich die Vollversion.

Was bei der Beta nur am Rande gestreift wurde, war die Story. Man hatte nur hier und da ein paar Passagen aus dieser steuern können, ohne Zwischensequenzen und roten Faden. Der ist jetzt vorhanden und mit diesem das Merkmal, welches für das Spiel spricht.

Schrecklich wütend
Du erlebst die Geschichte aus der Perspektive von Kamala Khan, einem jungen Mädchen, dessen Eltern Immigranten sind. Sie idolisiert die Avengers, sogar selbst dann noch, als diese vorgeblich wegen des A-Day-Ereignisses von allen verfolgt und beschuldigt werden. Sie erhält schließlich Hinweise darauf, dass die Superheldengruppe unschuldig an den Ereignissen gewesen ist.

Im Laufe des Spiels lenkst Du also Kamala Khan, die über außergewöhnliche Kräfte besitzt. Nach und nach schaltest Du die anderen Avengers frei und kannst sie ebenfalls steuern. Das Schöne ist, dass sich jeder dieser Helden unterschiedlich spielt, was ihre jeweilige Individualität hervorhebt.

Der Hulk ist beispielsweise ein klassischer Tank. Er steckt viel ein, kann aber auch kräftig austeilen. Wenn er noch zusätzlich seine Zornesleiste aktiviert, verstärkt das seine Angriffe und er kann ein Stück seiner Lebensenergie regenerieren. Allerdings leert sich die Leiste bei Nutzung und füllt sich nur langsam wieder auf. Kamala Khan setzt hingegen auf ihre Polymorph-Fähigkeiten, mit denen sie ihre Gliedmaßen verlängen oder vergrößern kann. Übrigens hat sie auch eine Spezialattacke, mit der sie riesengroß werden kann. Jede Spielfigur verfügt über eine solche besondere Leiste und über drei verschiedene Spezialangriffe, die sich nach Gebrauch erst wieder aufladen müssen.

Linear und gut
Die Story ist sehr linear aufgebaut. Abweichende Handlungen oder Bewegungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen. Du kannst zwar hier und da links und rechts des Weges gucken, um beispielsweise einen Comic zu entdecken, doch am Ende führt alles wieder auf den Hauptpfad zurück.

Diese Linearität ist allerdings kein Nachteil, sondern führt dazu, dass die Kampagne fokussiert ist. Das merkst Du insbesondere dann, wenn das Game Dich dazu zwingt, eine der Multiplayer-Missionen zu spielen, um in der Story voranzukommen. Wo du zuvor noch in einem eng abgegrenzten Areal warst, befindest Du Dich nun in einer weitläufigen Umgebung, mit jeder Menge verschiedener Aufgaben, wie spezielle Gegner zu besiegen oder einen bestimmten Punkt auf der Karte in Besitz zu nehmen. Allerdings sind diese Abweichungen langweilig und es fehlt das Narrativ dahinter, was kein gutes Zeichen für den Multiplayer-Modus ist, dem, so muss man es sagen, Kernstück des Spiels.

Irgendwann hast Du die Kampagne durch, die mit einem befriedigenden Ende aufwartet, das gleichzeitig Möglichkeiten für mehr Inhalt bietet. Dann kannst Du Dich in den Multiplayer-Modus stürzen. Welch Freude, nicht!

Games-As-A-Service, leider mal wieder
Denn dies ist der große Schwachpunkt von Marvel’s Avengers. Die Entwickler haben sich an Games-as-a-Service-Titeln wie Destiny oder Anthem orientiert. Das heißt, Du wählst aus einem HUB-Areal, dem Helicarrier Chimera, am War Table ein Gebiet und eine Mission aus und ab geht es. Es wird ein Held oder eine Heldin gewählt, um dann zu warten, bis andere Mitspieler zur Party hinzustoßen. Es kann immer nur ein bestimmter Heroe gleichzeitig zugegen sein, sprich, es ist unmöglich, eine Gruppe zu haben, die beispielsweise nur aus Black Windows besteht.

Übrigens sollte jeder Charakter zu diesem Zeitpunkt bereits Max-Level und Stärke besitzen, was jedoch kein Problem ist, wenn Du zuvor die Kampagne durchgespielt hast. Die Stärke berechnet sich aus den unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen, die die Figuren in jeweils vier Slots ausrüsten können. Das erinnert natürlich an Destiny. Anders als bei diesem großen Vorbild kannst du hier allerdings keine neue Waffe ausrüsten, sondern nur Sachen wie ein Rückgrat beim Hulk oder das Kostümemblem bei Ms. Marvel. Es gibt sie in verschiedenen Stärkeleveln, wobei manche Objekte noch zusätzlich verbessert werden können, was erneut an Bungies großes Spiel erinnert. Hier wie dort brauchst du zum Verbessern bestimmte Dinge, die du erhältst, wenn du in den Stages Kisten zerstörst oder Truhen öffnest. Ebenso lassen sich obsolet gewordene Objekte wieder zerlegen.

Das große Problem ist, dass diese Gebiete, in denen man sich mit diversen anderen austoben darf, im Vergleich zur Kampagne langweilig und belanglos sind. Im Grunde genommen begibst du dich auf die Karte, durchläufst und absolvierst verschiedene Missionen, die sich mit der Zeit gleichen. Es gilt entweder, bestimmte Feinde zu besiegen oder vorgesehene Punkte zu erobern und darauf zu achten, nicht von den Gegnern plattgemacht zu werden.

Geld gegen Ingame-Währung
Denn das Damagesystem ist stellenweise kaputt. Es kann passieren, dass Du eben noch die Hälfte Deiner Lebensenergie hattest und dann auf ein Mal tot bist, ohne zu wissen, wie das geschehen ist. Vermutlich haben zu viele Feinde auf ein Mal Dich Schaden fressen lassen, ohne dass Du eine Chance dagegen hattest. So etwas kann leider häufiger vorkommen.

Schade ist, dass die mangelnde Missionsvielfalt sich auch auf das Gegnerdesign auswirkt, denn schnell kennst Du die verschiedenen Gegnertypen, die bald mental zu einer einheitlichen Masse verschmelzen. Noch schlimmer trifft es die Bosse, die überwiegend nur irgendwelche großen Riesenroboter sind. Endgegner, die aus der Welt der Comics kommen, gibt es in diesem Game nur zwei Stück.

Dann das leidige Thema Lootboxen. Die gute Nachricht ist, es existieren keine. Die schlechte ist, dafür sind Microtransactions vorhanden. Du kannst Dir gegen Echtgeld In-Game-Währung kaufen, mit der Du anschließend kosmetische Items wie Kostüme oder Emotes erwerben kannst. Es bestünde auch theoretisch die Chance, sich die gewünschte Summe In-Game zu verdienen. Doch dies dauert deutlich länger, als wenn Du es Dir direkt kaufen würdest. Immerhin haben diese Kostüme keine spürbaren Auswirkungen aufs Gameplay, abgesehen davon, dass sie cool aussehen und für Comicfans ein nettes Bonbon darstellen.

Grafisch leicht verbuggt
Grafisch hat sich bei Marvel’s Avengers einiges im Vergleich zur Beta getan. Es ist den Entwicklern endlich gelungen, sich von den Filmen und ihren bekannten Schauspielern zu lösen und ein eigenständiges Design zu präsentieren, welches durchaus ansprechend wirkt. Trotzdem gibt es einige Bugs, die auftreten, wenn Du zum Beispiel den Multiplayer-Modus anfängst, ohne die Kampagne vorher durchzuspielen. Dann reden Charaktere auf ein Mal mit einer leeren Stelle, obwohl die entsprechende Figur nur ein paar Meter daneben steht.

Dafür ist der Soundtrack absolut fantastisch. Die Musik ist großartig komponiert und gefällt sowohl in den leisen Momenten, als auch den lauten. Ebenso machen die Sprecher eine gelungene Arbeit und lassen die Figuren lebendig wirken.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Götz Piesbergen Marvel’s Avengers hätte so ein gutes Spiel werden können, wenn nicht irgendwelche Leute unbedingt auf den Games-as-a-Service Zug aufspringen wollten, was wohl bei den Entwicklern nicht auf Gegenliebe stieß. Um sowohl Fans als ebenso Ablehner dieses Trends der Videospielindustrie zufriedenzustellen, wurden ein Kampagnen- und ein Multiplayermodus eingebaut, was für das Spiel keine gute Idee war.
Die Kampagne ist großartig, macht Spaß und hat ein überzeugendes Gameplay. Der Multiplayermodus ist das komplette Gegenteil. Hier haben sich die Entwickler zu sehr an Destiny orientiert, was dem Spiel nicht gut tat. 
Das Problem ist vor allem, dass die Karten des Multiplayermodus weitläufig, aber nicht unbedingt spannend gefüllt sind. Aufgaben und Gegner wiederholen sich, sodass Du Dich schnell langweilen wirst.
Grafisch ist das Spiel okay, wenn auch mit Bugs behaftet. Die PC-Version muss wohl so grauenvoll gewesen sein, dass sie regelmäßig abschmierte, was bei der getesteten Xbox One-Variante zum Glück nicht der Fall war. Musikalisch ist Marvel’s Avengers sehr gut geworden, mit großartigen Sprechern.

Unterm Strich kann ich Marvel’s Avengers nicht empfehlen, da leider der Multiplayermodus sich auch in die Kampagne einmischt und dort den Spielefluss massivst unterbricht.


Marvel's Avengers - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Screenshots










Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.8125 Grafik: 7.75
Sound: 9.00
Steuerung: 8.50
Gameplay: 6.00
Wertung: 7.8125
  • Gelungene Kampagne
  • Großartiger Soundtrack
  • Jedenfalls so lange, wie nicht Multiplayer-Missionen mit reinpfuschen
  • Misslungener Multiplayer-Modus
  • Grafische Bugs
  • Auf einigen Plattformen absturzgefährdet

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Rezension vom: 16.09.2020
Kategorie: Action
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