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GRID Legends

Entwickler: Codemasters
Publisher: Electronic Arts

Genre: Simulationen
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 60 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:
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GRID hatte leider schon immer einen schweren Stand. Trotz guter Bewertungen stand der Arcade-Racer aus dem Hause Codemasters immer im Schatten anderer (Renn-)Spiele. Wie ein Blick auf die Steam-Statistiken zeigt, ergeht es GRID Legends bedauerlicherweise nicht anders. Nicht nur, dass Forza Horizon nach wie vor zahlreiche Spieler*innen begeistert, kommt auch noch das unglückliche Release-Timing hinzu. Rund um den Release-Tag von GRID Legends tummelten sich nämlich nur so die AAA-Spiele und heißersehnte Titel wie etwa Gran Turismo 7, Horizon Forbidden West, Elden Ring und Elex II – um nur mal ein paar zu nennen. Ich, als großer Arcade-Racer-Fan, habe mich aber dennoch auf GRID Legends gefreut und versuche euch hier zu erklären, weshalb man dem Spiel, trotz all der anderen tollen Titel, dennoch eine Chance geben sollte.



Meinung:


Wer GRID Legends das erste Mal startet, findet viele unterschiedliche Möglichkeiten vor, sein Können als Rennfahrer unter Beweis zu stellen.
Den wohl interessantesten und meiner Meinung nach auch sinnvollsten Modus, um ins Spiel zu starten, stellt dabei der Storymodus dar. Denn hier kann man sich nicht nur in 36 verschiedenen Kapiteln langsam aber stetig an die verschiedensten Kurse, Rennklassen und Rennmodi gewöhnen, man erlebt währenddessen auch noch eine – für Rennspielverhältnisse – ganz okaye Story, in der man im Stile der Netflix Erfolgs-Dokuserie „Drive to Survive“ den Aufstieg unseres Alter Egos Nummer 22 (so wird man auch die ganze Zeit über genannt) und dem verbissenen Kampf ziwschen dessen Team Seneca und den Grid-Champions Team Ravenwest hautnah miterlebt. Um Team Ravenwest rund um den fünffachen Grid-Champion Nathan McKane schlagen zu können, müssen wir in den Rennen stets eine bestimmte Platzierung einfahren. Schaffen wir dies, kommen wir in der Story weiter, scheitern wir, müssen wir das Rennen wiederholen. Letzteres dürfte erfahrenen Rennspielern aber so gut wie nie passieren, denn der Schwierigkeitsgrad hält sich hierbei auf einem sehr überschaubaren Niveau. Viel öfter passiert, dass man die Erwartungen übererfüllt und nicht nur zehnter, sondern gleich erster wird. Leider werden solchen Erfolgen in der Story aber keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt. Hier erlebt man immer das gleiche – ganz egal, ob man nun überperformt oder nur das Minimalziel erreicht. Dass dem so ist, liegt aber an der Art, in der einem die Story präsentiert wird. Die wird nämlich nicht nur einfach so gezeigt, sondern anhand zahlreicher Filmsequenzen mit echten Darstellern (u.a.
Ncuti Gatwa aus Sex Education) vor virtuellen Kulissen. Für jede Eventualität andere Filmsequenzen aufzunehmen, wäre da dann wohl doch etwas zu viel des Guten geworden. Doch trotz dieses somit eher linearen Verlaufs macht es dennoch Spaß, die Story mitzuerleben.

Nur der Anfang
Der Storymodus ist aber wirklich nur der Anfang des gesamten Spiels.
Nachdem man Grid-Champion geworden ist, wartet schließlich noch der Karrieremodus. Dieser ist sehr üppig ausgefallen und bietet einem in rund 20 Stunden unzählige aufeinanderfolgende Events und Rennen. Neben den klassischen Rundenrennen sind hier auch alle anderen Rennmodi wie etwa die Eliminierungsrennen (nach dem Ablauf eines Zeitintervalls werden die letzten zwei Platzierten aus dem Rennen genommen, sodass am Ende ein Sieger übrig bleibt) oder Zeitrennen enthalten. Ebenso dürfen wir uns hier über eine Vielzahl an verschiedenen Autos erfreuen, in die wir im Laufe unserer Karriere steigen. Im Prinzip ist es sogar möglich, hier alle 128 im Spiel befindlichen Autos zu fahren – wirklich praktikabel wäre dies aber nicht. Im späteren Verlauf fordert das Spiel nämlich immer wieder ein bestimmtes Upgrade-Level eines Fahrzeuges, um überhaupt am Event teilzunehmen. Um dieses zu erreichen, muss man allerdings erst eine gewisse Anzahl an Kilometern mit dem jeweiligen Autos auf dem Asphalt unterwegs gewesen sein. Auch wenn man sich nicht andauern neue Autos kauft, dauert das mitunter frustrierend lang – inklusive mehrmaligen Fahrens vorhergegangener Events.
Besonders in Anbetracht dessen, dass die später eingebauten Upgrades im Grunde null Auswirkungen haben, ist diese Art des Fortschritts doch sehr fragwürdig. Immerhin belässt es
GRID Legends bei diesem einen Ärgernis. Ansonsten bietet es nämlich, meiner Meinung nach, rundum gelungen Arcade-Spaß.

Schnörkelloser Arcade-Fahrspaß

Dazu zählt auch die Steuerung, die wirklich gelungen ist und einen ohne lange Eingewöhnungszeit die unterschiedlichen Boliden gekonnt um die Kurse heizen lässt. Wer möchte, kann sich zwar auch am (Fein-)Tuning versuchen, notwendig ist das aber nicht. Auch ohne dies entwickeln sich spannende Rennen, die auch wunderbar glaubwürdig wirken. Denn anders als in so mancher feinpolierten Renn-Simulation machen die KI-Fahrer*Innen hier auch immer wieder Fahrfehler, bauen Unfälle oder ihnen geht gar mal ein Motor in die Luft. Für reichlich Action ist auf der Strecke also jederzeit gesorgt, wobei das Rivalitätensystem noch sein Übriges dazu tut. Denn sollte man eine*n KI-Fahrer*In mal ein wenig zu oft anstupsen, entwickelt sich diese*r für die nächsten paar Rennen zu einem Rivalen, der es sprichwörtlich auf einen abgesehen hat und in Kurven auch mal die berühmte Tür zuschlägt oder einen versucht, sogar von der Bahn zu schubsen (glüklicherweise gibt es ja aber noch die berühmt-berüchtigte Rückspulfunktion, mit der man zumindest bis zu drei Unfälle ungeschehen machen kann).
Noch actionreicher geht es sogar im Multiplayermodus zu. Wenn hier 22 Spieler*Innen gleichzeitig versuchen, den Sieg für sich zu entscheiden, ist der eine oder andere Crash vorprogrammiert. In anderen Disziplinen, wie etwa dem Drift, ist man gegen so etwas gefeit, denn hier tritt man „nur“ gegen die Geister der anderen Spieler an. Das ist zwar nicht so actionreich, Laune macht es aber dennoch. Das gilt im Prinzip für den gesamten Multiplayer-Modus. Die Entwickler haben sich hier nämlich einiges einfallen lassen, um einen auch nach der Story und der Karriere noch für reichlich Stunden zu unterhalten. Am interessantesten ist hierbei sicherlich die Möglichkeit, eigene Events samt Auswahl an Autos, Strecken und Rennmodi zu erstellen und so ganz eigene Meisterschaften auszufahren. Aber auch die Möglichkeit, in bereits begonnene Events einzusteigen, ist eine gute Idee.

Hübsche Grafik mit einem Aber
Auch die Grafik konnte mich überzeugen. Die hauseigene Ego-Engine sorgt dabei vor allem für ein tolles Ambiente. Gerade wenn man im Dunkeln über eine nasse Strecke fährt, sieht das Gebotene schon verdammt cool aus. Die Autos sehen ebenfalls gut aus - wenngleich man hier nicht den Fehler machen und es mit einem
Gran Turismo 7 vergleichen darf. Das AAA-Rennspiel aus dem Hause Sony ist halt doch nochmal eine ganz andere Hausnummer. Dennoch sehen die Wagen auch hier wahrlich nicht schlecht aus. Überzeugt hat mich zudem die Performance - bis auf eine einzige Ausnahme. Denn während man sich eigentlich überall über butterweiche Rennen freuen kann, stellt die Strecke in Japan aus irgendeinem Grund eine Ausnahme dar (zumindest ist dies auf der Xbox Series X der Fall). Wenn man hier über die kurvigen und von Bäumen gesäumten Strecken heizt, spürt man nicht nur ein merkliches Ruckeln, man kann sogar auch richtiggehend dabei zusehen, wie die Bäume vor einem aus dem Nichts erscheinen. Auch wenn das Spiel nie unspielbar wird, ist diese Performance-Einbuße sehr bedauerlich.

Beim Sound muss man sich über solche Problem glücklicherweise keine Gedanken machen. Zwar dürfte der Soundtrack mal wieder Geschmackssache sein (ich für meinen Teil habe mich schnell dazu entschlossen, ihn auszuschalten), dafür können sich die Motorengeräusche und Soundeffekte aber wirklich hören lassen.
Zu guter Letzt noch ein Wort zum Schadensmodell. Das gibt es zwar, doch wie so oft bei Rennspielen, in denen offiziell lizenzierte Autos zum Einsatz kommen, hält sich dieses in überschaubaren Grenzen. Das dürfte jedoch weniger am Können der Entwickler liegen, als vielmehr daran, dass die Hersteller eben nicht wollen, dass ihre Autos komplett zerlegt werden.

Dass die Entwickler wissen, was sie machen, zeigen sie schließlich mit einem anderen kleinen Detail. Wenn man aus der Third-Person-Perspektive, sprich mit der Kamera hinter dem Fahrzeug, fährt, ist es in Rennspielen oft der Fall, dass die Kamera starr montiert ist. Dies ist hier anders. Steuert man in Kurven schwingt die Kamera immer ein wenig mit, was dem Ganzen sehr viel mehr Dynamik verleiht und von solchen kleinen Details gibt es noch eine Menge mehr.

 



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

GRID Legends ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein falsch geplantes Veröffentlichungsdatum sich negativ auf ein Spiel auswirkt. Normalerweise würde das Spiel aus dem Hause Codemasters sicherlich einige Aufmerksamkeit erregen, schließlich garantieren die Rennen immer spannende Renn-Action. Im Schatten von Elden Ring, Gran Turismo 7 und Co. geht das Spiel hingegen vollkommen unter, weil es einfach nicht die Strahlkraft besitzt. Das ist wirklich sehr bedauerlich, denn GRID Legends ist in der Tat ein gutes Arcade-Rennspiel, das von wesentlich mehr Spielern gespielt werden sollte. Wenn also auch Du ein Herz für Arcade-Rennspiele, GRID Legends aber bisher auch links liegen gelassen hast, solltest Du dies nun ändern - zu spät ist es dazu schließlich nie.



GRID Legends - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.375 Grafik: 8.00
Sound: 9.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 8.50
Wertung: 8.375
  • Spannende Rennen
  • Tolle Licht- und Regeneffekte
  • Gutes Fahrgefühl
  • Abwechslungsreicher Fuhrpark
  • Viele Rennen
  • Japanstrecke von Rucklern betroffen
  • Schwierigkeitsgrad der Story zu gering
  • Bessere Platzierungen haben keinen Einfluss auf die Story
  • Tuning so gut wie unnötig
  • Benötigte Upgrade-Level ziehen die Karriere künstlich in die Länge

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Rezension vom: 13.03.2022
Kategorie: Simulationen
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