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Saints Row

Entwickler: Volition
Publisher: Deep Silver

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 59,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox Series X/S

Inhalt:

Spiele schon bei ihrer Ankündigung oder nach dem ersten Teasertrailer schlecht zu reden und niederzumachen, gehört für viele mittlerweile leider genauso dazu, wie der Controller an der Konsole. Dieses Phänomen mussten auch Saints Row bzw. dessen Macher*Innen miterleben, denen nach der Ankündigung und der Veröffentlichung erster Bewegtbilder zum Reboot der beliebten Actionreihe ein wahrer Shitstorm entgegenwehte.



Meinung:

Spiele nur anhand ihrer Ankündigung oder ein paar wenigen bewegten Bildern zu kritisieren, ohne je selbst auch nur eine Sekunde das Spiel gespielt zu haben, gehört für viele Gamer mittlerweile leider zum guten Ton. Davon konnten sich nicht zuletzt Saints Row bzw. dessen Macher*Innen überzeugen. Nur wenige Sekunden, nachdem sie das Spiel angekündigt und Bilder des Reboots der beliebten Actionreihe gezeigt haben, wehte ihnen ein wahrer Shitstorm entgegen. Das Gezeigte sei kein echtes Saints Row mehr. Das, was da zu sehen war, sei langweilig und überhaupt scheinen die Entwickler überhaupt keine Ahnung zu haben, was die Fans überhaupt wollen.
Seit ein paar Tagen ist Saints Row nun für Xbox Series X|S , Xbox One, PlayStation 5, PlayStation 4 und PC erhältlich und ich habe die Chance genutzt, um mir selbst ein Bild davon zu machen. Meine Meinung erfährst Du wie immer in den kommenden Zeilen.

Die neuen Saints
Bitte nicht falsch verstehen: Kritik ist an und für sich eine gute Sache. Schließlich ist nichts perfekt und man sollte das, was einen stört, auch stets kundtun. Doch gerade im Games-Sektor ist es in den letzten Jahren leider üblich geworden, dass „Fans“ Entwickler persönlich angreifen – das hat nichts mit Kritik zu tun! Auch die Tatsche, dass man bereits nach wenigen Sekunden Gameplay-Material Spiele in der Luft zerreißt, hat meiner Meinung nach nichts mit angebrachter Kritik zu tun. Im speziellen Fall von Saints Row sind ein gutes Beispiel dafür etwa die Charaktere. Nachdem klar war, dass es sich bei dem neuesten Teil um ein Reboot handelt, bei dem Shaundie, Kinzie und Co durch neue Charaktere ersetzt werden, war der Aufschrei groß. „Ohne sie ist es kein Saints Row“ und „die neuen Charaktere sind farblos“, hieß es. Nun, nachdem das Spiel endlich draußen ist und man mehrere Stunden mit den neuen Charakteren verbracht hat, muss jeder einsehen, dass diese Kritik vollkommen überzogen war. Klar kommen der eigene, wahlweise männliche oder weibliche Charakter, The Boss, die Autonärrin Neenah und der musikliebende Eli auf den ersten Blick etwas langweiliger daher, doch der Schein trügt. Denn die vier sind im Prinzip genauso verrückt wie die „alten“ Saints. Zumindest ist es in meine Augen ziemlich verrückt, in einer WG zu wohnen, obwohl man eigentlich unterschiedlichen, sich konkurrierenden Gangs, angehört. Auch ihr weiterer Werdegang, von einer Gruppe Freunden, die kleinere Verbrechen tätigen, damit überhaupt das Geld für die Miete reinkommt, bis hin zu einer gefürchteten Gang namens Saints, ist ebenfalls alles andere als üblich.
Mir persönlich gefallen die neuen Saints sogar besser. Nicht nur, dass ihre Story mal etwas frischen Wind in die ganze Reihe bringt, sie wirken insgesamt auch moderner. Außerdem – und das ist meiner Meinung nach der größte Vorteil der neuen Saints – ist ihr Humor nicht mehr so pubertär. Anstatt im Minutentakt irgendwelche Penis-Witze zu reißen, über die jeder über 25 nicht einmal mehr schmunzeln konnte, bekommt man nun (endlich) lustige Sprüche zu hören, die nicht mehr nur unter die Gürtellinie abzielen und insgesamt „durchdachter“ wirken.

Keine Action? Von wegen!
Das Gleiche gilt im Prinzip genauso für das Gameplay. Denn obwohl es bereits im ersten Trailer heftig krachte, einiges in die Luft flog und es reichlich Waffeneinsatz gab, war das vielen viel zu brav. Ihnen fehlten die penetrierenden Alien-Analwaffen und die ganzen anderen vollkommen irren Waffen, die mit jedem Teil immer abstruser wurden. In der Tat sucht man solche Waffen im Reboot vergeblich. Doch genau wie der Humor sind auch die Waffen noch da – nur eben auf „normalere“ Art. Anstatt pubertären Witzen und Anal-Waffen bekommt man nun eben popkulturelle Sprüche und herkömmliche Schießeisen sowie etwas realistischer bewaffnete Helikopter präsentiert. Das bedeutet aber nicht, dass das Gameplay deswegen zurückhaltender geworden ist. An Action fehlt es in der neuen Umgebung Santo Ileso nämlich wahrlich nicht. Wenn nicht gerade eine Cutscene läuft, vergeht so gut wie keine Minute, in der nicht irgendetwas Actionreiches passiert. Seien es Explosionen, Schießereien oder vergleichbares – wenn die Saints in der Nähe sind, ist in Santo Ileso die Hölle los.

Viel Abwechslung
Abwechslung wird dabei ebenfalls reichlich geboten. In den zahlreichen Haupt- und Nebenmissionen, die man ganz klassisch nach und nach freischaltet und dann auf seiner Karte sieht, bekommt man nämlich im Prinzip das gesamte Spektrum der Open World-Actiontitel präsentiert. Seien es wilde Verfolgungsjagden per Auto oder Hover-Jet, wilde Schießereien in und auf einem fahrenden Zug, explodierende Jachten, Gebäude und Campingplätze, die man mit einem Laser- und Raketen schießenden Panzer in die Luft jagt oder die Übernahme und der Aufbau verschiedener Geschäfte – in Saints Row gibt es so gut wie nichts, was es nicht gibt. Hinzu kommen noch ganz spezielle Nebenaufgaben, wie etwa der Versicherungsbetrug, in dem man sich von einem Auto anfahren lässt und dann wie eine Ragdoll-Puppe durch die Luft wirbelt und dabei so sich und seiner Umgebung (ja, auch das geht) so viel Schaden wie möglich verursacht. Ebenso speziell sind die LARP-Quests, die so verrückt sind, dass ich an dieser Stelle dazu eigentlich nichts spoilern möchte. Deswegen nur so viel: Hier erwarten einen ganz spezielle Rüstungen, Waffen und sogar extra hierfür animierte Bewegungen – und gaaanz viel Spaß.
So viel Spaß das alles auch macht, all das dient vor allem einem Zweck: dem Aufbau seiner eigenen Organisation inklusive eines repräsentativen Headquarters – was zufällig eine Kirche ist, weshalb die Saints schlussendlich auch die Saints heißen. Um dies zu finanzieren, tätigen wir all die abwechslungsreichen und verrückten Missionen, die uns minimal 30 Stunden auf Trab halten (nach obenhin ist dem ganzen im Prinzip kein Limit gesetzt).

Gewöhnungsbedürftig aber schick
Ein weiterer Punkt, der gerne von den Kritikern in der Luft zerfetzt wurde, war die Grafik. Für viele wirkte diese einfach nicht mehr zeitgemäß. In der Tat scheint es zunächst, als ob die Kritiker damit nicht ganz falsch lägen. Doch auch hier trügt der Schein. Dass das Ganze so aussieht, wie es aussieht, liegt eher am gewählten Grafikstil. Der ist nämlich, anders als zum Beispiel in einem GTA, nicht auf Realismus getrimmt, sondern wirkt eher comichaft, wodurch das Ganze schon etwas schlichter ausschaut. Beim zweiten Blick erkennt man dann aber, dass auch dieser Grafikstil durchaus einiges zu bieten hat. Gerade wenn die Sonne unter- und die Scheinwerfer angehen, sieht die Stadt schon sehr nett aus und die zahlreichen Details, die die Spielwelt zu bieten hat, kommen dann auch richtig zum Tragen.

Angebrachte Kritik
Ganz ohne Kritik (allerdings eben erst, nachdem ich das Spiel ausgiebig gespielt habe) komme ich aber auch nicht aus. Denn so schön die Optik (bei Nacht) auch aussehen, mag, die Spielwelt selbst kann leider nicht vollends überzeugen. Santo Ileso wirkt weniger wie eine lebendige Metropole, als vielmehr wie eine Kulissenstadt, in der verschiedene Stile nebeneinander aufgebaut wurden. Wenn man einmal aus dieser Kulisse herausgefahren ist, gibt es so gut wie gar nichts mehr zu entdecken. Denn ringsherum warten zumeist nur noch Wüste und Canyons, die bei den ersten ein oder zwei Besuchen zwar auch ihren Reiz haben, danach aber schnell langweilig werden.
Neben der Gestaltung der Stadt hat mir auch die technische Seite von Saints Row das eine oder andere Mal weniger gut gefallen. Vor allem die Tatsache, dass es immer wieder zu Rucklern kam, ist alles andere als schön. Aber auch die sehr arcadige Fahrphysik hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Allerdings kommt diese oft zum Einsatz, denn gefahren wird in Saints Row unheimlich viel. Nicht nur, dass man teilweise ellenlang zum Start einer Mission fahren muss, auch in den Missionen selbst müssen manchmal viele Kilometer zurückgelegt werden (was vor allem bei einem unerwarteten Tod ärgerlich ist, da die Checkpoints oft unglücklich gewählt sind und man dann die ganze Strecke nochmals abfahren muss), was mit einer Steuerung, die einem nicht ganz zusagt, wenig Spaß macht.

Spektakulär inszenierte Nahkämpfe
Weshalb die Fahrzeugphysik/Steuerung dermaßen daneben gegangen ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen. In einer anderen Situation beweist Volition nämlich, dass sie es wesentlich besser können. Die Rede ist von den Nahkämpfen, die in diesem Genre wirklich ihresgleichen suchen. Anstatt immer gleicher Schlagkombinationen erwartet einen hier ein wahres Feuerwerk an verschiedensten Kampfanimationen. Auch wenn der eigentliche Ablauf der Kämpfe wenig Herausforderung ist, sehen sie dank der unzähligen Variationen an Aktionen, die die Charaktere aufgrund unterschiedlichster Parameter ausführen, jedes Mal anders aus und sind so immer wieder gerne gesehen. Ich persönlich hielt es mit der Zeit sogar so, dass ich jedes Mal, wenn ich es konnte, Nahkämpfe dem Einsatz von Waffen bevorzugte, einfach nur um zu sehen, was es noch für tolle Animationen gibt.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Saints Row ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man mit einer Kritik so lange warten sollte, bis man sich selbst ein Bild davon machen konnte. Viele der von sogenannten „Fans“, aber auch Teile der Spielepresse angemerkten Kritikpunkte stellen sich im Nachhinein nämlich gar nicht als solche heraus.
Ganz im Gegenteil, ich finde den Reboot der Reihe nicht nur gut, sondern auch bitter nötig. Denn seien wir mal ehrlich, was hätte nach Saints Row 4 noch kommen sollen, ohne dass das Ganze in vollkommenen Quatsch ausartet? Da ist mir dieser, etwas gediegenere Neuanfang doch sehr viel willkommener. Zumal die neuen Saints den alten quasi in nichts nachstehen und nicht nur in Sachen Teamwork ebenfalls eine gute Figur abgeben, sondern auch Action-technisch einiges zu bieten haben. Schade ist nur, dass die Technik nicht ganz fehlerfrei ist und die neue Umgebung Santo Ileso mehr wie eine Kulissenstadt anstatt einer echten Metropole wirkt. Doch das ändert nichts daran, dass dieses Reboot meiner Meinung nach äußerst gelungen ist (was man nun wahrlich nicht zu jedem Reboot sagen kann) und genauso viel Spaß bereitet, wie man mit den alten Saints Row-Teilen hatte.



Saints Row - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots
















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.5 Grafik: 8.50
Sound: 8.50
Steuerung: 8.50
Gameplay: 8.50
Wertung: 8.5
  • Frisches Setting
  • Neue Saints passen gut zusammen
  • Viel Action
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Riesiger Charakter-Editor
  • Santo Ileso wirkt wie eine Kulissenstadt
  • Grafik zunächst etwas gewöhnungsbedürftig
  • Lange und viele Fahrtwege

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Rezension vom: 01.09.2022
Kategorie: Action
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