Genre:
Strategie USK Freigabe:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
20,00 €
Systeme:
PC, Switch
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Du hast genug von der Großstadt. Du hast den Großteil deiner Sachen verkauft und dir davon ein Auto und einen Anhänger gekauft, in dem du einen Buchladen einrichtest. Damit fährst du nach Bookstonbury, einer kleinen Stadt am Meer, um dort dein neues Lebensglück zu finden.
Meinung:
Es tut gut, dass selbst in den aktuellen modernen Zeiten es immer noch romantisch ist, einen Buchladen zu besitzen. Am besten noch damit kombiniert, dass man in einer Kleinstadt oder einen Dorf diesen Laden hat oder dann auch eröffnet. Spielerisch wird dies in dem Game Tiny Bookshop umgesetzt.
Klein, aber fein Der Name ist dabei Programm. Du bist Besitzer eines kleinen Buchladens, den du in einen Anhänger gequetscht hast. Damit reist du in Bookstonbury von Ort zu Ort, um dort die Kunst des geschriebenen Wortes in all seinen Ausprägungen an den Menschen zu bringen.
Natürlich klingt dies einfacher, als gesagt. Denn jeder Ort hat unterschiedliche Auswirkungen. Wenn du beispielsweise am Strand deinen Laden aufmachst, finden vor allem Kinder- und Fantasy-Bücher, so wie Krimis reißenden Absatz. Hingegen am Hafen sind es vor allem Sach- und Reisebücher, die sehr beliebt sind.
Zusätzlich kannst du das Kaufverhalten deiner Kunden auch beeinflussen. Je nachdem, welche Deko du aufstellst oder welche zusätzlichen Objekte du hinstellst, werden bestimmte Genres beliebter oder die Käufer begeben sich länger in einen kleinen Kaufrausch. Auch kannst du zu bestimmten Events deinen Laden entsprechend dekorieren, wie zum Beispiel zu Halloween sehr gruselig, was sich natürlich entsprechend auf die Verkaufszahlen auswirkt. Wobei dies dafür sorgt, dass wenn du damit übertreibst, du dann keine Kinderbücher verkaufst.
Etwas zu wenig Simulation Und doch ist das kein Simulator, wo es darum geht, das Tagesgeschehen eines kleinen Buchladens realitätsnahe darzustellen. Wenn du dies erwartest, wirst du enttäuscht sein. Ich selbst habe etwas Nähe ein wenig vermisst. Falls eine Person beispielsweise erwähnt, dass sie ein Werk von diesem oder jenen Autoren vermisst, hätte ich geguckt, dass ich ein Buch des Schriftstellers zum nächsten Tag kriege und dann bereithalte.
Wobei du „neue“ Bücher nicht über den Großhandel erhältst, sondern über den Second Hand-Handel. Täglich werden dir vier Bücherkisten angeboten, deren genauen Inhalt du häufig nur anhand grober Beschreibungen schätzen kannst. Irgendwann kann es dann auch sein, dass wenn du einige Tage gewartet hast, du sogar eine Kiste für umsonst kriegst.
Und so sieht dein Tagesablauf immer gleich aus. Du schaust auf deinen Geldbeutel, schaust, von welchen Genres du wie viele Bücher hast, dekorierst deinen Laden mit passenden Objekten, suchst dir dann den Standort aus, wo du hin möchtest, und los geht es. Überwiegend verläuft der Verkauf wie von selbst, so das du dich ein wenig links und rechts umgucken kannst. Was sich insofern lohnt, als dass du beispielsweise Objekte finden kannst, die Boni für gewisse Genres geben können.
Auf die Menschen kommt es an Doch ab und zu kommt es vor, dass ein Kunde ganz dringend etwas von dir will. Er gibt dir eine bestimmte Vorgabe vor, ein bestimmtes Interesse. Und anhand der Beschreibung musst du dann entscheiden, ob du das Passende hast oder nicht. In 95% aller Fälle hast du das richtige. Wenn nicht, hat das keine negativen Auswirkungen, der Kunde ist nicht vergrätzt, sondern kommt irgendwann wieder.
Doch das wahre Salz in der Suppe von Tiny Bookshop sind die Menschen, mit denen du in Bookstonbury interagierst. Wie beispielsweise Tilde, die alte Dame, die früher einen Buchladen führte. Oder das naseweise und rotzfreche kleine Mädchen Harper. Oder, oder, oder... Allen gemein ist, dass du sie im Laufe des Spiels immer besser kennenlernst und sie dir irgendwann Aufträge geben. Mal musst du für Tilde eine bestimmte Sorte Kuchen besorgen, ein anderes Mal gilt es, herauszufinden, wer die aufblasbare Supermarktfigur abgestochen hat.
Und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Du baust deinen fahrenden Bücherladen immer mehr aus, erhältst Zugang zu immer mehr Orten und durchlebst den Wandel der Jahreszeiten in diesem wunderbaren, verzauberten Städtchen. Und ehe du dich versiehst, bist du dem Game verfallen. Du tüftelst an deiner Deko, achtest auf deine Buchbestände, überlegst, welchen Ort du wann anfährst und welchen Auftrag du weiter verfolgst. Und fühlst dich irgendwann einfach nur pudelwohl.
Klar, das Spiel ist kein Grafikwunder. Die Optik ist zweckdienlich, erfüllt aber eben diesen hervorragend. Was auch für die Musik gilt, die wenn überhaupt ganz sacht im Hintergrund zu hören ist.
Fazit:
Ich will ehrlich sein: Auch wenn Tiny Bookshop seine Fehler hat, ist dieses Game für mich ein todsicherer Kandidat auf den Preis „Spiel des Jahres“. Man will nur ein, zwei Tage spielen, ehe man sich dabei ertappt, dass man dieses Mal unbedingt probieren will, fünf Kundenanfragen zu beantworten. Oder dabei zu helfen, eine Theaterproduktion aus dem Boden zu stampfen. Da nimmt man schon die kleinen Mankos, wie beispielsweise, dass du nicht selektiv ein bestimmtes Buch nehmen kannst sowie die sehr zweckdienliche Optik, in Kauf.
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