Genre:
Jump'n'Run USK Freigabe:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
39,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch, Xbox Series X/S
Inhalt:
Es gibt Spiele, die sich jeder gängigen Logik entziehen – und genau darin ihre Genialität finden. Katamari Damacy war immer so ein Phänomen: ein absurd-liebenswürdiger Trip durch bunte Welten, in denen man mit einer klebrigen Kugel die gesamte Umwelt aufrollt. Nach über 14 Jahren Pause (zwischendurch gab es lediglich diverse Ports und Remaster) kehrt die Serie nun mit Once Upon a Katamari zurück – und beweist, dass eigenwilliges Spieldesign zeitlos sein kann.
Meinung:
Der Plot ist – wie immer bei Katamari Damacy – wunderbar verrückt: Der König des Kosmos hat erneut das Universum ruiniert, und der kleine Prinz muss mit seinem Katamari alles wieder ins Lot bringen. Diesmal führt seine Mission jedoch durch verschiedene Zeitalter – vom prähistorischen Dschungel über das feudale Japan bis hin zum Wilden Westen. Hinterfragen sollte man die Geschichte nicht. Wie immer ist diese einfach komplett absurd und wirkt wie ein Fiebertraum – trotzdem finde ich es irgendwie cool, dass ein großer Publisher in der heutigen Zeit noch den Mut hat, so etwas herauszubringen.
Das große Aufrollen Das Grundprinzip bleibt unverändert genial: Der Spieler steuert den Katamari, sammelt alles auf, was kleiner ist als der Ball, und wächst Stück für Stück zu gigantischen Ausmaßen heran. Von Würfeln über verschiedene Tiere und Autos bis hin zu Häusern – irgendwann bleibt nichts mehr verschont. Die Objekte wechseln dabei von Epoche zu Epoche, sodass hier auch genügend Abwechslung geboten wird. Zudem erweitert Once Upon a Katamari das altbekannte Erfolgsrezept vorsichtig, aber sinnvoll. Neue Power-ups wie Magnetfelder, Zeitstopper und Raketen sorgen für taktische Abwechslung. Außerdem gibt es noch Collectibles, die es einzusammeln gilt. Manche davon sind eher ein netter Zusatz, andere sehr viel wichtiger. So wie zum Beispiel die Kronen, mit denen sich neue Levels freischalten lassen. Ebenso auffindbar sind obendrein wieder Cousins, von denen es hier ganze 69 Stück gibt (muss wohl eine große Familie sein). Diese sind jedoch nicht nur da, um den 100-%-Spielfortschritt zu erlangen, sondern ebenfalls, um etwas Abwechslung hineinzubringen. Wer möchte, kann nämlich auch mit einem Cousin spielen – spielerische Unterschiede gibt es dabei aber nicht. Apropos Spielen: Once Upon a Katamari ist kein reines Singleplayergame, sondern bietet ebenso einen optionalen Koop- und Wettkampfmodus, in dem bis zu vier Spieler gleichzeitig rollen dürfen – online oder lokal. Dabei entfaltet das Game besonders im Couch-Multiplayer jenen chaotischen Spaß, der schon damals auf der PS2 für Lacher sorgte.
Papa macht uns das Leben schwer Im Prinzip hätte das Spiel das Potenzial, eine beinahe schon meditative Wirkung zu haben. Zuzusehen, wie seine Kugel durch das Aufrollen von Objekten immer größer wird, ist bereits sehr beruhigend und befriedigend – wenn da nicht Papa wäre. Der König des Kosmos macht dem kleinen Prinzen nämlich gerne das Leben schwer (obwohl dieser ja eigentlich nur seinen Fehler wieder ausbügeln will) und stellt ihn regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Oftmals sind dies sehr eng bemessene Zeitfenster, in denen man eine bestimmte Kugelgröße erreicht haben muss. Dadurch wird das Spiel oft sehr hektisch und teilweise sogar frustrierend.
Gewöhnungsbedürftige Steuerung Ebenfalls frustrierend kann die Steuerung werden. Gerade wenn man vorher noch kein Katamari gespielt hat, muss man sich mit der Zwei-Stick-Steuerung erst einmal zurechtfinden. Die Entwickler*innen hatten aber wohl Mitleid und haben für Neulinge auch eine vereinfachte Steuerung implementiert, in der man seinen Katamari nur mit einem Stick steuern kann. Gerade in Anbetracht dessen, dass die Steuerung ohnehin recht hakelig und die Kameraführung ebenso nicht immer optimal ist, ist diese vereinfachte Steuerung sehr hilfreich und sorgt für wesentlich gelassenere Spielsessions. Schrill, charmant, unverkennbar Grafisch bleibt Once Upon a Katamari seinem Stil treu: Bunte Low-Poly-Ästhetik trifft auf absurdes Design und eine Prise Kitsch. Technisch ist das kein Hochglanz-Feuerwerk, aber genau das ist die Stärke – es fühlt sich wie ein spielbares Pop-Art-Gemälde an. Etwas hübscher kommen die neuen Zwischensequenzen mit dem König des Kosmos daher. Diese sind nämlich nicht nur herrlich überdreht, sondern ebenso liebevoll animiert – der Humor zündet dabei nach wie vor, auch dank der exzellenten englischen und japanischen Sprecher. Der Soundtrack ist hingegen erneut ein echtes Highlight: Jazz, J-Pop, Retro-Beats und Kinderchöre wechseln sich ab und erzeugen diesen unverwechselbaren Katamari-Vibe. Wer das Original liebt, wird hier sofort wieder lächeln.
Zwischen Nostalgie und Moderne Once Upon a Katamari ist kein Reboot, kein Experiment – sondern eine Weiterentwicklung des Bekannten. Manche Spieler mögen sich mehr Innovation wünschen, doch gerade die Bescheidenheit ist hier Programm. Das Spiel versteht, was seine Fans lieben: schräge Welten, charmanten Humor und den Rausch des stetigen Wachsens. Trotzdem gelingt es den Entwicklern, mit den neuen Epochen und Power-ups frische Impulse zu setzen. Wer den Zauber der Serie nie verstanden hat, wird auch hier nicht bekehrt – wer ihn liebt, wird sich fühlen wie zu Hause.
Fazit:
Mit Once Upon a Katamari gelingt Bandai Namco eine Rückkehr, die der Reihe gerecht wird. Das Spiel ist bunt, verrückt, manchmal albern, aber stets voller Charme. Es ist ein Liebesbrief an eine fast vergessene Ära japanischer Exzentrik – und gleichzeitig ein Beweis, dass gute Ideen nicht altern. Ob im Singleplayer, im chaotischen Multiplayer oder einfach zum Abschalten zwischendurch: Dieses Spiel rollt direkt ins Herz, weshalb man bei so manchem kleinen Problem (knappe Zeitfenster, Steuerung) auch gerne mal ein Auge zudrückt.
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