Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
29,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch, Xbox Series X/S
Inhalt:
Mit Simon the Sorcerer Origins wagt Entwickler Smallthing Studios gemeinsam mit ININ Games den Spagat zwischen Nostalgie und Neuanfang. Der Titel versteht sich als offizielles Prequel zur legendären Point-&-Click-Reihe der 90er-Jahre und will zeigen, wie aus dem frechen Teenager Simon einst der berühmte Zauberlehrling wurde, der Adventure-Fans seit Jahrzehnten begleitet. Ob dem italienischen Entwickler das gelingt, erfährst Du in unserem Test.
Meinung:
Die Geschichte spielt einige Jahre vor den Ereignissen des ersten Simon the Sorcerer. Der elfjährige Simon stolpert – ganz im klassischen Stil – durch ein magisches Portal und findet sich in einer Welt voller merkwürdiger Magie und skurriler Charaktere wieder. Einer dieser Figuren ist Calypso, der alten Fans der Reihe sicherlich ein Begriff sein dürfte. Calypso hilft Simon nicht nur dabei, sich an diese magische Welt zu gewöhnen, sondern erzählt ihm auch, dass es allem Anschein nach kein Zufall war, dass er in diese Welt gestolpert ist. Simon möchte davon jedoch nichts hören und lieber so schnell wie möglich wieder in seine Welt zurückkehren. Um dies zu schaffen, muss er aber nicht nur zwei Bücher finden und selber das Zaubern lernen. Er muss sich auch noch dem fiesen Magier Sordid erwehren, der einen Plan schmiedet, der dafür sorgen könnte, dass Simon für immer in dieser Welt hängen bleibt.
Humorvoll und altbekannte Stimmen Ohne noch weiter ins Detail gehen zu wollen, lässt sich sagen, dass die Story gelungen ist und dabei nicht nur den Tonfall der fünf vorherigen Teile gelungen aufgreift. Sondern es schafft es ebenfalls, sinnvoll zu erklären, weshalb Simon nun doch bereits jetzt in die magische Welt eintauchen konnte. Zudem bietet die Geschichte auch wieder den gewohnten und lieb gewonnenen Humor: Sarkastische Sprüche, selbstironische Seitenhiebe und ein augenzwinkernder Umgang mit Fantasy-Klischees sind hier fester Bestandteil. Unterstützt wird das Ganze von Erik Börner, der Simons Stimme auf Deutsch verleiht und dem Charakter genau das Maß an jugendlicher Arroganz und Unsicherheit gibt, das ihn so liebenswert macht. Wer trotz der tollen Synchronarbeit leider das englische Original hört, hat natürlich auch dazu die Gelegenheit, wobei hier mit Chris Barrie die alte Simon-Stimme zu hören ist.
Rätseln wie in den 90ern – mit modernem Komfort Spielerisch bleibt Simon the Sorcerer Origins den Wurzeln des Genres treu. Klassische Rätsel, Kombinationsaufgaben und Dialoge mit unterschiedlichen Optionen stehen im Vordergrund. Statt hektischer Action erwartet die Spieler gemächliches Grübeln, Experimentieren und das gute alte „Benutze X mit Y“, wobei sämtliche Objekte natürlich wieder in Simons Hut Platz finden. Zugleich hat das Studio an die Bequemlichkeit moderner Spieler gedacht: Per Tastendruck lassen sich Hotspots einblenden, Dialoge vorspulen oder ein Hinweis-System aktivieren, das dezent in die richtige Richtung lenkt, ohne zu viel zu verraten.
Nicht auf einem Niveau Nicht alle Knobeleien sind dabei gleich gut gelungen. Während viele Aufgaben logisch aufgebaut sind, gibt es auch wiederholt Rätsel, die etwas frustrieren können. Schuld daran sind unklare Vorgaben oder wenig intuitive Objektkombinationen, die man nur mit dem guten Trial-and-Error-Verfahren herausfinden kann. Zudem existieren immer mal wieder Situationen, in denen man entweder bestimmte Interaktionspunkte mehrmals anklicken muss, damit eine Aktion geschieht, oder man vorher sogar erst noch einen Dialog führen muss, damit man überhaupt mit dem Objekt interagieren kann. Die meisten Rätsel sind jedoch zum Glück sehr gelungen, wobei neben herkömmlichen Rätseln natürlich auch Zaubersprüche und Zaubertränke Teil der Aufgaben sind. Glücklicherweise muss man diese aber nicht auswendig lernen, sondern, im Fall der Zaubertränke, einfach nur die benötigten Zutaten in der richtigen Reihenfolge nutzen.
Handgemacht und tolle Inszenierung Optisch setzt Simon the Sorcerer Origins auf einen wunderschönen, handgezeichneten Stil, der an hochwertige Animationsfilme erinnert. Farbenfrohe Hintergründe, detailverliebte Umgebungen und flüssige Animationen sorgen für ein lebendiges Märchenbuchgefühl. Besonders gelungen ist die Inszenierung: Dynamische Kameraschwenks, atmosphärische Beleuchtung und liebevolle Zwischensequenzen vermitteln das Gefühl, in eine interaktive Zeichentrickserie einzutauchen. Der Soundtrack ergänzt das Erlebnis hervorragend – mal verspielt, mal geheimnisvoll, immer passend zur jeweiligen Szene. Abgerundet wird der gute technische Eindruck von einer ebenso gelungenen Steuerung, die nicht nur mit Maus und Tastatur, sondern auch per Gamepad problemlos funktioniert.
Fazit:
Simon the Sorcerer Origins ist eine liebevolle Hommage an die goldene Ära der Point-&-Click-Adventures. Es vereint nostalgischen Charme mit moderner Präsentation und einer überraschend emotionalen Geschichte. Kleinere Schwächen im Rätseldesign und ein etwas gemächliches Tempo trüben den positiven Gesamteindruck kaum. Wer mit Simon einst aufgewachsen ist oder einfach klassische Adventures mit Herz und Humor vermisst, sollte sich diesen Titel also auf keinen Fall entgehen lassen.
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